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The clock ticks life away


 
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Heidi
Geschlecht:weiblichDichter und Denker


Beiträge: 1218
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 03.02.2019 00:13    Titel: Re: The clock ticks life away Antworten mit Zitat

hobbes hat Folgendes geschrieben:
Ich finde es ja ein bisschen schade, dass du mit festen Erwartungen in Lesen gegangen bist. Das hört sich sehr spannend an, was du gern gelesen hättest, aber nun ja, es ist nun mal nicht da. Hm. Ich merke, dass ich gerade mal wieder nicht richtig in Worte fassen kann, was ich meine, vermutlich hat das alles auch weniger mit deinen Worten als mit irgendwas anderem zu tun, das irgendwo in mir vorgeht. Vermutlich sollte ich diesen Absatz also einfach wieder streichen, aber nein, das mag ich auch nicht.


Ich hatte "feste" Erwartungen im variablen Sinne und nenne es den Wunsch an die Texte, dass sie mir etwas mitgeben, was ich ordentlich in mir bewegen kann. Ich hatte gewisse Vorstellungen, was Inhaltliches (im übertragenen Sinne) betrifft und ich habe mich beim Bewerten tatsächlich stark nach den Vorgaben orientiert. Hätte ich es nicht getan, mich gelöst davon, einfach auf mein Gespür für Texte gehört, dann wäre so einiges anders ausgefallen.
Mir fehlt - vor allem bei den Dehnungstexten - meist etwas Wesentliches, das die unterschiedlichen Figuren/Tiere/Orte verbindet - etwas Inneres, nichts, was mit Handlung oder Ähnlichem zu tun hat -, da mich die ausgereifteste Sprache alleine nicht fesseln kann, auch die ausgereifteste Handlung nicht. Es gibt dann keinen Mehrwert für mich und hat speziell mit mir und meiner Lesevorliebe zu tun.
Ich muss auch sagen, dass ich den Bewusstseinsstrom, den viele ja beim letzten Zehntausender umgesetzt haben, im Hinterkopf hatte, während ich diese Texte las. Und ich hab solche Texte vermisst, die mal was ganz, ganz, ganz anders zeigen, so richtig aus sich raus. Texte, die im Nachhinein starke Bilder erzeugen.
Dass du meine Leseerwartungen als schade empfindest, kann ich nachvollziehen, aber leider nicht ändern.

hobbes hat Folgendes geschrieben:

Das fett markierte kapier ich nicht. Eventuell magst du es mir mit anderen Worten noch mal erklären?


Ich hab noch mal grob gelesen. Da immer wieder die Rede von Kati ist, war sie so präsent in den einzelnen Abschnitten, die dieselbe Minute an anderen Orten vermitteln, dass ich sie tatsächlich als zu ihr gehörig gelesen habe. Ich habe den Text also so gelesen als wäre er chronologisch aufgebaut, nicht wie ein nebeneinander. Für mich war Kati immer mit dabei - als Person, die dann am Rande steht und zuguckt (meine Fantasie, ach, scheiße, warum hab ich nur so viel davon), weshalb ich die Minute auch nicht als diesselbe gelesen habe, die Kati im Klassenzimmer durchlebt.
Na ja, unabhängig davon: es ist während/nach dem Lesen kein Bild in mir entstanden und das hat, denke ich, mit beiden Seiten zu tun. Text ist wie er ist und Leser ist wie er ist. Wenn sie nicht zueinanderfinden, bedeutet das aber nicht, dass der eine oder der andere verkehrt ist. Es ist dann einfach wie es ist.


_________________
Ein Himmels
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Gold

streichelt jeden Schritt
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hobbes
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BeitragVerfasst am: 05.02.2019 13:33    Titel: Antworten mit Zitat

Jenni hat Folgendes geschrieben:
Da ist diese eine Minute von der ich lese, kurz vor zwölf, was natürlich bereits eine metaphorische Bedeutung mitbringt, dieses kurz vor zwölf, aber das ist gar nicht die entscheidende, schicksalverändernde Minute, weil die war schon um 00:35 Uhr. Um kurz vor zwölf jedenfalls beschäftigen sich verschiedene Menschen gedanklich oder im Gespräch damit, was der Kati passiert ist oder was sie getan hat, und aus all diesen Gedanken und Gesprächen darf ich mir das dann auch erschließen: Um 00:35 Uhr hat sie es sich anders überlegt, und war es damit noch einvernehmlich, was zwischen ihr und Julius passiert ist, oder war es eine Vergewaltigung. Das immerhin ist ein Thema, ein aktuelles, und (Un-)Haltbare Gegenwart ist es auch, nicht nur dadurch, dass dieses Ereignis Katis Wahrnehmung der Vergänglichkeit verändert hat. Einzig den recht naiven Tonfall, den mag ich nicht, der soll mir die Naivität der Kati widerspiegeln wahrscheinlich, aber ich glaube genau das mag ich daran nicht, weil es dann doch schon ein fertiges Urteil darstellt, und auch weil der Tonfall hätte variieren können mit der Perspektive. Aus der Vorgabe jedoch ist viel gemacht, nimmt man an, dass es die Meinungen der Anderen braucht, dass sie Teil der Geschichte sind, ebenso wie die nicht definitive Erwähnung dessen, was nicht nur für die Kati unaussprechlich bleibt.
Drei Punkte für Kati.

(fett von mir)

Immer, wenn ich dir antworten will, bleibe ich beim Wiederlesen an der Naivität hängen. d.frank hatte die ja auch schon angemerkt, jetzt frage ich mich gerade, warum mich das bei ihr nicht so irritiert hat, vielleicht, weil gleich noch die "Erklärung" hinterher kam, wie das mit der Naivität von ihr gemeint war.
Und das weiß ich hier nicht so recht und daher fange ich immer wieder an, darüber nachzudenken.
Mir fällt dazu andauernd die Mama einer Freundin ein. Bei der Freundin gab es Hasen, die Hasen stammten noch aus der Zeit, als man Hasen zu Hause hatte, um die ab und an zu schlachten und zu essen. Irgendwann war das dann aber nicht mehr so und es war für den Sohn der Freundin halbwegs "sicher", sich einen Lieblingshasen ans Herz wachsen zu lassen. Der lag dann aber irgendwann tot im Stall, der Sohn der Freundin war in Tränen aufgelöst und total verzweifelt, während die Mutter der Freundin im Vorübergehen "so ist das halt" sagte.
Und diese Haltung dahinter, die steckt für mich auch ein bisschen in diesem Erzähler drin und wenn mit naiv dann so etwas wie einfältig gemeint ist, dann stimmt das für mich nicht.
Kann natürlich sein, dass diese Haltung mehr in meinem Kopf und weniger in meinem Text zu finden ist.

Was ich auch nicht verstehe ist das fett markierte, weil: die Perspektive wechselt doch gar nicht?

In jedem Fall freue ich mich, dass bei dir ein klein wenig das "die Leserin sieht mehr in meinem Text, als ich dachte, hineingeschrieben zu haben" aufgegangen zu sein scheint smile
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hobbes
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BeitragVerfasst am: 05.02.2019 13:37    Titel: Re: The clock ticks life away Antworten mit Zitat

@Heidi
Ich hoffe, mein "das ist schade" kam nicht als Vorwurf bei dir an, ich fand es wirklich einfach nur schade. Und wenn ich mir deine Antwort bei Eredor so ansehe, scheint mir, als ginge es dir vielleicht auch ein klein wenig so.

Und die Texte, die du gern gelesen hättest, die hören sich wirklich sehr danach an, als hätte ich sie auch gern gelesen smile
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hobbes
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BeitragVerfasst am: 10.02.2019 23:43    Titel: Antworten mit Zitat

nebenfluss hat Folgendes geschrieben:
Hallo hobbes,

du hast die Vorgaben in einem Beitrag erfüllt, für den mir in erster Linie das Wort „sympathisch“ einfällt. Also bis kurz vor Schluss, denn die letzten fünf Worte sind nun wirklich ein Mega-Abtörner. Keine Ahnung, was mir das sagen soll. Minute um, oder wie? Aber dann dürfte da kein Punkt hintendran sein. Das hätte womöglich einen entscheidenden Unterschied gemacht.
Ich ärgere mich ja so gut wie nie wirklich über Texte (sind ja eben doch nur Texte), aber da habe ich doch sehr unwirsch die Kaffeetasse auf den Tisch geknallt (war zum Glück nicht mehr viel drin) und beschlossen, mir zur Strafe auch keinen E-Kommentar herauszukordeln. Oder darüber nachzudenken, ob „herauskordeln“ überhaupt ein richtiges Wort ist.
Marga hieß übrigens meine Oma mütterlicherseits. Beppi heißt oder heiß überhaupt niemand, den ich kenne, auch nicht mit Spitznamen. Schade eigentlich, ich würde gerne mal jemanden Beppi nennen.
Schade auch, dass der Text letzten Endes haarscharf an einem „Trostpunkt“ vorbeigeschrappt ist. Aber nicht zu ändern, leider, siehe oben.


Hallo nebenfluss smile,
herauskordeln ist ganz sicher ein richtiges Wort. Vielleicht kein besonders schönes und wohl auch eher u als e, aber nun. Wir sollten uns jedenfalls unbedingt bald wieder treffen, es gibt wieder Wäsche zu falten und uns über die Namen deiner restlichen Verwandten austauschen. Vielleicht findet sich auch noch ein Beppi und bringt ein paar Fässer Rum mit. Wenn uns langweilig werden sollte, was natürlich nicht passieren wird, aber man sollte vorsorgen, jedenfalls, dann können wir dieses Spiel spielen, bei dem einer Wörter aneinanderreiht und der andere entscheidet, welches Satzzeichen ans Ende kommt.
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hobbes
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BeitragVerfasst am: 10.02.2019 23:49    Titel: Antworten mit Zitat

anderswolf hat Folgendes geschrieben:
Das ist dann wohl E. Oder vielleicht nicht. E ist vielleicht, das wird mir eben klar, mehr so die Stammzelle unter den Geschichten. Das, was jedes Genre werden kann. Der perfekte, weil multifunktionale Anfang.
Wobei das so nicht stimmt, die Geschichte taugt natürlich für mehr und ist sogar ziemlich gut. Und ziemlich gut konstruiert: in einer anderen Minute hat die Kati ihre Unschuld mit dem Julius verloren, und die Eltern machen sich seither ihre Gedanken. Ebenso ihre Freunde. Nur offensichtlich der Julius nicht, der seither irgendwie weg ist. Diese andere Minute hat ihr Echo in der eigentlich beschriebenen Minute. In der eigentlichen Minute sieht man die Kati, die gern mit Basti beim Beppi ihre Pfeile wirft (bald vielleicht nicht mehr), man sieht den Beppi, der Katis Potential gesehen hat, man sieht die Mutter von der Kati und den Vater, natürlich weggeschieden, wobei sich beide natürlich noch sorgen, und man sieht den Kambrium, der in etwa denkt, was alle sich denken: Oh, die Blase platzt gleich.
Denn die Kati ist natürlich schwanger, es ist alles viel schlimmer als die harmlose Geschichte suggeriert. Derweil ist das die beste Dehnung, vielleicht auch die beste Geschichte des Wettbewerbs. Was fehlt, ist der Tiefgang und vielleicht auch das Eigenständige, Unbequeme, Ungefügte. Ja, es gibt ein Rätsel hinter allem, aber keine Moral (wo gibt's die schon?), noch nicht mal wirklich viel Gefühl, es gibt einfach nur die Geschichte und das Rätsel, wer in welcher Beziehung zur Kati und natürlich, was eigentlich mit der Kati, ja, der Kati. Also irgendwie eigentlich die Kati.
Erinnert insgesamt an Nöstlingers Stundenplan.


Scheint so, dass es andersherum besser funktioniert und wir bei meinen Texten eher zusammenkommen. Deinen Kommentaren würde ich übrigens zwölf Punkte geben, falls das irgendein Trost ist.
Nöstlingers Stundenplan kenne ich nicht (sollte ich?).
Und tatsächlich stimme ich dir in vielem zu, aber das kann ich jetzt nicht schreiben, sonst würde das eintreten, was ich bei meiner ersten allgemeinen Antwort befürchtet habe und ich habe mir doch vorgenommen, meine Texte großartig zu finden.
Davon abgesehen sollte das eigentlich gar nicht sonderlich rätselhaft sein, aber eventuell habe ich mir die Sache mit den Rätseln mittlerweile derart antrainiert, dass ich sie gar nicht mehr bemerke.
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hobbes
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BeitragVerfasst am: 10.02.2019 23:49    Titel: Re: The clock ticks life away Antworten mit Zitat

fabian hat Folgendes geschrieben:
Kommentiert um noch bewerten zu können.
(The clock ticks ...)

smile
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anderswolf
Geschlecht:männlichHobbyautor


Beiträge: 423
Wohnort: Bad Nauheim


BeitragVerfasst am: 16.02.2019 23:41    Titel: Antworten mit Zitat

hobbes hat Folgendes geschrieben:
Nöstlingers Stundenplan kenne ich nicht (sollte ich?).

Es ist kein Verlust, das nicht zu kennen, es ist ein Pubertätsbuch und in meiner Erinnerung sicherlich beeindruckender als in Realität.

Und danke für die theoretischen Kommentarpunkte. Vielleicht sollte ich das nächste Mal einfach erst eine Geschichte schreiben und dann meinen Kommentar dazu als Wettbewerbsbeitrag einreichen Wink
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