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Agenturen - die Schwarzen Löcher des Literaturbetriebes?

 
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BaronHarkonnen
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 127
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 21.05.2019 17:29    Titel: Agenturen - die Schwarzen Löcher des Literaturbetriebes? eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Also ich muss das hier mal loswerden, auch wenn ich weiß, dass es nix ändert. Rolling Eyes

Aber ich ärgere mich als Neuling schon ein wenig über das Geschäftsgebaren der Agenturen. Ich hab Exposee&Leseprobe meines Romans bislang an 10 Agenturen geschickt.
Reaktion bisher:
1 freundliche Info, dass man gerade keine Stoffe annimmt (-->ok)
1 freundliche Standardabsage (-->ok)
2 Autoresponder mit der Info 'Ihre Mail ist angekommen, bitte haben Sie Geduld' (--> immerhin)
6 nix, wobei bei zweien die Frist noch läuft

Ich ärgere mich über die 6 letzteren, bei denen man eine sorgfältig formulierte Mail mit ebenso sorgfältig erarbeiteten abschickt, und es kommt einfach mal nichts zurück. Gar nichts. Nada. Genauso gut könnte man seine Mails in ein Schwarzes Loch werfen.

Nun weiß ich ja, dass alle Agenturen landunter sind und erwarte nicht, dass sie mir eine persönliche, begründete Ablehnung schicken. Aber eine kurze Standard-Mail, die abzuschicken keine fünf Sekunden braucht, kann doch eigentlich nicht zu viel verlangt sein, oder? Schließlich werben sie auf ihrem Homepages ja alle mit warmen Worten um die Einsendung von Manuskripten. Evil or Very Mad
Was ist denn das für ein Geschäftsgebaren? In meinem Hauptberuf wäre das undenkbar. Egal ob Kunden, Lieferanten, Geschäftspartner oder sogar abgelehnte Bewerber - ein Minimum an professioneller Kommunikation gehört doch wohl dazu. Vor Allem in einer Branche, in der sich alles um das geschriebene Wort dreht.

Wie ist das bei Euch: erlebt ihr das auch, oder bin ich der einzige Hansel, dem's so geht?

PS: Zum Glück gibts noch einen Verlag, der das Gesamtmanuskript gerade prüft... Smile


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gold
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BeitragVerfasst am: 21.05.2019 21:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, Herr Baron,

war am Samstag auf dem Selfpublishing Day. Dort hielt der Herr Rumler von der Agentur Rumler einen Vortrag über Agenturen schlechthin. Es war sicher auch Werbung für seine Firma. Als Quintessenz habe ich herausgehört, dass jeder MS-Einsender eine Rückmeldung von ihnen erhält.

LG gold


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schwarzistdiekatz
Geschlecht:männlichSchreiberling


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Wohnort: Graz


BeitragVerfasst am: 21.05.2019 21:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hi, kleiner Tipp: Zuerst anrufen, dann schicken Wink
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Lki
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 200



BeitragVerfasst am: 21.05.2019 21:54    Titel: Antworten mit Zitat

schwarzistdiekatz hat Folgendes geschrieben:
Hi, kleiner Tipp: Zuerst anrufen, dann schicken Wink


Wenn man die Leute in den Agenturen so richtig nerven will, ist das ein fantastischer Hinweis. Laughing Nee, im Ernst. Agenturen bekommen mehrere Tausend Einsendungen pro Jahr. Und sie melden sich, wenn ihnen etwas Interessantes unterkommt. Da verbessert man seine Chancen nicht mit einem Anruf, der ohnehin nur bei der Teamassistenz landen wird.

Und ja, es ist unhöflich, keine Absagen zu schicken. Aber es bringt doch nichts, sich darüber aufzuregen. Eine Absage durch Nichtmelden (die meisten Agenturen, die so vorgehen, haben eine Maximalprüfdauer auf ihrer Webseite) ist genauso eine Absage wie eine Mail mit einem Standardtext. Die Agenturen können es sich einfach erlauben, so vorzugehen. Das wird sich erst ändern, wenn sie keine Einsendungen mehr bekommen, weil die Anwärter diese Unhöflichkeit abstrafen. Und seien wir ehrlich - dazu wird es nicht kommen.


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Ophelia Scale - Die Welt wird brennen (cbj Verlag) - März 2019
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BaronHarkonnen
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 127
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 22.05.2019 00:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
Das wird sich erst ändern, wenn sie keine Einsendungen mehr bekommen, weil die Anwärter diese Unhöflichkeit abstrafen. Und seien wir ehrlich - dazu wird es nicht kommen.

Das sehe ich genauso. Es ist halt ein extremer Käufermarkt, und das wird sich auch nicht ändern.

Trotzdem frage ich mich, ob sie damit nicht einen Fehler begehen. Nach dem Motto: man trifft sich immer zweimal im Leben Wenn ich es, wider alle Wahrscheinlichkeit, geschafft hätte, zum Bestsellerautor aufzusteigen und sich die Agenturen um mich reißen würden, könnte ich in meine alten mails gucken und sagen "Hm, Moment mal, Ihr wart doch die, die es damals noch nicht mal für nötig befunden haben, mir eine Ansage zu schicken" Wink


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RememberDecember59
Geschlecht:weiblichAutor


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Wohnort: Franken


BeitragVerfasst am: 22.05.2019 08:20    Titel: Antworten mit Zitat

BaronHarkonnen hat Folgendes geschrieben:
Wenn ich es, wider alle Wahrscheinlichkeit, geschafft hätte, zum Bestsellerautor aufzusteigen und sich die Agenturen um mich reißen würden, könnte ich in meine alten mails gucken und sagen "Hm, Moment mal, Ihr wart doch die, die es damals noch nicht mal für nötig befunden haben, mir eine Ansage zu schicken" Wink


Ich schätze, mit diesem Risiko können die meisten renommierten Agenturen gut leben. Wink

Ich finde es auch nicht schön, wenn man gar nichts hört, aber wie Lki sehe ich auch keinen Sinn darin, mich zu ärgern. Bei den Agenturen wird schon recht sorgfältig geprüft, ist mein Eindruck bisher, man kann bei einer Nichtmeldung also einfach davon ausgehen, dass es nicht gepasst hat. Ist natürlich doof, man würde gerne wissen, wieso, aber ich kann wirklich gut nachvollziehen, dass es von den Agenturen so gehandhabt wird. Ist halt zeitsparend. Und sie können es sich erlauben.


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Kobold: "Hätte mich das jemand anders gefragt, o Herr, der ihr Schrecklich und Unübertrefflich seid, hätte ich ihn einen Dummkopf genannt, bei Euch jedoch ist diese Frage ein Zeichen jener entwaffnenden Schlichtheit, welche der Born aller Tugend ist. ..."

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Kiara
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 40
Beiträge: 793
Wohnort: bayerisch-Schwaben


BeitragVerfasst am: 22.05.2019 08:24    Titel: Antworten mit Zitat

Es könnte auch sein, dass die Agenturen eine Absagemail deswegen nicht versenden, weil sie dann gleich darauf wieder eine Mail mehr zu bearbeiten hätten (warum denn nicht, das Buch ist super, aber, aber, was muss ich ändern, aber, ihr seid doch doof, aber).

Trotzdem finde auch ich dieses Geschäftsgebaren schlecht und unhöflich.

Daher würde ich eine Standardabsage mit der enthaltenen Bitte, von weiteren Nachfragen wegen dieses Projekts abzusehen, bevorzugen.
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crisihasi
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 36
Beiträge: 105



BeitragVerfasst am: 22.05.2019 08:49    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kann den Frust verstehen, aber man muss das wohl einfach so hinnehmen. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass die Kommunikation mit Agenturen und Verlagen zackiger und vor allem einfacher wäre, weil diese Art bei mir eine an Irrsinn grenzende Unsicherheit auslöst. Laughing
Ich habe einmal ein Exposé auf einer Webseite hochgeladen um mich damit beim Verlag zu bewerben. Nach dem abschicken kam ein (sinngemäßes) dickes "Vielen Dank, wir haben Ihren Bewerbung erhalten" und direkt darunter stand in einer anderen, etwas kryptischen Schrift "Email could not be sent". Tja, und nun? Angekommen oder nicht? Email could not be sent an mich oder an die? Sollte ich nochmal abschicken? Aber wenn es zwei Mal ankommt, denken die, ich bin bekloppt... Oder sollte ich anrufen und nachfragen? Aber dann denken die, ich bin nur jemand nervöses, der eine schnelle Antwort will und sind genervt von mir. Bin ich nervös? Kommt noch was?
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Lapidar
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger

Alter: 57
Beiträge: 3025
Wohnort: in der Diaspora


BeitragVerfasst am: 22.05.2019 09:09    Titel: Antworten mit Zitat

Lki hat Folgendes geschrieben:

Und ja, es ist unhöflich, keine Absagen zu schicken. Aber es bringt doch nichts, sich darüber aufzuregen. Eine Absage durch Nichtmelden (die meisten Agenturen, die so vorgehen, haben eine Maximalprüfdauer auf ihrer Webseite) ist genauso eine Absage wie eine Mail mit einem Standardtext. Die Agenturen können es sich einfach erlauben, so vorzugehen. Das wird sich erst ändern, wenn sie keine Einsendungen mehr bekommen, weil die Anwärter diese Unhöflichkeit abstrafen. Und seien wir ehrlich - dazu wird es nicht kommen.


nuun... ich persönlich bin überhaupt nicht nachtragend wink, aber ich würde mir zumindestens die Agenturen merken, die mich als unbekannte Autorin unhöflich behandelt hätten und wenn ich dann ERFOLG habe, und die Schlange stehen, um mich zu vertreten, weiß ich was ich ihnen mit einem zuckersüßen Lächeln sagen würde... Laughing
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Ruby Smith
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Beiträge: 1108
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BeitragVerfasst am: 22.05.2019 09:25    Titel: Antworten mit Zitat

Falls es euch ein bisschen tröstet: Ich kann berichten, dass es bei der Jobsuche bei Verlagen auch nicht großartig anders aussieht.
Die Verlagsbranche und eben auch die dazugehörigen Literaturagenturen sind langsam im Antworten. Als ich mich für Praktika und Volontariate beworben habe, habe ich manchmal auch ein halbes Jahr auf eine Reaktion gewartet und das, obwohl ich nach knapp einem Monat mal vorsichtig per Mail nachgehakt habe. Von einem Verlag habe ich immer noch nichts zurückgehört und das, obwohl sie mich sogar zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen haben. (Leider konnte ich am vorgeschlagenen Termin nicht, habe das freundlich mitgeteilt und nie wieder was von denen gehört.) Rolling Eyes


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I'd like to add some beauty to life. I don't exactly want to make people know more... though I know that is the noblest ambition, but I'd love to make them have a pleasanter time because of me... to have some little joy or happy thought that would never have existed if I hadn't been born.

(Anne Shirley - Anne of Green Gables, Lucy Maud Montgomery)
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Lki
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 200



BeitragVerfasst am: 22.05.2019 09:33    Titel: Antworten mit Zitat

Lapidar hat Folgendes geschrieben:
Lki hat Folgendes geschrieben:

Und ja, es ist unhöflich, keine Absagen zu schicken. Aber es bringt doch nichts, sich darüber aufzuregen. Eine Absage durch Nichtmelden (die meisten Agenturen, die so vorgehen, haben eine Maximalprüfdauer auf ihrer Webseite) ist genauso eine Absage wie eine Mail mit einem Standardtext. Die Agenturen können es sich einfach erlauben, so vorzugehen. Das wird sich erst ändern, wenn sie keine Einsendungen mehr bekommen, weil die Anwärter diese Unhöflichkeit abstrafen. Und seien wir ehrlich - dazu wird es nicht kommen.


nuun... ich persönlich bin überhaupt nicht nachtragend wink, aber ich würde mir zumindestens die Agenturen merken, die mich als unbekannte Autorin unhöflich behandelt hätten und wenn ich dann ERFOLG habe, und die Schlange stehen, um mich zu vertreten, weiß ich was ich ihnen mit einem zuckersüßen Lächeln sagen würde... Laughing
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Ja, so was hilft dem Ego ein bisschen, sich das vorzustellen. Sobald man aber eine Agentur gefunden hat, ist einem das total egal. Ich habe neun oder zehn Agenturen angeschrieben und abgesehen von den Gesamtanfragen auch kaum Rückmeldungen bekommen. Finde ich das unhöflich? Total. Interessiert es mich heute noch? Kein Stück.


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preusse
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1206
Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 22.05.2019 10:06    Titel: Re: Agenturen - die Schwarzen Löcher des Literaturbetriebes? Antworten mit Zitat

BaronHarkonnen hat Folgendes geschrieben:
Was ist denn das für ein Geschäftsgebaren? In meinem Hauptberuf wäre das undenkbar. Egal ob Kunden, Lieferanten, Geschäftspartner oder sogar abgelehnte Bewerber - ein Minimum an professioneller Kommunikation gehört doch wohl dazu.


In meinem auch.
Wir leben schließlich alle von unseren Kunden, nur bei Agenturen scheint das tatsächlich anders zu sein.
Trotz intensiven Bemühens bei ca. einem Dutzend Agenturen ist es mir nicht bei einer gelungen unterzukommen und nur drei haben über die Jahre hinweg geantwortet(davon eine, die mir bis heute Schreibkurse anbietet, sonst nichts).
Würde ich mich bei Kundenanfragen so verhalten, wären wir längst Pleite.
Glücklicherweise bin ich aber auch ohne Agenturen bei Verlagen untergekommen.
Zuerst klein angefangen, dann einen Hüpfer in die Mitte gemacht und nun gut untergekommen.
Geht also auch ohne Agenturen, habe ich aber schon x-fach gesagt. Laughing
Ob sich heute die eine oder andere ärgert, dass sie nicht mitverdient?
Ich hoffe es ein bisschen, habe aber das Gefühl, die sind so satt, die brauchen keine Kohle mehr. Kopf an die Wand


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Auxiliare tibi deus et vult auxiliari!

Das Herz des Löwen, 06/2011
Das Blut des Löwen, 11/2012
Die Pranken des Löwen, 03/2014
Das Banner des Löwen, 11/2015
Der Pirat - ein Francis-Drake-Roman, 07/2016
Der Herr der Bogenschützen, 08/2017
Der Sohn des Löwen, 03/2019
Der Herzog von Aquitanien, 11/2019
Die geteilten Jahre, 09/2019
Der englische Löwe, 2020
Sie nannten ihn Cid (AT), 2021
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Niederrheiner
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 288



BeitragVerfasst am: 22.05.2019 10:10    Titel: Antworten mit Zitat

Also, ich kann das Nicht-Antworten völlig verstehen.

Ich bin in mehreren Foren - und wenn ich da sehe, dass Autoren ganz oft selbst die klarsten Standardabsagen nicht als solche erkennen, weiß ich, warum die Agenturen das so machen. Immer wieder interpretieren Autoren etwas Individuelles in Standardabsagen rein und sind dann entweder beleidigt/sauer, haben Nachfragen, oder sind so enthusiastisch, dass sie es überarbeiten und dann noch mal hinschicken.

Es geht doch nicht darum, dass Agenturen keine Absagen verschicken wollen. Das wären Sekunden.
Es geht darum, dass sie sich die Anrufe und Mails ersparen wollen, die darauf folgen!
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Fjodor
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1445



BeitragVerfasst am: 22.05.2019 10:28    Titel: Antworten mit Zitat

Manche Agenturen und Verlage weisen explizit darauf hin, dass sie keine Absagen verschicken, dann ist das m.E. auch noch formal okay, zumal eine "automatisierte" Beantwortung auch ihre Tücken haben kann.

"Kunden" der Agenturen sind ja in erster Linie die von ihnen vertretenen Autoren und was die Agenturen an Zeit für Absagen aufwenden, geht woanders ab.
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crisihasi
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 36
Beiträge: 105



BeitragVerfasst am: 22.05.2019 10:37    Titel: Antworten mit Zitat

Niederrheiner hat Folgendes geschrieben:
Es geht doch nicht darum, dass Agenturen keine Absagen verschicken wollen. Das wären Sekunden.
Es geht darum, dass sie sich die Anrufe und Mails ersparen wollen, die darauf folgen!


Ich glaube das wäre eine Milchmädchenrechnung. Wenn die Autoren, so wie du sie skizzierst, nämlich keine Antwort bekommen, würden diese Charaktere eher nochmal nachfragen, ob die Bewerbung vielleicht nicht angekommen ist. Ginge es mir wirklich um das eindämmen von Rückfragen, würde ich - so wie die meisten - tatsächlich dazu tendieren, eine Standard-Mail rauszuhauen. Falls da eine ungebetene Antwort drauf kommt, kann ich die ja immer noch ignorieren.

preusse hat Folgendes geschrieben:
Wir leben schließlich alle von unseren Kunden, nur bei Agenturen scheint das tatsächlich anders zu sein.
Habe ich auch mal gedacht - bis ich angefangen habe, mit Schiffsmaklern zusammenzuarbeiten. Witzigerweise hofieren die Verkäufer eben jener einen bis der Arzt kommt, nur um dann nach Auftragserteilung einen wie den letzten Bittsteller zu behandeln. Ich glaube jede Branche hat so ihre Marotten.
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Wortwörtlich
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 110
Wohnort: Schweiz


BeitragVerfasst am: 22.05.2019 11:13    Titel: Antworten mit Zitat

Niederrheiner hat Folgendes geschrieben:

Es geht doch nicht darum, dass Agenturen keine Absagen verschicken wollen. Das wären Sekunden.
Es geht darum, dass sie sich die Anrufe und Mails ersparen wollen, die darauf folgen!


Das wird zwar immer wieder behauptet, aber dadurch ist es noch lange nicht bestätigt. Wir Autoren neigen offenbar dazu, uns oder zumindest die neben uns als komplette Noobs, Ignoranten, Legatheniker, Paranoide, Rechthaber und Besserwisser, Querulanten und gemeinhin als Belästiger zu diskreditieren. Schon spannend.
Wenn ich Absagen erhalte, schreibe ich fast immer zurück, zumindest wenn man in der Absage meinen Namen und den meines Manuskripts halbwegs richtig geschrieben hat. Ich bedanke mich dafür, dass man mir im Gegensatz zu unzähligen anderen Verlagen immerhin die bedauerliche Mitteilung geschickt hat, drücke meine Enttäuschung aus, schreibe vielleicht in Einzelfällen noch, dass ich das anders eingeschätzt habe, was die Passung zwischen meinem Manuskript und dem Verlagportfolio betrifft, aber ich fange deshalb doch noch lange nicht an, Begründungen einzufordern oder es besser zu wissen, gar nochmal eine Antwort zu verlangen.

Finde das hier immer wieder kolportierte Klischee vom indignierten Autor, der die Kränkung nicht verwindet und deshalb queruliert, ziemlich daneben und uns Autoren selbstentwertend.
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schwarzistdiekatz
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 281
Wohnort: Graz


BeitragVerfasst am: 22.05.2019 11:23    Titel: Antworten mit Zitat

Lki hat Folgendes geschrieben:
schwarzistdiekatz hat Folgendes geschrieben:
Hi, kleiner Tipp: Zuerst anrufen, dann schicken Wink


Wenn man die Leute in den Agenturen so richtig nerven will, ist das ein fantastischer Hinweis. Laughing Nee, im Ernst. Agenturen bekommen mehrere Tausend Einsendungen pro Jahr. Und sie melden sich, wenn ihnen etwas Interessantes unterkommt. Da verbessert man seine Chancen nicht mit einem Anruf, der ohnehin nur bei der Teamassistenz landen wird.


Na, na Wink Das seh ich anders. Erstens kann man so einmal ausschließen, dass das Manuskript vom Thema her sowieso (im Moment ggf) nicht von Interesse ist (ganz egal, was auf der Homepage für Genres stehen). Zweitens bekommt man eine Info über das Procedere und die Dauer. Drittens, dauert so ein Gespräch gerade mal 1-2 Minuten im Normalfall. Und vierstens, wenn ein gewisses Interesse besteht, wird man gleich mit einem "Prüfer" verbunden. Und zum Schluss hat man dann den Namen oder das Projekt im Hinterkopf. Außerdem sind viele Agenturen nur 1,2,3 - Mann/Frau Unternehmen ohne großes Backoffice. Einige Agenturen fordern auch - gerade bei Neuautoren - einen vorgelagerten Anruf.

 Mr. Green

Ps: Und wenn es eine Assistenz/Sekretariat gibt, dann ist es deren explizite Aufgabe, genau für solche Anrufe da zu sein Wink
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Niederrheiner
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 288



BeitragVerfasst am: 22.05.2019 11:56    Titel: Antworten mit Zitat

schwarzistdiekatz hat Folgendes geschrieben:
Einige Agenturen fordern auch - gerade bei Neuautoren - einen vorgelagerten Anruf.


Von den relevanteren/größeren 20 maximal zwei bis drei.
Viele weisen sogar extra darauf hin, dass sie keine Anrufe wollen.
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treogen
Abc-Schütze


Beiträge: 7



BeitragVerfasst am: 22.05.2019 20:43    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kopiere mal einen Beitrag, den ich vor ein paar Tagen in Facebook in einer Autorengruppe gepostet habe.

Zitat:
Nun, ich weiß noch, wie ich vor 14 Jahren gestartet bin.
Ich wollte ganz fair zu den Autoren sein, weil ich selber ja auch ein Autor bin. Wollte jede Einsendung beantworten. Tipps zur Verbesserung geben ...
Die Realität holt einen schneller ein, als man glaubt.

Ich musste lernen, dass vielleicht 90% der Autoren ganz ok sind - aber 10% sind Arschlöcher. Ist einfach so!
Diese 10% akzeptieren keine Begründung - und sei sie noch so fundiert.
Nein - sie sind gottgleiche Wesen, Verleger sind alles blöde Idioten, die keine Ahnung von Kunst haben. Betonköpfe, die man komplett enteignen müsste, weil man als Autor ja ein Künstler ist und es verdient, damit reich zu werden, während alle Verleger fiese Kapitalisten sind, die ja eh nicht arbeiten, sondern nur die Autoren ausbeuten.
Beschimpfungen, Drohungen, anonyme Straftaten - das ist der Dank, wenn man als Verleger oder Lektor anders als mit einer Standardabsage reagiert. Das habe ich bereits in den ersten 5 Jahren lernen müssen (ich habe da übrigens auch mal ein Verlagsgeplauder darüber verfasst).
In den letzten 8 Jahren ist es bei diesen 10% zu immer weiteren Radikalisierungen gekommen. Ich weiß, was mancher Verlegerkollege nach einer Standardabsage in seinen Briefkasten gefunden hat. Ich kenne mehr als eine Verlegerin, die ihren Verlag der Drohungen wegen aufgegeben hat.
Und ja - meine Lösung ist ganz einfach. Seit Jahren verschicke ich - wie viele andere Verlage - nicht einmal mehr Absagen.
Es tut mir leid für die 90% vernünftiger Autoren. Und ich weiß, dass es auch vielen anderen Lektoren seit Jahren leid tut, dass sie an der Stelle einfach komplett runterfahren müssen. Aber so ist das halt.
Denn die Diskussionen mit den 10% haben so viel Energie geraubt, dass daran einfach zu viel der normalen Verlagsarbeit krachen geht.
Das mag man als Autor aus den 90%-Pool Scheiße finden - aber wir haben auf Verlegerseite absolut keinerlei Möglichkeit, diese Situation zu lösen. Diese 10% sind real.
Bei der Armee wäre es einfach. Da würde man in die Baracke gehen und sagen:
So, auf den Boden und 50 Liegestütze. Und danach 2 Stunden Lauf - mit Marschgepäck. Und heute Nacht nordet ihr das Arschloch namens .... ein, welches den Mist gebaut hat, für den ihr alle geradestehen müsst. Geht ganz einfach. Handtücher habt ihr, Seife habt ihr - und wir hören nicht hin. Macht den Blödsinn heute Nacht unter euch aus - und erzieht euch das Arschloch!

Aber Lektoren und Verleger können das nicht machen. Würden wir die 10% öffentlich an den Pranger stellen, hätten wir schon ohne DSGVO Ärger gekriegt. Uns bleibt nur die Möglichkeit, möglichst wenig angreifbar zu sein.


Und ich gehe davon aus, dass Agenten das nicht viel anders handhaben.
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treogen
Abc-Schütze


Beiträge: 7



BeitragVerfasst am: 22.05.2019 20:45    Titel: Antworten mit Zitat

und in einem späteren Beitrag hatte ich noch geantwortet

Zitat:
Ich kenne Verleger, die haben für einfache Absagen anonym gefriergetrocknete Ratten, Vergewaltigungswünsche für die Verlegergattin oder Drohungen bezüglich Molotow-Cocktails in der Verlagsvilla bekommen. Für eine ganz normale Standardablehnung.
Ich sage ja - diese 10% haben sich in den letzten 8 Jahren radikalisiert - wie allgemein eine Radikalisierung in den letzten Jahren stattgefunden hat.

Und ich gratuliere dir dazu, dass dein Verlag es noch nicht gemacht hat. Aber ich bin da Realist: Wenn dem das erste mal jemand so richtig Scheiße von der Seite anmacht, dann wird der das in Zukunft auch sein lassen.
Ich hab vor Jahren auch noch gedacht: so schlimm wirds schon nicht sein.
Es ist schlimmer!
Viel schlimmer!
Und ich verstehe mittlerweile, wenn Verleger den Standardsatz bringen: "Verlegen könnte so schön sein ... wenn nur die Autoren nicht wären!"
Vor 14 Jahren habe ich darüber noch den Kopf geschüttelt.
Heute verstehe ich es (auch wenn ich es persönlich anders sehe - aber ich weiß jetzt, wie man zu dieser Meinung kommen kann).
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Wortwörtlich
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 110
Wohnort: Schweiz


BeitragVerfasst am: 22.05.2019 23:22    Titel: Antworten mit Zitat

Wow.
Ich bin hin- und hergerissen, ob ich das glauben soll oder ob ich es für Windmacherei halten soll.
Ich bin Arzt und sage jährlich etwa 200-250 Patientenanfragen ab. Ich habe noch nie solche Reaktionen erhalten wie Du sie aus dem Verlagswesen beschreibst, nicht ein einziges Mal. Warum soll es ausgerechnet unter den Autoren so viel mehr Pathologie geben wie unter (psychiatrischen!) Patienten?
(Ich habe es mir deshalb auch noch nie abgewöhnt, jede einzelne Anfrage auch persönlich abzusagen.)
Wer der Verlegergattin eine Vergewaltigung wünscht, gefriergetrocknete Ratten verschickt oder "Molotow-Cocktails in der Verlagsvilla" deponiert ("Verlagsvilla" gefällt mir übrigens sehr gut), der tut das doch genauso, wenn er keine Antwort hört wie wenn er eine Standardabsage oder eine individuelle Absage erhält. Wer so narzisstisch-dissozial unterwegs ist, sieht doch die Kränkung genauso im "Nein" wie im Ausbleiben eines "Ja". "Heisse" Narzissten Evil or Very Mad werden nicht nur bei Zurückweisung rasend, sondern auch bei der Verweigerung der Bewunderung.
Ich bin gespannt, ob andere auch von solchen Erfahrungen erzählen können - von bis zu 10% unserer AutorenkollegInnen, das wäre ein gewaltiges Volumen gewaltiger Reaktionen...
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BaronHarkonnen
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 127
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 23.05.2019 04:51    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Also das finde ich allerdings auch krass Shocked

Da ich die Verlags- und Agenturwelt nicht von innen kenne, glaub ich Dir das erstmal, treogen, obwohl es mir zugegebenermaßen etwas schwer fällt. Bei 10 Manuskripteinsendungen pro Tag und Agentur wäre das 1 Irrer/Tag. Und die hält man sich dadurch vom Leib, dass man am Besten garnicht reagiert?
Aber ok, selbst wenns nur 1% wäre, wäre es immer noch nachvollziehbar, dass man davon irgendwann die Nase voll hat.

Vielleicht kann ja ein anderer Insider diese krassen Erfahrungen bestätigen?

Auf der anderen Seite glaube ich schon, dass manche/einige Autoren (?) ein Stück weit eine narzisstische Ader haben; das bringt das Schreiben wohl mit sich. Und Kritik bzw Zurückweisung ist eine narzisstische Kränkung.  Das merke ich selbst bei mir, der ich mich für halbwegs ausgeglichen halte. Als kürzlich mein Prolog zerpflückt wurde (nicht mal böse, nur ein bisschen), hab ichs gemerkt. Meine erste Reaktion war Verletztheit und Trotz, selbst wenn ich ja weiß und will, dass meine Texte kritisiert werden.

Und auch die Existenz dieses Threads zeugt ja von einer Empörung, in der eine narzisstische Kränkung schlummert... Embarassed

Insofern kann ich mir schon vorstellen, dass manche Mit-Neulinge, die nicht so in sich ruhen, da noch viel extremer reagieren.


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