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bin ich ein sehnendes nichts


 

 
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Perry
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 67
Beiträge: 1971



BeitragVerfasst am: 13.08.2018 13:09    Titel: bin ich ein sehnendes nichts eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

bin ich ein sehnendes nichts

schau ich vom fenster übers stadtgedränge
fühle ich mich unbedeutend wäre gern teil
dieser sich unaufhörlich bewegenden menge

heute ist ein grauer tag die tauben am sims
gegenüber gurren tiefer der verkehrslärm liegt
wie ein welliger teppich auf den straßen

als die lichter angehen beschließe ich aus
zusteigen suche mir einen platz am tresen bin
eben kein globetrotter nur ein tippelbruder

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charls
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber


Beiträge: 21
Wohnort: Aruba


BeitragVerfasst am: 15.08.2018 02:11    Titel: Antworten mit Zitat

Endlich mal Metapher die stimmen.

Glueckwunsch!


_________________
Was waeren wir ohne die Liebe? Sag, was waeren wir, ausser Gottloses Gesindel?
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purpur
Dichter und Denker


Beiträge: 1023



BeitragVerfasst am: 15.08.2018 02:44    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen lieber Perry,

mir gefällt Dein Gedicht auch. Die Metaphern und Enjambements finde
ich gelungen ein/gesetzt und kann auch mich gut hineinversetzen, wenn der
Alltag seine großen Schwingen über mich breitet. Allein der Titel will mir nicht
so ganz gefallen - "ich bin ein sehnendes nichts" finde ich nicht zutreffend,
da Du doch auch u. a. die "tiefer gurrenden Tauben" bemerkst. Auch nach
langer Überlegung habe ich keinen überzeugenden Vorschlag, evtl.
"ich bin ein sehnendes wesen", aber dies wird Deine Intension, so wie
Du sie gemeint hast, wohl nicht treffen, glaube ich.
 Kommt noch was?
HerzlichePpGrüße
Pia


_________________
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Perry
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 67
Beiträge: 1971



BeitragVerfasst am: 15.08.2018 17:19    Titel: Hallo zusammen. pdf-Datei Antworten mit Zitat

hallo Charls,
freut mich, dass dich Bilder ansprechen konnten.
Übertragene Bedeutungen zu interpretieren ist immer auch ein Sache der eigenen Gefühlswelt.
LG
Perry

Hallo Pia,
da der Titel eine Frage stellt, kann sich der Leser die Antwort selbst geben, unabhängig von der Erkenntnis des LI. Wink
Danke fürs Interesse und LG
Perry
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Cholyrika
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 56
Beiträge: 285



BeitragVerfasst am: 15.08.2018 18:32    Titel: Antworten mit Zitat

Eigentlich guter Text mit guten Metaphern.
Leider drängt die erste Strophe den Leser in eine Reimform ( Warum? Confused ),
bei der die Metrik leider komplett nicht stimmt.
Dann ab S2 wird es ungereimt.
Leider war ich da dann erst mal raus, weil ich nach Z1 und Z3 den Klang gesucht habe.
Das hat mich extrem vom Text abgelenkt.
Meine Empfehlung: Unbedingt den Reim aus Z1 und Z3 entfernen,
der macht es dem erfahrenen Leser zu schwer, sich auf die guten Worte zu konzentrieren


Liebe Grüße


_________________
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 6051
Wohnort: Irland
Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
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BeitragVerfasst am: 15.08.2018 21:15    Titel: Antworten mit Zitat

Ich stimme Cholyrika hinsichtlich der ersten Strophe zu.

Habe den Titel nicht als Frage gelesen.

Am besten finde ich Strophe 3, vor allem den Vergleich Verkehrslärm mit dem wellenden Teppich.

Wie der globetrotter ins Spiel kommt, ist mir unklar.
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Perry
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 67
Beiträge: 1971



BeitragVerfasst am: 15.08.2018 21:15    Titel: Hallo Cholyrika, pdf-Datei Antworten mit Zitat

ich bin immer wieder erstaunt, wie unflexibel manche (erfahrene) Lyriker noch immer reagieren. Sobald ein Endreim auftaucht, rattern anscheinend sofort die Rhythmen- und Silbenzähler los.
Was z. B. in der 1. Strophe der Endreim ist,  zeigt sich in der 2. in  Lautwiederholungen und endet in der 3. in einem bewusst gesetzten Zeilenbruch.
Für mich sind Stilmittel nur Mittel zum Zweck, aber das darf und kann jeder handhaben wie er will.
LG
Perry
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Perry
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 67
Beiträge: 1971



BeitragVerfasst am: 15.08.2018 21:28    Titel: Hallo firstoffertio, pdf-Datei Antworten mit Zitat

danke für deine differenzierte Einschätzung.
Hättest Du den Titel als Frage gelesen, wenn ein Fragezeichen dahinter stehen würde?
Der Text erzählt von einem LI, das sich danach sehnt Teil der großen Menge zu sein, erkennt aber dann, dass sein Mut nur für einen Platz am Tresen reicht.
LG
Perry
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 6051
Wohnort: Irland
Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
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BeitragVerfasst am: 15.08.2018 22:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hättest Du den Titel als Frage gelesen, wenn ein Fragezeichen dahinter stehen würde?
Ja.

So lese ich eher: Immer dann, wenn ich ein sehnendes Nichts bin
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Cholyrika
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 56
Beiträge: 285



BeitragVerfasst am: 16.08.2018 07:58    Titel: Re: Hallo Cholyrika, Antworten mit Zitat

Perry hat Folgendes geschrieben:
ich bin immer wieder erstaunt, wie unflexibel manche (erfahrene) Lyriker noch immer reagieren. Sobald ein Endreim auftaucht, rattern anscheinend sofort die Rhythmen- und Silbenzähler los.
Was z. B. in der 1. Strophe der Endreim ist,  zeigt sich in der 2. in  Lautwiederholungen und endet in der 3. in einem bewusst gesetzten Zeilenbruch.
Für mich sind Stilmittel nur Mittel zum Zweck, aber das darf und kann jeder handhaben wie er will.
LG
Perry


Ne, ne mein Lieber,
jeder der mich kennt, weiß dass ich kein Silbenzähler oder ähnliches bin.
Das ist soooooo weit entfernt, von dem wie ich Lyrik verstehe!!!!! Rolling Eyes
ABER, wenn es metrisch nicht stimmt und wenn der Lesefluss gehemmt wird durch nicht perfekt abgestimmte ( wie Du es nennst ) stilistische Mittel, dann muss der Autor das doch kritisch zur Kenntnis nehmen, weil es ja hier eine Werkstatt ist.

Nix für ungut


_________________
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Perry
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 67
Beiträge: 1971



BeitragVerfasst am: 16.08.2018 08:30    Titel: Hallo Cholyrika, pdf-Datei Antworten mit Zitat

ich nehme das seit über 10 Jahren zur Kenntnis. Wink
Da ich glaube, die für mich sowohl äußerlich wie innnerlich passende Ausdruckform gefunden zu haben, werde ich dann wohl in den Feedbackbereich umziehen.
LG
Perry
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Klemens_Fitte
Geschlecht:männlichSpreu

Alter: 37
Beiträge: 2081
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 17.08.2018 07:07    Titel: Antworten mit Zitat

Jetzt muss ich doch mal nachfragen.

charls hat Folgendes geschrieben:
Endlich mal Metapher die stimmen.


purpur hat Folgendes geschrieben:
Die Metaphern […] finde
ich gelungen ein/gesetzt


Cholyrika hat Folgendes geschrieben:
Eigentlich guter Text mit guten Metaphern.


Welche Metaphern sind hier gemeint? Das Stadtgedränge kann's ja nicht sein, der Verkehrslärm auch nicht – gut, wenn man eine weite Definition von Metapher zugrundelegt, so dass der Vergleich: Verkehrslärm, der wie ein welliger Teppich auf den Straßen liegt, darauf Platz findet … und sonst? Der Titel? Der Tippelbruder?

So richtig fündig werde ich nicht. Liegt es womöglich daran, dass bei der Rezeption von Lyrik, unabhängig vom Text, schnell auf den Vokabelfundus von Metapher, Bildhaftigkeit oder übertragener Bedeutung zurückgegriffen wird?

Ich habe für mich mal die Probe aufs Exempel gemacht.

Zitat:
Bin ich ein sehnendes Nichts

Schau ich vom Fenster übers Stadtgedränge, fühle ich mich unbedeutend. Wär gern Teil dieser sich unaufhörlich bewegenden Menge. Heute ist ein grauer Tag. Die Tauben am Sims gegenüber gurren tiefer. Der Verkehrslärm liegt wie ein welliger Teppich auf den Straßen. Als die Lichter angehen, beschließe ich auszusteigen. Suche mir einen Platz am Tresen; bin eben kein Globetrotter, nur ein Tippelbruder.


Bis auf Satzzeichen, Großschreibung und die fehlenden Umbrüche ist der Text unverändert – postete man den im Prosabereich, würde ihm dann eine bildhafte, metaphorische Sprache attestiert werden? Oder doch eher eine nüchterne, trockene, womöglich sogar gänzlich un-bildhafte? Oder reißt es der wellige Teppich raus?


_________________
100% Fitte

»Es ist illusionär, Schreiben als etwas anderes zu sehen als den Versuch zur extremen Individualisierung.« (Karl Heinz Bohrer)
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Perry
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 67
Beiträge: 1971



BeitragVerfasst am: 17.08.2018 09:38    Titel: Hallo Klemens, pdf-Datei Antworten mit Zitat

danke für dein Interesse. Ich hoffe, ich kann deine Fragen beantworten.
Zum Grundverständnis: Es hat seinen Grund, warum der Text ohne Satzzeichen und Klein geschrieben ist. Auch die Stropheneinteilung und Zeilenbrüche sind bewusst gewählt.
Deine Fließtextdarstellung ist deshalb zur Textanalyse wenig hilfreich.
Kurz ein paar Anmerkungen:

Die Strophen teilen den Text in Abschnitte wie Sehnen, Ernüchterung, Entscheidung.

Stilmittel:

Lyrische Prosa mit eingestreuten Reimen, Alliterationen und Zeilenbrüchen

 Methaphern:
"unaufhörlich sich bewegende menge"
"die tauben ... gurren tiefer"
"der verkehrslärm liegt wie ein welliger teppich"

 Da steckt mehr drin als Autoschlangen, Tierlaute oder Straßenlärm.

Ich hoffe, Du kannst was damit anfangen.
LG
Perry
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Klemens_Fitte
Geschlecht:männlichSpreu

Alter: 37
Beiträge: 2081
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 17.08.2018 10:05    Titel: Re: Hallo Klemens, Antworten mit Zitat

Perry hat Folgendes geschrieben:
Ich hoffe, Du kannst was damit anfangen.


Um ehrlich zu sein: nein. Wenn wir Tauben, die tiefer gurren und eine Menge, die sich unaufhörlich bewegt, als Metaphern bezeichnen, dann betreten wir einen Bereich, in dem die Verwendung jeglicher Begriffe ad absurdum geführt wird. Ein Begriff wie Metapher lässt sich definieren, und Definition meint immer Abgrenzung zu allem, was damit nicht bezeichnet werden sollte. Man könnte sich also auf eine Definition einigen und schauen, welche Stellen im Text unter diese Definition fallen. Damit, ob im Text mehr steckt als das explizit Gesagte, hat das wenig zu tun.

Wenn man natürlich nur einen Begriff um des Begriffs willen verwenden möchte, tut das wenig zur Sache.

Zumal meine Frage, welche Metaphern gemeint sind, gar nicht so sehr an dich gerichtet war, sondern an die User, die ich zitiere. Du hast den Begriff zuvor ja gar nicht verwendet?

Dass du die Form bewusst gewählt hast, will ich doch hoffen. Mein Beispiel sollte das nicht in Abrede stellen und schon keinesfalls ein Werkzeug zur Textanalyse bieten, sondern nur die Frage aufwerfen, ob man dem umformatierten Text ebenfalls eine metaphernreiche Sprache attestieren würde – wie ich ja auch explizit schrieb. Alles, was du sonst noch aus meinem Kommentar heraus- oder in ihn hineingelesen hast, darfst du behalten. Lyrische Formen musst du mir auch nicht erklären, dass würde erstens den Faden sprengen und zweitens, sollte mir da etwas unklar sein, habe ich andere Leute, die ich fragen würde.


_________________
100% Fitte

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Perry
Geschlecht:männlichDichter und Denker

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Beiträge: 1971



BeitragVerfasst am: 17.08.2018 10:09    Titel: Hallo Klemens, pdf-Datei Antworten mit Zitat

schön, dass wir uns darüber ausgetauscht haben, es ist ja sonst auch nicht viel los. Wink
LG
Perry
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Bananenfischin
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BeitragVerfasst am: 17.08.2018 11:02    Titel: Antworten mit Zitat

Perry hat Folgendes geschrieben:
es ist ja auch sonst nicht viel los


Unabhängig davon, ob viel los ist oder nicht, finde ich es gut, sich Gedanken um die Definition der Begrifflichkeiten zu machen, die man verwendet.

Perry hat Folgendes geschrieben:
Methaphern:
"unaufhörlich sich bewegende menge"
"die tauben ... gurren tiefer"
"der verkehrslärm liegt wie ein welliger teppich"
Da steckt mehr drin als Autoschlangen, Tierlaute oder Straßenlärm.


Ja, man kann sicher einiges darin sehen und hineindeuten, aber die einzige astreine Metapher, die sich der Definition nach hier findet, ist doch tatsächlich die "Autoschlange". Dein letztes Beispiel wäre wohl eine Metapher, wenn es nicht durch das "wie" als Vergleich gekennzeichnet wäre, also z. B. "verkehrslärm ist ein welliger teppich". Du hast ja selbst schon das Stichwort "übertragene Bedeutung" erwähnt.

Zum Gedicht an sich will ich gern auch kurz meinen Eindruck schildern: Da sitzt einer in seiner Wohnung und würde gern weg. Der Wunsch, in der Menge aufzugehen und dadurch an Bedeutung zu erlangen, kein "nichts" mehr zu sein, spielt auch mit hinein, vor allem aber scheint es um Bewegung zu gehen. Das "Aussteigen" ist eher ein Scheitern, es besteht letztlich aus dem Gang in die Kneipe, weil das LI "nur ein tippelbruder" ist. Das Wort wiederum steht einerseits für "Obdachloser", aber auch für "Geselle auf Wanderschaft", was inhaltlich in die gleiche Richtung weist wie "globetrotter". Ich nehme an, du hast das absichtlich so gesetzt; mich hat es irritiert. Vielleicht bin ich der intendierten Deutung nicht auf die Spur gekommen?

Liebe Grüße
Bananenfischin


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»Ob ich mir eine Dramatisierung meiner Bücher vorstellen kann? Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, in meinen letzten vier Büchern gibt es keine Handlung.« (Andreas Maier im Gespräch mit Raimund Fellinger, 2015)
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Perry
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BeitragVerfasst am: 17.08.2018 11:55    Titel: Hallo bananenfischin, pdf-Datei Antworten mit Zitat

danke für dein Interesse an dem Text.
Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass den Bildern eine übertragene Bedeutung innewohnen könnte.
Als eher freier Schreiberling spoielen lyrische Formalien für mich eher eine untergeordnete Rolle. Mir geht es um eine komprimierte Bildsprache, die den Leser anregt eigenes daran zu reflektieren.
Das scheint bei Dir ja zumindest teilweise gelungen zu sein.
Meine Intention war das Sehnen und Aufgeben/Scheitern des Menschen in seinem Bestreben nach Bedeutung/Bedeutendem.
LG
Perry

PS: Da mich der "Tippelbruder" auch etwas zu sehr einengt, habe ich eine alternative 3. Strophe verfasst:

als die lichter angehen hänge ich mein fern
weh an die garderobe suche mir einen platz
am tresen bin eben doch kein globetrotter
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firstoffertio
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BeitragVerfasst am: 17.08.2018 22:25    Titel: Re: Hallo Klemens, Antworten mit Zitat

Perry hat Folgendes geschrieben:
danke für dein Interesse. Ich hoffe, ich kann deine Fragen beantworten.
Zum Grundverständnis: Es hat seinen Grund, warum der Text ohne Satzzeichen und Klein geschrieben ist. Auch die Stropheneinteilung und Zeilenbrüche sind bewusst gewählt.
Deine Fließtextdarstellung ist deshalb zur Textanalyse wenig hilfreich.
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Die Strophen teilen den Text in Abschnitte wie Sehnen, Ernüchterung, Entscheidung.

Stilmittel:

Lyrische Prosa mit eingestreuten Reimen, Alliterationen und Zeilenbrüchen

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"die tauben ... gurren tiefer"
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 Da steckt mehr drin als Autoschlangen, Tierlaute oder Straßenlärm.

Ich hoffe, Du kannst was damit anfangen.
LG
Perry


Ich kommentiere ungern Kommentare anderer. aber wenn du selbst etwas als Metapher einschätzt, Perry, was keine ist (die drei Beispiele), ist es schon gut, wenn wer darauf hinweist.

Du musst dich nicht um lyrische Begriffe kümmern, aber falsch solltest du sie auch nicht verwenden.
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firstoffertio
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BeitragVerfasst am: 17.08.2018 22:29    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
als die lichter angehen hänge ich mein fern
weh an die garderobe suche mir einen platz
am tresen bin eben doch kein globetrotter


Da haben wir jetzt eine. Fernweh an die Garderobe hängen. Die ist gut.

"eben doch kein"? Zumindest wird mir der globetrotter nun klarer.
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Perry
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Alter: 67
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BeitragVerfasst am: 18.08.2018 09:36    Titel: Hallo firstoffertio, pdf-Datei Antworten mit Zitat

dein Interesse freut mich, aber hilfreich ist dieser Komm für mich nicht wirklich. Für mich zählt in erster Linie die übertragbare Lesbarkeit und nicht die Definition.
LG
Perry
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