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Deprimierend... wenn man fast neu schreiben muss

 

 
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Pollux
Schreiberassi


Beiträge: 66



BeitragVerfasst am: 15.01.2019 17:31    Titel: Deprimierend... wenn man fast neu schreiben muss eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich muss mich ausweinen.
Im Juli letzten Jahres war ich mit der ersten Fassung von meinem Buch fertig geworden. Dann hatte ich alles zum "setzen" liegen lassen und mir im Oktober die Fassung zum Korrekturlesen vor genommen.
Das Buch hat jetzt etwa 270 normale Wordseiten (Times New Roman, Größe 12, Standardformatierung)...

Und dann auf Seite 80 (!) ist mir ein fataler Logikfehler aufgefallen, an dem sich aber ab Seite 100 ein Großteil der Handlung entlang hangelt.
Jetzt muss ich ab Seite 100 quasi alles neu schreiben! Kopf an die Wand Sad
Mir ist das beim ersten Schreiben irgendwie überhaupt nicht aufgefallen und auch mein bisheriger Testleser hat sich daran nicht gestört, aber mich persönlich stört es jetzt absolut. So kann ichs nicht lassen...

Wie geht ihr mit solchen Rückschlägen um?
Ich war den ganzen Dezember über so deprimiert, dass ich nichts weiter gelesen habe. Jetzt fange ich  zaghaft wieder damit an 'neu' zu schreiben.
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Ruby Smith
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 28
Beiträge: 1108
Wohnort: Königsdorf


BeitragVerfasst am: 15.01.2019 17:51    Titel: Antworten mit Zitat

Ich sehe sowas nicht als Rückschlag an (und ich würde dir auch raten, es nicht als solchen zu sehen) - es ist eher eine Chance. wink

Du kannst jetzt schon stolz auf dich sein: Du hast ein ganzes Buch geschrieben! Und (das zeigt besonders, dass du dich auch als Schriftsteller weiterentwickelst und dein Handwerk richtig lernst), dir ist ein fataler Logikfehler selbst aufgefallen! Das ist toll und zeigt, dass du dich nicht mit der ersten Fassung zufrieden gibst.

Du hast jetzt die Möglichkeit deine Geschichte noch besser zu machen, als vorher und das ist doch auch eine Menge wert. wink

Kopf hoch! Du schaffst das! Sei stolz auf dich und mach dich nicht nieder.


_________________
I'd like to add some beauty to life. I don't exactly want to make people know more... though I know that is the noblest ambition, but I'd love to make them have a pleasanter time because of me... to have some little joy or happy thought that would never have existed if I hadn't been born.

(Anne Shirley - Anne of Green Gables, Lucy Maud Montgomery)
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Kiara
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 40
Beiträge: 802
Wohnort: bayerisch-Schwaben


BeitragVerfasst am: 15.01.2019 17:53    Titel: Antworten mit Zitat

So ein Logikfehler ist bestimmt heftig, doch kannst du bestimmt einige Szenen belassen bzw. geringfügig überarbeiten, oder?

Alles neu schreiben hört sich so nach Wegwerfen an.

Ich würde mich nicht entmutigen lassen sondern, da es mein eigener Fehler war, ihn so schnell wie möglich ausbügeln. Ein Verkriechen käme für mich nicht in Frage, denn da würde etwas laufend an mir "nagen" und mir keine Ruhe lassen.
So schnell wie möglich korrigieren - es schmerzt fast körperlich, wenn ein Text nicht so ist wie er sein soll - Schlaf ist dann für mich unwichtig. Kann mich sowieso nicht entspannen.

Also Kopf hoch wie Ruby schrieb, Krone aufsetzen und ran!
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Tape Dispenser
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 278



BeitragVerfasst am: 15.01.2019 17:56    Titel: Antworten mit Zitat

Der naheliegende Weg wäre, die Prämissen die zum Logikbruch führen, dahingehend anzupassen, dass der Rest wieder stimmt. In diesem Fall eben den Anfang umschreiben, bis er zum Rest passt, anstatt den Rest umzuschreiben, damit er zum Anfang passt.
Ohne Details ist das aber schwer zu sagen. Kann sein, dass es unmöglich ist. Frustrierend ist es allemal.
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Stefanie
Dichter und Denker


Beiträge: 1109



BeitragVerfasst am: 15.01.2019 18:18    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn du gut genug bist, den Fehler zu finden, bist du auch gut genug, es besser zu machen!

Ich habe mal eine Figur, die eigentlich die Hauptperson werden sollte, rausgestrichen und musste dafür 40 Seiten ändern, weil ich merkte, dass die Geschichte mit ihm nicht funktionierte. Habe eine andere Figur, die ursprünglich eine Nebenrolle spielte, ins Zentrum gerückt und auf einmal lief es.

Klar ist das erstmal frustrierend, aber du wirst merken, wieviel Spaß es macht, ein besseres Buch zu schreiben als deinen ersten Versuch.
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Taranisa
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 50
Beiträge: 950
Wohnort: Frankenberg/Eder


BeitragVerfasst am: 15.01.2019 21:22    Titel: Antworten mit Zitat

Ich schließe mich den anderen an.
Schau dir die einzelnen Szenen / Kapitel an, ob du am Anfang etwas ändern oder neu schreiben solltest, oder ob dir ein anderer Verlauf der Geschichte ab Seite 100 viel besser gefällt.
Schreiben lernt man nur durch Schreiben und der Beschäftigung mit Texten.
Auch, wenn es erst mal ärgerlich ist, verbesserst du deine Geschichte, da du immer mehr dazulernst.


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"Henkersweib", Burgenwelt Verlag, ET 12/18
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Equestrice
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber

Alter: 16
Beiträge: 23
Wohnort: Schweiz


BeitragVerfasst am: 15.01.2019 21:44    Titel: Antworten mit Zitat

Autsch. Das tut weh. Shocked
Ich kann absolut verstehen, wie du dich gerade fühlen musst. Aber lass dir nicht von diesem Logikfehler deine restlichen Tage verderben! wink
Das lässt sich bestimmt mit Überarbeitung des Plots nochmals geraderücken, und sonst dichtest du eine neue Handlung ab S. 100 zusammen.
In solchen Situationen neige ich ebenfalls dazu, pessimistisch zu denken. Doch dann zähle ich auf, was bisher gut gelaufen ist und was alles hätte schiefgehen können.

1. Gratuliere! Du hast immerhin deine Geschichte bis auf den letzten Punkt fertiggeschrieben.
2. Der Logikfehler ist dir aufgefallen - du hast jetzt immerhin die Chance, etwas an deinem Buch zu ändern, sodass es am Schluss wirklich perfekt ist. ^^
3. Stell dir vor, dein ganzes Manuskript wäre aus Versehen im Kamin gelandet - und deine ganze Arbeit wird gerade von den Flammen verzehrt. Das bedeutet sicherlich mehr Arbeit und mehr Ärger! Im Vergleich ist die Situation also nicht wirklich dramatisch. Wink

Ich hoffe wirklich, dass du jetzt den Kopf nicht hängen lässt - das würde heissen, dass du wegen einem einzigen dummen Logikfehler deinen Traum aufgibst.

Alles Liebe, Equestrice


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«We write down made-up stories to tell the truths we wish we could say out loud»
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Hermione
Geschlecht:weiblichVorschüler


Beiträge: 1



BeitragVerfasst am: 20.04.2019 09:04    Titel: Antworten mit Zitat

Neulich, nach einer Lesung von Takis Würger, fragte eine junge Autorin, was für ihn das schwerste beim Schreiben sei. Nichts sei daran schwer für ihn, sagte er. Sie erzählte dann, dass sie aber so viel überarbeiten müsse ... Und Würger antwortete sinngemäß: Das ist doch aber gut. Wenn man überarbeitet, kann es doch nur besser werden.
Da dachte ich mir, es ist doch letztlich nicht schlimm, wenn man öfter überarbeiten muss, oder Passagen neu schreiben, oder ganze Kapitel rausschmeißen muss - Hauptsache das Ergebnis wird gut.
 Smile
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Taranisa
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 50
Beiträge: 950
Wohnort: Frankenberg/Eder


BeitragVerfasst am: 21.04.2019 08:50    Titel: Antworten mit Zitat

Ich plane, sobald ich die Zeit dafür habe, ein vor Jahren als "historischer Roman mit spirituellen Elementen" geschriebenes Manuskript durch das, was ich inzwischen gelernt habe, in einen Fantasy-Roman umzuschreiben. Heißt: Auseinanderpflücken, prüfen, schauen, was bleibt und was komplett geändert werden muss. Die Geschichte an und für sich möchte ich behalten, da es mein erstes Herzensprojekt war/ist. Ich denke, da lohnt sich die Arbeit.

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Abari
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 38
Beiträge: 839
Wohnort: ich-jetzt-hier


BeitragVerfasst am: 21.04.2019 11:52    Titel: Antworten mit Zitat

Ist der Fehler wirklich so gravierend?
Worum handelt es sich überhaupt (ganz grob)?
Vielleicht können wir ja Tips geben, wie Du vieles retten kannst, bevor Du alles umschreibst?

Und  Gratulation zum Erstling. Das ist etwas, wo etliche hier erst hin wollen.


_________________
Das zeigt Dir lediglich meine persönliche, höchst subjektive Meinung.
Ich mache (mir) bewusst, damit ich bewusst machen kann.

LG
Abari
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Rainer Prem
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 62
Beiträge: 1095
Wohnort: Wiesbaden


BeitragVerfasst am: 23.04.2019 05:23    Titel: Antworten mit Zitat

Taranisa hat Folgendes geschrieben:
Ich plane, sobald ich die Zeit dafür habe, ein vor Jahren als "historischer Roman mit spirituellen Elementen" geschriebenes Manuskript durch das, was ich inzwischen gelernt habe, in einen Fantasy-Roman umzuschreiben. Heißt: Auseinanderpflücken, prüfen, schauen, was bleibt und was komplett geändert werden muss. Die Geschichte an und für sich möchte ich behalten, da es mein erstes Herzensprojekt war/ist. Ich denke, da lohnt sich die Arbeit.


Also das zu lesen, würde mich wirklich interessieren. Hast du eine AG dafür?
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Taranisa
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 50
Beiträge: 950
Wohnort: Frankenberg/Eder


BeitragVerfasst am: 23.04.2019 11:02    Titel: Antworten mit Zitat

@Rainer: Bislang noch nicht. Aktuell habe ich Band 2 vom Henkersweib in der AG, damit sind wir (fast) durch. An einem weiteren Histo schreibe ich noch an der Rohfassung.
Erst danach zerpflücke, ändere, neuschreibe und überarbeite ich das alte Werk erst selbst, ehe ich es Testlesern zeigen kann. Ich komme jedoch zur gegebenen Zeit gerne auf dein Angebot zurück.


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Clairy
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber

Alter: 22
Beiträge: 17



BeitragVerfasst am: 30.04.2019 10:00    Titel: Antworten mit Zitat

Ich sehe es wie @Ruby
Das ist überhaupt kein Rückschlag sondern eher eine Chance die du ergreifen solltest.
Ich bin selber froh darüber wenn ich den Mut hab sachen zu verändern, auch wenn es mir mal meine ganze Story auf den Kopf haut.

Mach einfach weiter und weiter ... !


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Michel
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

Alter: 48
Beiträge: 2094
Wohnort: Südwest
Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 30.04.2019 12:58    Titel: Antworten mit Zitat

Ich sitze gerade an einem Buch, das ich vor Jaaaahren schon einmal geschrieben habe. Nichts davon ist noch brauchbar außer Teilen des Plots und einigen Figuren. Ich darf also geschätzte 450 Seiten neu schreiben.
Und was soll ich sagen? Spannendes Abenteuer.
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V.K.B.
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

Alter: 46
Beiträge: 2091
Wohnort: Diaspora
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 30.04.2019 14:08    Titel: Antworten mit Zitat

Michel hat Folgendes geschrieben:
Ich darf also geschätzte 450 Seiten neu schreiben.
Das kann definitiv auch Spaß machen. Ich habe für Band 1 vom Großvater quasi 600 Seiten neu geschrieben, wenn nicht noch mehr, denn von der Urfassung ist ja fast nichts (bis auf die Grundgeschichte und Charaktere) erhalten geblieben. Hätte eigentlich frustrierend sein müssen, aber mir hat es einen Riesenspaß gemacht, den Roman quasi ganz neu zu erfinden und aus dem naiven und laaaangatmigen Jugendbuch, das es einmal war, ein genrekonventionensprengendes, anspruchsvolles Phantastik-Epos zu machen.

Für Band 2 steht mir dann ja irgendwann noch das Gleiche bevor, und ich freue mich darauf.

Natürlich könnte man der vielen Zeit nachtrauern, die man vor Jahren mal in die Urversion gesteckt hat, aber das verbuche ich als Lehrjahre.


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