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[ROM] Die Kammer auf dem Dach

 

 
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reißwolf
Schreiber-Lehrling


Beiträge: 126



BeitragVerfasst am: 02.06.2007 13:01    Titel: [ROM] Die Kammer auf dem Dach eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo, liebes Forum!
Nach diversen Anfragen über PNs und Threads hier nun eines von zwei Stücken Prosa aus meiner Feder. Es ist ein Text aus der "Schublade", der Anfang eines inzwischen verworfenen, oder zumindest in unbestimmte Zukunft verschobenen Romanprojekts. Viel Spaß dabei und spart nicht an Kritik!

Die Kammer auf dem Dach

Also, es begann mit meinem Großvater, einem fürchterlich lispelnden, oberlippenbärtigen Mann des Namens Klaus Wilhelm, der, soweit ich mich erinnere (ich war noch klein, als er starb), rittmeisterliche Steife mit weichlichem Schwärmertum eigenartig vereinte. Ich liege wohl nicht falsch, wenn ich die preußische Ausprägung seines Wesens auf eine mit Stock und Rute durchgedrückte Erziehung zurückführe, die seiner eigentlichen Natur entgegengesetzt war, von der jene leichtsinnige, spätromantische Sentimentalität sich als Überbleibsel erhalten konnte.

Mir ist noch der ferne Tag in Erinnerung, als Großvater vor andächtig versammelter Verwandschaft etwas Verträumtes auf der Geige spielte. Man mußte bei Strafe seinen Mund halten, zu diesem Anlaß. Ich kann heute nicht mehr beurteilen, wie gut er spielte, ich weiß nichtmal mehr, ob es mir damals gefiel. Nur, daß er eingangs ewigkeitenlang die Saiten einzeln anstrich und an kleinen Schräubchen drehte, um das Gerät zu stimmen, habe ich nicht vergessen. Ich erinnere mich noch, daß ich mich fragte, warum man nicht einfach Geigen im Laden kaufen konnte, die schon gestimmt waren, damit dieses gräßliche Zeremoniell den Zuhörern erspart bliebe.

Wenn ich noch weiter in meinen Erinnerungen herumkrame, dann sehe ich Großvater in einem mit fahlen Mustern tapezierten Raum am Haupt eines kilometerlangen, weiß betuchten Speisetisches sitzen, dessen Seiten von verschiedenerlei Tanten und Omas besetzt war, mit denen ich irgendwie verwandt gewesen bin. Nicht, daß ich dort wohnte. Nur zu Familienfeiern nahm man mich zuweilen mit zu den Großeltern, meistens waren es, glaub ich, Beerdigungen. In diesem frühen Erinnerungsbild sitzt alles schweigend vor goldgeränderten Porzellantellern (es gab wohl Suppe). Nur die Standuhr, ein bedrückendes Ungeheuer, betont mit ihrem düster schwerem Tack-tack die Stille, und ihr Pendel erinnert, mahnend wie ein Zeigefinger, an die finstere Tiefe des Zeitenmeeres. Irgendwie glaubte ich damals, daß jene Uhr die Stunden nicht maß, sondern erzeugte. Großvater jedenfalls wacht über die Tafel, spricht das Tischgebet, und die greise Gesellschaft beginnt, die Suppe auszulöffeln, wobei unbedingtes Schweigen regiert. Sobald Suppenschüsseln und Teller geleert sind, hebt er die stumme Essensstrenge wieder auf, indem er etwas Lateinisches spricht und sich sodann Pfeife und Tabak reichen läßt. Ein Aufatmen geht dann durch den Raum, und einige der Frauen, die älteren, heben augenblicklich zu gedämpftem Gespräch an, während die anderen, die jüngeren, in huschend aufräumende Geschäftigkeit verfallen. Ich aber werde in den Tag entlassen.

Manchmal, am abendlichen Ofenfeuer, wenn ich noch auf Mamas Schoß sitzen durfte, gefiel es dem Großvater, der stets im merkwürdig behutsamen Abstand zur übrigen Gesellschaft saß, in einem besonderen Schaukelstuhl nämlich, die eine oder andere, mit ungezogenem Witz gepfefferte Bemerkung zu machen, gegen die meine Oma dann milde protestierte. Ich verstand selten was er sagte, aber es schien jedesmal von höchst geistreichem und ungeheuerlichem Humor zu sein, wenn er seine Nase mit den großen Löchern hob, als röche er mit Genuß und Widerwillen zugleich an einem stinkenden Käse, um dann mit überaschend hoher Stimme, leicht hüstelnd und lispelnd etwas Ironisches zum Besten zu geben, was ihm das Publikum trocken schmunzelnd, oder auch mit verschlucktem Glucksen dankte.
 
Zwei oder dreimal ist es vorgekommen (und ich schwöre, es ist wahr), daß dieser Opa, wenn außer uns beiden niemand im Raum war, sich zu mir umdrehte, mich streng besah und dann eine unwahrscheinliche, groteske Fratze zog, dergestalt, daß sich seine Unterlippe nach außen wölbte, die obere aber nach innen, während die Augen das Weiße in den Vordergrund rollten. Dann erzeugte er das täuschend echte, hustende Geräusch eines schwer in Gang zu setzenden Autos und ließ sogar eine alte Hupe vernehmen. Mit einem Schlag war alles wieder vorbei, noch ehe ich gewahrte, daß ich soeben Unglaubliches eleben durfte. Großvaters gewohnte, streng distinguierte Miene ward wiederhergestellt, und er beachtete mich nicht weiter. Ich war sprachlos. Unsicher, ob das Erlebte nur Produkt meiner Einbildung gewesen war, drehte ich mich so zaghaft wie erfolglos nach eventuellen Zeugen um.
Vielmehr Erinnerungen sind mir nicht geblieben, an diesen Mann, der wohl einmal Lehrer an einem Jungeninternat gewesen ist - Geschichte und Musik, soviel ich weiß.

Meine Mutter erzählte mir mal von einem Kämmerlein unter dem Dachboden, einem Refugium des Patriarchen, in das vorzudringen selbst seiner Frau, einer Geborenen von Soest, nur in Ausnahmefällen gestattet war. Hierin bewahrte er private Dinge auf, neben seinen Geigen waren es vor allem Bücher und Briefe. Sein Weltbild fußte wohl auf einer Art aufgeklärtem Protestantismus, durchmischt mit humanistischen Idealen. Die griechische Klassik, die Renaissance und die abendländische Klassik waren auch im Alter sein Steckenpferd dem er viel Zeit des Lesens opferte (ich wollte „Hobby“ schreiben, aber im Zusammenhang mit meinem Großvater scheint jeder Anglizismus unpassend). In diesem intimen Kämmerlein meines Großvaters nun liegt der Anfang meiner Geschichte...

Gruß, Reißwolf

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Ralphie
Geschlecht:männlichForenonkel

Alter: 65
Beiträge: 4082
Wohnort: Bora Bora
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BeitragVerfasst am: 02.06.2007 13:17    Titel: Antworten mit Zitat

Phantastisch.  Shocked Mir stockt der Atem.
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Prosaist
Abc-Schütze


Beiträge: 6



BeitragVerfasst am: 02.06.2007 14:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo reißwolf,
ich finde deinen Text langweilig und schwerfällig. Dein Versuch, originell schreiben zu wollen, grenzt beinahe schon ans Groteske. Außerdem zielst du zu offensichtlich darauf ab, Bilder erzeugen zu wollen. Dies gelingt dir aber nur sehr, sehr begrenzt.

Du schreibst, dass dies mal der Anfang eines Romans war. Aber jetzt sei mal ehrlich: Würdest du selbst sowas kaufen? Die Beschreibung eines Opas? Ich bitte dich!
Es sei denn, du beabsichtigst in Klagenfurt zu lesen.

Versuch es mal mit einfacher, präziser Sprache. Kurze, knackige Sätze.
Erzähle uns eine Geschichte mit spannendem oder außergewöhnlichem Anfang. Beides hast du nicht gemacht.

Denn wäre dies der Anfang eines eingesandten Manuskriptes, würde es wohl jeder Lektor ungelesen in den Papierkorb schmeißen.
Dass dich die unzähligen Nominalkonstruktionen als absoluten Anfänger outen, ist dir aber schon bewußt?

Dein Text hat mich enttäuscht. Tatsächlich hätte ich mehr von dir erwartet.

Gruß, Prosaist
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MosesBob
Geschlecht:männlichGehirn²

Administrator
Alter: 38
Beiträge: 19964

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BeitragVerfasst am: 02.06.2007 16:44    Titel: Re: [ROM] Die Kammer auf dem Dach Antworten mit Zitat

Moin Reißwolf!

Ich glaube nicht, dass diese Leseprobe einen Mittelweg zulässt. Sie gefällt, oder sie missfällt. Etwas Anderes scheint mir kaum möglich. Wer noch hin- und hergerissen ist und mit nachdenklich starren Augen versucht, die Geschichte irgendwo unter Gefallen oder Nichtgefallen zu archivieren, wird sie ein zweites oder drittes Mal lesen müssen. Die Wahrheit erschließt sich nicht immer auf den ersten Blick.

Noch bevor der erste Satz zuende war – ja, eigentlich kaum dass er angefangen hat – war ich überrascht; um nicht zu sagen: Ich fiel aus allen Wolken. Da beginnt der Reißwolf, der mit seiner wohlbedachten Ausdrucksweise beizeiten etwas distanziert und sachlich rüberkam, doch tatsächlich eine Geschichte – nicht nur einen Satz! – mit einem nonchalanten „also“. Das ist in etwa so, als würde der Papst in ruhiger Andacht über den Petersplatz flanieren, um plötzlich in die Luft zu springen und seine Hacken unter der gebauschten Soutane aneinanderzuschlagen: Ein jäher Gefühlsausbruch, ein schlagartiger Anflug menschlicher Leichtigkeit zu einem Zeitpunkt, an dem man es am Allerwenigsten erwartet. Man hofft eigentlich nur noch, dass der Geistliche wieder wohlbehalten auf dem Boden landet, ohne sich dabei den Fuß zu verstauchen oder die osteoporöse Knochenstrukur zu lädieren.

Und siehe da, auch an anderen Stellen wird unerwartet locker dahergeplappert: Eine Bemerkung, die mit ungezogenem Witz gepfeffert ist, das weitere Herumkramen in der Erinnerung, sein Weltbild, das mit Idealen durchmischt ist. Bei so viel bedachter Eloquenz kommen solche Ausdrücke unerwartet salopp daher. Fein.

Ich hatte an manchen Stellen den Eindruck, als würdest du den Bogen an Adjektiven überspannen; die Sehne knirschte, das Holz sowieso. Dann habe ich mich gefragt, ob dieser Eindruck nicht dadurch entstanden ist, dass du landläufige Begriffe dort, wo sie sich aufdrängen, dankenswerterweise gemieden hast. Die „rittmeisterliche Steife mit weichlichem Schwärmertum“ ist vielleicht das beste Beispiel, denn der eigentliche Zauber solcher Kreationen erschließt sich einem oft erst dann, wenn man sie ein zweites oder drittes Mal liest. Ich mag solche Schöpfungen. Glatte eins. Aber zurück zu den Adjektiven:

reißwolf hat Folgendes geschrieben:
Ich verstand selten was er sagte, aber es schien jedesmal von höchst geistreichem und ungeheuerlichem Humor zu sein, wenn er seine Nase mit den großen Löchern hob, als röche er mit Genuß und Widerwillen zugleich an einem stinkenden Käse, um dann mit überaschend hoher Stimme, leicht hüstelnd und lispelnd etwas Ironisches zum Besten zu geben, was ihm das Publikum trocken schmunzelnd, oder auch mit verschlucktem Glucksen dankte.

Ich mag lange Sätze, doch selbst für meinen Geschmack bricht hier die Achse unter dem Gewicht an Kundgaben (ich wollte „Input“ schreiben, aber im Zusammenhang mit dem Großvater schien mir jeder Anglizismus unpassend wink ): Die „überraschend hohe Stimme“, die „leicht hüstelnd und lispelnd etwas Ironisches zum Besten gab“, was ihm das Publikum „trocken schmunzelnd“ oder auch mit „verschlucktem Glucksen“ dankte … das Gefüge streckt sich gewaltig: Mehrsilbige Wucherungen. Wie siehst du das?

Jedoch: Dass man es hier mit einer ganz anderen Schreibweise zu tun hat, als gemeinhin üblich, wird einem klar, noch bevor der erste Satz zum Punkt kommt. Hier werden größere Brötchen gebacken. Der literarische Anspruch spornt zu Höchstleistungen an, sowohl den Leser als auch den Schreiber selbst. Das gefällt nicht jedem, aber solchen, denen es gefällt, gefällt´s.

Schwerfällig, wie Prosaist schreibt, finde ich den Text nur dann, wenn man solche Kost nicht gewohnt beziehungsweise kein Befürworter oder Freund ebensolcher ist. Sein Argument „Die Beschreibung eines Opas“ lasse ich nicht gelten. Ich finde sogar, sie ist großer Humbug. Dass hier mehr als nur die Beschreibung eines Opas schauläuft, ist für meine Begriffe offensichtlich. Es geht (auch) um den Einfluss, den der Opa auf sein Umfeld sowie natürlich den Erzähler selbst, den Protagonisten, hat und damit auch auf seine Erziehung. Gepflogenheiten und Eigenschaften, die auf die Entwicklung eines Charakters Einfluss nehmen und ihn darüber hinaus sogar prägen. Und es ist eine Einleitung auf den eigentlichen Kern der Geschichte: Die Kammer auf dem Dach. Das ist der Titel: „Die Kammer auf dem Dach“ und nicht „Die Beschreibung eines Opas“. Wahrscheinlich hätte mich aber auch der letzgtenannte Alternativ-Titel zum Lesen verleitet. Mir gefallen Personenbeschreibungen, und Henry Millers Trilogie „Sexus“, „Plexus“ und „Nexus“ sind, nebenbei bemerkt, voller Paradebeispiele hierfür (besonders „Plexus“ und „Nexus“). Einen Vergleich ziehe ich aber nicht. Der Stil ist zu verschieden.

Des langen Geschwafels kurzer Sinn: Abgesehen von einigen Adjektiven, auf die ich aus Gründen der Quantität verzichtet hätte, ist der Text ganz großes Tennis – wortgewaltig, sprachlich ausgefallen, bildreich und emotional. Man muss halt nur einen Draht dazu haben. Wie eigentlich überall.

Beste Grüße,

Martin


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Das Leben geht weiter – das tut es immer.
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Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt untergeht, wird die eines Experten sein, der versichert, das sei technisch unmöglich.
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(Laotse)
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Kaius
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 35
Beiträge: 101



BeitragVerfasst am: 02.06.2007 18:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

nun, ich werde jetzt meine Meinung nicht so ausführen, wie mein Vorredner. Ich sage es ganz platt: Mir hat es gefallen. Sehr schön geschrieben, zeugt von großartigem Wortwitz. Mein Geschmack, des Inhalts wegen, ist es allerdings nicht. Aber das liegt einfach daran, dass ich mich für andere Gebiete interessiere.
Klar, manchmal ist es wirklich etwas zuviel des Guten, was die vollgestopften Sätze angeht, aber klasse finde ich es trotzdem. Das mit der Geige hast du zum Beispiel wunderbar beschrieben. Aber auch ich würde das nicht wirklich als Anfang nehmen. Direkt hinter dem eigentlichen Anfang würde ich es einsetzen, aber zur Einstimmung ist es nicht gerade mitreißend.
Nevertheless: Großen Respekt an dein Formulierungsvermögen.

Kaius


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Brynhilda
Felix Aestheticus

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Wohnort: Oderint, dum probent.


Edgar Allan Poe (1809 bis 1849) - Zum 200. Geburtstag
BeitragVerfasst am: 02.06.2007 18:55    Titel: Antworten mit Zitat

Endlich ein Reißwolf!   Exclamation

Es wurde ja auch Zeit!   smile

Ich kann mich eigentlich MosesBob nur anschließen. Ich mag deinen Stil, die Geschichte beginnt interessant, und ich möchte unbedingt wissen, wie es weiter geht. Ich sehe den Großvater genau vor mir. (Er erinnert mich irgendwie an meinen eigenen.)   
Du schreibst auf sehr hohem Niveau.

Kompliment für diesen Anfang!


Viele Grüße!
Ilka/Brynhilda
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reißwolf
Schreiber-Lehrling


Beiträge: 126



BeitragVerfasst am: 05.06.2007 17:51    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank für eure Kritiken!

Danke insbesondere auch an Moses für den Papst-Vergleich - ja, so ist es genehm, so ziemt es sich (ich erwäge eine Änderung meines Nicknames...).

Was ihr mit den Adjektiven meint, stimmt natürlich. Umsomehr, wenn man zwanghaft darauf bedacht ist, markante Adjektive zu verwenden. Das ist dann jedesmal ein kleiner Aufhorcher, eine kleine Unterbrechung des sprachlichen Trotts - aber eben auch eine Einbuße an Fluß. Bei nur geringer Überdosierung wird es schnell unverdaulich. Ich gelobe ein bedachteres Maß an Adjektiven und werde auch die Dichte an Punkten erhöhen...

Ach, und Prosaist - mal als Frage vom absoluten Anfänger an den knallharten Durchblicker: Wer oder was ist eigentlich dieser "Klagenfurt"? Muß ja eine finstere Angelegenheit sein...

Grüße, Reißwolf
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Goldfischli
Abc-Schütze


Beiträge: 8



BeitragVerfasst am: 06.06.2007 08:54    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Reisswolf,

ich habe mich bisher zurückgehalten, die Diskussion im Forum neugierig verfolgt und dadurch viel über das Schreiben gelernt. Deine drei Werke beschäftigen mich so sehr, dass ich dazu ein Statement abgeben will.

Ich erwarte von künstlerischer Literatur - nicht von Unterhaltungsliteratur -, dass sie mich packt, fordert und nach der Lektüre einen reicheren Menschen zurücklässt. Ich will den Autor in seiner Individualität spüren, das Gefühl haben, hinter dem Geschriebenen steht jemand, der etwas zu schreiben hat und der Spass daran hat zu schreiben, in welchem Stil und Genre auch immer.

Dich, lieber Reisswolf, habe ich deutlich gespürt und Deine literarische Welt gefällt mir. Ich hätte sie gerne handfest in Buchform verpackt, um mir dafür Zeit zu nehmen und Deinen Stil - vielleicht in Verbindung mit einem trockenen Rotwein - genüsslich in mich aufzunehmen.

Bei soviel Kunstgenuss, dessen Einzelheiten meine Vorposter schon in ihrer Laudatio hervorgehoben haben, gibt es nur eine Winzigkeit, die mich stört:

Kannst Du vielleicht für die scheinbar und nur scheinbar beiläufigen Bemerkungen eine andere Lösung als die Klammern finden? Sie stören mich nicht nur ästhetisch sondern auch in ihrer Aussage: Was eingeklammert ist, kann auch weggelassen werden und das ist gerade in Deinem Text nicht der Fall. Ich würde auf Gedankenstriche umsteigen.

Ich grüsse Dich herzlich und freu mich auf mehr Stoff.


Goldfischli
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emr
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 139
Wohnort: St. Johann (eines der vielen)


BeitragVerfasst am: 19.10.2018 22:17    Titel: eigenartig Antworten mit Zitat

Reißwolf, hab es gern gelesen, teils erbaut, teils schaudernd. Erbaulich deine Sprache, dicht gepackt, erinnert hat mich das (in so nobel nicht erlebter Form) an die Verwandtenfeiern der Kinderzeit. Hu. Echos des großväterlichen Humors spüre ich beim Rückblick auf meinen Vater, der wohl den seinen als Vorbild nahm und so gern einen Sohn gehabt hätte. Der Teil ist gar nicht hu, Großväter hab ich nicht erleben dürfen, überhaupt kommt das leise Grauen allein aus mir.
Aus dem Konzept bringt mich dein Gebrauch des Wortes eigenartig, das ich exakt mit ebensolcher Wirkung im Erstling verwendet zu haben glaube - tu mich schwer, die Stelle nicht zu suchen und völlig offtopic herzukopieren. (Lang nicht mehr ins erste Werk geschaut, am Ende ist sie auch noch doof.)
Nach solchen Anfang will eins gern das Weitre lesen, insbesondere im heutigen Reißwolf-Stil. Schon 2007 lag das in der Schublade, zwei Kinder werden dich verändert haben. Existiert das Projekt noch?
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