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Ich bleibe nicht mehr stehn


 

 
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davidmuc
Geschlecht:männlichAbc-Schütze

Alter: 51
Beiträge: 9
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 10.07.2018 20:01    Titel: Ich bleibe nicht mehr stehn eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich bleibe nicht mehr stehn, wenn ich dich sehe:
zum Glück hast du das Freundschaftsband zerrissen,
sonst sind die Nägel bis zum Rand zerbissen
und ich werd wieder uneinsichtig, ehe

du mich ganz schluckst, wie die Tabletten, Kind
und ich erliege deinem Bann. Vor drei
Minuten ging ich wieder dran vorbei,
denn seh ich hin, greif ich nach Ketten blind.

Ich weiß, von sieben Sinnen gieren zehn
nach dir - nochmal zu zweit spazieren gehn
heißt, dass mein Herz in deiner Schlucht versinkt.

Ich hab dich weder, noch du mich, verdient,
es ist das ganze Feld um dich vermint,
wenn uns nach Jahren noch die Sucht verschlingt.

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niko
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 60
Beiträge: 189
Wohnort: Göttingen


BeitragVerfasst am: 11.07.2018 18:52    Titel: Antworten mit Zitat

hi!
es ist merkwürdig.....die metrik ist völlig korrekt und doch ist das gedicht für mich unrund beim lesen. da sind kleine stellen, wo ich den grund erkenne, wie zb: "wie die tabletten" - das stolpert zu sehr. für mich.


nur ein schneller eindruck zu einem gedicht, dass mir inhaltlich gefällt.


_________________
Ein Gedicht auf dem Hintergrund der Biographie des Autors zu interpretieren ist so, als würde man einem schwimmenden Schiff das Wasser nehmen. (NJK)
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davidmuc
Geschlecht:männlichAbc-Schütze

Alter: 51
Beiträge: 9
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 12.07.2018 00:28    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi Niko,

danke. Ich weiß nicht, ob Dir aufgefallen ist, das es komplett in Schüttelreimen verfasst ist, was die Sache erheblich erschwert.

Und doch ist mir das im "Einstand" beim Gedicht "am Kirchsee" noch etwas besser gelungen, wie du vielleicht gesehen hast.  Ich mache mir mal Gedanken...
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Graenee
Geschlecht:weiblichAbc-Schütze


Beiträge: 4
Wohnort: Osnabrück


BeitragVerfasst am: 12.07.2018 18:08    Titel: Antworten mit Zitat

Um an die vorherige Kritik anzuknüpfen: Ich muss zugeben, dass ich zwischendurch auch über einige Stellen gestolpert bin. Je öfter ich es mir aber durchgelesen habe, desto mehr gefiel es mir und desto weniger "störten" diese Stellen mich! :)

Tessa Graen
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Soleatus
Autor


Beiträge: 553



BeitragVerfasst am: 19.07.2018 23:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo David!

Ich schätze Schüttelsonette nicht sonderlich, aus zwei Gründen:

Da ist einmal der Umstand, dass das Zusammenführen zweier Gattungen, die (zumindest von in diesen Dingen weniger erfahrenen Lesern) schon für sich als formal anspruchsvoll gelten, im Ergebnis oft ein wie ein Zurschaustellen von Fingerfertigkeit wirkt, unabhängig davon, ob das wirklich der Hauptanstoss des Verfassers war.

Dann glaube ich aber auch nicht, dass die Schüttelei und das Sonett sich sonderlich gut ergänzen, dass aus ihrer Verbindung ein "gedichtlicher Mehrwert" gewonnen wird - eher im Gegenteil: Wenn an der altbekannten inneren Sonett-Gliederung - die beiden Quartette als Stollen des Aufgesangs, die beiden Terzette als Abgesang - festgehalten werden soll (was mir sinnvoll erscheint), und im Schüttelsonett für beide Quartette unterschiedliche Schüttel-Reime gewählt werden, ist der Graben zwischen den beiden Quartetten, die doch eigentlich als höhere Einheit erfahrbar werden sollten, noch tiefer, als er es bei der Wahl einfacher neuer Reime im zweiten Quartett ohnehin schon ist?!

Nun bringt das ein Sonett selbstverständlich nicht um; aber Gedanken wie dieser begründen für mich eben, dass hier Formen zusammengebracht werden nicht, weil sie sich ihrem inneren Wesen nach gut ergänzen, sondern weil sich ihre Schwierigkeit summieren soll.

Das alles gesagt: Ich finde, du hast ganz gut gearbeitet hier; Das ganz Grelle, auch der von Schüttelreimern oft als Willensakt behauptete, meinem Verdacht nach aber häufig als Schutz vor den Anforderungen des sinnhaften Schüttelreimens benutzte Hang zum Unsinn fehlen, und handwerklich weißt du ohnehin, was du tust.

Einige Verse schriebe ich anders, zum Beispiel das meinem Empfinden nach ungelenke "Ich hab dich weder, noch du mich, verdient," - da lässt die Stellung des "weder" eher so etwas erwarten wie "Ich habe dich weder gesehen noch gehört", du willst aber auf "Weder habe ich dich verdient noch du mich" hinaus; und das geht unter den Anforderungen des Verses in die Brüche ... Hm. Ich ziehe Verneinungen gerne nach vorne und hätte also gar keine Einwände gegenüber "Nicht hab' ich dich, nicht hast du mich verdient"?!

Noch dazu:

Zitat:
Ich weiß nicht, ob Dir aufgefallen ist, dass es komplett in Schüttelreimen verfasst ist, was die Sache erheblich erschwert.


Das stimmt, heißt aber nichts. Wie hat Friedrich Hebbel so schön bemerkt:

Zitat:
Je schwieriger die äußeren Formen sind, denkt der Pfuscher, um so eher darf man sich eine sog. licentia poetica erlauben; ein Lied muss seine Reime haben, aber in einem Sonett oder in der Terzine darf man sich wohl auch einen unechten gestatten. Gerade umgekehrt, liebe Freunde! Denn es ist nicht nötig, dass ihr Euch Schwierigkeiten setzt, die ihr nicht überwinden könnt; wenn es euch aber einmal gelüstet, so müsst ihr ihnen auch genügen. Niemand braucht einen Graben zu überspringen, der für ihn zu breit ist, wenn er es aber doch versucht und hineinplumpst, so wird er ausgelacht.


Gruß,

Soleatus
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