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Sanduhr


 
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a.no-nym
Schreiberling


Beiträge: 199



BeitragVerfasst am: 01.01.2019 19:00    Titel: Sanduhr eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Sanduhr

Die Welt umarmen.
Er hatte es versucht. Jahrzehntelang.
Diese Welt wollte nicht umarmt werden. Weder ganz noch teilweise. Zumindest nicht von ihm.
Fünf Jahrzehnte. Fünf! Verplempert für diese Erkenntnis. Weniger Erfolg als ein Walretter. Das musste man erstmal hinkriegen. Menschen vertrugen keine Umarmungen. Vertrugen keine seiner Umarmungen. Vertrugen sich nicht. Mit ihm. Inkompatibel.

Das Fluchtfahrzeug fraß sich in den Sand. Aufheulen. Schlingerkurs. Durchdrehen. Schrecksekunde. Nach dem Erlöser tasten. Ruhe bewahren. Das Kruzifix vom Hals nehmen. Druck ablassen. Platz für den Erlöser finden. Rückwärtsgang. Sich aus dem Dreck ziehen. Anlauf nehmen. Niedertourig. Die Pferde gezügelt. Der Erlöser, aufgehängt. Taumelnd am Rückspiegel. Ein stummer Vorwurf. Die Welt, noch immer unumarmt.
Letzte Meilen. Vierradgetriebene Zivilisationsrestzermürbung. Straße im Endstadium.
Sich aus dem Staub eine Fahne machen. Umlaufbahn verlassen. Leben ausgeblendet.

Er stellte den Motor ab. Der Erlöser schunkelte. Nicht mehr. Abgehängt. Ausgestiegen.


E n d l i c h

Den Erlöser in die Tasche stecken. Den Rucksack schultern.
Glutluft inhalieren. Nichts begrüßen. Stille bunkern.
Bergauf schwimmen. Den Kamm erklimmen.
Aussichtstrunken.
Varianten von Rot sehen.
Trugluftschlösser. Auf Sand gebaut.
Sich fallen lassen. Steigen. Sinken. Steigen.
Wellenschatten. Schattenwellen. Gewässerloser Strand.
Kurvige Einladung. Nacktland. Bereit, umarmt zu werden.
Leer für andere. Leer von anderen. Randvoll für ihn.
Unbe-wegte Spurlosigkeit betreten.
Im Brandungsstillstand versinken.
Flimmerbilder fangen.
Aufsteigen. Niederlassen. Den Erlöser zur Brust nehmen. Aussichtsreichtum scheffeln.
Gründe suchen. Abgründe entdecken.
Den Hut nehmen.
Schatten finden.


A u s g r a b e n

Fliehkräfte.
Ins Schleudern geraten.
Vollgas geben.
Sand tanken.
Jahre abreißen.
Der Alte bleiben.
Den Rückstand aufholen.
ArbeitsWeltKlimaWandel, thermo-dynamisch. Extern hitzig. Intern unterkühlt.
Der Neue sein.
Fuß fassen.
Weiter. Machen. Müssen.
Erledigt.
Bürokratischer Fünfkampf: Beantragen_Widersprechen_Warten_Nachfragen_Abheften.
Wohnungsauflösung. Begreifbares, verschachtelt, zum Abtransport. Unbegreifliches, besitzerlos, im Raum stehend.  
Gläser. Abgestellt mit Rest. Der letzte Schluck. Ungenießbar.
Trauergäste. Maskengesichter. Lippenbestiftete Verlegenheitsgläser in haltsuchenden Händen. Designpreisträger auf dem Trauermodenlaufsteg. Leistungsschau der Hilflosigkeit.
Wohltätigkeitsspende statt Blumenmassaker.
Ein Kreuz. Biologisch. Natürlich. Abbaubar angebaut. Zertifizierte Verwesung.
Worthülsendauerfeuer. Trostfrei. Bemüht. Thema verfehlt.
Ein Sarg. Grundsolide. Zeitlos. Buche gedämpft. Glattgeschliffen und kräutergeölt. Nachhaltig. Qualitätskompost.

Er, von Erleichterung beschwert.
Er, der Plan B an sich nahm.
Sein Bruder, der losließ.
Er, der Hände hielt.
Sein Bruder, der „Mach´s besser“ sagte.
Er, der „Mach´s gut“ sagte.
Sein Bruder, der Abschied nahm.
Er, der den Amtsschimmel longierte.
Sein Bruder, der zitterte.
Er, der lüftete.
Sein Bruder, der verging.
Er, der Wäsche wechselte.
Sein Bruder, der litt.
Er, der „Kündigung“ sagte.
Sein Chef, der „Ganz oder gar nicht“ sagte.
Er, der „Halbtags“ sagte.
Sein Bruder, der abbaute.
Er, der Sprüche klopfte.
Sein Bruder, der kämpfte.
Er, der „Scheiße“ sagte.
Sein Bruder, der „Krebs“ sagte.

Er, der Wüstenzeit brauchte.

Sie, die ihre Sachen packte.
Er, der die Welt nicht verstand.
Sie, die ihm Glück wünschte.
Er, der über Schöpfer und Erlöser sinnierte.
Sie, die „Den Schöpfer nehm ich mit“ sagte.
Er, der den Erlöser an die Kette nahm.
Sie, die ihm ein Kruzifix schenkte.
Er, der den Fehler nicht fand.
Sie, die sich löste.
Er, der sie in den Arm nahm.
Sie, die „Mir auch“ sagte.
Er, der „Tut mir leid“ sagte.
Sie, die „Ich kann das nicht“ sagte.

Er, der nichts sagte.
Sie, die „Nicht von dir“ sagte.
Er, der sich freute.
Sie, die schwanger wurde.

Er, der damit leben musste.
Sie, die es nicht fassen konnte.
Er, der sie nicht erkannte.
Sie, die ihm in der Stadt begegnete.

Er, der wartete.
Sie, die „Später vielleicht“ sagte.
Er, der „Trotzdem“ sagte.
Sie, die von Überbevölkerung redete.
Er, der Kinder wollte.

Sie, die den Hausrat vervollständigte.
Er, der keinen Schöpfer hatte.
Sie, die „Sup-pen-kel-le“ sagte.
Er, der sie anstarrte.
Sie, die „Hast du keinen Schöpfer“ fragte.
Er, der „Was suchst du“ fragte.
Sie, die in Schubladen kramte.
Er, der kochte.

Sie und er, einen Sandkuss tauschend.
Ritualisierte Verlegenheit.
Sie, die „Hm“ sagte.
Er, der „Eben“ sagte.
Sie, die „Da wächst ja nix“ sagte. Ernüchtert.
Er, der „Na“ sagte. Erwartungsvoll.
Sie, mitgenommen. In der Wüste.
Er, der sie mitnahm. In die Wüste.

Sie, die als Selbstläuferin überzeugte.
Er, der sie auf Händen tragen wollte.
Sie, die ihn eigensinnig fand.
Er, der um eine Chance bat.
Sie, die das Meer liebte.

Er, der in die Wüste floh.

Sie, die eine Pause brauchte.
Er, der keine Worte fand.
Sie, die duftete.
Er, der Zeit brauchte.
Sie, die sich in sein Leben tastete.
Er, der auf Umarmung hoffte.
Sie, die weiter lächelte.
Er, der von einem Irrtum ausging.
Sie, die ihn anlächelte.

Er, den es in die Wüste zog.

Er, der Unvernetzte.
Er, der umarmen wollte.
Er, der Kies zusammenkratzte, um Sand zu bereisen.
Er, der auf der Suche blieb.

Die Wüste, die sich ihm entdeckte.

Er, der Urlaubsreife.
Er, der Schlafgestörte.
Er, der Erfolgsberauschte.
Er, der Beförderte.
Er, der Fehlerfinder.
Er, der Überstundensammler.
Die Kollegen, denen er Rätsel aufgab.
Er, der Großrechner verstand.
Er, der Arbeit fand.
Er, der den halben Bruder zur Gänze umarmte.
Er, der den Abschluss schaffte.
Er, den der Abschluss schaffte.
Er, der den halben Bruder be-elterte.
Er, der Doppel-Links-Händer.
Er, der Erinnerungs-Schlag-Löcher abzäunte.
Die Mutter, die verloren ging.
Er, der es nicht aushielt.
Die Mutter, die ihn umarmen wollte.
Er, der aneckte.
Er, der hibbelte.
Er, der nichts vom Vater wusste.
Er, der Fragezeichen gerufen wurde.
Er, der ´Prosopagnostiker´ buchstabierte.
Die Mutter, therapeutenverschleißend.
Er, der aus dem Rahmen fiel.
Er, der Heimwehkranke.
Er, der zur Kur geschickt wurde.
Die Mutter, wartezimmersitzend.
Er, der nicht gedeihen wollte.
Die Mutter, terminsuchend.
Er, der Lächelverweigerer auf Klassenfotos.
Die Mutter, ratgeberlesend.
Er, der unfähig schien, das Rechte zu tun.
Die Mutter, lehrerbelehrt.
Er, der zwangsbekehrte Rechtshänder.
Der halbe Bruder, der an ihm hing.
Er, der zu Bildungsanstaltshaft verurteilt wurde.
Die Mutter, erziehungswund.
Er, der zankschuldig gesprochene Intensivtäter.
Die Mutter, nervenblank.
Er, der einen halben Bruder bekam.
Die Mutter, die sich befreite.
Er, der die Arme um ihr Bein schlang.
Die Mutter, die „Bis später“ sagte.
Die Mutter, die ihm übers Haar strich.
Er, der brüllte.
Er, der am Gitter rüttelte.
Die Mutter, die „Schlaf“ sagte.
Die Mutter, die ihn ablegte.
Die Mutter, die seine Finger von ihrer Kleidung löste.
Die Mutter, die ihn ins Leben trug.
Die Mutter, die seinen Erzeuger in die Wüste schickte.


E i n g r a b e n

Er, der sich selbst in die Wüste geschickt hatte.
Er, der die steilste Düne bezwingen wollte.
Er, der den Erlöser zum Gipfeltreffen lud.
Er, der nicht so enden wollte.

Der Erlöser, arbeitsunfähig.
Er, der den Erlöser anbrüllte.
Der Erlöser, aussageverweigernd.
Sand, im Getriebe.
Er, der Getriebene.
Er, der die Dinge in die Hand nahm.
Er, der sich den Erlöser vom Hals schaffte.
Er, der aus der Haut fahren wollte.
Der Erlöser, den Kopf in den Sand gesteckt.

Er, versunken in den Anblick der Versinkenden.
Sand, der ihm durch die Finger rieselte.
Er, der die Linke um Plan B schloss.
Er, der fröstelte.
Er, der im Sandbad nach Restwärme tauchte.
Er, der in der Versenkung verschwand.
Er, der die Schmerzgrenze auslotete.
Er, dessen Widerstand versandete.      
Er, der Schrumpfende.
Er, der winzig war.
TreibSandKorn.
Die Mutter, in deren Schoß er kroch.

Eingehüllt.
Zusammengerollt.
Sich selbst umarmend.

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lebefroh
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BeitragVerfasst am: 11.01.2019 22:44    Titel: Antworten mit Zitat

Dieser Text hätte mir sehr gefallen, wenn er kürzer gewesen wäre. Wenn es nur das Er-Sie-Beziehungsdrama gewesen wäre. Für den Zehntausender fand ich  das einfach zu lang und konnte mich auch nicht so gut in die Brüche zwischen den verschiedenen Teilen einfinden.

Wegen der Vorgaben frage ich mich, ist das überhaupt Prosa?

Einen Punkt habe ich noch übrig...
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Eredor
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Traumtagebuch
BeitragVerfasst am: 12.01.2019 20:12    Titel: Antworten mit Zitat

Sorry, leider gar nicht mein Fall. Hatte wirklich Mühe, den Text zu Ende zu lesen - das ist konkret, ohne konkret zu sein, irgendwie. Entschuldige, wenn ich nicht mehr über den Text sagen kann, dazu hat er mich nicht genug gepackt.

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"vielleicht ist der mensch das was man in den/ ersten sekunden in ihm sieht/ die umwege könnte man sich sparen/ auch bei sich selbst"
- Lütfiye Güzel
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Literättin
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BeitragVerfasst am: 13.01.2019 17:39    Titel: Antworten mit Zitat

Also. Das Wortspiel mit Schöpfer und Erlöser gefällt mir in diesem Stück Prosa, das sich heftig lyrischer Gestaltungsmittel bedient. Es wird ein Leben erzählt. Das Leben des Protagonisten, der vor seiner ungestillten Bedürftigkeit nach Umarmung und umarmen dürfen in die Wüste flieht. Ein Leben, wie es dies zuhauf gibt: eine überforderte Mutter, der zum Teufel gejagte Vater, ein Halbbruder, der an ihm hing und an Krebs stirbt und eine Beziehung, die nicht gelang, darin ein Kind, das nicht von ihm gezeugt wurde. Es ist hier rückwärts ablaufend in Verse gefasst. Die Sätze durchgehend kurz, abgehackt und sich endlos im Satzbau wiederholend. Er, der am Anfang steht, oder auch einmal sie.

Sanduhr und Wüste: das passt.

Am Ende kriecht er in diesen Sanduhren-Wüstensand hinein wie zurück in Mutters Schoß. Fünf Jahrzehnte hat er gelebt. Er hat es nicht für erfolgreich oder lohnend befunden. Er hat das abgelehnt werden nicht mehr ertragen und nicht die Verluste.

Was mir fehlt ist die (Un)Haltbarkeit der Gegenwart, es sei denn, man begreift das unhaltbar als nicht mehr zu ertragen. Aber in diesem Sinne hat das unhaltbar für mich etwas "empörtes" in sich. Einen Anklang von untragbar. Ein inneres Aufbegehren - und dann stimmt das sich ergeben, zurückkriechen, das aufgeben nicht. Ich kann mich irren.

Die Kriterien: E - ich würde sagen ein experimenteller Versuch von E. Die unhaltbare Gegenwart - für mich mit Fragezeichen. Das Motto von der gestundeten Zeit am Horizont - ich erkenne es nicht. Es dominiert hier die Flucht und die Wüste als Erlebensort, nicht die Zeit als (un)haltbar oder gestundet.

Was es diesem Text für mich als Leser recht schwer macht, ist, dass ich angesichts des beständigen Voranstellens des "er, der" zuerst die Orientierung (in welcher Zeile war ich jetzt?), dann die Geduld mit dem Protagonisten und dann die Geduld mit dem Text verliere, der mir aus alldem folgend zudem zu viel Selbstmitleid des Protagonisten transportiert: Er, der zurück in Mutters Schoß zurück kriecht ... und stirbt. Zumindest führt es darauf hinaus. Und der Witz vom Schöpfer und der Kelle dem Erlöser, die kleine angedeutete (selbst)ironie, ist auf diese Weise unterwegs in dieser dominanten auf sich selbst Bezogenheit, dem Selbstmitleid baden gegangen.


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- John Lennon -

Christ wird nicht derjenige, der meint, dass "es Gott gibt", sondern derjenige, der begonnen hat zu glauben, dass Gott die Liebe ist.
- Tomás Halík -
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Municat
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BeitragVerfasst am: 14.01.2019 17:15    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Inko smile

Puuuh ... der Prota hier hat es wirklich nicht leicht.

Die Mutter hat den Vater in die Wüste geschickt, war mit ihm und seinem Halbbruder überfordert, hat ihm Zuneigung verweigert. Er war dann wohl ein renitentes Kind, hat aber allen Regeln der Zivilisation nach die Kurve gekriegt und Karriere gemacht, eine Frau kennen gelernt, die seine Interessen nicht geteilt hat und keine Familie mit ihm gründen wollte ... mit einem Anderen dann wohl schon. Dann hat er wohl seinen Bruder gepflegt, bis der an Krebs starb.

Kein Wunder, dass er sich nun selbst in die Wüste schickt und von seiner eigenenBeerdigung träumt.

Du spielst mit den Begriffen Schöpfer (suppen- und religionstechnisch), Erzeuger und Erlöser, mit den Zeilen, die von unten nach oben Sinn ergeben, mit doppeldeutigen Worten und mit Bildern - der Anspruch und die Andersartigkeit ist also definitiv gegeben. Die Raffung auch. Unhaltbare Gegenwart auch, an mehreren Stellen.

Punkte vergebe ich erst, wenn ich alle Beträge ein zweites Mal gelesen und kommentiert habe.


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Gräme dich nicht, weil der Rosenbusch Dornen hat, sondern freue dich, weil der Dornbusch Rosen trägt smile
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BeitragVerfasst am: 14.01.2019 22:47    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Lebenstext.
Sprachlich ungefügig, kann man sagen.

Von Ende zum Beginn hin erzählt.
Ein bisschen wie Eine Beerdigungsrede.

Der Schöpfer, der Erlöser, scheint wichtig zu sein. Bild für Lebensbeginn/ende?

Der er/sie Teil ist gut, viel darin verpackt.

Anfang und Ende ein Rahmen.

Auf jeden Fall nicht Genre.

Zeitraffung: ja.

Muss wohl Punkte geben, auch wenn mir der Text zu lang und formal zu ausufernd ist in Relation zum Inhalt.
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hobbes
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BeitragVerfasst am: 14.01.2019 23:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Text.

Tja, nun. Schwierig. Bin gerade dabei, meine zehn Bepunktungstexte zu finden und diejenigen wiederzulesen, die da eventuell mit dabei sind. Bei dir hatte ich nicht so richtig Lust zum Wiederlesen, denn mei, du mutest mir da schon einiges zu. Und ja, ich weiß, natürlich, das hier ist doch gerade der Wettbewerb, in dem man Leuten etwas zumuten kann/soll/muss.
Und ich finde das im Grunde beachtlich, was du da durchgezogen hast, gerade dieses Wechselspiel von Er und Sie auf dieser Länge und da ist ja durchaus Wortwitz und alles drin, den Schöpfer, den mag ich besonders gern smile Nichtsdestotrotz verliere ich auf Dauer die Geduld.

Ich frage mich gerade, wie das wohl vorgelesen auf mich wirken würde. Außerdem frage ich mich, ob und was es geändert hätte, wenn du "maximal fünf Worte pro Satz" nicht ganz so streng durchgezogen hättest (überlege gerade, meinen Kommentar daran anzupassen smile ). Gab es denn wirklich nichts in diesem Leben, was einen längeren Satz verdient hätte?

Herrje, Text. Gerade hatte ich beschlossen, dich einzusortieren, eher bei weniger Punkten als bei mehr, hauptsächlich, weil mir die Geduld verloren geht mit dir, dann aber habe ich noch mal irgendwo reingelesen und verflixt, du bist in deiner Tragik einfach zu komisch, ich muss dich doch weiter nach oben schieben. Aber wie kann ich einen Text nach oben schieben, den ich nicht zur Gänze lesen kann, also nicht am Stück?
Oh, Moment, mir fällt ein Grund ein. Weil ich trotz allem ein Gefühl für diesen Er bekomme, also, was für ein Mensch das ist. Oh, das ist ein guter Grund, ich freu mich.

7 Punkte. Na sowas. Die hast du auch deinem Konkurrenten zu verdanken. Der hatte die sieben Punkte zuerst, aber im direkten Vergleich war mir dein Ton dann doch lieber.
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Tape Dispenser
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 278



BeitragVerfasst am: 15.01.2019 00:34    Titel: Antworten mit Zitat

Eine Geschichte, die man nach den ersten Sätzen von hinten nach vorne lesen muss. Aus den einzelnen Fragmenten kristallisiert sich dann eine an der Oberfläche bleibende Lebensgeschichte eines von seiner Frau/Lebensgefährtin verlassenen Mannes, dessen Bruder an Krebs stirbt.
 
Für mich war diese sich anschließende parataktische Satzbau:
a) auf Dauer ermüdend
b) durch die Verknappung zu hektisch
c) ertappte ich mich bei diesen endlosen Aufzählungen dabei, wie ich dachte: Fünf Freunde fahren in die Wüste, Fünf Freunde haben ein Kruzifix, Fünf Freunde … Ich denke, diese Wirkung war so nicht beabsichtigt, aber bei mir hat das leider dazu geführt.

Wellenschatten. Schattenwellen. Gewässerloser Strand.

Bei diesem (und anderen Beispielen) gewinne ich den Eindruck, der Autor/die Autorin reiht einfach alles hübsch aneinander, dreht Worte um, fügte Worte ein, wie es ihm/ihr gerade in den Sinn kommt. Das erzeugt zwar auch Bilder, Das ist mir zu zufallsgesteuert und zu willkürlich – hier fehlt mir die Kontrolle über den Text.

Ich finde rückwärts erzählte Geschichten zwar bisweilen ganz anregend, in diesen Fall aber nicht. Zwar entstehen auf diese Weise gelegentlich interessante Bilder, der Effekt hat sich bei mir aber schnell abgenutzt und wenn man den Text hoch liest, sind zwar die Themen ernst, aber bekannt, und die Auflösung: Mann setzt sich in (Flucht)Auto und braust davon, auch nicht sonderlich originell.
Zumal gerade diese Aufzählungen "absolut" wirken. Absolut in den Sinne, weil man weder die Hintergründe des Protagonisten erfährt, noch seine Gedanken darüber. Er lässt sich ausschließlich über die Behauptungen festmachen und seine Handlungen. Spartanisch, aber es langt.

Die Idee mit dem (Er)Schöper und der Schöpfkelle finde ich gut.
Der Anfang hingegen ließt sich wie der Anfang eines mittelmäßigen Aussteigers. Mann in  den Fünzigern, Midlife Crisis. Setzt sich in das Auto, bleibt stehen, das Kruzifix schunkelt und er ist am Ende. Das passt stilistisch nicht so recht zu dem Rest und fällt meiner Meinung auch sprachlich ab.  


ist das E oder U? Keine Ahnung.

Hat es mir gefallen? Eher weniger. Zu wenig Neues. Die gewählte Form kann nicht über die recht simple Story hinwegtäuschen. Es ist nicht der erste Text in diesem Wettbewerb bei dem ich den Eindruck habe, dass die Erwähnung (oder nebulöse Andeutung) von Mord, Selbstmord, Inzest, tödlichen Krankheiten, Vergewaltigung, Kindesmissbrauch usw. einen Text irgendwie "literarischer" erscheinen lassen sollen.
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V.K.B.
Geschlecht:männlichDichter und Denker

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BeitragVerfasst am: 15.01.2019 04:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,
ein paar deiner Metaphern finde ich richtig gut, aber die Trefferquote ist gering, da du gefühlt 7684 davon im Text hast. Und leider nicht viel mehr. Der interessante Anfang geht dann unter in den endlosen Wiederholungen, den immer gleichen Strukturen. Ja, Wiederholung kann ein wirksames Stilmittel sein, aber doch nicht in dieser Überdosis.

Vorgaben sehe ich größtenteils umgesetzt, doch das Motiv der (un)haltbaren Gegenwart hätte ein bisschen deutlicher ausfallen können. Ein wirkliches E-Gefühl will sich nicht einstellen, dafür sind mir die sprachlichen Kniffe zu wenig und zu überbenutzt.

Beste Grüße,
Veith


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Warning: Cthulhu may occasionally scare people …
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Mardii
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Beiträge: 1841



BeitragVerfasst am: 15.01.2019 13:42    Titel: Antworten mit Zitat

Die Idee der Umsetzung gefällt mir gut. Für das Biographiethema läßt sich das so machen. Nur finde ich den Text etwas monoton.

_________________
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Ridickully
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Heidi
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BeitragVerfasst am: 15.01.2019 20:18    Titel: Re: Sanduhr Antworten mit Zitat

Der Beginn des Textes ist schön, trotz Erkenntnis. Das Verlangen der Figur, die ich von außen sehe, ist eines, das ich gerne miterlebe.

Den Aufbau des Lebens der Figur empfinde ich als gut gelöst, es ensteht ein sehr intensives Zeitraffergefühl, ich werde förmlich mitgenommen von all den Schlagworten oder vielmehr Schlagsätzen. Diese Frage-Antwort-Sache finde ich faszinierend, da sie rückläufig ist. Als würde ich oben den Tod erleben und in die Geburt hinein lesen.
Der Text ist gut gemacht, er lädt zum nochmal-Lesen ein - es gibt viel zu entdecken - und das werde ich auch weiterhin mit Freude tun. Es bleibt ein Bild haften nach dem Lesen, noch ist es etwas diffus, die Figur erwacht noch nicht gänzlich zum Leben, aber ich komme wieder und gucke mal. Auch, was Motto und Themen-Umsetzung betrifft, muss ich noch mal in mich gehen nach nochmaligem Lesen.

---

Jetzt kann ich sehr genau sagen, ja, das Motto ist deutlich zu spüren - auch im Zusammenhang mit dem Titel - aber auch so. Und das Thema ist auch gut umgesetzt. Zum Zeitraffer hab ich ja schon was gesagt.

Ich finde den Text faszinierend, er ist gut gelöst, auch die Möglichkeit von unten nach oben zu lesen, an manchen Stellen, halte ich für eine spannende Ausdrucksform. So wirkt es, als würde der Sand manchmal nach oben fließen, anstatt nach unten.
Das Bild einer Figur, die ich später noch gedanklich in mir bewege, ensteht allerdings noch nicht. Insgesamt ist es kein Text, der mich lange nach dem Lesen beschäftigt. Die Umsetzung lädt mich zwar ein, im Lesevorgang ein wenig zu spielen, aber später ist der Text nicht weiter im Bewusstsein, was hauptsächlich an der mangelnden Figurenentwicklung in mir liegt, die wiederum mit der Text-Umsetzung zusammenhängt.

Es wird Punkte geben. Sicher.


_________________
unsichtbare gesichter in bewegung
sehen dasselbe vieraugen

dann eins
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d.frank
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 39
Beiträge: 899
Wohnort: berlin


BeitragVerfasst am: 16.01.2019 16:02    Titel: Antworten mit Zitat

Was mich wirklich ärgert an diesem Text: Dass er sich mit seinen ganzen ERs und SIEs und DIEs an die Zeichen heran schummelt, die mit der Vorgabe gefordert waren. Zwischendurch war ich versucht, sie zu zählen und von der Gesamtzahl abzuziehen, nur um zu sehen, ob der Text ohne dieses Mittel noch durchgekommen wäre. Aber davon mal abgesehen, habe ich anscheinend ein Problem mit diesen Gedichttexten. Ich mag sie nicht. Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich sie ausgeklammert. Embarassed
Deshalb fühle ich mich auch nicht dazu beordert, sie zu kommentieren, also lieber Autor nimm mir das bitte nicht allzu übel.


_________________
Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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Kiara
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 39
Beiträge: 267
Wohnort: bayerisch-Schwaben


BeitragVerfasst am: 17.01.2019 10:21    Titel: Antworten mit Zitat

Dies ist eine Standard-Antwort: Vielen Dank für deinen Text! Ich bitte um Verständnis, dass ich (momentan) keine Begründung dafür abgebe, warum du von mir Punkte bekommen hast. Das liegt unter anderem daran, weil die (sogenannte) Klassifizierung von E-Literatur wenigstens teilweise subjektiv ist.
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Catalina
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 46
Beiträge: 285
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 21.01.2019 18:27    Titel: Antworten mit Zitat

"Weniger Erfolg als ein Walretter", herrlich.
"von Erleichterung beschwert" - starke Worte für ein starkes Gefühl.

Sehr schöne Sprache, sehr angenehmer Schreibstil, liest sich, als ob Du das öfter machst. Smile

Die Idee, das Leben rückwärts abspulen zu lassen... Der Raum für Überlegungen und Spekulationen, was wohl mit Plan B gemeint ist... gefällt mir alles sehr gut.

Er, der nicht so enden wollte. Vermutlich hat er die gleiche (oder eine ähnliche) Diagnose bekommen wie sein Bruder? Plan B ist eine Tablette, oder eine Waffe? Ich finde es gut, dass das etwas offen bleibt, dadurch wirkt es nicht pathetisch.

Der Titel - Sanduhr - schön gewählt. Einmal der Sand der Wüste, einmal die Zeit, die abläuft und dann noch die Textform (die auch Punkte verdient hat). Die Vorgaben wurden sehr gut und vor allem auch sehr interessant erfüllt, ganz besonders die Raffung durch die kurzen, prägnanten Sätze.

Ein Manko hat der Text für mich: Man kann den Lebenslauf nur sehr, sehr schwer von vorne nach hinten lesen. Das finde ich sperrig. Moment - war sperrig nicht ein Merkmal von E? Smile Aber E hin oder her, mir hätte der Text besser gefallen, wenn er von vorne wie von hinten gut zu lesen gewesen wäre. Aber das ist natürlich meckern auf hohem Niveau.

Ein bisschen kommt mir auch der Bruder vor seiner Diagnose zu kurz. Er scheint ihm sehr nahe zu stehen, der Tod nimmt viel Platz ein, davor hat er für die Pflege gekündigt. Die Motivation dafür fehlt mir in seinem Lebenslauf.

8 Punkte für Deinen Text.
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MoL
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Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 21.01.2019 19:45    Titel: Antworten mit Zitat

Das gibt Punkte, lieber Inko! Ich habe zwar nicht alles verstanden, lol2, aber was ich verstanden habe, gefällt mir sehr, sehr gut! Da steckt eine Rückwärtskonzeption drin, richtig?

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"Hexenherz - Eisiger Zorn", acabus Verlag, Februar 2017.
"Die große acabus-Jubiläumsanthologie", acabus Verlag, Oktober 2018.
"Hexenherz - Glühender Hass", acabus Verlag, Januar 2019.
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Michel
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BeitragVerfasst am: 22.01.2019 15:58    Titel: Antworten mit Zitat

Ein ganzes Leben in lyrischer Prosa: „Er, der … Sie, die ..“ - mit sehr knappen Sätzen sehr viel umrissen. Finde ich gelungen, schwer zu lesen. Erst mit der Zeit verstanden, dass das Gedicht von unten nach oben zu lesen ist, zumindest der mittlere Teil. Sehr E.
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Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 23.01.2019 00:07    Titel: Antworten mit Zitat

Er, der in die Wüste flieht, allem entflieht und über sein Leben resümiert. Das Leben in, ja in was, Sandkörnern? Ich finde gut, wie du alles aufgreifst, von der Geburt bis zum Tod und dazwischen, ohne aber irgendwo eine lineare Zeit darzustellen, Sanduhr, das passt insofern schon toll (dann ist da natürlich noch der ganze Wüstensand). Ich liebe diese Stelle: „Er, der Wüstenzeit brauchte.“, als Begriff, Wüstenzeit zu brauchen, das spricht zu mir, wie man so schön sagt. Ansonsten muss ich zugeben, ich lese lieber Sätze. Diese Flut an Begriffen, Worten, Satzfetzen, ich verstehe zwar, was du mit dieser Erzählweise ausdrücken willst, ein Zuviel und ein Zustand, in dem die Dinge sich na ja: unordnen, aber ich tue mich sehr schwer, mich darin zurechtzufinden. Vor allem diese Kanonenfeuer, Er, der … - Er, der … - Er, der … - die Monotonie darin macht mich fertig. Das macht aber meine Wahrnehmung, nicht unbedingt dein Text. Was die Umsetzung des Themas anbelangt, gelingt es mir deshalb jedoch gar nicht, wirklich hineinzuspüren, ob da noch mehr ist als nur das drohende Ende der Lebenszeit, und auch bleibt mir verborgen, wie individuell diese Erinnerungen sind, es entsteht für mich keine Person aus dem „Er, der“. Die Vorgabe der Lebensspanne natürlich ist originell verarbeitet.
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lilli.vostry
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BeitragVerfasst am: 23.01.2019 01:19    Titel: aw:Sanduhr Antworten mit Zitat

Hallo,

einer der ersten Texte, die ich hier las. Ein ganz besonderer, sehr lebendiger, experimenteller Text. Fast wie ein Langgedicht, kurz, knapp, sinn- und wortspielerisch, von oben nach unten und umgekehrt, variabel lesbar, so dass sich immer andere Vor und Danach, Deutungen, Figuren - Perspektivwechsel ergeben. Auf bestimmte Lebensstationen eines Mannes, der jahrzehntelang versuchte, die Welt zu umarmen, was misslang, der in die Wüste flieht.

In drei Kapiteln: Endlich - Ausgraben - Eingraben befragt und beschreibt er sich selbst in der 3. Person, den krebskranken Bruder, die Frau, die er liebt und die ihn verließ und die Mutter, die seinen Erzeuger in die Wüste schickte.
Er tut es ihm gleich, hofft leer und frei von allen und allem zu werden.

Das ist sehr berührend, tief und ehrlich und erkenntnisreich geschildert.

Ein Satz ist durchgestrichen - Absicht? Gültig und ungültig zugleich...
"Die Mutter, die verloren ging"

Mein Lieblingssatz im Text: "Er, der im Sandbad nach Restwärme tauchte."

Der am Ende sich selbst umarmt.

Ein Text, den man immer wieder lesen kann und Neues entdeckt. Großartig!

Dein Text ist einer meiner drei Favoriten.

Viele Grüße,
Lilli


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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 25.01.2019 16:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

hier geht es mir ähnlich wie bei „Flügel/schlag“. Ich finde dieses formal Langgedichtige, dieses beim Lesen ständig neu ansetzen müssen, ziemlich anstrengend. Bin ich vielleicht einfach nicht grewohnt. Dazu kommt, dass sich beide Beiträge eines ähnlichen Stilmittels bedienen, nur dass man hier den Text selbst vom Ende her lesen muss.
Ich sehe allerdings auch, dass eine Mischform aus Fließtext und Versen (wenn man's so nennen kann) dem Text nicht gutgetan hätte.
Insgesamt, was die Bildlichkeit, die Greifbarkeit des skizzierten Lebens angeht, hat mir das hier einen Tick besser gefallen.


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fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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anderswolf
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BeitragVerfasst am: 25.01.2019 16:06    Titel: Antworten mit Zitat

Da geht einer in die Wüste, um sich selbst zu finden, Jesus-Style. Nach einer selbstmitleidigen Einleitung,  die sich liest wie eine nachträgliche Selbsterklärung zur Schließung einer Klammer beginnt eine Wanderung durch den Sand einer Ellipsenwüste zu den Ursprüngen des LI. Dies ist in weiten Teilen sehr gelungen, wenngleich, wie in jeder Wüste, immer auch mit Stellen durchsetzt, wo man hängenbleibt, stockt und nachher Sand im Schuh spürt, der einen lästig beschwert. Im Grundaufbau natürlich mehr an ein Langgedicht erinnernd und weniger an einen Prosatext (auch dafür scheint die Einleitung ein Feigenblatt). Im Nicht-ganz-Stabreim des Hauptteils ebenso wie im WüstenSand-Thema zeigt sich ein Anklang an nicht nur das Zitat der Vorgabe, sondern auch eine Inspiration durch die restlichen Zeilen (sehr viel deutlicher natürlich im letzten Drittel):
Ingeborg hat Folgendes geschrieben:
Drüben versinkt dir die Geliebte im Sand,
er steigt um ihr wehendes Haar,
er fällt ihr ins Wort,
er befiehlt ihr zu schweigen,
er findet sie sterblich
und willig dem Abschied
nach jeder Umarmung.

Begleiter der Wüstenzeit des LI sind außer Erinnerungen an den frisch an Krebs verstorbenen (Halb)Bruder, an die sandige Beziehung zu einer ihn austrocknenden Frau, an die Kindheit und die erziehungswunde Mutter ein Rucksack mit hoffentlich ausreichend Wasser sowie ein Kruzifix, das sicherlich die Inspiration für die erste Zeile des Textes ist: Der Gekreuzigte scheint die Welt umarmen zu wollen. So RetConig der Text ist, könnte man man inversgelesen denken, Jesus hätte, als ihn die Kraft verließ, zu seinen Jungs gesagt: "Mir werden die Arme schwer vom vielen Umarmen, bindet sie mir fest, damit ich sie nicht fallen lassen muss." Dem ist natürlich nicht so, der Herr Messias hat sich ja geopfert, wie sich auch das LI für die undankbare Welt geopfert hat. Weitere Christus-Parallelen sind erlesbar, aber für diesen Kommentar unnötig.
Die fast lyrische Aufarbeitung des Themas eröffnet einen sprachspielerischen Wortraum, der in einem reinen Prosatext den Lesenden das Gehirn verknotete, dementsprechend findet sich eine Fülle stimulierender Bilder, die das Lesen in beide Richtungen erfreulicher macht als die Einleitung vermuten ließ. Tatsächlich erstreckt sich der Text zu einem bestimmten Punkt wie die eigene Vergangenheit um das LI selbst. Bleibt nur zu hoffen, dass die Resignation zuletzt nicht zu einer Selbstaufgabe führt. Tote in der Wüste zu suchen ist eine undankbare Aufgabe.
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fabian
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Beiträge: 120



BeitragVerfasst am: 25.01.2019 16:19    Titel: Re: Sanduhr Antworten mit Zitat

Zusammen mit Flügel/schlag für mich der beste Text.
Bei jedem Neulesen wieder die Unsicherheit: welcher ist besser nein: welcher soll 10, welcher 12 Punkte bekommen?
Beide sind anders und doch einander ähnlich.
Und ja: beide sind bis auf Wortebene Entdeckertexte.
Sprachmächtig.
Wortspielerisch.

Schmerzhafte Entscheidung: 12 Punkte
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Constantine
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Beiträge: 2682

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 25.01.2019 16:57    Titel: Re: Sanduhr Antworten mit Zitat

Bonjour

Für mich wärst du mein Favorit in diesme Wettbewerb geworden, wäre da leider nicht doch zu viel im Argen, was an deinem Text zu überarbeiten wäre, damit er für mich funktioniert.

Teilweise gelingt es dir mit deinen Ein- oder Zwei-Wort-Sätzen Bilder in mir zu erzeugen, die ich zusammensetzen muss, an anderen Stellen gelingt es dir leider nicht mehr so gekonnt, deskriptiv zu sein, sondern kommst mir mit Infodump und pumpem Zaumpfahlwinken, damit man da Bild sieht.

Weiteres Problem an deinem Text für mich:
Guy Incognito hat Folgendes geschrieben:
Sanduhr

Die Welt umarmen.
Er hatte es versucht. Jahrzehntelang.
Diese Welt wollte nicht umarmt werden. Weder ganz noch teilweise. Zumindest nicht von ihm.
Fünf Jahrzehnte. Fünf! Verplempert für diese Erkenntnis. Weniger Erfolg als ein Walretter. Das musste man erstmal hinkriegen. Menschen vertrugen keine Umarmungen. Vertrugen keine seiner Umarmungen. Vertrugen sich nicht. Mit ihm. Inkompatibel.

Das Fluchtfahrzeug fraß sich in den Sand. Aufheulen. Schlingerkurs. Durchdrehen. Schrecksekunde. Nach dem Erlöser tasten. Ruhe bewahren. Das Kruzifix vom Hals nehmen. Druck ablassen. Platz für den Erlöser finden. Rückwärtsgang. Sich aus dem Dreck ziehen. Anlauf nehmen. Niedertourig. Die Pferde gezügelt. Der Erlöser, aufgehängt. Taumelnd am Rückspiegel. Ein stummer Vorwurf. Die Welt, noch immer unumarmt.
Letzte Meilen. Vierradgetriebene Zivilisationsrestzermürbung. Straße im Endstadium.
Sich aus dem Staub eine Fahne machen. Umlaufbahn verlassen. Leben ausgeblendet.

Er stellte den Motor ab. Der Erlöser schunkelte. Nicht mehr. Abgehängt. Ausgestiegen.


E n d l i c h

Den Erlöser in die Tasche stecken. Den Rucksack schultern.
Glutluft inhalieren. Nichts begrüßen. Stille bunkern.
Bergauf schwimmen. Den Kamm erklimmen.
Aussichtstrunken.
Varianten von Rot sehen.
Trugluftschlösser. Auf Sand gebaut.
Sich fallen lassen. Steigen. Sinken. Steigen.
Wellenschatten. Schattenwellen. Gewässerloser Strand.
Kurvige Einladung. Nacktland. Bereit, umarmt zu werden.
Leer für andere. Leer von anderen. Randvoll für ihn.
Unbe-wegte Spurlosigkeit betreten.
Im Brandungsstillstand versinken.
Flimmerbilder fangen.
Aufsteigen. Niederlassen. Den Erlöser zur Brust nehmen. Aussichtsreichtum scheffeln.
Gründe suchen. Abgründe entdecken.
Den Hut nehmen.
Schatten finden.


A u s g r a b e n

Fliehkräfte.
Ins Schleudern geraten.
Vollgas geben.
Sand tanken.
Jahre abreißen.
Der Alte bleiben.
Den Rückstand aufholen.
ArbeitsWeltKlimaWandel, thermo-dynamisch. Extern hitzig. Intern unterkühlt.
Der Neue sein.
Fuß fassen.
Weiter. Machen. Müssen.
Erledigt.
Bürokratischer Fünfkampf: Beantragen_Widersprechen_Warten_Nachfragen_Abheften.
Wohnungsauflösung. Begreifbares, verschachtelt, zum Abtransport. Unbegreifliches, besitzerlos, im Raum stehend.  
Gläser. Abgestellt mit Rest. Der letzte Schluck. Ungenießbar.
Trauergäste. Maskengesichter. Lippenbestiftete Verlegenheitsgläser in haltsuchenden Händen. Designpreisträger auf dem Trauermodenlaufsteg. Leistungsschau der Hilflosigkeit.
Wohltätigkeitsspende statt Blumenmassaker.
Ein Kreuz. Biologisch. Natürlich. Abbaubar angebaut. Zertifizierte Verwesung.
Worthülsendauerfeuer. Trostfrei. Bemüht. Thema verfehlt.
Ein Sarg. Grundsolide. Zeitlos. Buche gedämpft. Glattgeschliffen und kräutergeölt. Nachhaltig. Qualitätskompost.

Er, von Erleichterung beschwert.
Er, der Plan B an sich nahm.
Sein Bruder, der losließ.
Er, der Hände hielt.
Sein Bruder, der „Mach´s besser“ sagte.
Er, der „Mach´s gut“ sagte.
Sein Bruder, der Abschied nahm.
Er, der den Amtsschimmel longierte.
Sein Bruder, der zitterte.
Er, der lüftete.
Sein Bruder, der verging.
Er, der Wäsche wechselte.
Sein Bruder, der litt.
Er, der „Kündigung“ sagte.
Sein Chef, der „Ganz oder gar nicht“ sagte.
Er, der „Halbtags“ sagte.
Sein Bruder, der abbaute.
Er, der Sprüche klopfte.
Sein Bruder, der kämpfte.
Er, der „Scheiße“ sagte.
Sein Bruder, der „Krebs“ sagte.

Er, der Wüstenzeit brauchte.

Ich fand ihn bis hier gut, eigenwillig und interessant.

Was dann folgt ist eine Geduldsprobe.
Ab hier beginnt dein Text an mich zu langweilen und es geht für mich bergab, weil du dich hier bis zum Schluss für diese monotone "Aufzählerei" entschieden hast und die anfängliche Erzählhaltung und Stilpfade verlassen hast.
Guy Incognito hat Folgendes geschrieben:

Sie, die ihre Sachen packte.
Er, der die Welt nicht verstand.
Sie, die ihm Glück wünschte.
Er, der über Schöpfer und Erlöser sinnierte.
Sie, die „Den Schöpfer nehm ich mit“ sagte.
Er, der den Erlöser an die Kette nahm.
Sie, die ihm ein Kruzifix schenkte.
Er, der den Fehler nicht fand.
Sie, die sich löste.
Er, der sie in den Arm nahm.
Sie, die „Mir auch“ sagte.
Er, der „Tut mir leid“ sagte.
Sie, die „Ich kann das nicht“ sagte.

Er, der nichts sagte.
Sie, die „Nicht von dir“ sagte.
Er, der sich freute.
Sie, die schwanger wurde.

Er, der damit leben musste.
Sie, die es nicht fassen konnte.
Er, der sie nicht erkannte.
Sie, die ihm in der Stadt begegnete.

Er, der wartete.
Sie, die „Später vielleicht“ sagte.
Er, der „Trotzdem“ sagte.
Sie, die von Überbevölkerung redete.
Er, der Kinder wollte.

Sie, die den Hausrat vervollständigte.
Er, der keinen Schöpfer hatte.
Sie, die „Sup-pen-kel-le“ sagte.
Er, der sie anstarrte.
Sie, die „Hast du keinen Schöpfer“ fragte.
Er, der „Was suchst du“ fragte.
Sie, die in Schubladen kramte.
Er, der kochte.

Sie und er, einen Sandkuss tauschend.
Ritualisierte Verlegenheit.
Sie, die „Hm“ sagte.
Er, der „Eben“ sagte.
Sie, die „Da wächst ja nix“ sagte. Ernüchtert.
Er, der „Na“ sagte. Erwartungsvoll.
Sie, mitgenommen. In der Wüste.
Er, der sie mitnahm. In die Wüste.

Sie, die als Selbstläuferin überzeugte.
Er, der sie auf Händen tragen wollte.
Sie, die ihn eigensinnig fand.
Er, der um eine Chance bat.
Sie, die das Meer liebte.

Er, der in die Wüste floh.

Sie, die eine Pause brauchte.
Er, der keine Worte fand.
Sie, die duftete.
Er, der Zeit brauchte.
Sie, die sich in sein Leben tastete.
Er, der auf Umarmung hoffte.
Sie, die weiter lächelte.
Er, der von einem Irrtum ausging.
Sie, die ihn anlächelte.

Er, den es in die Wüste zog.

Er, der Unvernetzte.
Er, der umarmen wollte.
Er, der Kies zusammenkratzte, um Sand zu bereisen.
Er, der auf der Suche blieb.

Die Wüste, die sich ihm entdeckte.

Er, der Urlaubsreife.
Er, der Schlafgestörte.
Er, der Erfolgsberauschte.
Er, der Beförderte.
Er, der Fehlerfinder.
Er, der Überstundensammler.
Die Kollegen, denen er Rätsel aufgab.
Er, der Großrechner verstand.
Er, der Arbeit fand.
Er, der den halben Bruder zur Gänze umarmte.
Er, der den Abschluss schaffte.
Er, den der Abschluss schaffte.
Er, der den halben Bruder be-elterte.
Er, der Doppel-Links-Händer.
Er, der Erinnerungs-Schlag-Löcher abzäunte.
Die Mutter, die verloren ging.
Er, der es nicht aushielt.
Die Mutter, die ihn umarmen wollte.
Er, der aneckte.
Er, der hibbelte.
Er, der nichts vom Vater wusste.
Er, der Fragezeichen gerufen wurde.
Er, der ´Prosopagnostiker´ buchstabierte.
Die Mutter, therapeutenverschleißend.
Er, der aus dem Rahmen fiel.
Er, der Heimwehkranke.
Er, der zur Kur geschickt wurde.
Die Mutter, wartezimmersitzend.
Er, der nicht gedeihen wollte.
Die Mutter, terminsuchend.
Er, der Lächelverweigerer auf Klassenfotos.
Die Mutter, ratgeberlesend.
Er, der unfähig schien, das Rechte zu tun.
Die Mutter, lehrerbelehrt.
Er, der zwangsbekehrte Rechtshänder.
Der halbe Bruder, der an ihm hing.
Er, der zu Bildungsanstaltshaft verurteilt wurde.
Die Mutter, erziehungswund.
Er, der zankschuldig gesprochene Intensivtäter.
Die Mutter, nervenblank.
Er, der einen halben Bruder bekam.
Die Mutter, die sich befreite.
Er, der die Arme um ihr Bein schlang.
Die Mutter, die „Bis später“ sagte.
Die Mutter, die ihm übers Haar strich.
Er, der brüllte.
Er, der am Gitter rüttelte.
Die Mutter, die „Schlaf“ sagte.
Die Mutter, die ihn ablegte.
Die Mutter, die seine Finger von ihrer Kleidung löste.
Die Mutter, die ihn ins Leben trug.
Die Mutter, die seinen Erzeuger in die Wüste schickte.


E i n g r a b e n

Er, der sich selbst in die Wüste geschickt hatte.
Er, der die steilste Düne bezwingen wollte.
Er, der den Erlöser zum Gipfeltreffen lud.
Er, der nicht so enden wollte.

Der Erlöser, arbeitsunfähig.
Er, der den Erlöser anbrüllte.
Der Erlöser, aussageverweigernd.
Sand, im Getriebe.
Er, der Getriebene.
Er, der die Dinge in die Hand nahm.
Er, der sich den Erlöser vom Hals schaffte.
Er, der aus der Haut fahren wollte.
Der Erlöser, den Kopf in den Sand gesteckt.

Er, versunken in den Anblick der Versinkenden.
Sand, der ihm durch die Finger rieselte.
Er, der die Linke um Plan B schloss.
Er, der fröstelte.
Er, der im Sandbad nach Restwärme tauchte.
Er, der in der Versenkung verschwand.
Er, der die Schmerzgrenze auslotete.
Er, dessen Widerstand versandete.      
Er, der Schrumpfende.
Er, der winzig war.
TreibSandKorn.
Die Mutter, in deren Schoß er kroch.

Eingehüllt.
Zusammengerollt.
Sich selbst umarmend.


Insgesamt denke ich, hättest du deinen Text bis zum Schluss mehr im Stile der ersten Hälfte verfasst, mit Wechsel von Textpassagen und Er-Aufzählerei, dann wäre dein Text für mich klarer Favorit hier gewesen.

Es tut mir leid: zéro points.

Merci beaucoup.
Constantine
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