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Flashpoint 1849, meine Alternative History Idee


 

 
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Thorius
Geschlecht:männlichAbc-Schütze

Alter: 24
Beiträge: 5
Wohnort: Mainz


BeitragVerfasst am: 06.12.2018 23:43    Titel: Flashpoint 1849, meine Alternative History Idee eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

(Tatsächlich findet diese Idee nicht im Jahr 1849, sonder im Jahr 1914 statt. Die Grundidee, ist das die Revolution von 1849 zumindest in Westdeutschland und Italien erfolgreich war und zum Zusammenbruch des Kaiserreiches Österreich führte. Deutschland selbst ist 1914 in 4 Nationen geteilt. Die Deutsche Republik im Westen, mehr oder weniger Westdeutschland ohne Bayern, dafür mit Luxemburg und Elsass-Lothringen. Bayern-Österreich(+Slowenien u. südlicher Teil des Sudetenlandes), das Königreich Sachsen (Sachsen + nördlicher Teil des Sudetenlandes) und das Königreich Preußen (Preußen von 1848, ohne die Rheinprovinzen, aber um einige kleinere Staaten (Mecklenburg) vergrößert.
Es existieren außerdem eine kleine tschechische Republik (ohne das Sudetenland), eine vereinte italienische Republik sowie eine "Groß-ungarische Republik" die sich aus Ungarn, der Slowakei, Kroatien, Galizien und Siebenbürgen zusammensetzt. Mehr zu all diesen Nationen, ihren inneren Verhältnissen und wie genau sie entstanden später)

Prolog:


"Wie werden tun was wir können, damit Großvaters Traum wahr wird. Damit die Polen auch zu einem Teil unserer Nation werden, damit auch ihre Stimme gehört wird.". Für Friedrich und seine Frau was es ein großartiger Tag, für so viele Monate hatten sie hart gearbeitet um das hier möglich zu machen und zehntausende Deutsche und Polen feierten nun mit ihnen. Sie fuhren in ihrem offenen Automobil durch die Straßen von Posen und winkten ihren zukünftigen Untertanen zu. Die polnische Bevölkerung war nicht glücklich mit dem Königreich Preußen, aber die Anwesenheit des Kronprinzen versetzte auch sie in Feierlaune.
Im Jubel der Menge ging der Knall des Revolvers fast unter und erst als sich Friedrich, gerade noch winkend, an die Brust griff und rückwärts in die Arme seiner Frau fiel, sprang die Menge auseinander. Er spürte etwas Warmes an seiner Hand und seine Sicht verschwamm langsam. Seinen Namen, er hörte wie seine Frau seinen Namen rief, doch eine seltsame Schläfrigkeit überkam ihn. Er versuchte noch die Hand zu heben, ihr die Tränen aus dem Gesicht zu wischen, doch seine Augen fielen zu und sein Arm nach unten.
Mehrere Zivilisten und heran geeilte Polizisten hatten sich auf den Mann mit dem Revolver gestürzt und ihn zu Boden geworfen. Und während der Attentäter noch auf Polnisch "Für das freie und geeinte Polen" schrie, erschlaffte der Körper von Kronprinz Friedrich komplett und sein Atem stoppte.

"Eure Hoheit, unser Geheimdienst und die Dienste des Zaren sind sich einig. Die Ungarn haben den Mord des Kronprinzen geplant und unterstützt. Sie haben diese Terroristen finanziert um uns zu schwächen, die Ungarn haben euren Sohn auf dem Gewissen Hoheit." Friedrich Wilhelm V hörte Hindenburgs Erklärungen nur halb zu, er hatte dies alles längst gelesen und wartete nur noch erschöpft darauf, dass seine Generäle endlich auf den Punkt kamen.
"Der Zar hat bereits die Mobilmachung bekannt gegeben, er wird an unserer Seite stehen um endlich die Verräter in Ungarn und ihre Verbündeten zu vernichten."
Sein Kopf schmerzte, fast so sehr wie das Loch, welches er seit dem Tod seines Sohnes in sich verspürte, dennoch musterte er noch einmal seine Kräfte um diesen Wahnsinn zu stoppen.
"Die Deutsche Republik, Italien und Bayern-Österreich stehen alle auf Ungarn Seite, egal welche Beweise wir ihnen vorlegen. Selbst mit dem Zarenreich und seinen Verbündeten auf dem Balkan ist ein Sieg für uns unwahrscheinlich und unendlich kostspielig." er wollte keinen Krieg, wollte keine Millionen Tote, wollte nicht die letzten Reste des Werkes seines Vaters in Flamen aufgehen sehen.
Doch er wusste bereits wie die Generäle dieses letzte Argument entkräften würden und es ließ all seine verbleibenden Kräfte schwinden.
"Der französische Präsident bietet seine Unterstützung an. Frankreich würde die Republik von hinten aufrollen, im Gegenzug müsste nur die 'Ungerechtigkeit von 1875' rückgängig gemacht werden."
Selbst ein Hardliner wie Hindenburg war sichtlich unzufrieden damit die Franzosen um Hilfe zu bitten, doch um "den Ruhm Preußens wiederherzustellen" waren er und die meisten Generäle bereit alles zu tun.
Friedrich Wilhelm wollte widerstehen, wollte diesen Wahnsinn zurück in die Büchse der Pandora jagen und jeden der Hardliner persönlich aus dem Königreich werfen, doch er konnte nicht. Sein Vater hätte es getan, er selbst hätte es in jungen Jahren getan, doch jetzt war er schwach und gebrochen und nahm seinen Füllfederhalter in die Hand.
"Dann sei es so." es war mehr ein Jammern das er von sich gab, als er den Mobilmachungsbefehl und die Kriegserklärung, für in drei Tagen, unterschrieb. Er versank vollkommen in seinem Arbeitssessel, als die Generäle, sichtlich zufrieden, den Raum verließen.
Friedrich Wilhelms Augen waren müde und brannten immer noch von viel zu vielen Tränen, doch er fixierte das Portrait seines Vaters. Wäre er doch nur nicht so früh verstorben, hätte er doch mehr als nur zehn Jahre geherrscht, all dies wäre nie passiert. Vater hatte ihm stets gelehrt was Krieg war, hatte ihm von den schrecklichen Dingen erzählt die er als junger Leutnant auf der Krim gesehen hatte.
Doch jetzt war der König von Preußen nur müde und fühlte sich um zwanzig Jahre gealtert. Er wollte nichts mehr mit der Welt zu tun haben.

Ende Prolog

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MoL
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Beiträge: 1117
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Das bronzene Stundenglas


BeitragVerfasst am: 09.12.2018 00:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo lieber Thorius!

Erstmal danke für Deinen Einstand hier. So recht packt er mich allerdings nicht. Das hat denke ich einen guten Grund: Die Steigerung verläuft rückwärts.

So wie Du die Unterzeichnung der Kriegserklärung "für in drei Tagen" schilderst, ist sie mir einfach langweilig, ein Nachgeben eines schwachen Mannes, dessen rückgratlose Nachgiebigkeit aufgrund seiner Position auf mich jämmerlich wirkt.
Nichts gehen seinen Schmerz und seine Trauer. Aber als Staatssouverän hat er andere Interessen in den Vordergrund zu stellen und sich selbst zurückzunehmen.
Wenn Du ihn unbedingt so "schwach" darstellen möchtest, dann muss es schon anderweitig spannend sein.

Der Kronprinz wird ermordet: Wie soll man das auch "toppen"?

Wie wäre es daher, wenn Du das ganze genau anders herum aufzäunen würdest?

Friedrich Wilhelm V wird zum Krieg gedrängt, widersteht aber allen Argumenten seitens seiner Leute und Hindenburg eisern.
Dann sieht er zu, wie sein geliebter Sohn die Straße entlang fährt, ist stolz, erinnert sich dessen erster Schritte - im Leben und in der Diplomatie. Dann der Schuss.
Friedrich kann seinen Blick nicht lösen, aber gibt den Befehl: "Schickt nach Hindenburg!"
Oder so ähnlich.

Was meinst Du?

Das Wort "Hardliner" passt übrigens in keinster Weise in Deine Erzählzeit, da musst Du aufpassen! Smile

Liebe Grüße,
MoL


_________________
"Hexenherz - Eisiger Zorn", acabus Verlag, Februar 2017.
"Die große acabus-Jubiläumsanthologie", acabus Verlag, Oktober 2018.
"Hexenherz - Glühender Hass", acabus Verlag, Januar 2019.
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Thorius
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BeitragVerfasst am: 10.12.2018 00:03    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank für die Rückmeldung MoL.

Du hast schon Recht, ich bin mir nur nicht ganz sicher wie ich Friedrich Wilhelm V aufbauen soll zu Beginn. Er ist ein Gegner des Krieges, galt ursprünglich als Hoffnungsträger für eine weitere Liberalisierung Preußen, erwies sich jedoch schlicht als seinem verstorbenen Vater eben würdig, sodass er mit der Zeit an Einfluss verlor, vor allem nach mehreren kleineren Skandalen, die seinem Ansehen schadeten und ganz sicher nicht vom russischen Geheimdienst fabriziert wurden.
Das mit dem Aufbau stimmt auf jeden Fall und schau ich nochmal drüber, man sollte wirklich nicht den Höhepunkt nach einem Drittel des Prologs setzten, um es dann vor sich hin plätschern zu lassen

Für die Historiker die sich wundern wer dieser Friedrich Wilhelm V ist und wo unser "guter, alter" Wilhelm II. ist, simpel. Sein Vater Friedrich III., heiratet hier nie Victoria von Großbritannien und Irland (die älteste Tochter Queen Victorias). Friedrich III. heiratet eine unbedeutende Prinzessin eines gestürzten deutschen Fürstenhauses und etabliert sich als zurückhaltend liberal.
Im Gegensatz zu Wilhelm II gab es bei Friedrich Wilhelm V keine Komplikationen bei der Geburt und er ist auch nicht am linken Arm verkrüppelt.
Jetzt aber noch etwas vom Ersten Kapitel :

Kapitel 1

"Wir werden mit unseren Verbündeten stehen. Wir haben diesen Krieg nicht begonnen und Blutvergießen ist das Letzte war wir wollen. Aber wir werden kämpfen, wir werden kämpfen bis der letzte Monarchist und der letzte ewig Gestrige besiegt und vergessen ist. Für die Freiheit, für unsere Republik!".
Die Menschenmenge, zehntausende Bürger Frankfurts, brachen in Jubelstürmen aus und begannen den letzten Satz der Rede des Präsidenten der Deutschen Republik immer wieder zu rufen. "Für die Freiheit, für unsere Republik!".
Stefan gehörte zu dieser Menschenmenge, er war 22 Jahre alt und hatte gerade erst sein Studium begonnen. Dieses würde nun wohl bald wieder ein Ende finden, den er uns seine Freunde hatten bereits beschlossen, dass sie wieder der Armee beitreten würden, noch bevor der Einberufungsbescheid herein flattern würde. Stefan hatte seine 2 Jahre Wehrdienst vor 5 Monaten beendet, also waren die Erinnerung frisch, auch wenn seine körperliche Verfassung leicht nachgelassen hatte. Er, Rainer und ein halbes Duzend Kommilitonen zogen mit Hunderten anderen jungen Männern zum nächsten Armee-Büro. Es würde schnell gehen, er kannte seine alte Dienstnummer immer noch auswendig. Während er sich beim alten Feldwebel im Büro anmeldete, drangen immer noch die gleichen Rufe in das kleine, muffige Büro. "Für die Freiheit, für unsere Republik!".

Das war nun 2 Wochen her und Stefan war zurück in der grünen Uniform des Deutschen Heeres. Die Farbe seiner Bluse und Hose war weniger auffällig als die leuchtend roten Hosen der Franzosen und ähnelte auf den ersten Blick dem Waffenrock der preußischen Armee. Zusätzlich zu den Taschen an seinem Gürtel hatte mehrere auf genähte Taschen an seiner Bluse. Insgesamt war sie durchaus bequem und angenehm zu tragen auf Märschen und im Feld.
Im Gegensatz dazu waren seine Stiefel noch nicht einmal annähernd bequem, sie waren brandneu und noch lange nicht eingelaufen. Bisher hatte er es sich verkniffen den alten Trick, die Stiefel mit Urin "einzuweichen", anzuwenden. Solange er sich keine Blasen lief würde es lassen.
Hier draußen im Feld war das Grün der Uniform weniger nützlich als im Wald, wofür sie ausgelegt war, doch wie bereits erwähnt immer noch besser als die roten Hosen und blauen Oberteile der Franzosen.

Er blickte über das abgeerntete Feld auf die nicht weit entfernten Weinberge, von denen wohl viele nicht abgeerntet werden würden. Stefan und seine Kompanie waren aktuell bei Neustadt am Rhein stationiert, ihre Division würde übermorgen an die Front verlegt werden. Nicht in den Osten, wo ein Großteil des Heeres versuchte den Ansturm der Preußen und Russen zu stoppen. Nein, sie würden in den Elsass ziehen, um die Franzosen aufzuhalten, um ihre Versuche zu stoppen, durch die dortigen Festungslinien zu brechen. Er könnte sich sehr viel schlimmere Orte vorstellen, eine nahe Festung würde wenigstens Artillerieunterstützung und warmes Essen bedeuten. Die Ungarn und Polen, die sich in Galizien gegen die russische Dampfwalze stemmten, hatten es auf jeden Fall schlimmer als er.
Seine Mauser hatte er über seine Schulter geworfen, geladen war sie im Moment nicht, weswegen er relativ entspannt im Umgang mit dieser war. Es war ein gutes Gewehr, zuverlässig und präzise, mit fünf Patronen, welche man jeweils mit einen 5er Klipp nachlud.
Man hatte ihm den Rang eines Unteroffizier gegeben, denn mit der Mobilmachung von Millionen Soldaten brauchte man jeden den man finden konnte. Die neuen Schulterklappen fühlten sich für ihn immer noch falsch an, aber er würde nun einen 10 Mann starken Trupp ins Gefecht führen. Er fühlte sich unsicher und nervös, wenn er an die baldigen Kämpfe dachte, also zog er eine Zigarette aus einer Brusttasche und schob sie sich in den Mund. Er war noch immer etwas ungeschickt mit dem Feuerzeug, mit dem Rauchen hatte er erst vor einer Woche angefangen, doch als Soldat schien es einfach dazu zu gehören. Aus einer anderen Tasche zog er ein zerknittertes Stück Papier, den letzten Brief den er von seiner Mutter bekommen hatte. Als Ingenieur in einer "kriegswichtigen Industrie" war sein Vater nicht mobil gemacht worden, stattdessen stellte er jetzt Scharfschützen visiere für die Jäger her. Sein jüngerer Bruder Armin hatte nur ein paar Monate vor Kriegsausbruch seinen Wehrdienst begonnen und war "glücklicherweise" bei der Logistik gelandet. So konnte Mutter wenigstens ein kleines bisschen besser schlafen, auch wenn er schon an der Schrift sehen, wie besorgt sie war, zum Glück konnte er wenigstens keine getrockneten Tränen auf dem Papier erkennen.
Daran konnte er jetzt aber leider nicht ändern und er verstaute den Brief wiederm als Leutnant Schneider sich zu ihm gesellte. "Freundin?" fragte der etwas ältere Soldat, während er sich auch eine Zigarette anzündete.
"Mutter. Mein kleiner Bruder ist bei einer Logistikeinheit in Hannover gelandet und mein Vater ist nicht mobil gemacht worden.".
Schneider zog den Rauch ein und wartete für einen Moment, bevor er wieder ausatmetet. "Klingt gut.". Für einige Minuten herrschte Stille, während sie ihre Zigaretten zu Ende rauchten.
"Die Franzosen haben bereits ihren ersten Angriff aus Straßburg gestartet. Der Nachrichtendienst schätzt, dass gut eine halbe Million Mann die Festung angreifen. Bis jetzt halten wir stand, unsere Division wird sie unterstützen.". Stefan hatte gehört welche Truppen die Front hielten. Nationalgarden aus dem Elsass, Baden, der Pfalz und Moselland und eine Hand voll Reservedivisionen, die nicht mobil genug waren um schnell in den Osten geworfen zu werden. Das Einzige, was verhinderte, dass die Franzosen diesen Haufen beiseite wischten, war das Gelände und die gewaltigen Festungsanlagen, welche die Republik dort in den letzten 20 Jahren aufgebaut hatte. Minen und Festungen, dafür war das Elsass in der Republik bekannt und die Minen gab es auch nur weil man sie unter die Festungen graben konnte.
"Wir bekommen sogar noch ein paar Batterien 100 mm Feldhaubitzen, irgendjemand im Oberkommando scheint wohl zu hoffen, dass wir zahlen durch Granaten ausgleichen können.". Dieser Gedanke machte Sinn, gab Stefan zu, was ihn fast erschrecken ließ, Generäle und Stabsoffiziere die wissen was sie tun ? In welchem Wunderland war er bloß gelandet.
"Wollen wir mal hoffen, dass ein paar zusätzliche Geschütze genug sein werden um eine halbe Million Franzosen zu stoppen.", ja, hoffentlich würden es genug sein.

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Windes_Urpoesie
Sonntagsschreiber

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Beiträge: 16
Wohnort: Europa


BeitragVerfasst am: 10.12.2018 14:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo lieber Thorius,

Für mich liest es sich interessant, - einfach aus dem Grunde, da ich Geschichtsinteressiert bin und ab und an mal Dokumentarfilme geschaut habe.
Ein wirklich schwieriges Thema hast du dir ausgesucht, - aber du scheinst das ganz gut gemeistert zu haben, - denn das was ich lesen durfte, konnte ich mir gut vorstellen, und du hast es an sich flüssig aneinander gereiht.
Dank dir


_________________
Wie ein Irrlicht schwebt die Traumfigur des Windes durch die Weltgeschichte. Folgt seiner alten Weise, und geht mit mir zusammen auf die Reise. Wir treffen uns am Portal der Himmelsschneise.
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malu_vs
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 38
Beiträge: 52
Wohnort: Hessen


BeitragVerfasst am: 13.12.2018 15:14    Titel: Infodump Antworten mit Zitat

Hallo,

Mir persönlich gefällt der Prolog ganz gut. Es waren allerdings ein paar Wortfehler drin, die mich beim lesen stolpern ließen. Kapitel 1 finde ich dagegen nicht so gelungen.
Der Sprung zwischen den Abschnitten stört mich. Er ist irgendwie zu aprupt. Man ist gerade angekommen, schwupp zwei Wochen weiter. Was dann kommt ist für mich Infodump.
Die Beschreibungen an sich gefallen mir, aber es ist gähnend langweilig und als Anfang eventuell tödlich für den Leser. Versuch doch die Infos in Handlung zu packen, durch ein Gespräch mit seinen Leuten über seine Beförderung, dann kurz was er darüber denkt.
Er könnte auch den Brief seiner Mutter nehmen und lesen, was sie so über den Vater und die Brüder schreibt. So bekommst du es sicher lebendiger.
Es fehlt ein Konflikt in der Szene.

Deinen Schreibstiel finde ich gut und wie bereits erwähnt, die Beschreibungen auch.

Ich hoffe du verstehst worauf ich hinaus will smile


_________________
Malu Volksky
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Murnockerl
Geschlecht:weiblichSchreiberassi


Beiträge: 55
Wohnort: Graz


BeitragVerfasst am: 15.12.2018 18:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Thorius!

Ich habe jetzt auch mal die beiden Teile gelesen. Leider sind noch relativ viele Beistrich- und einige Flüchtigkeitsfehler drin - ich habe für den Prolog mal einige Beispiele herausgeschrieben, damit du siehst, was ich meine. Am besten du liest den Text insbesonders auf Zeichensetzung noch einmal genau durch.

Das Thema finde ich ziemlich spannend, muss allerdings sagen, dass ich als jemand, der Geschichte vor allem aus der Schule sowie als Kulisse in Literatur, Film und Fernsehen kennt (sprich, nicht besonders fit ist, wenn es um Details geht), aus dem Text noch nicht besonders viel des alternativen Geschichtsverlaufes herauslesen konnte. Deinen anfänglichen Erklärungen zufolge hast du das alles ja sehr genau geplant - das gilt es jetzt aber noch (mehr) im Text auf für die Leserin verständliche und interessante Weise rüberzubringen.
Mir ist klar, dass das bei diesem Thema sicherlich nicht einfach ist, vor allem auch, da du jetzt schon sehr viel eher langweilige Exposition im Text hast, was durch noch mehr Infos nicht besser wird. Trotzdem würde ich versuchen, die Leser ein wenig langsamer an das Thema heranzuführen und die Informationen Stück für Stück in die Handlung einzubetten.

Wie wäre es z.B., wenn Stefan nicht gleich im zweiten Absatz an die Front katapultiert wird, sondern wir erleben, wie er sich mit seinen Eltern oder dem Bruder darüber streitet, ob der Krieg gerechtfertigt ist oder nicht, oder mit Freunden in einen kriegwütigen Mob gerät, der gerade - nur ein Beispiel - auf ausländische Bürger losgeht. So könntest du ohne Infodumping aufklären, wer nun eigentlich gegen wen warum kämpfen wird, welche Länder es gibt, wie sie zusammengehören, usw., und dem Publikum gleichzeitig Stefan als Hauptfigur (?) näher bringen, seine Motivation und seine persönlichen Ansichten erklären.

Zitat:
"Wir werden tun, Beistrich was wir können, damit Großvaters Traum wahr wird. Damit die Polen auch zu einem Teil unserer Nation werden, damit auch ihre Stimme gehört wird.".


Mir ist nicht ganz klar, in welchem Kontext diese Aussage fällt. Sagt Friedrich das zu seiner Frau? Dann käme mir der erste Satz ein wenig hölzern und zu erklärend vor, da sie als enge Angehörige sein Vorhaben gut kennt, und der zweite Satz zu "rhetorisch" für eine private Unterhaltung
Wenn die Aussage hingegen an die Bevölkerung gerichtet ist (was ich nicht glaube, aber trotzdem auch irgendwie möglich wäre), fehlt mir hier der Kontext - sagt er das, bevor er seine Autofahrt beginnt? Oder ruft er es dem Volk vom Auto aus zu?

Zitat:
Für Friedrich und seine Frau was es ein großartiger Tag, für so viele Monate hatten sie hart gearbeitet um das hier möglich zu machen und zehntausende Deutsche und Polen feierten nun mit ihnen.

Sie haben diese Terroristen finanziert um uns zu schwächen, die Ungarn haben euren Sohn auf dem Gewissen Hoheit.

Der Zar hat bereits die Mobilmachung bekannt gegeben, er wird an unserer Seite stehen um endlich die Verräter in Ungarn und ihre Verbündeten zu vernichten.


Vor "um" jeweils ein Beistrich - der Fehler kommt recht häufig auch an anderen Stellen vor.

Zitat:
Er wollte keinen Krieg, wollte keine Millionen Tote, wollte nicht die letzten Reste des Werkes seines Vaters in Flammen aufgehen sehen.


Zitat:
Doch er wusste bereits, Beistrich wie die Generäle dieses letzte Argument entkräften würden und es ließ all seine verbliebenen Kräfte schwinden.


Zitat:
Selbst ein Hardliner wie Hindenburg war sichtlich unzufrieden damit, Beistrich die Franzosen um Hilfe zu bitten, doch um "den Ruhm Preußens wiederherzustellen", Beistrich waren er und die meisten Generäle bereit alles zu tun.


Zitat:
Vater hatte ihn gelehrt, Beistrich was Krieg war, hatte ihm von den schrecklichen Dingen erzählt, Beistrich die er als junger Leutnant auf der Krim gesehen hatte.


Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen und wäre auf jeden Fall gespannt, wie sich die Geschichte weiter entwickelt smile
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Ute Wille
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BeitragVerfasst am: 16.12.2018 11:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Thorius,
Habe deine beiden Kapitel gelesen und möchte mich gerne der Aussage von Murnockerl anschließen.
Besonders schwierig ist es, deinen Ausführungen über die "geschichtlichen Abläufe" zu folgen. Der reale Geschichtsverlauf ist schon durch die vielen Beteiligten recht unübersichtlich, da solltest du deinen neuen Geschichtsverlauf häppchenweise deutlich machen. Es gibt sonst beim Leser ein Kuddelmuddel im Kopf, zumal du reale historische Gegebenheiten, oder besser Objekte genau beschreibst.
Persönlich würde ich die "Uniformbluse" als Hemd bezeichnen, da Bluse eigentlich ein weibliches Kleidungsstück ist. Aber da werde ich mich selber noch mal schlau machen.
Das ist eine echt schwere "Geschichte", die du dir da vorgenommen hast. Ich wünsche dir gute Übersicht und Spaß beim weiteren Spinnen des Geschichtsfadens.


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Ute Wille
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BeitragVerfasst am: 17.12.2018 07:57    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen Thorius,
habe mich schlau gemacht, deine Bezeichnung "Bluse" für das hemdartige Kleidungsstück bei einer Uniform ist korrekt.
Wieder etwas gelernt! Very Happy
Wirst du auch mit Karten arbeiten? Für den kurzen Vorspann fände ich das eine interessante Möglichkeit. Macht vielleicht auch den geschichtlichen Schnitt deutlich, wenn die anderen Konstellationen sichtbar werden. Dann kann man auch mal zwischendurch den Weg der Truppen nachverfolgen.
Bin gespannt, wie du diese "neue" Geschichte weiter führst.

Euch allen eine tolle Woche.


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nicolailevin
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BeitragVerfasst am: 23.01.2019 16:54    Titel: Antworten mit Zitat

Ich weiß nicht, ob das noch gilt, so spät nach dem Einstellen, aber Historiker denken ja in weiteren Dimensionen ...

Rein grundsätzlich eignet sich das Thema meiner Meinung nach nicht für Belletristik. Alternative Geschichte funktioniert für mein Verständnis nur dann, wenn Menschen sich durch den veränderten Lauf der Historie in spürbar unterschiedlichen Lebenssituationen befinden, sich Konflikte ergeben, die vorher undenkbar waren.

Dafür braucht es zunächst eine Ära und einen Lebensstil, der uns allen nah und gut vertraut ist, auch wenn wir keine Historiker sind. 1848 ist das nicht; mehr als "irgendwie Biedermeier" weiß doch kaum jemand aus dieser Epoche. Und dann muss es in der bekannten Epoche so scheppern, dass alles aus den Fugen gerät.

Nicht umsonst drehen sich so viele Alternativhistorie-Geschichten um die Nazizeit. Die kennen wir nämlich ganz gut, und sie hatte massiven Einfluss auf Lebensumstände: Was wäre, wenn es Hitler nie gegeben hätte und die (uns vertraute) Unterdrückung und das Elend und die Zerstörung des Zweiten Weltkrieges nie stattgefunden hätten? (Stephen Fry Geschichte machen) Oder umgekehrt: Was wäre, wenn die Nazis gewonnen hätten? (Man in the High Castle)

Dein Szenario ist zum einen nur wenigen Spezialisten vertraut. Außerdem ist es einfach zu wenig umwälzend, um für den Normalbürger der Epoche gravierende Auswirkungen zu haben. Was du brauchst, ist der Hebel von frei/unterdrückt, zerstört/blühend, reich/arm. Eine Historie, in der die Schweiz das Armenhaus Europas wird ... in der England in Schutt und Asche versinkt ... in der die Russen Demokratie üben und die Amerikaner einem Diktator folgen ... sowas in der Preisklasse.

Ob die Uniformen grün oder blau sind? Ob dieselben gutbürgerlichen Gestalten: "Es lebe die Republik!" statt "Er lebe der Kaiser!" rufen? Geschenkt.

Ich verstehe, dass es Spaß macht, sich so eine Variante auszudenken, schreib doch ein fiktives Geschichtsbuch, aber eben im Genre Sachbuch. Sonst wird das nichts, fürchte ich.
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Thorius
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BeitragVerfasst am: 24.03.2019 20:15    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Sorry für die lange Pause (Uni und Praktikum haben mich gut beschäftigt).

Zuerst mal nicolailevin, du hast mich glaub ich missverstanden. Der Titel ist zwar "Flashpoint 1848", die Geschichte spielt aber nicht in 1848.

Der "Point of Divergence" war eine erfolgreiche Revolution in 1848/49 (kennen sicher alle noch aus dem Geschichtsunterricht Wink ), die im weiteren Verlauf zu einer Teilung Deutschlands zwischen einer demokratischen, deutschen Republik und Preußen führte.

Die Geschichte selbst spielt im 1.Weltkrieg dieser Welt, ausgelöst durch die Ermordung des preußischen Kronprinzen (nicht Willhelm "III")  durch polnische Nationalisten, die durch den ungarischen Geheimdienst unterstützt wurden.

Wir haben also eine durchaus andere Welt als wir kennen. Wir haben ein Preußen, welches durchaus vergleichbar mit dem Kaiserreich unserer Zeit ist, aber eine Deutsche Republik, ein Ungarn, ein Italien und ein Frankreich die komplett anders als in unserer Zeit sind.

Die Idee ist also "Was wäre wenn es auf deutschem Boden früh einen demokratischen Nationalstaat gegeben hätte" ?.

Trotzdem vielen Dank für deine Kritik.

Ich schreibe noch an der Geschichteu und habe einige Dinge geändert z.B. ist zum Schrecken aller Seehofers und co. das Königreich bayern-Österreich nicht mehr Teil der Geschichte und die geplante Situation der USA ist anders.
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Thorius
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BeitragVerfasst am: 24.03.2019 20:26    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hier ist eine simple Karte für alle Interessierten:



Hellblau: Deutsche Republik

Dunkelblau: Frankreich

Dunkelrot: Großungarische Republik

Grau: Preußen

Braun: Königreich Sachsen

Hellgrün: Tschechien

Helgrün neben Italien: Slowenien

Dunkelgrün im Mittelmeer: Italienische Republik

Anderes Dunkelgrün: Russisches Zarenreich


Allierte: Deutsche Republik, Italienische Republik, Großungarische Republik, Hellenische Republik, Slowenien.

"Restorations Mächte" (Ein Name welchen die Presse in der Deutschen Republik erfand und welcher durch die Allierten übernommen wurde) : Frankreich, Preußen, Russland, Rumänien, Serbien, Dänemark
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Thorius
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BeitragVerfasst am: 24.03.2019 23:01    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hier noch ein Teil des Ersten Kapitel
(Ein kapitel soll jeweils aus mehreren Teilen, jeweils aus der Sicht anderer Charaktere bestehen. Im ersten Chapter sind es Stefan Schneider, Präsident Richard, Otto von der Schleswiger Nationalgarde, ein namenloser Französischer Soldat sowie Konteradmiral Janssen und Fregattenkapitän Haider. Dieser Teil ist die Vorstellung für Janssen und Haider. In späteren Kapiteln werden es weniger Charaktere pro Kapitel, z.B. Otto und der Französische Soldat sidn "one-off" Charaktere die kurze Kampfabschnitte haben, bevor sie fallen oder gefangen genommen werden)

Fortsetzung Kapitel 1

Stahl, auf 25 000 Tonnen Stahl stand Konteradmiral Janssen, während er den Hafen der Jungferninseln beobachtete. Die Jungferninseln waren das einzige Übersee-Gebiet der Republik, die alte Rhein-Konföderation hatte es im Jahr 1859 vom Königreich Dänemark erobert. Damals hatten die Dänen zwar die norddeutsche Küste blockiert, ein deutsches Geschwader war aber in Übersee gestrandet. Abgeschnitten von zu Hause und ohne Hafen, eroberten sie sich einfach diesen Hafen.
Und nun war es Janssens Aufgabe, diesen Hafen zu halten, 55 Jahre nachdem er für Deutschland erobert worden war. Mit seinem Geschwader sollte er diesen einzigen deutschen Überseestützpunkt so lange wie möglich halten. Zwei kleine Kreuzer, ein Panzerkreuzer und natürlich sein Flaggschiff, die Möwe. Sie bildeten das karibische Geschwader der Deutschen Marine. Die Möwe war einer der drei Schlachtkreuzer dieser eher bescheidenen Marine, die einzigen Großkampfschiffe der Flotte. Ein vierter Schlachtkreuzer, die „Gans“, lag noch in Bremen im Trockendock, doch selbst nach ihrer Fertigstellung wäre das Kräfteverhältnis zu See immer noch zu Ungunsten der Alliierten. Drei deutsche Schlachtkreuzer und vier italienische Dreadnoughts, mit zwei weiteren kurz vor der Indienststellung, standen gegen 12 französische Großkampfschiffe und 5 russische, die meisten davon in der Nordsee. Dort blockierten sie die deutsche Küste so gut sie konnten, möglichst ohne dabei die Royal Navy zum Eingreifen zu provozieren. Im Mittelmeer war das Kräfteverhältnis mehr ausgeglichen, doch ohne die beiden weiteren Dreadnoughts wollten die Italiener vorerst keine Kämpfe provozieren.
Trotzdem wäre es nur eine Frage der Zeit, bis die Franzosen ein Geschwader schicken würden, das stark genug wäre, um sie auszuschalten. Die französischen Kolonien in der Karibik und Südamerika hatten zwar kaum wirtschaftlichen Wert, das Prestige und der Stolz der Franzosen würde es aber nicht gestatten, dass Janssen jeden französischen Hafen einäschern würde. Gegen einen Dreadnought hatte die Möwe nur schlechte Chancen, ihre Panzerung war zu schwach, um es mit anderen Großkampfschiffen aufzunehmen.
Janssen und seine Offiziere hatten sich bereits beraten und auch wenn es schwerfiel, die Entscheidung war einstimmig beschlossen worden. Sie hatten sich einen Plan überlegt, einen Weg mehr für den Krieg zu erreichen und nicht einfach nur hier abgeknallt zu werden. Sie hatten bereits alles von Wert in der näheren Umgebung eingeäschert und weil sich zwei mutige französische Schiffe, ein alter Kreuzer und ein bewaffneter Aviso, ihnen gestellt hatten, wurde auch die Munition langsam knapp.
Ein kleiner, älterer Mann kam nun auf ihn zu, Statthalter Adler, der Verwalter dieses einzigen deutschen Überseestützpunkt. Der Mann wirkt vielleicht klein und schwach, doch Janssen hatte während seiner Zeit hier herausgefunden, welches Feuer sich hinter den müden Augen verbarg. Doch jetzt schien er geschlagen, denn er wusste was auf ihn zukam.
„Statthalter, es ist meine Pflicht ihnen mitzuteilen, dass wir die Jungferninseln nicht länger verteidigen werden. Mit unseren Kräften können wir nur noch für kurze Zeit standhalten und werden daher einen Durchbruch nach Deutschland versuchen.“, Adler nickte nur, er verstand die Situation zu gut und selbst wenn er die Autorität gehabt hätte, hätte er das Geschwader ziehen lassen. Es machte einfach keinen Sinn so viele Schiffe für eine fast wertlose Gruppe von Inseln zu opfern.
Es tat Janssen etwas leid, dass er den Statthalter über seine Pläne anlügt. Doch musste sicher gegangen werden, dass diese so lange wie möglich geheim blieben. Ihr Ziel war nicht die Nordsee, auch nicht das Mittelmeer, um zu den Italienern durchzubrechen, sondern Siam. Um Kap Horn herum, Tahiti und Neu Kaledonien auf dem Weg dorthin einäschern und dann das französische Pazifik-Geschwader versenken. Eine solche Verstärkung würde die Versorgung der französischen Kolonialtruppen zumindest zeitweise blockieren und den Siamesen einen wichtigen Vorteil verschaffen.
Auch wenn er nicht hoffte, dass die Franzosen Adler foltern würden, so würde diese falsche Fährte ihnen wenigstens helfen. Adler nickte nur und stellte sich neben Janssen, während sie die Arbeiter beobachteten, die nun alles an Vorräten und Munition in die Schiffe brachten, was gefunden werden konnte.
In der Nähe von Buenos Aires wartete bereits ein Flottentender auf sie, ein weiterer war im Pazifik stationiert. Unterwegs würden sie noch heimlich in Chile aufkohlen, hoffentlich ohne irgendwelche französische Unterbrechung. Nicht nur Vorräte wurden an Bord gebracht, auch Marinesoldaten marschierte entlang des Piers, in perfekter Formation standen sie dort und warteten bis sie an Bord durften.
Die Männer waren verunsichert, die Schiffe bis zum Rand vollgestopft und die Reise würde viele Wochen dauern. Und das war nicht einmal das Schlimmste. Sie mussten eines ihrer Schiffe zurücklassen, den alten Kreuzer „Dithmarschen“. Das Schiff war zwar immer noch in gutem Zustand und die Crew war gut trainiert, aber ihre Anlagen waren einfach zu alt, um die Geschwindigkeit des Verbandes zu halten. Wenn das Geschwader sich an seine Geschwindigkeit anpassen würde, würde sich die Reisedauer fast verdoppeln.
„Es tut mir leid, Fregattenkapitän Heider. Viel Glück und Seemansheil“, war die letzte Nachricht, die er das Dithmarschen zukommen ließ, während seine Schiffe nun mit Höchstgeschwindigkeit in See stachen.

„Erster Offizier, aufkohlen. Wir gehen nach Hause.“ war Heiders Kommando, nachdem Janssens Geschwader außer Sicht war. Janssen hatte ihm zwar nicht den Befehl gegeben, aber Heider konnte eins und eins zusammenzählen. Sein Schiff war zu langsam, um mit dem Schlachtkreuzer mitzuhalten und würde es wohl auch nicht durch den Pazifik schaffen.
Das Mittelmeer aber, vor allem wenn sie unterwegs französische Schiffe aufbringen könnten, war in Reichweite. Er würde, anders als die französischen Kapitäne, sein Schiff nicht für einen heroischen, aber schlussendlich nutzlosen Widerstand opfern. Und wenn er unterwegs noch ein paar französische Handelsschiffe aufbringen könnte, umso besser.
„Wir stechen morgen in See.“, die Männer salutierten zackig und gingen zurück zu ihrer Arbeit, während sich Haider in seine Kajüte zurückzog. Er warf seine Mütze und seine Jacke auf sein Bett, kaum war die Tür hinter ihm zugefallen. Mit einem leisen „Phlonk“ ließ er sich auf seinen Stuhl sinken, einen gemütlichen alten Eichenstuhl, den sein Großvater ihm einst vererbt hatte. Auf dem Schreibtisch vor ihm waren Karten verteilt, er hatte alle Berechnung bereits ein duzend mal durchgeführt, hatte seine Männer alle Pläne tausend mal durchwälzen lassen.
Und trotzdem konnte er nicht aufhören und obwohl seine Augen vor Müdigkeit brannten, lehnte er sich wieder über die Karten, in der Hoffnung irgendeinen kleinen Vorteil zu finden. Doch es tat sich keine geheime Passage ins Mittelmeer auf, kein geheimer Kanal, mit dem er die französische Mittelmeerflotte umgehen könnte. Er und seine Crew müssten an Gibraltar vorbei, an der französischen Blockade vorbei schleichen und dann so schnell wie möglich Sardinien erreichen. Und den den Franzosen wohlgesonnen Spaniern musste man auch aus dem Weg gehen, weil es nicht schon schwer genug war.
Seine Hand zitterte bereits vor Müdigkeit, also gab er es auf, er konnte sowieso nichts mehr ändern. Er ließ den Bleistift fallen und griff stattdessen nach einen Glass und einer Flasche Rum. Betrinken wollte er sich nicht, Seitdem er in der Akademie das Deck des Ausbildungsseglers vollgekotzt hatte und danach die Sauerei der gesamten Crew beseitigen musste, hatte er eine gesunde Abneigung gegen grenzenlosen Alkoholkonsum entwickelt. Aber ein Glas Rum war immer gut um die Nerven zu entspannen und er leckte sich die Lippen, nachdem er den ersten Schluck genommen hatte.
Endlich entspannten sich seine Nerven etwas und er nahm noch einen Schluck, während sein Blick ins Leere ging. Sie hatten sowieso keine andere Wahl, also warum darüber verrückt machen

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