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so blue eyes

 

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Antiquariat -> Lesezeichenpoesie 05/2018
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Zinna
Geschlecht:weiblichschweißt zusammen, was


Beiträge: 1696
Wohnort: zwischen Hügeln und Aue...
Das Silberne Pfand Lezepo 2015
Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 06.05.2018 19:00    Titel: so blue eyes eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

der briefumschlag zeigt sich neutral betont
präsent das schriftstück sein papier ist mir
partout zu weiß so schwanenweiß
wie es dein hochzeitskleid gewesen war

als schon das all- den tag zu krumen brach
erwischte uns ein ultraknall
vom schattenbild zum grandiosum
mit wachen nächten ersten zähnen
die kleine hält und hält die händchen vors
gesicht und weint sie liebt das kuckuck-
kuckuck-spiel mir fällt es schwer
wie auch beim hoppe-reiter-lied
die nebentöne abzuwürgen
und omas tauschen blicke

seitdem sie diesen wuschelschopf
und augen hat die unseren
so wenig ähneln
erinnert sich ein fremder duft
dein stilles lächeln welches mir
vielleicht auch nur gegolten hatte

was gibt uns der befund
wenn ich ihn lese

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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 6121
Wohnort: Irland
Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 13.05.2018 23:39    Titel: Antworten mit Zitat

Inhaltlich bin ich mir unsicher, worum es im Brief geht, im Befund: Eine Feststellung der Vaterschaft, eine Diagnose einer Krankheit des Kindes?

Gefallen tut mir der Rhythmus, und Zeilen wie diese:

Zitat:
als schon das all- den tag zu krumen brach
erwischte uns ein ultraknall
vom schattenbild zum grandiosum


Zitat:
die nebentöne abzuwürgen
und omas tauschen blicke


Mit letzteren wird Ungewissheit hintergründig vermittelt.
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Literättin
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger

Alter: 54
Beiträge: 2086
Wohnort: im Diesseits
Das silberne Stundenglas Der goldene Roboter
Lezepo 2015 Lezepo 2016


BeitragVerfasst am: 14.05.2018 10:04    Titel: Antworten mit Zitat

Zentrale Rolle des Themas Un-Gewissheit - Bingo! Oh, Verzeihung, das war jetzt unsachlich, aber endlich entdecke ich eines, in dem die Un-Gewissheit in der Tat die (heimliche) Hauptrolle spielt. Perfekt sogar, denn inhaltlich lauert sie dem LI in jedem Augenblick! Und ganz alltäglich. Und schier unerträglich. So wie es hier verarbeitet ist, wird es für mich ganz deutlich spürbar.


Einarbeitung des Zitats - Gelungen. Sehr schön: das unschuldige, so gar nicht neutrale Schwanenweiß, das stichelt in unheiliger Gemeinschaft mit dem Hochzeitskleid. Schöne, fiese Idee.


Lyrischer Gesamteindruck - Es ist ein Stück in freien Versen, das sich hier und da Enjambements bedient, die hier gut passen. Der Rhythmus ist fließend, bei passenden Unterbrechungen (und Omas tauschen Blicke). Was mir darüber hinaus gefällt, ist die leise Ironie, das Sticheln, der hintergründige Witz bei allem Ernst der Lage und am Schluss bange ich  ernsthaft mit, mit dem LI, der nun erfahren wird, ob er, oder ob er nicht, oder vielleicht verzichtet er auch ganz, auch das bleibt offen in der Frage: was gibt uns der Befund? ... Gerne gelesen.

P.S.: Schön auch solche Feinheiten wie das Englisch im Titel, das hier schön passt, weil es mir erscheint, als hielte er eine mögliche Erkenntnis im Englischen cool von sich fern, so wie das all- über das ich zunächst stolpere, in dem sich aber dann sowohl das All, wie das Alltägliche, der Urknall der Zeugung und das Banale wiederfinden, das Überwältigt sein und das zerbröseln ..., jetzt aber weg hier, da warten noch so viele andere in der Schlange ...


_________________
when I cannot sing my heart
I can only speak my mind
- John Lennon -

Christ wird nicht derjenige, der meint, dass "es Gott gibt", sondern derjenige, der begonnen hat zu glauben, dass Gott die Liebe ist.
- Tomás Halík -

Im günstigsten Fall führt literarisches Schreiben und lesen zu Erkenntnis.
- Marlene Streeruwitz - (Danke Rübenach für diesen Tipp.)
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Constantine
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2876

Goldener Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 15.05.2018 11:16    Titel: Antworten mit Zitat

just points smile
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lebefroh
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 39
Beiträge: 359
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 15.05.2018 15:24    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr schön. Als Lyriklaie gefällt mir besonders, dass ich verstehe, worum es geht. Die Sprache ist schön, die Wortspiele klar, aber nicht platt. Spannung wird bis zum Ende hin aufgebaut und die Neugier befriedigt. Nicht so gut gefällt mir der englische Titel.
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d.frank
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 41
Beiträge: 944
Wohnort: berlin


BeitragVerfasst am: 16.05.2018 20:16    Titel: Antworten mit Zitat

Das mag ich.
Es ist eine Geschichte erzählt in Versen.
Es überfordert mich nicht und hat trotzdem einige schöne Stellen. smile


_________________
Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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AchWiesoNicht
Sonntagsschreiber

Alter: 24
Beiträge: 15
Wohnort: Leipzig


BeitragVerfasst am: 17.05.2018 17:09    Titel: Antworten mit Zitat

Fast neutraler Kommentar, um bewerten zu können. Der Beitrag hat eine schöne Art, den zugrunde liegenden Konflikt anzusprechen, ohne ihn gleich auszusprechen. Gefällt mir sehr gut smile
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Heidi
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 39
Beiträge: 1260
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 17.05.2018 20:53    Titel: Antworten mit Zitat

Der Titel gefällt mir schon mal sehr.
Der Fluss ebenfalls, aber die Sprache an sich erscheint mir altbacken, völlig konträr zum Titel irgendwie. Nein, vielleicht ist es gar nicht die Sprache, ich kanns nicht sagen, vielleicht ist es doch der Rhythmus oder eher beides zusammen. Der Text wirkt sehr ausgefeilt, überausgefeilt irgendwie. Da ist nichts Zufälliges. Für meinen Geschmack fehlt genau das. Die paar Spritzer Farbe zum Schluss, die man unkontrolliert über die Leinwand laufen lässt.

Ansonsten wird konkret eine Geschichte erzählt. Den Briefumschlag empfinde ich als Erinnerung. Da sitzt jemand (LI) und starrt auf diesen Briefumschlag, er erscheint ihm zu weiß, inhaltsleer und erinnert an die Hochzeit – Rückblick, dann kommt der Alltag, der durch Pflichten und Erwartungen doch so einiges „bricht“, schließlich das Schattenbild - ich erlebe es als Bild im Mutterleib; der Fötus schwimmt und zeigt sich, gleich darauf sind Mama und Papa schon damit beschäftigt das Kind nächtens zu betüdeln, weil es zahnt und brüllt, schließlich auch rhythmische Spiele mit dem Kind zu tätigen, weil es nicht genug davon bekommen kann und es dadurch nicht andauernd schreit (die Nebentöne), was in der Gesellschaft eben als nervtötend gilt. Kinder die Laute von sich geben, erzeugen den klassischen Oma-Blicketausch.

Dann im neuen Absatz kommt dieses Fremd-Empfinden des LI. Sie (das Kind, ein Mädchen vermutlich) ist anders sieht anders aus, als die Eltern, riecht auch anders, was ja seltsam ist, vielleicht meint das lyrische Ich ein anderes Fremdempfinden? Das stille Lächeln des lyrischen Dus soll beruhigen, das lyrische Ich beruhigen, dass alles in Ordnung ist. So lese ich es.
Der Befund ist dann das, was mich spekulieren lässt. Was ist mit dem Kind?  Ist es krank? Hat eine Behinderung? Wurde es kürzlich untersucht? Diabethes? Krebs? Autismus?
Das LI weiß noch nicht, welche Auswirkungen der Befund haben wird. Es ist im Ungewissen.

Aus verschiedenen Gründen kann ich mich sehr gut in dieses LI reinfühlen.
Dein Text bekommt 8 Punkte von mir.


_________________
Scheiße darf keine Flügel haben
der Phallus braucht Flügel
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hobbes
Geschlecht:weiblichTretbootliteratin


Beiträge: 3353

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
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BeitragVerfasst am: 17.05.2018 21:01    Titel: Antworten mit Zitat

Erstaunlicherweise weiß ich hier etwas mehr zu sagen, vermutlich, weil es so vieles gibt, was mir nicht gefällt, all diese Wörter (allein und in ihrer Ansammlung): schwanenweiß, hochzeitskleid, ultraknall, grandiosum, ...
Trotzdem bekommst du sieben Punkte von mir, weil sich, wenn ich mich abseits der furchtbaren Wörter auf dich einlasse, eine Geschichte auftut, aber eben nicht aufdrängt und das mag ich.
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Aranka
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 3383
Wohnort: Umkreis Mönchengladbach
Pokapro und Lezepo 2014



BeitragVerfasst am: 18.05.2018 00:06    Titel: Antworten mit Zitat

Der Text erzählt eine recht konkrete Geschichte, die sich für mich sehr in den Vordergrund des Textes drängt. Es ist die Geschichte vom „Kuckuckskind“ mit all den Vermutungen, Unsicherheiten und schiefen Blicken, die sich da einstellen.

Gerahmt wird die Geschichte von dem Versuch, Gewissheit zu erhalten.
So steht das Eintreffen des Briefes mit dem medizinischen Befund am Anfang und die Frage, was die Kenntnis dieses Befundes nun bedeuten kann, am Ende des Textes.

Die Einflechtung des Zitates ist hier ganz gut gelungen.

Wirklich warm werde ich mit dem Text nicht, was wahrscheinlich an der Geschichte liegt, die mir so offensichtlich und mir wenig Spielraum lässt, eine zweite Ebene zu betreten.

Rhythmisch trägt der Text mein Lesen recht gut.

Sprachlich fallen für mich drei Zeilen heraus, die ich auch inhaltlich nicht wirklich greifen kann.

Zitat:
als schon das all- den tag zu krumen brach
erwischte uns ein ultraknall
vom schattenbild zum grandiosum


Mal sehen, wo der Text in der Rangliste meiner 10 Texte liegen wird.

Gruß Aranka


_________________
"Wie dahingelangen, Alltägliches zu schreiben, so unauffällig, dass es gereiht aussieht und doch als Ganzes leuchtet?" (Peter Handke)

„Erst als ihm die Welt geheimnisvoll wurde, öffnete sie sich und konnte zurückerobert werden.“ (Peter Handke)
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menetekel
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger

Alter: 100
Beiträge: 2028
Wohnort: Planet der Frühvergreisten


BeitragVerfasst am: 18.05.2018 11:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ein Gedicht, das wahrscheinlich in einem Rutsch hinuntergeschrieben worden ist. Es wirkt authentisch und geht "an die Nieren."
Für meinen Geschmack ein wenig zu sehr. - Die "Händchen" und das "Hoppereiter-Spiel" drücken schon arg auf die Tränendrüsen ...
Ein emotionales Anliegen ist in meinen Augen kein zureichendes Material eines gelungenen Gedichts. Dessen Stärke liegt eher in der Distanz zur Bedeutung, in der Beherrschung der eigenen Gefühlswelt.

Falls du in deiner nahen Verwandtschaft selbst von einem so schrecklichen Vorfall betroffen sein solltest, sei mir deswegen nicht böse.

Liebe Grüße
m.


_________________
Alles Amok! (Anita Augustin)
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V.K.B.
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

Alter: 47
Beiträge: 2473
Wohnort: Diaspora
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 20.05.2018 22:50    Titel: Antworten mit Zitat

Vorweg: Ich bin kein Lyrik-Experte und fühle mich nicht wirklich qualifiziert, Lyrik zu bewerten. Daher muss ich mich auf mein Bauchgefühl beschränken und mehr danach gehen, was mir von Gedanken, Sprache und Inhalt gefällt, statt wirklich nach lyrischem Können zu beurteilen. Das „un“ in un-Gewissheit interpretiere ich wie cummings die Vorsilbe verwendet hat.

Hallo Inko,
das Gedicht gefällt mir, ganz weit oben. Schönes Spiel mit Sprache (Ultraknall und das all-, dass den Tag zu Krumen bricht). Auch das Thema Un-Gewissheit ist toll umgesetzt, deckt ganz ohne Zweifel beide Nuancen ab. Schön auch die Nebentöne bei den Kinderliedern/spielen. Letztendlich ist das nicht nur ein Gedicht, sondern eine Geschichte gleich noch dazu. Hölle, ich kann gut verstehen, das er gar nicht wissen möchte, was der Vaterschaftstest ergeben hat, denn irgendwie ist es eh schon (un-)gewiss. Einzig schwierig: Soweit ich weiß, darf der Test nur mit Zustimmung der Frau gemacht werden, und hier wirkt es iregndwie so, als hätte er ihn heimlich machen lassen. Aber egal, ist ja nicht die Prosa hier, sondern ein Gedicht. Und das gefällt mir außerordentlich in seiner feinen, kleinen Bösartigkeit.
Ganz weit oben bisher.


_________________
Warning: Cthulhu may occasionally jumpscare people …
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d.frank
Geschlecht:weiblichAutor

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Beiträge: 944
Wohnort: berlin


BeitragVerfasst am: 21.05.2018 17:53    Titel: Antworten mit Zitat

Fünf Punkte, weil es so leichtfüßig ist und weil es eigentlich eine Geschichte erzählt.

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Zinna
Geschlecht:weiblichschweißt zusammen, was


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BeitragVerfasst am: 21.05.2018 19:24    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Keine Experimente. Rolling Eyes

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Wenn alle Stricke reißen, bleibt der Galgen eben leer...
(c) Zinna
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Sue Ulmer
Geschlecht:weiblichHobbyautor

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Wohnort: Göttingen


BeitragVerfasst am: 22.05.2018 23:37    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde das nicht schlecht, nur inhaltlich sehr überladen.

Die letzten zwei Verse gefallen mir am besten.


_________________
Hier ruht ein gelynchtes Gedicht.
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poetnick
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 58
Beiträge: 607
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BeitragVerfasst am: 24.05.2018 09:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Unbekannt,

hier hat es für mich einige berührende Inhalte und Formulierungen. Der Text hallt nach, mit seinem 'Kuckuck-Spiel'.
Eine Geschichte um ein Kind eine Beziehung, schließlich der Befund. Es bleibt genügend Unschärfe für eigene Reime.
Habe mich gerne damit versucht und beschäftigt.

Liebe Grüße - Poetnick


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Wortlos ging er hinein,
schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
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Lorraine
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 723
Wohnort: France
Das goldene Stundenglas Ei 10
Pokapro 2016


BeitragVerfasst am: 25.05.2018 11:37    Titel: Re: so blue eyes Antworten mit Zitat

Recht flüssig (süffig?) geschrieben, routiniert rhythmisch, bin ich versucht zu sagen und ich denke mir den Inhalt einfach weg, ich würde auch bei einem TV-Abend so eine Geschichte nicht angucken wollen. Das ist recht gut gemacht, wenn dem Text gegen Ende auch die Puste ausgeht
Zitat:
seitdem [...]

erinnert sich ein fremder duft
dein stilles lächeln welches mir
vielleicht auch nur gegolten hatte


und das dramatisch-nachdenkliche Schluss-Couplet übertrieben wirkt. Gut fand ich die Wortschöpfung "ultraknall" –  im Gegensatz zu, sorry, der Geschwätzigkeit im Rest des Textes bringt dieses eine Wort viel Ungesagtes und die Bandbreite eines Lebensabschnittsgefühls auf den Punkt. Der Titel hat mich lange Zeit so sehr gestört, dass ich mich gar nicht recht auf das Gedicht einlassen konnte. Unmöglich zu sagen, warum es ein englischer sein sollte, der sich deutscher nicht anhören könnte.
Das Problem, das ich mit diesem Text habe, ist am ehesten damit zu umschreiben, dass er für mich insgesamt etwas Aufgesetztes hat. Ich glaube ihm die Wirklichkeit nicht, die er mir zu suggerieren versucht, vielleicht bin ich da ungerecht, aber ich habe versucht, die Wirkung des Gedichts (auf mich) zu beschreiben, mehr geht da im Moment nicht.

Grüße,
Lorraine
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Rübenach
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Beiträge: 2513



BeitragVerfasst am: 25.05.2018 16:55    Titel: Antworten mit Zitat

Und am Ende geht einem doch die Kommentierzeit aus. Kein Wunder, wenn man sich erst Freitagmorgen dazu entschließt, zu befedern und zu kommentieren. Deshalb leider nur Punkte.

Und zwar vier.


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"Nothing bad can happen to a writer. Everything is material." (Philip Roth)
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Zinna
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Das Silberne Pfand Lezepo 2015
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BeitragVerfasst am: 27.05.2018 18:02    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey!

Danke euch für die Kommentare und Bewertungen. smile
Auf die gehe ich später ein, bin gerade aus dem Urlaub zurück.

Wandermuskelverkaterte Grüße
Zinna


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Zinna
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Das Silberne Pfand Lezepo 2015
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BeitragVerfasst am: 28.05.2018 12:46    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Das vorgegebene Thema fand ich reizvoll, lässt es sich doch auf vielen Wegen ausdeuten. (Ein Daumen hoch an die Orgas dafür.) Das zeigt sich in diesen so unterschiedlichen Beiträgen.
Ich hatte verschiedene Ansätze und Perspektiven begonnen, auch beide Zitatvorgaben versucht, schließlich blieb dieser hier "hängen", eine Geschichte, die erzählt werden wollte.
Die Zitate ...
Auch da hatte ich mit beiden gearbeitet.
Wichtig war mir dabei, es so einzuarbeiten, dass eine Nahtstelle, wenn nicht unsichtbar, möglichst unauffällig bleibt.
Der "Papier"-Vers setzte sich schließlich durch und somit versuchte ich den Ton, den Rhythmus anzulegen.
Eine Frage, die ich lange abklopfte war, wie darf ich den Vers bearbeiten, mit/an ihm arbeiten? Die ursprüngliche Groß-Kleinschreibung des Gedichtes ist erst spät zur konsequenten Kleinschreibung geworden.
Im Prosa-Bereich wurden die Zügel der Vorgaben als gespannt, aber nicht zu straff angekündigt. Dieses habe ich für den Lyrik-Bereich als ebenso gesetzt angenommen.
Einziges, konkretes Verbot war die Verwendung des gewählten Zitats als Titel.
Wurde bei der Umsetzung an den Zitaten gearbeitet, habe ich dieses als Freiheit des Autors eingestuft.
Bei meinem Beitrag haben sich die Fräs-Arbeiten dann erübrigt.

Nun zu den Kommentaren.

firstoffertio
Dass dir Rhythmus und diese Stellen gefallen, freut mich.
Es gibt bei nahezu allen Beiträgen (Werken überhaupt) die Diskrepanz zwischen Lesern, denen im Text ein "Zuviel", ein "Zudick" steckt und Lesern, für die Fragen offen bleiben.
Das wird sich nie gänzlich vermeiden lassen.

Literättin
Hoi!  Dein Herauslesen entspricht der Geschichte, die ich erzählen wollte.
Mit dem Titel tue ich mich meist schwer, dieser ist spontan entstanden, beeinflusst durch das Autoradio. (Auch wenn ich nicht unbedingt Elton John-Fan bin)
Freut mich und danke. smile

Constantine
Danke! smile extra


lebefroh
Schön, dass dir mein Beitrag gefällt und verständlich ist.
Zum Titel habe ich in meiner Antwort an Literättin geschrieben.

d.frank
Freut mich, danke smile

AchWiesoNicht
Danke für dein Lob, es freut mich sehr.

Heidi
Für dich bleiben Fragen offen, ähnlich wie es firstoffertio formuliert hat.
Das Kuckuck-spiel zeigt in die Richtung, doch wären die anderen Deutungen ebenfalls möglich.
Auf die Sprache legst du den Finger. Sie hat Klang und Farbe durch den vorgegebenen Vers angenommen. Es ist auch immer eine Herausforderung, dass der Text glaubwürdig klingt und bleibt.

Hobbes
Du hast dein Unbehagen wegen dieser Worte hoffentlich mittlerweile ablegen können. smile
Dass du dich auch mit den Lyrikbeiträgen beschäftigt hast und dass dir die Geschichte insgesamt zusagt, freut mich sehr.

Aranka
Du stehst auf der Seite des Lesers, dem zu dick, zu viel aufgetragen ist.
Nicht erst nach dem Absenden hatte ich überlegt, von der Deckfarbe etwas weg zu nehmen, mich aber anders entschieden, der Klang hatte immer gelitten.
Ebenso legst du den Finger auf Zeilen, die anderen gefallen.
Es bleibt immer eine Gratwanderung.
Dass du den Rhythmus und das Zitat als ganz ok eingesetzt findest, freut mich.
Danke für deinen Besuch und die konkreten Anmerkungen.

menetekel
Auch du findest hier ein Zuviel, dazu habe ich in meiner Antwort an Aranka geschrieben.
In einem Rutsch ist es jedoch nicht entstanden. Interessant, dass du diesen Eindruck bekommen hast.
Es ist eine Geschichte in der keinerlei persönliche Beziehungen von mir stecken. smile Für Bösesein gibt es keinen Grund.

V. K. B.

Danke für deinen Kommentar.
 Es freut mich, dass dir mein Beitrag so zusagt.
Zu deiner Anmerkung bezüglich des Testes, da habe ich mir angelesen, dass dieser mit Zustimmung erfolgen muss, es gibt jedoch das Recht auf "Nichtwissen". Wie die es dann ausmachen, ist deren Sache...
(Der erste Ansatz zu dem Gedicht war von der "Gegenseite" aus formuliert. Da sträubte sich das partout jedoch)

Sue
Wieder das Zuviel.
Es ist so. Immerhin gefällt der Schluss.
Danke für dein Reinlesen. smile

Poetnick
Dir sagt mein Beitrag zu, das freut mich. smile
Danke fürs hinein spüren und deinen Kommentar.

Lorraine
Süffig?, nein, völlig nüchtern geschrieben. smile Wirklich.
Dir ist der Text nicht nur überladen sondern geschwätzig.
Dein Unbehagen formulierst du sehr konkret.
Damit kann ich etwas anfangen, hatte mir nämlich, als ich die Erzählperspektive austauschte, gefragt, wie glaubhaft das aufgenommen werden wird/kann.
Genau darüber stolperst du.
Ultraknall gefällt dir, fein, das ist ein Spontanstückchen, wie auch der Titel.
Danke für dein Anmerken.

Rübenach
Danke dafür.

Nochmals allen ein Dankeschön, habe hoffentlich niemanden vergessen.
LG
Zinna




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