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Die Sternschnuppe


 

 
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Membarus
Sonntagsschreiber

Alter: 38
Beiträge: 27
Wohnort: Münsterland


BeitragVerfasst am: 23.01.2019 14:59    Titel: Die Sternschnuppe eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ein Gedankengang den ich unbedingt aufschreiben musste. Der Text floss einfach aus meinen Fingern, da konnte ich nichts machen. Ich habe noch keine wirkliche Erfahrung wie man "vernünftig" schreibt und wäre daher für konstruktive Kritik sehr dankbar! smile

Der Alarm im Hintergrund schrillte beinahe im Takt mit der flackernden Notbeleuchtung auf dem Kommandodeck der ARCHE, ließ die Schatten der Konsolen gespenstisch über die Wände zucken. Die Bedientafeln und Computerpults die symmetrisch im Raum angeordnet standen waren unbesetzt, viele bereits ohne Funktion. Die Bauteile hatten für Lebenswichtige Systeme verwendet werden müssen und beschränkten die Funktionen des Raumschiffes auf ein Minimum. Nur die Steuereinheit, mitten im Raum platziert, direkt vor der großen Glaskuppel des schweren Schiffes, funktionierte. Sie wurde von einem einzelnen Mann bedient. Dem letzten Überlebenden des Projekt ARCHE.
Schweiß stand auf seiner Stirn, das Gesicht vor Konzentration angespannt. Er hatte Tage für die Berechnungen gebraucht nachdem auch der Autopilot ausgefallen war. Tage, in denen sich das Schiff in der Umlaufbahn des einzigen Planeten in der habitablen Zone von Alpha Centauri B befand.
Sechzehn Jahre hatte die Reise zu diesem Stern gedauert, sechzehn entbehrliche Jahre.
Die Crew, zu Beginn der Reise noch 218 Mann stark, schrumpfte unentwegt. Die Geburtenrate war zu gering um den Verlust auszugleichen den Krankheiten, zwei Meteoriteneinschläge und ein beschädigtes Lüftungssystem gefordert hatte. Jetzt, am Ende der Reise, war er alleine. Er hatte den Defekt der Lüftung nur überlebt, weil er ein Sonnensegel außerhalb des Schiffes neu ausrichten musste. Die Automatik dafür war Monate zuvor irreparabel beschädigt worden.
Aber noch war nicht alles verloren. In den großen Tanks, tief im Bauch des Schiffes, befand sich das Erbe der Menschheit. Millionen befruchteter Eizellen lagerten tiefgefroren nur darauf, in die mechanischen Gebärmütter eingesetzt zu werden. Eine neue Generation Menschen würde hier, in der neuen Heimat fernab der Erde, aufwachsen und den Planeten bevölkern.
Er presste den Mund zu einer dünnen Linie zusammen und versuchte den Steuerknüppel möglichst gerade zu halten. Er musste im korrekten Winkel in die Atmosphäre eintauchen damit das Schiff nicht verglühte. Der Treibstoff war längst aufgebraucht, aber er konnte Sauerstoff ablassen um die Richtung zu korrigieren – was er auch tat. Nur eine winzige Korrektur von zwei Grad steuerbord.
In das Schrillen des Alarms mischte sich ein weiteres, schepperndes, Geräusch. Ein Rück ging durch das Schiff als die Sonnensegel abrissen und das Heck sich nach oben neigte. Er warf einen letzten Blick durch die riesige Glaskuppel während das Schiff zerbrach und Feuerzungen nach ihm leckten. Der bläulich schimmernde Planet war wunderschön.

Vier Lichtjahre von der Erde entfernt, unter der gelben Sonne von Alpha Centauri B, zeichnete eine atemberaubend schöne Sternschnuppe einen Bogen über den sternenklaren Nachthimmel. Ungesehen von den ersten einfachen Lebewesen die das Urmeer bevölkerten.

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Equestrice
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber

Alter: 16
Beiträge: 23
Wohnort: Schweiz


BeitragVerfasst am: 23.01.2019 21:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Ich habe sogleich ein paar kleine Verbesserungen zu deinem Text:

Membarus hat Folgendes geschrieben:

Der Alarm im Hintergrund schrillte beinahe im Takt mit der flackernden Notbeleuchtung auf dem Kommandodeck der ARCHE, und ließ die Schatten der Konsolen gespenstisch über die Wände zucken. Die Bedientafeln und Computerpults, die symmetrisch im Raum angeordnet standen, waren unbesetzt, viele bereits ohne Funktion. Die Bauteile hatten für Llebenswichtige Systeme verwendet werden müssen und beschränkten die Funktionen des Raumschiffes auf ein Minimum. Nur die Steuereinheit, mitten im Raum platziert, direkt vor der großen Glaskuppel des schweren Schiffes, funktionierte. Sie wurde von einem einzelnen Mann bedient. Dem letzten Überlebenden des Projekt ARCHE.
Schweiß stand auf seiner Stirn, das sein Gesicht vor Konzentration angespannt. Er hatte Tage für die Berechnungen gebraucht, nachdem auch der Autopilot ausgefallen war. Tage, in denen sich das Schiff in der Umlaufbahn des einzigen Planeten in der habitablen Zone von Alpha Centauri B befand.
Sechzehn Jahre hatte die Reise zu diesem Stern gedauert, sechzehn entbehrliche Jahre.
Die Crew, zu Beginn der Reise noch 218 Mann stark, schrumpfte unentwegt. Die Geburtenrate war zu gering um den Verlust auszugleichen, den Krankheiten, zwei Meteoriteneinschläge und ein beschädigtes Lüftungssystem gefordert hatte. Jetzt, am Ende der Reise, war er alleine. Er hatte den Defekt der Lüftung nur überlebt, weil er ein Sonnensegel außerhalb des Schiffes neu ausrichten musste. Die Automatik dafür war Monate zuvor irreparabel beschädigt worden.
Aber noch war nicht alles verloren. In den großen Tanks, tief im Bauch des Schiffes, befand sich das Erbe der Menschheit. Millionen befruchteter Eizellen lagerten tiefgefroren nur darauf, in die mechanischen Gebärmütter eingesetzt zu werden. Eine neue Generation Menschen würde hier, in der neuen Heimat fernab der Erde, aufwachsen und den Planeten bevölkern.
Er presste den Mund zu einer dünnen Linie zusammen und versuchte den Steuerknüppel möglichst gerade zu halten. Er musste im korrekten Winkel in die Atmosphäre eintauchen, damit das Schiff nicht verglühte. Der Treibstoff war längst aufgebraucht, aber er konnte Sauerstoff ablassen um die Richtung zu korrigieren – was er auch tat. Nur eine winzige Korrektur von zwei Grad steuerbord.
In das Schrillen des Alarms mischte sich ein weiteres, schepperndes, Geräusch. Ein Rück Ruck? ging durch das Schiff, als die Sonnensegel abrissen und das Heck sich nach oben neigte. Er warf einen letzten Blick durch die riesige Glaskuppel während das Schiff zerbrach und Feuerzungen nach ihm leckten. Der bläulich schimmernde Planet war wunderschön.

Vier Lichtjahre von der Erde entfernt, unter der gelben Sonne von Alpha Centauri B, zeichnete eine atemberaubend schöne Sternschnuppe einen Bogen über den sternenklaren Nachthimmel. Ungesehen von den ersten einfachen Lebewesen, die das Urmeer bevölkerten.


Vernünftig schreiben kann man nicht - es kommt entweder aus den tiefsten Winkeln deiner Seele, oder gar nicht. Wink Also lieber unvernünftig aber interessant und kreativ schreiben.

Mir gefällt dein Text sehr, da du mit guten bildlichen Vergleichen arbeitest, dabei aber nicht übertreibst. Ich hoffe trotzdem, dass es nicht so weit kommen wird - dass wir die Erde verlassen und eine neue Heimat suchen müssen. Rolling Eyes

Ein paar Kommas fehlten noch, die ich oben ergänzt habe. Insgesamt sehr gerne gelesen. ^^


_________________
«We write down made-up stories to tell the truths we wish we could say out loud»
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Celanese
Geschlecht:weiblichAbc-Schütze

Alter: 34
Beiträge: 2
Wohnort: Dortmund


BeitragVerfasst am: 23.01.2019 21:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo! smile
Ich bin hier auch neu, habe also noch nicht so viel Erfahrung, wie manch anderer hier...
Meiner Meinung nach ist das richtig schön geschrieben! Anschaulich und spannend! Nur die eine Formulierung „... presste die Lippen zu einer Linie zusammen...“ gefällt mir nicht.

Lg Veronika
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Thomas74
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 45
Beiträge: 344
Wohnort: Annaburg


BeitragVerfasst am: 23.01.2019 21:30    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hadere ein wenig mit dem Wort "entbehrlich". Da gibt es doch sicher schönere Synonyme...
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Thomas74
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 45
Beiträge: 344
Wohnort: Annaburg


BeitragVerfasst am: 23.01.2019 21:38    Titel: Antworten mit Zitat

Equestrice hat Folgendes geschrieben:

Vernünftig schreiben kann man nicht - es kommt entweder aus den tiefsten Winkeln deiner Seele, oder gar nicht.


 Daumen hoch²

Ist das von dir? Könnte ich mir glatt als Signatur vorstellen...


@Membarus:
Nur zum Verständnis bzw. Unverständnis meinerseits: Das Schiff ist als Arche konzipiert? Aber du beschreibst eine "Geburtenrate". Gewöhnlich (soweit man Fiction als gewöhnlich bezeichnen kann...) sind Archen immer minimal besetzt, 16 Jahre sind ja keine Ewigkeit.
Generationenschiffe funktionieren dagegen mit "nachwachsender" Besatzung.
Rein interessenhalber.... Wink
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Membarus
Sonntagsschreiber

Alter: 38
Beiträge: 27
Wohnort: Münsterland


BeitragVerfasst am: 24.01.2019 10:15    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank für euer Feedback smile

@Thomas74: Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung von SciFi (ich gucke nur gerne Star Trek), habe einfach drauf los geschrieben. Jetzt wo du es erwähnst wären 16 Jahre wirklich vernachlässigbar. Eine kleine Crew wäre tatsächlich wirtschaftlicher gewesen. Danke für den Hinweis! smile

@Equestrice: Danke für die Korrektur, das hilft mir wirklich sehr! smile
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silke-k-weiler
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 44
Beiträge: 172



BeitragVerfasst am: 24.01.2019 12:16    Titel: Re: Die Sternschnuppe Antworten mit Zitat

Herzlichen Dank, jetzt bin ich für den Rest des Tages in Endzeitstimmung! Wink

Nee, im Ernst, hat mir sehr gefallen. Ich finde, die Lage dieses Mannes kommt gut rüber, sodass sie für mich nachvollziehbar ist. Ich finde nichts, was mich massiv stört, nur Kleinigkeiten, z.B.:

Membarus hat Folgendes geschrieben:

Millionen befruchteter Eizellen lagerten tiefgefroren nur darauf, in die mechanischen Gebärmütter eingesetzt zu werden.


Würde ich eher schreiben: warteten eingelagert darauf ...

Membarus hat Folgendes geschrieben:
Er presste den Mund zu einer dünnen Linie zusammen


Das ist m.E. ein Bruch in der Perspektive. Woher weiß er, dass sein Mund gerade eine dünne Linie bildet?

Membarus hat Folgendes geschrieben:
Er warf einen letzten Blick durch die riesige Glaskuppel während das Schiff zerbrach und Feuerzungen nach ihm leckten. Der bläulich schimmernde Planet war wunderschön.


Ich dachte im allerersten Moment an die Erde, von wegen blauer Planet und so. Dabei ist er in der Umlaufbahn von Alpha Centauri. Entweder sollte der Planet in einer anderen Farbe leuchten oder es sollte zuvor in einem Nebensatz Bezug auf die Farbgebung genommen werden.  

Membarus hat Folgendes geschrieben:
Vier Lichtjahre von der Erde entfernt, unter der gelben Sonne von Alpha Centauri B, zeichnete eine atemberaubend schöne Sternschnuppe einen Bogen über den sternenklaren Nachthimmel. Ungesehen von den ersten einfachen Lebewesen die das Urmeer bevölkerten.
Den Schlusssatz mag ich sehr.

Ach ja: Über die 16 Jahre bin ich auch gestolpert. Muss eine längere Zeitspanne sein, aus den bereits genannten Gründen.

Viele Grüße
Silke
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PhilipS
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 112



BeitragVerfasst am: 25.01.2019 12:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Membarus,

eine nette kleine Etüde (um mal einen Ausdruck aus der Musik zu borgen) hast Du da geschrieben. Als Szenario hat es sicherlich seinen Reiz, daraus eine SF-Kurzgeschichte im "klassischen" Stil zu machen. Wie es jetzt ist, liest es sich eher wie eine Skizze oder ein Entwurf zu einer solchen. In der Passage, in der Du die vergangenen Ereignisse schilderst, wechseln sich Plusquamperfekt und Präteritum ab. Du kannst auch Rückblenden im selben Erzähltempus schreiben, wie das, was gegenwärtig passiert, nachdem Du klar gemacht hast, dass es sich um eine Rückblende handelt, Du solltest Dich aber für ein Tempus entscheiden und dabei bleiben. Ansonsten habe ich nichts zu sagen, was nicht schon gesagt wurde.

Man liest sich.


_________________
Schreibt die Texte, die Ihr selber gerne lesen möchtet.
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Membarus
Sonntagsschreiber

Alter: 38
Beiträge: 27
Wohnort: Münsterland


BeitragVerfasst am: 25.01.2019 19:17    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ohje, jetzt muss ich mich mal schlau machen was Plusquam-was-auch-immer ist!

Danke für die konstruktive Kritik, Silke & Philip! Ich hoffe damit mein Handwerk zukünftig verbessern zu können. Schönen Abend noch smile
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BaronHarkonnen
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 127
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 26.01.2019 07:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Membarus,

ein schönes kleines Häppchen, das ich gern gelesen habe. Nur die eine oder andere Anmerkung zur inneren Logik möchte ich loswerden (als alter und pingeliger Scifi-Leser Wink )

- Dafür, dass diese Arche die letzte Hoffnung der Menschheit ist, ist das Ding ja ziemlicher Schrott Wink. Nach nur 16 Jahren fällt alles auseinander? Also entweder macht man, was die anderen ja schon angemerkt haben, das ganze zu einem Generationenschiff, das mit sehr geringer Beschleunigung 100 Jahre oder mehr unterwegs ist, und bei dem die Systeme altersbedingt ausfallen. Oder man macht deutlich, dass das Teil mit schwindenden Ressourcen und letzter Kraft auf der Erde zusammengezimmert wurde und deshalb aus dem letzten Loch pfeift.

- Sonnensegel: wozu hat es Sonnensegel? Im interstellaren Raum gibts keine Sonnenenergie, die würden nur beim Start und Ankunft ein bisschen Strom liefern und wären ansonsten komplett überflüssig

- 2 Meteoriteneinschläge? Will ja nicht päpstlicher sein als der Papst, aber der interstellare Raum ist wirklich sehr leer. Ein Einschlag wäre schon extrem unwahrscheinlich, bei zweien müsste schon der Teufel seine Finger mit im Spiel gehabt haben Wink

So weit mein Gepingel; nimm davon an, was Du möchtest, und hab ansonsten ein schönes Wochenende!


_________________
Alles was wir sehen oder scheinen,
ist nichts als ein Traum in einem Traum.
Poe
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Calvin Tower
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 35
Beiträge: 138



BeitragVerfasst am: 26.01.2019 11:39    Titel: Re: Die Sternschnuppe Antworten mit Zitat

Hallo Membarus,

ich sehe, du hast schon reichlich Feedback erhalten. Vorweg: Ich habe die Posts der anderen nicht durchgelesen. Sicherlich überschneidet sich somit vieles.
Dein Text hat mir aber gefallen und da wollte ich dir auch meine Anmerkungen da lassen.

Membarus hat Folgendes geschrieben:


Der Alarm im Hintergrund schrillte beinahe (wieso beinahe? - willst du das ausführen? was spricht dagegen, dass er im Takt schrillt?) im Takt mit der flackernden Notbeleuchtung auf dem Kommandodeck der ARCHE, (und anstatt dem Komma klingt laut gelesen in meinen Ohren besser) ließ die Schatten der Konsolen gespenstisch über die Wände zucken. Die Bedientafeln und Computerpults (Computerpulte) (Komma) die symmetrisch im Raum angeordnet standen (Komma) waren unbesetzt, viele bereits ohne Funktion. Die Bauteile hatten für Lebenswichtige (lebenswichtige) Systeme verwendet werden müssen (Der Satz klingt umständlich. Wie wäre es mit: Die Bauteile wurden für lebenswichtige Systeme verwendet oder Die Bauteile mussten für lebenswichtige Systeme verwendet werden) und beschränkten die Funktionen des Raumschiffes auf ein Minimum. Nur die Steuereinheit, mitten im Raum platziert, direkt vor der großen Glaskuppel des schweren Schiffes, funktionierte. (Hier könnte man über den langen Einschub meckern. Ich finde es aber gut. Es  funktioniert in für mich. Gefällt mir.) Sie wurde von einem einzelnen Mann bedient. Dem letzten Überlebenden des Projekt ARCHE.
Schweiß stand auf seiner Stirn, das Gesicht vor Konzentration angespannt. Er hatte Tage für die Berechnungen gebraucht nachdem auch der Autopilot ausgefallen war. (Den Satz würde ich umstellen: Erst den Auslöser und dann die Reaktion: Nachdem auch der Autopilot ausgefallen war, hatte er Tage für die Berechnung gebraucht.) Tage, in denen sich das Schiff in der Umlaufbahn des einzigen Planeten in der habitablen Zone von Alpha Centauri B befand.
Sechzehn Jahre hatte die Reise zu diesem Stern gedauert, sechzehn entbehrliche Jahre.
Die Crew, zu Beginn der Reise noch 218 Mann stark, schrumpfte unentwegt. Die Geburtenrate war zu gering (Komma) um den Verlust auszugleichen den Krankheiten, zwei Meteoriteneinschläge und ein beschädigtes Lüftungssystem gefordert hatte. Jetzt, am Ende der Reise, war er alleine. Er hatte den Defekt der Lüftung nur überlebt, weil er ein Sonnensegel außerhalb des Schiffes neu ausrichten musste. Die Automatik dafür war Monate zuvor irreparabel beschädigt worden. (Hier finde ich die Zeitsprünge verwirrend. Es ist verständlich, aber nicht so elegant.)
Aber noch war nicht alles verloren. In den großen Tanks, tief im Bauch des Schiffes, befand sich das Erbe der Menschheit. Millionen befruchteter Eizellen lagerten (warteten) tiefgefroren nur darauf, in die mechanischen Gebärmütter eingesetzt zu werden. Eine neue Generation Menschen würde hier, in der neuen Heimat fernab der Erde, aufwachsen und den Planeten bevölkern.
Er presste den Mund zu einer dünnen Linie zusammen und versuchte den Steuerknüppel möglichst gerade zu halten. Er musste im korrekten Winkel in die Atmosphäre eintauchen (Komma) damit das Schiff nicht verglühte. Der Treibstoff war längst aufgebraucht, aber er konnte Sauerstoff ablassen (Komma) um die Richtung zu korrigieren – was er auch tat. Nur eine winzige Korrektur von zwei Grad steuerbord.
In das Schrillen des Alarms mischte sich ein weiteres, schepperndes, (Kein Komma) Geräusch. Ein Rück (Ruck) ging durch das Schiff (Komma) als die Sonnensegel abrissen und das Heck sich nach oben neigte. Er warf einen letzten Blick durch die riesige Glaskuppel (Komma) während das Schiff zerbrach und Feuerzungen nach ihm leckten. Der bläulich schimmernde Planet war wunderschön.

Vier Lichtjahre von der Erde entfernt, unter der gelben Sonne von Alpha Centauri B, zeichnete eine atemberaubend schöne Sternschnuppe einen Bogen über den sternenklaren Nachthimmel. Ungesehen von den ersten einfachen Lebewesen (Komma) die das Urmeer bevölkerten.



Drei Punkte zur Schreibe:

- Die Kommasetzung sitzt noch nicht perfekt. Überhaupt nicht schlimm. Eine Kleinigkeit. Kann man lernen.
- Die Zeitformen vermischen sich. Insbesondere in der Mitte des Texts. Vielleicht kannst du das klarer trennen.
- Die Perspektive könnte man bemängeln. Sie ist nicht aus dem Blickwinkel des Protagonisten - wie ich finde -, sondern klingt mehr wie ein außenstehender Erzähler. Hier könnte man dann gleich in die Vollen gehen und den allwissenden Erzähler nutzen, der

Zum Inhalt kann ich nicht viel sagen, da ich mich mit Sci-Fi nicht auskenne.

BG
Calvin


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“Books aren't written - they're rewritten. Including your own. It is one of the hardest things to accept, especially after the seventh rewrite hasn't quite done it.” - Michael Crichton
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Membarus
Sonntagsschreiber

Alter: 38
Beiträge: 27
Wohnort: Münsterland


BeitragVerfasst am: 26.01.2019 14:14    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank, Baron & Calvin!

Ihr habt beide neue Punkte aufgezeigt an denen ich arbeiten kann, das hilft mir echt weiter!

Ich habe mal eine Frage am Rande weil ich das so spannend finde: Sähe ein Text in etwa so wie die Berichtigungen von Calvin & Equestrice aus nachdem man ihn von einem Lektor zurück erhält?
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Calvin Tower
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 35
Beiträge: 138



BeitragVerfasst am: 27.01.2019 10:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Membarus,

ich denke, es ist von Lektor zu Lektor unterschiedlich. Wobei ich da nur drei Vergleiche habe.

- Einmal erhielt ich highlevel Feedback. Da ging es darum, dass z.B. fünfzehn Seiten ohne Dialog echt mühsam sind zu lesen. Oder, dass ich den Fokus/die Pointe auf einen anderen Punkt hätte legen sollen, da die gewählte Lösung zu ausgelutscht war.

- Ein andermal gab es kleinere Korrekturen, was Wortwiederholung oder auch Wortwahl anging. Wobei da der Fokus mehr darauf lag, ob die Konflikte realistisch sind und in kurzer Zeit auf den Punkt kommen. z.B. nicht mehr als drei Seiten, in denen es zu einem glaubhaften Konflikt kommt. Dabei leuchten dem Protagonisten die Argumente des Gegenüber ein, doch er kann trotzdem nicht darauf eingehen, da er sonst sein ganzes Leben ändern müsste.

- letzten Juli hatte ich mir mal ein Schnupperlektorat gegönnt (das war damals mein erstes). Ich wollte sehen, wie es aussieht, was dabei rumkommt etc. Da wurde in erster Linie gestrichen. Smile Anbei die erste Seite des Lektorats, damit du einen Eindruck bekommst. (Heute würde ich das natürlich ganz anders schreiben.)


BG
Calvin


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Membarus
Sonntagsschreiber

Alter: 38
Beiträge: 27
Wohnort: Münsterland


BeitragVerfasst am: 27.01.2019 14:01    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke Calvin, das ist wirklich sehr aufschlussreich! smile
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Herdis
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 136
Wohnort: Westfalin in Nordhessen


BeitragVerfasst am: 27.01.2019 14:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Membarus,


da ist Dir ein interssanter Einstand gelungen. Die Idee dahinter ist wirklich gut und trotz, wie Du es nennst, Unkentnissen, schon gut umgesetzt.
Erbsen wurden bereits gelesen und gezählt, denen kann ich, so wie ich es sehe, mich so anschließen und brauche nichts mehr zufügen.

Zu Deiner Frage Lektorat: Das kenne ich persönlich nur mit Textkorrektur (im Text selbst) und entsprechenden Anmerkungen dazu am Rand (was wurde geändert, gestrichen, ergänzt, korrigiert, ist unklar, sollte ausgearbeitet/umgearbeitet werden etc.). Gibt dazu auch eine eigene Kürzelschrift (wenn es Dich interessiert, die steht in einem entsprechenden Duden). Dazu ggf. noch eine schriftliche Anmerkung zusätzlich. Die Korrektur kann, muss aber nicht zwingend hilfreich sein (wie auch manche Kommentare im Forum). Ich denke, da hast Du wenn entweder Glück oder Pech mit dem/r Dich betreuenden Lektor/in.

Viel Spaß im Forum,

LG,
Herdis


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"Wenn ich nicht schreibe, fühle ich, wie meine Welt schrumpft. Ich empfinde, wie ich mein Feuer und meine Farben verliere." Anais Nin
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PhilipS
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 112



BeitragVerfasst am: 28.01.2019 09:19    Titel: Antworten mit Zitat

Membarus hat Folgendes geschrieben:
Ohje, jetzt muss ich mich mal schlau machen was Plusquam-was-auch-immer ist!


Plusquamperfekt = Vorvergangenheit, Präteritum = einfache Vergangenheit/übliche Zeitform der Erzählung. Beispiel:

"Bevor ich mit mit meiner Kommilitonin in der Mensa traf (Präteritum, Erzählzeit), hatte ich bereits den ganzen Vormittag lang in der Bibliothek gesessen (Plusquamperfekt, Vorvergangenheit)."

(Ich hoffe, das wirkt nicht belehrend oder herablassend)


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Membarus
Sonntagsschreiber

Alter: 38
Beiträge: 27
Wohnort: Münsterland


BeitragVerfasst am: 28.01.2019 19:30    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke Herdis, danke Philip!

@Philip: Nein, ich empfinde das nicht als belehrend. Im Gegenteil: dafür bin ich doch hier! smile Genau das sind die Dinge die mich in meiner Entwicklung weiter bringen.
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Municat
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 52
Beiträge: 366
Wohnort: Zwischen München und Ingolstadt


BeitragVerfasst am: 29.01.2019 11:26    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Membarus smile

Du hast einen sehr flüssigen Schreibstil und ein feines Gespür für die Sprache. Beim Lesen entstehen lebendige Bilder. Auch die Idee gefällt mir richtig gut und baut sich in einem angenehmen Erzähltempo auf. Du malst genug Bilder, um Tiefe zu erzeugen und findest dann den richtigen Moment, um die Handlung weiter zu bringen.

Die Kernaussage für mich ist: Auch die letzte Hoffnung der Menschheit verglüht. Trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen) sntsteht neues Leben dort, wo die ARCHE ein neues Zuhasue für die Menschheit finden wollte.

Ein paar Kleinigkeiten sind mir trotzdem aufgefallen:

An einigen Stellen fehlt noch ein Komma.

Zitat:
Dem letzten Überlebenden des Projekt ARCHE.
das müsste eigentlich heißen: der Projektes ARCHE, was aber oirgendwie sperrig klingt. Ich würde schreiben: Dem letzten Überlebenden der ARCHE.

Zitat:
sechzehn entbehrliche Jahre.
Da weiß ich nicht sicher, was Du meinst. Wie wäre es hier mit: sechzehn verlorene Jahre (falls Du das damit sagen willst) - oder sechzehn entbehrungsreiche Jahre (falls das die Aussage sein soll).

Zitat:
Millionen befruchteter Eizellen lagerten tiefgefroren nur darauf, in die mechanischen Gebärmütter eingesetzt zu werden.
warteten

Zitat:
Ein Rück ging durch das Schiff
Ruck


Gefällt mir sehr!


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Gräme dich nicht, weil der Rosenbusch Dornen hat, sondern freue dich, weil der Dornbusch Rosen trägt smile
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