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Welche Schreibangewohnheiten, -eigenheiten und -Ticks habt ihr?

 

 
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schwarzistdiekatz
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 206
Wohnort: Graz


BeitragVerfasst am: 07.05.2019 11:19    Titel: Welche Schreibangewohnheiten, -eigenheiten und -Ticks habt ihr? eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Jeder von uns schreibt anders und hat dabei so seine eigenen Angewohnheiten, Eigenheiten und Ticks. Welche habt ihr?

Ich fange einmal an:

- Ich brauche, wenn ich zuhause schreibe, entweder Musik oder Fernsehen nebenbei. Bei ersterem kann es dann schon mal vorkommen, dass ich ein gewisses Lied ewig in Dauerschleife höre, was meine Frau oft gewaltig nervt, wenn ich das zu laut tue. Im Fernsehen brauche ich etwas richtig schön Seichtes, Dahinplätscherndes. Zurzeit bin ich z.B. gerade bei Folge 17 von der Komplettausgabe „Die Wicherts von nebenan“.

- Ich schreibe meist eine Stunde oder so durch, dann brauche ich mindestens eine halbe Stunde, um mich abzulenken, bevor ich weitermache.

- Wenn ich draußen schreibe, benutze ich ein Mini-Netbook. Dazu aber immer eine externe große Tastatur.

- Ich trinke und esse direkt beim Schreiben. Trinken tue ich meist Kaffee, Red Bull Zero oder auch alkoholfreien Sekt. Wenn Alkohol (in meinem Fall Bier) immer erst ganz am Ende einer Session.

- Ich schreibe (leider) meist in der Nacht. Habe dann anscheinend das Gefühl, dass ich ungestörter bin.

- Oft sitze ich irgendwo in einem Lokal und überlege stundenlang über Plot, Figuren und Handlungsstränge nach. Das kann ich, warum auch immer, zuhause nicht oder nur sehr schlecht.

- Kapitel plane ich in Stichwörtern, händisch auf irgendeinem Zettel. Meist rund 20 Stichwörter für ein Kapitel von 15-25 Seiten.

- Habe meist ein schwarzes Monokine-Notizbuch mit, um Ideen aufzuschreiben oder Kapitel in Stichwörtern zu planen. Wenn nicht (z.B. Sommer, wenn ich es nicht einstecken kann), skizziere ich das auf irgendwelchen Schmier- oder Kellnerzetteln.

- Bevor ich irgendetwas schreiben kann, brauche ich einen Arbeitstitel, der mich motiviert – obwohl ich genau weiß, dass der im Normallfall am Ende sowieso geändert wird.

- Ich zeige inzwischen niemanden meiner Familie, Freunde oder Bekannten mehr, was ich schreibe. Testlesen tut nur noch mein Agent oder der Lektor vom Verlag.

- Wenn ich kann, schreibe ich immer ein Kapitel. Dann lektoriere ich es x-mal, bis ich 100% zufrieden bin. Erst dann gehe ich ans nächste. Wenn das nicht geht (wie gerade jetzt z.B. wegen einem Abgabetermin bzw. da ich glaube (hoffe) so schneller zu sein), schreibe ich alles auf einmal und gehe nur alle 2,3 Kapitel einmal über den verfassten Text drüber. Lektoriere dann alles am Ende.

- Lektorieren tue ich, bei meinen eigenen Projekten, immer zuerst auf ausgedrucktem Papier, einseitig, das ich dann binden lasse (ab 50 Seiten). Bei Kundenaufträgen lektoriere ich ausschließlich direkt am Computer. Jetzt, wo ich darüber nachdenke warum: keine Ahnung.

- Ich lektoriere und korrigiere auf Papier ausschließlich mit Bleistift. Habe dafür sogar einen 30 Euro-Luxusbleistift (mit Kappe) von Faber Castell.

- Lektorieren und Korrigieren (am Papier) kann/will ich nur auswärts in irgendeinem Lokal.

- Auswärts lese ich oft Geschriebenes von mir am Handy bzw. lasse es auf mich wirken.

- Im Moment probiere ich gerade ein Schreibmaschinengeräusch-Tool aus, das mir bis jetzt Spaß macht. Vielleicht bleibe ich dabei.
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Kojote
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 29
Beiträge: 129
Wohnort: Vereinigte Sibirische Latrinenmanufakturen


BeitragVerfasst am: 07.05.2019 11:30    Titel: Re: Welche Schreibangewohnheiten, -eigenheiten und -Ticks habt ihr? Antworten mit Zitat

Danke für diesen Faden, schwarzistdiekatz!

Meine Gewohnheiten:

- Um in Stimmung zu kommen, trage ich beim Tippen am Computer stets eine graubraune Indoor-Weste (so ein Modell, wie es in alten Filmen die amerikanischen Zeitungsredakteure gern tragen).

- Musik ist für mich ein No-Go. Es gab aber mal eine Zeit in meinen sehr, sehr frühen "Werken", wo ich den Soundtrack von "Jenseits von Afrika" in Unendlichschleife hörte.

- Ich formuliere jeden Satz und jeden Dialog sorgfältig, bevor ich ihn niederschreibe. Das reduziert später das Überarbeiten.

- Überhaupt nicht selten passiert es, dass ich am nächsten Tag mein Werk vom Abend (schreibe meist bis ca. 22.30 Uhr) ansehe und mir denke: "Was zum Kuckuck?" In diesen Fällen versuche ich selbstverständlich nicht, die kommenden Kapitel an diesen Schmarrn anzupassen. Ich lösche den Schmarrn aber auch nicht, sondern etikettiere ihn in Scrivener als "Trash", bzw. verschiebe ihn in die Schnipsel-Abteilung und betrachte ihn als fruchtbringende Fingerübung.

schwarzistdiekatz hat Folgendes geschrieben:

- Ich lektoriere und korrigiere auf Papier ausschließlich mit Bleistift. Habe dafür sogar einen 30 Euro-Luxusbleistift (mit Kappe) von Faber Castell.


Also 30 Euro würde ich jetzt nicht als "Luxus" bezeichnen. Ich habe einen Hintergrund als Füllhalter-"Connaisseur" und dementsprechend -Sammler. Zur Einschulung bekam ich einen türkis-pinken Herlitz-Kolbenfüller und habe (unter großer emotionaler Pein) damit sogar noch meine Reifeprüfung geschrieben. Mein erstes ernstzunehmendes Schreibgerät war ein Pelikan Souverän M800I-Füllhalter mit Italic-Broad-Kalligraphiefeder. Der kostete mich damals stolze 410 Euro.


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Kojote – zu allem fähig, zu nichts zu gebrauchen!
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schwarzistdiekatz
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 206
Wohnort: Graz


BeitragVerfasst am: 07.05.2019 11:32    Titel: Re: Welche Schreibangewohnheiten, -eigenheiten und -Ticks habt ihr? pdf-Datei Antworten mit Zitat

Kojote hat Folgendes geschrieben:
Also 30 Euro würde ich jetzt nicht als "Luxus" bezeichnen. Ich habe einen Hintergrund als Füllhalter-"Connaisseur" und dementsprechend -Sammler. Zur Einschulung bekam ich einen türkis-pinken Herlitz-Kolbenfüller und habe (unter großer emotionaler Pein) damit sogar noch meine Reifeprüfung geschrieben. Mein erstes ernstzunehmendes Schreibgerät war ein Pelikan Souverän M800I-Füllhalter mit Italic-Broad-Kalligraphiefeder. Der kostete mich damals stolze 410 Euro.


Na, ja - für einen Bleistift Wink (Gut, eigentlich ist es ja die Kappe, aber trotzdem ...)
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Murmel
Geschlecht:weiblichSchlichter und Stänker

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Beiträge: 7493
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BeitragVerfasst am: 07.05.2019 14:12    Titel: Antworten mit Zitat

Meine Macken … oje.

- das Exposé kostet mich Schweiß und Schmerzen wie eine Geburt. Meinen Verstand dazu zwingen zu müssen, den Plot, der ihm vorschwebt, niederzuschreiben, ist Qual. Hinterher entsprechend die Erleichterung.

- ein Kapitel muss zuerst im Kopf entstanden sein, bevor ich es schreiben kann. (Da geht es auf einmal, dieses Niederschreiben.) Ich muss nach 2 Stunden aufstehen, ich kann nicht zu lange sitzen. Komme ich an eine Stelle, an der ich hänge, muss ich mich mit etwas anderem beschäftigen, derweil kann mein Gehirn weiterarbeiten.

- Musik hilft mir sehr, jeder Roman hat seinen eigenen Soundtrack. Musik schaltet die Umwelt aus und lässt mich konzentrieren. Aber manchmal nervt sie auch nur.

- Ich schreibe stets auf dem Computer. Nur Planungen und Gedanken dazu kommen in ein Büchlein.

- Ich überarbeite das Werk am Ende, in dem ich es auf dem Kindle App lese. Wie das Buch, das es einmal werden soll.


_________________
*Koppelmord - Carlsen Instantbooks 2013
*Flauschangriff - Piper/Weltbild 2014, Piper Fahrenheit 2017
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preusse
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1175
Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 07.05.2019 16:55    Titel: Antworten mit Zitat

Murmel hat Folgendes geschrieben:
- das Exposé kostet mich Schweiß und Schmerzen wie eine Geburt. Meinen Verstand dazu zwingen zu müssen, den Plot, der ihm vorschwebt, niederzuschreiben, ist Qual. Hinterher entsprechend die Erleichterung.

- ein Kapitel muss zuerst im Kopf entstanden sein, bevor ich es schreiben kann. (Da geht es auf einmal, dieses Niederschreiben.) Ich muss nach 2 Stunden aufstehen, ich kann nicht zu lange sitzen. Komme ich an eine Stelle, an der ich hänge, muss ich mich mit etwas anderem beschäftigen, derweil kann mein Gehirn weiterarbeiten.

- Musik hilft mir sehr, jeder Roman hat seinen eigenen Soundtrack. Musik schaltet die Umwelt aus und lässt mich konzentrieren. Aber manchmal nervt sie auch nur.

- Ich schreibe stets auf dem Computer. Nur Planungen und Gedanken dazu kommen in ein Büchlein.

- Ich überarbeite das Werk am Ende, in dem ich es auf dem Kindle App lese. Wie das Buch, das es einmal werden soll.


Das hätte ich jetzt nicht gedacht, dass wir so unterschiedlich herangehen, wirklich nicht.

- das Exposé schreibe ich in fünf Minuten runter, ich weiß ja, wie die Story geht.

- ich kenne nur den groben Ablauf, den mir die Geschichte vorgibt. Die Kapitel entstehen beim Schreiben. Oft weiß ich am Anfang des Satzes nicht, wie er endet.

- wenn ich nicht weiter weis und das Zimmer verlassen will, komme ich meist nur bis zur Tür. Dann ist die Idee wieder da.

- Musik geht gar nicht, ich brauche absolute Ruhe. Da dürfen nicht einmal Flöhe husten.

- ich schreibe auch am PC, das zumindest haben wir gemeinsam. Nur Gedanken, die mir im Bad oder beim Essen kommen mit Bleistift auf Zettel, was ich dann oft nicht mehr lesen kann. Rolling Eyes

- und ich hasse jede Art von Überarbeitung. Deshalb treibe ich mich auch gerade hier herum anstatt produktiv zu arbeiten. Kopf an die Wand


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Auxiliare tibi deus et vult auxiliari!

Das Herz des Löwen, 06/2011
Das Blut des Löwen, 11/2012
Die Pranken des Löwen, 03/2014
Das Banner des Löwen, 11/2015
Der Pirat - ein Francis-Drake-Roman, 07/2016
Der Herr der Bogenschützen, 08/2017
Der Sohn des Löwen, 03/2019
Der Herzog von Aquitanien, 11/2019
Die geteilten Jahre, 09/2019
Der Angevine (AT), 2020
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Tahoe
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BeitragVerfasst am: 08.05.2019 01:33    Titel: Antworten mit Zitat

Ich schreibe nur konzentriert, wenn ich mir die Umgebungsgeräusche selbst aussuche... d.h., entweder Ruhe oder Musik, meist in Dauerschleife, ein Lied 100 - 200 x über Kopfhörer
Bevor ich ein neues Projekt anfange, verwende ich sehr viel Zeit auf die Namenssuche. Die müssen einfach stimmen. Den Titel suche ich zum Schluß.
Wenn ich in einem Buch "stecke", ist es, wie eine Sucht (leider wirklich). Wo ich gehe, stehe, sitze, schlafen sollte, bin ich im Geiste im Buch und überlege, wie es weitergeht.
Meist gehe ich um zwei, halb drei ins Bett und bin zwei Stunden später schon wieder wach und überlege.
Das ganze Buch - Anfang und Ende - kenne ich vorher schon. Was zwischendurch passiert, passiert.
Oft, wenn ich zu den nächsten Kapiteln keinen festen Plan habe, lasse ich meine Protagonisten "einfach machen". Das ergibt sich dann von selbst.
Ich bin die letzten zwölf Jahre aus Zeitgründen gar nicht zum Schreiben gekommen und kann jetzt überhaupt nicht verstehen, wie ich ohne Schreiben leben konnte. Es gibt doch nichts Schöneres, als so viele Welten im eigenen Kopf zu haben und wann immer man möchte, abtauchen zu können.
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Michel
Geschlecht:männlichDichter und Denker


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Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 08.05.2019 08:39    Titel: Antworten mit Zitat

Mir sind viele Gewohnheiten durch Zeitmangel abhanden gekommen. Aber ein paar sind geblieben:
    Warmwerden am PC (gerne min. 24"-Monitor), z.B. hier
    Viiiiel Schwarztee, gern Spice Imperial. Mit Milch.
    Früher ging nichts ohne Filmmusik: "Gladiator", "Star Trek". Heute: meist Stille.
    Aufmerksamkeitsspanne: Gesunken. Auch wenn ich kein Internet habe, über eine halbe Stunde geht nicht. Mehr.
    Leider: Abhängig von einer gewissen Schreib-Stimmung, die sich nicht künstlich erzeugen, aber extrem leicht zerstören lässt, v.a. wenn ich vorher alles erledige, was eigentlich viel wichtiger wäre.
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Taranisa
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BeitragVerfasst am: 08.05.2019 11:34    Titel: Antworten mit Zitat

Bei mir hat es sich folgendermaßen eingebürgert, jedoch nicht in Stein gemeißelt:
1. Idee / Szenen geistern im Kopf herum
2. nachdem diese genug gegeistert haben, fange ich mit der Recherche an und plane nach der 7-Punkte-Methode und/oder der Heldenreise. Somit habe ich schon ein Vor-Exposé.
3. Kapitelplanung und weitere Recherche. Bis dahin gerne handschriftlich. Und ja, ich brauche das Plotten und genaue Planen.
4. Kapitelplanung in Word schreiben, mit dem Schreiben loslegen, nachrecherchieren, Planung ändern/anpassen, weiterschreiben, nachrecherchieren …

Ich schreibe bevorzugt, wenn ich genügend Zeit und Ruhe habe. TV und Musik darf bei mir höchstens während der Überarbeitung laufen, da ich mich bei neuen Szenen erst hineinfühlen muss. Und das geht nur ohne Ablenkung. Manchmal habe ich die Zeit, doch es will irgendwie nicht. Wie Michel schrieb: die Schreibstimmung lässt sich nicht künstlich erzeugen, jedoch leicht zerstören.


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Murmel
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BeitragVerfasst am: 08.05.2019 13:55    Titel: Antworten mit Zitat

Michel hat Folgendes geschrieben:

Früher ging nichts ohne Filmmusik: "Gladiator", "Star Trek". Heute: meist Stille.
Aufmerksamkeitsspanne: Gesunken. Auch wenn ich kein Internet habe, über eine halbe Stunde geht nicht. Mehr.
Leider: Abhängig von einer gewissen Schreib-Stimmung, die sich nicht künstlich erzeugen, aber extrem leicht zerstören lässt, v.a. wenn ich vorher alles erledige, was eigentlich viel wichtiger wäre. [/list]


Der Trend ist mir bei mir auch schon aufgefallen.


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nebenfluss
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Wohnort: mittendrin, ganz weit draußen
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BeitragVerfasst am: 09.05.2019 10:49    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe auch so Schreibgewohnheiten wie schwarzistdiekatz, aber interessant finde ich ebenso die Ticks und Macken, die mich im dsfo so heimsuchen:

- Wenn ich ins dsfo gehe, maximiere ich immer das Browserfenster. Ich habe dann den Eindruck eines besseren Überblicks.

- Wenn ich die Einstands-Texte lese, breche ich die Lektüre manchmal mittendrin ab, und mache stattdessen etwas anderes. Essen. Arbeiten. Sport treiben. Selbst schreiben. Mein Bücherregal alphabetisch nach Autoren sortieren. In der Nase bohren. Atmen. Meiner Frau Angebote unterbreiten, die hier aus Jugendschutzgründen nicht erläutert werden. Danach lese ich weiter. Oder auch nicht. Oder ich fange den Text nochmal von vorne an, weil ich mich schon an nichts mehr erinnere. Das bereitet mir manchmal Sorgen.

- Wenn ich Kommentare schreibe, erwische ich mich beim Kauen an den Fingernägeln – nicht ständig, aber es kommt schon vor. Dann schäme ich mich ein bisschen, obwohl es der Autor doch gar nicht mitbekommt.

- In Diskussionen neige ich dazu, die Welt erklären zu wollen. Dann kommt irgendjemand und erklärt eine ganz andere Welt. Ich finde das unverschämt, denn wen interessiert das?

- Schreibe ich in eine AG, wo sonst gerade niemand etwas sagt, fange ich an zu schwitzen. Es fühlt sich an, als seien sämtliche Kollegen krank geworden und ich müsste alles alleine machen. Danach falle ich immer erschöpft ins Bett und schlafe drei Tage durch. Wenn ich aufwache, habe ich einen Haufen Nachrichten von meiner Vorgesetzten auf dem Handy, ob ich krank sei und warum ich mich nicht meldete, meine Kollegen könnten die Arbeit nicht alleine machen.

- Nervigerweise träume ich während dieser Schlafexzesse auch noch vom dsfo. Es ist immer der selbe Traum: Alles sieht aus wie immer, aber ich finde keinen einzigen bemerkenswerten Gedankengang mehr, sondern überall nur noch langweiligen Smalltalk.

- Gelegentlich klicke ich durchs dsfo, obwohl ich dort überhaupt nichts vorhabe. Ein Fachmensch sagte mir einmal, das nenne man Prokrastination. Ich würde mich vor irgendetwas Unangenehmen drücken. Ich sehe aber überhaupt nicht ein, deshalb einen Psychologen aufzusuchen.

- Wenn ich im dsfo unterwegs bin, trinke ich ausschließlich sündhaft teuren Single Malt in rauhen Mengen.

- Ich poste öfter mal in Fäden, in denen ich genauso gut schweigen könnte, einfach nur, weil ich meine Überlegungen gerade witzig finde.


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fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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FTW
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BeitragVerfasst am: 10.05.2019 13:01    Titel: Antworten mit Zitat

Vor rund zehn Jahren, bei meinen ersten Versuchen, noch ungelenk und ungewiss wo das alles überhaupt einmal enden würde, oder es je zu enden hätte, war ich regelrecht in Ekstase während des Schreibens.
Das war natürlich der Geschichte selbst geschuldet, eine wahre Herzensangelegenheit, aber auch an dem nicht enden wollenden Fluß des trockenen Rotweines.
Ich wollte meinen Hauptfiguren, speziell einer Hauptfigur nahe sein. Oder sie mir?
Klar war, er trank Wein, also tat ich es auch.
Das waren mitunter die besten Empfindungen und Erfahrungen die wir beide miteinander erleben konnten.

Heute brauche ich zum produktiven Schreiben viel Ruhe, bzw. Musik manchmal, aber auch nur passende.
Bei meinem historischen Roman der in der hiesigen Spätantike spielt, hörte ich oft Wardruna und ähnliches.
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FTW
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 36
Beiträge: 16
Wohnort: Ich sehe in der Ferne die Berge


BeitragVerfasst am: 10.05.2019 15:40    Titel: Antworten mit Zitat

Addendum


Zum Arbeitsprozess selbst:
An freien Tagen ohne Zwang zum Brotverdienst, gehe ich in der Regel in aller Frühe spazieren oder gleich Körperertüchtigung ausführen, d. h. Laufen.
Danach gibt's ne kurze Dusche und alsbald den guten alten Kaffee. Während des Schlürfens des selbigens, lese ich die vorangegangenen Schreibergüsse durch und korrigiere bei Bedarf, oder füge etwas hinzu.
Manchmal wird auch etwas komplett gestrichen.
Und das Lesen reicht auch aus um wieder in den Arbeitsprozess hineinzugleiten und schon geht es wieder los.
Dann aber nur für so eine Stunde, oder je nachdem wie oft ich für Recherchen mich vom Schreiben abwenden muß, lange Unterbrechungen mag ich nicht wirklich.
Dennoch, nach einer Stunde brauche ich eine Pause in der ich was komplett anderes mache. Mal einen kurzen Einkauf oder die elektronische Post durchsehen, also, der Abstand muß gewahrt bleiben.
Ein Maler, nein, nicht die Anstreicher meine ich jetzt, ein echter Maler geht während des Malens auch alle paar Minuten zurück von der Leinwand um sich nicht in der Detailwelt kleiner Abschnitte zu verlieren und um die Übersicht über das Gesamtwerk im Auge behalten zu können.
Ein Maler macht aber meist keine halbe Stunde Pause smile
Diese Denkphasen gehören meiner Meinung nach zum Schreiben dazu, zählen wir aber nur die handwerkliche Schreiberei, also das Tippen der Tastaturtasten oder das Führen des Stiftes, so sind es an guten Tagen etwa fünf Stunden.
Mit erwähnten Pausen komme ich an meinen Schreibtagen dann auf neun Stunden insgesamt, oder mehr, denn ab und zu koche ich mir Mittags etwas und am Abend gehe ich noch in den Sport, Gewichte stemmen, die ganze Sitzerei ist ja nicht unbedingt gut für die Figur, also halte ich dagegen.
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Tocco82
Schreiberassi


Beiträge: 65



BeitragVerfasst am: 10.05.2019 19:02    Titel: Antworten mit Zitat

Ich esse so schrecklich viel beim Schreiben Rolling Eyes Vor allem auf Süßes habe ich totalen Heißhunger 🙈
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Michel
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1772
Wohnort: Südwest
Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 10.05.2019 20:05    Titel: Antworten mit Zitat

nebenfluss hat Folgendes geschrieben:
Ich sehe aber überhaupt nicht ein, deshalb einen Psychologen aufzusuchen.
Such doch die im Forum auf. lol[/quote]
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Der_Meister
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 35
Beiträge: 26
Wohnort: The big city


BeitragVerfasst am: 15.05.2019 10:14    Titel: Antworten mit Zitat

Ich schreibe am besten, wenn ich leicht müde oder ein bisschen fertig bin, wie nach einem Tag im Büro.

Glücklicherweise geht es mir jeden Abend so smile
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