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Happy Xmas-die drei Geschenke

 

 
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denLars
Gast






BeitragVerfasst am: 30.11.2006 14:13    Titel: Happy Xmas-die drei Geschenke eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Happy Xmas
                                        Die drei Geschenke
                                  



Jeremiah steckte einen Bleistift in den Anspitzer, umfasste den Stift und drehte ihn um die eigene Achse. Nach mehrmaligen Drehen war er zufrieden, betrachtete den spitzen Bleistift und legte ihn dann auf seinen Schreibtisch.
Zufrieden wanderte Jeremiahs Blick über die sauber gestapelten Akten, die entstaubte Tastatur, die geordneten Schreibtischutensilien und sortierten Unterlagen.
Er seufzte zufrieden, war das nicht ein wunderbar aufgeräumter Schreibtisch? Wie rührend es doch war, all diese Dinge so geordnet und bereit zur Arbeit zu sehen.
Jeremiah stand auf und lief kurz mit den Händen in den Hosentaschen den kleinen Büroraum auf und ab.Er blickte aus dem Fenster, hinter seinem Schreibtisch und sah hinab in die 7th Avenue, die sich unter ihm erstreckte und auf der Menschen, beladen mit Einkaustüten und Koffern, letzte Weihnachtseinkäufe machten, bevor das Fest am nächsten Morgen beginnen würde.
Schneeflocken sanken vor Jeremiahs Augen majestätisch gen Boden, Kunstwerken aus Milliarden Eiskristallen gleich. Die Bäume, die die dicht befahrene Straße säumten, waren mit Lichterketten behangen, alles leuchtete und glitzerte in den verschiedensten Farben.
New York war in Weihnachtsstimmung.
Jeremiahs Blick blieb an einem Mädchen haften, das die Hand seiner Mutter haltend, durch die Menschenmengen lief. Er betrachtete ihre zarten Hüften, ihr blondes Haar und die leichten Erhebungen, die sich unter ihrem Pullover abzeichneten.
Sie war zehn, vielleicht elf, kurz vor ihrer ersten Menstruation und bei diesem Gedanken lief Jeremiah das Wasser im Munde zusammen.  Aber dann verlor sie sich in den Menschenmassen.
Es konnte ihm, Jeremiah, doch auch egal sein. Er würde gleich Feierabend machen, in seine kleine Wohnung in Manhattan fahren, um dort mit Videos von nackten Kindern seine perversen Triebe zu befriedigen.
Er betrachtete sich selbst im spiegelnden Fenster und sah einen Mann mittleren Alters, mit schütteren, schwarzen Haaren, fülligen, blassen Gesicht, in dem man nur selten den Anflug eines Lächelns erhaschen konnte. Seine schmalen, hinterlistigen Augen waren hinter Brillengläsern verborgen, durch die sie ihre Schärfe verloren.
Doch nun huschte tatsächlich ein Lächeln über seine blassen Lippen, denn er war zufrieden mit sich und der Welt. Er würde seinen geordneten Arbeitsplatz verlassen und in seine ordentliche, kleine Wohnung gehen, in der er seine Gelüste befriedigen und dieses schmalzig-eklige Weihnachtsfest in Abgeschiedenheit verbringen würde.
Jeremiah drehte sich um, schaltete seine Schreibtischlampe aus, blickte noch einmal prüfend über die Klopapierbuchungen seiner Firma, denn er war Buchhalter, und verließ dann sein kleines Büro.
Der Flur vor dem Zimmer war von Neonröhren in mattes Licht getaucht, einige Grünpflanzen zierten den tristen Gang, ein Wasserspender blubberte leise vor sich her, sonst war alles ruhig.
Zwei Frauen aus der Steuern-Abteilung liefen tratschend den Gang entlang.
Eine der beiden Frauen, sie war schwarz und hieß Sarah, sprach Jeremiah an:"Und? Was machen sie so an Weihnachten?"Jeremiah errötete.
"Ich?Ich...mach nichts!"
Hastig eilte er davon ins Foye und hörte noch, wie die andere Frau zu Sarah sagte, dass er doch ein sehr merkwürdiger Kerl war.
Als er die Tür zum Foye öffnete, schüttelte er den Kopf.Wieso sollte er denn merkwürdig sein? Er hatte keine Kinder und keine Frau, lebte allein, aber das war doch nicht merkwürdig. Auch kleiden tat er sich normal. Unauffällig, weder schrill noch elegant.
Stand diese Gesellschaft nicht auf Männern wie ihm, die ohne Etwas einzufordern arbeiteten und sich nur manchmal etwas gönnten, wie er seine Videos von Kindern?
"Du hast dir nicht nur das gegönnt!"sagte eine innere Stimme zu ihm.
"Hör auf!"zischte er.
"Jeremiah..."
"Ist etwas, Mr. Johnson?"fragte ihn der Nachtwächter und blickte verstohlen an Jeremiah herab.
"Nein, nein! Alles bestens! Danke der Nachfrage!"nuschelte Jeremiah.
Blöder Typ! Was sollte schon mit ihm sein? Er war ein ganz normaler, amerikanischer Bürger.
Im Foye standen edle Sitzgarnituren und kleine Biotope. In der Mitte des Raumes saßen zwei Sekretärinnen an einem ausladenden Tisch aus Mahagoni.Eine der beiden Frauen, eine adrette 30-jährige mit Pferdeschwanz und -gebiss, telefonierte gerade sehr angeregt und nervös.
Sie nickte mehrmals, wiederholte das Wort "Ja!"mit zittriger Stimme. Dann legte sie auf, erhob sich von ihrem Sessel und sprach alle Anwesenden im Forum mit aufgeregter, spitzer Stimme an:"Es will jemand vom Dach springen! Jemand muss sofort nach oben und mit dem Mann reden!"
Se blickte in Jeremias Richtung.
"Mr. Johnson! Gehen sie, schnell!"
Jeremiah sah sie kurz verwirrt an. Er wollte nach Hause und nicht noch aufs Dach, wo er wahrscheinlich in seinem wunderbar geordneten Plan gerissen wurde.
"Nun machen sie schon! Los!"
Die Sekretärin deutete in Richtung Aufzug.
Jeremiah warf ihr einen möglichst bösen Blick zu und eilte  zum Aufzug.
Er drückte auf den Aufzugschalter und blickte auf die Amatur über der Aufzugtür, die langsam von 1 auf 27 stieg.
Nach einer halben Ewigkeit, in der Jeremiah immer wieder von einem Bein aufs Andere trippelte, ertönte endlich ein penetrantes Piepsen und die Auzugstüren glitten zur Seite, wobei die kleine Aufzugskabine entblößt wurde.
In der Kabine lehnte ein fetter Mann mit Dreitagebart und vielschrötigem Gesicht, gehüllt in ein zerschlissenes, schmutziges Weihnachtskostüm an der stählernen Wand.
In seiner Hand hielt er eine Flasche billigen Fusel, den er immer wieder zum Mund führte, gefolgt von lautem Rülpsen.
Jeremiah hielt sich ein Tempo vor Mund und Nase und stieg angewidert in die nach Alkohol stinkende Kabine.
"Peace, Alter!"rülpste der Weihnachtsmann mehr, als das er es sagte.
Jeremiah drückte auf den Schalter fürs Dachgeschoss und die Aufzugstüren glitten zusammen.
Ein Ruck durchfuhr die Kabine, dann fuhr der Aufzug surrend nach oben.
"Nicht sehr gespächig, he!"meinte der Weihnachtsmann und stieß Jeremiah kumpelhaft an.
Jeremiah warf ihm den selben Blick wie zuvor der Sekretärin zu.
"Du magst Kinderärsche,he?"sagte der Weihnachtsmann und hickste laut auf.
Jeremiah riss die Augen auf und wich an die Wand der Kabine zurück.
"Woher... woher?"
"Ah, jetzt wirste gesprächig, he?"
"Ich hab nie, ich würde doch nicht..."
Jeremiah spürte einen heißen Kloß in seinem Hals. Etwas konnte hier doch nicht mit rechten Dingen zugehen. Er hatte nie jemanden etwas davon erzählt.
"Kennst du Scrooge und die drei Weihnachtsgeister?"fragte ihn der Weihnachtsmann.
"Ja, natürlich!""Is aber auch egal, spielt jetzt keine Rolle! Es hat nur ein wenig Ironie! Ausgerechnet heute!"Der Weihnachtsmann holte ein kleines, gelbes Päckchen aus seinem roten Umhang, das sorgfältig mit einer lilanen Schleife verpackt war.
"Ich hab' ein Geschenk für dich, Jeremiah! Willste, he?"sagte der Weihnachtsmann und warf Jeremiah das Päckchen zu.
Dieser fing es verwirrt auf und blickte hoffend zu der Stockwerksanzeige, doch diese schien defekt zu sein, denn sie zeigte plötzlich sinnlose Zahlenfolgen an.4-6-3-1-8-9.
"An Weihnachten geschehen merkwürdige Sachen, mein Alter, he?"
Jeremiah öffnete mit zittrigen Fingern das Packet, dessen Inhalt eine rote Samtschleife war. Das Packet fiel aus seinen Händen, er sank auf die Knie, Tränen rannen über sein Gesicht.
"Schuld ist ein beklemmendes Gefühl, he?"lachte der Weihnachtsmann auf.
Jeremiah betrachtete die rote Schleife. Das konnte nicht sein! Das konnte einfach nicht sein!
Er sah wieder diesen einen Herbsttag vor sich, die farbigen Blätter, die kleine Schule, weit außerhalb der Stadt. Das Mädchen, dem die Schleife gehörte...
"Oh, wir sind bei deiner Etage! Wünsche dir noch einen angenehmen Abend! Ich reise noch ein paar Stockwerke höher,he?"meinte der Weihnachtsmann amüsiert, nahm einen kräftigen Schluck aus seiner Pulle und holte dann ein langes Hanfseil aus seinem Mantel, das er an der Decke des Aufzugs befestigte.
Tatsächlich hielt der Aufzug und die Türen glitten auseinander.
Jeremiah stand auf, blickte den Weihnachtsmann, der gerade damit beschäftigt war, das Seil um seinen Hals zu binden, ein letzte Mal an und stieg dann aus dem Aufzug.
Kühle Nachtluft umgab ihn und Schneeflocken wirbelten in sein Gesicht, als er auf das Dach trat.
Jeremiah hatte stechende Kopfschmerzen und sein Magen schmerzte.
Vielleicht war er im Aufzug kurz weggenickt. Das konnte doch gar nicht sein.
Er war einfach überarbeitet.
Jeremiah lief das Dach entlang und entdeckte eine Gestalt, die am Rande des Daches saß und die Beine baumeln ließ.
Vorsichtig ging er auf die Gestalt zu.
"Ah, Jeremiah! Ich habe schon auf dich gewartet!"sagte die Gestalt.
"Setz dich zu mir, alter Freund! Ich möchte mich mit dir unterhalten!"
Verwirrt stellte sich Jeremiah hinter die Gestalt."Da setz' ich mich nicht hin!"erklärte.
"Du wirst, mein Freund! Du wirst dich jetzt hierhin setzen!"
Jeremiah gab aus unerfindlichen Gründen nach und setzte sich neben die Gestalt an den Rand des Daches.
Die Gestalt trug einen dunkelblauen Regenmantel, die Kapuze des Mantels verbarg ihr Gesicht.
"Wieso willst du springen?"versuchte Jeremiah unbeholfen das Gespräch zu beginnen, denn im Reden hatte er keine große Übung.
"Ich will nicht springen, Jeremiah! Wenn hier einer springt, dann du!" Die Gestalt hatte eine ruhige, erhabene Stimme, durch die alles harmlos und gut gemeint klang.
"Aber lass uns erstmal ein wenig tratschen."meinte der Mann und blickte hinab in die Straßenschluchten von New York, ein Labyrinth aus abertausenden Lichtern.
"Was hälst du davon, wenn wir ein wenig über die kleine Caty Jasmin Timmins reden!"
"Nein...hör auf!"fuhr ihn Jeremiah an."Ich weiß nicht wer du bist, ich weiß nicht was du willst, nur lass mich einfach in Ruhe, hörst du? Lass mich in Ruhe, verdammt!"
Doch der Mann fuhr unbeirrt fort:
"Am Mittag des 29. Oktobers 1989 kam die kleine Caty gerade von der Schule und war auf dem Weg nach Hause, als sie von einem Unbekannten verschleppt und..."die Gestalt stockte kurz, schluchzte und wischte sich mit dem Handrücken über ihr verborgenes Gesicht. Jeremiahs Lippen bebten, sein ganzer Körper zitterte, doch nicht wegen des eisigen Windes.
"...und brutal vergewaltigt! Die Polizei tappte im Dunkeln, der Fall wurde nach zwei Jahren zu den Akten gelegt."
Jeremiah begehrte auf: Sei still, verdammt noch mal! Halt die Klappe!"
Der Fremde ließ sich nicht beeindrucken.
"Caty ist nach der schrecklichen Tat in ein schweres Koma gefallen, aus dem sie bis heute nicht erwacht ist. Sie reagiert nicht auf ihre Umwelt, sie kennt nicht mehr ihre Familie..."Jeremiah stand auf.
"Sei endlich still! Sei still!"Er hielt sich die Ohren zu.
"...diese Weihnachten wird sie in ihrem Bett verbringen und bald werden die Geräte abgeschaltet. Sie kann einfach nicht mehr! Ihre Familie kann einfach nicht mehr, Jeremiah!"Dann sah die Gestalt zu Jeremiah auf. Es war ein alter Mann, mit würdenvollen Gesichtszügen. Seine Wangen waren tränenüberströmt.
"Schuld ist ein beklemmendes Gefühl, Jeremiah!"
"Schnauze!"schrie Jeremiah, packte den alten Mann, der noch kurz ein kleines Päckchen aus seiner Tasche holte, und schubste ihn dann vom Dach.
Schreiend stürzte der alte Mann in die Tiefe, bis er sich in den Lichtern der Stadt verlor.
Jeremiah sank zusammen, weinte, kreischte, zerraufte sich die Haare.
Dann nahm er das Paket, öffnete es und seine Bestürzung wurde nur noch größer.
In dem Packet war ein süßer, kleiner Stoffhase und das Bild eines hübschen Mädchens mit braunen Zöpfen und rosigen Wangen, das glücklich in die Kamera lächelte.
Jeremiah stand auf und lief vom Dach, stürzte durch die Tür des Treppenhauses und lief nach unten. Er wollte fliehe vor diesem Alptraum, er wollte fliehen vor der Schuld.
In rasender Eile hastete Jeremiah die Treppen hinab, da erkannte er, das das Treppenhaus voller Fotos waren, die das selbe Mädchen zeigten. Babyfotos, Bilder wie es im Garten spielte, und wie es siene Eltern umarmte.
Dann ertönte das Hallen von Schritten. Eine Gestalt im wehenden schwarzen Umhang, eine Sense in der Hand, das Gesicht unter der Kapuze verborgen, baute sich vor Jeremiah auf.
Sie holte ein Packet aus ihrem Umhang und stellte es vor Jeremiah auf den Boden. Dann lief sie an ihm vorbei zum Dachgeschoss.
Jeremiah hob das Geschenk auf und öffnete es.
In ihm war ein Revolver und ein Zettel auf dem "Schuld ist ein beklemmendes Gefühl!"stand.
Jeremiah steckte sich den Revolver in die Hosentasche, lief das Treppenhaus herunter und eilte aus dem  Hochhaus. Ziellos lief er durch die Stadt, bis er zum Time Square gelangte.
In der Mitte des Platzes stand ein wunderschöner, riesiger Weihnachtsbaum, der festlich ertstrahlte.
Ein Kinderchor stand vor dem Baum und sang Weihnachtslieder, Menschen standen um sie herum, mit glänzenden Augen und andächtiger Miene.
So viele Kinder! Glücklich zufrieden!
Jeremiah erkannte jetzt selber, was er doch für ein Scheußsal, für ein Monster war.
Die Weihnachtsgeister hatten ihm Erleuchtung gebracht.
Er lief noch kurz zu einer Bank, dann stellte er sich mitten auf den Time Square, holte den Revolver aus der Hose, hielt sich den Lauf in den Mund und drückte ab.


New York Times 25.12. 2006

Gestern Abend geschah in New York eine Reihe ungeklärter Selbstmordfälle.
Ein Mann im Weihnachtsmann Kostüm erhängte sich im Aufzug eines Bürogebäudes, zwei Männer stürzten sich vom Dach, bei einem wurden Anzeichen auf äußerliche Gewalt nachgewiesen.
Die drei Männer waren Onkel, Großvater und Bruder der vor 17 Jahren vergewaltigten Caty Jasmin Timmins, die nach der Tat ins Koma fiel.
Der letzte Selbstmord geschah auf dem Time Square, wo sich ein Mann mit einem 44' Revolver durch einen Schuss in den Mund selbst tötete.
Die Polizei stellte eine Verbindung zu den Morden fest. Anscheinend handelt es sich bei dem Selbstmörder auf dem Time Square, so deutet jedenfalls eine DNS-Probe an, um den Vergewaltiger des Mädchens.


Ende

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Fabi
Gänsefüßchen


Beiträge: 17



BeitragVerfasst am: 30.11.2006 14:47    Titel: Antworten mit Zitat

Foye gibts nicht, das heißt Foyer

Stand diese Gesellschaft nicht auf Männern wie ihm

muss heißen: Stand diese Gesellschaft nicht auf Männer wie ihn


Zur Geschichte: Mir gefällt sie richtig gut! Die idee ist meiner meinung nach sehr gut, es ist spannend geschrieben und hat richtig spaß gemacht, zu lesen!
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MosesBob
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Administrator
Alter: 42
Beiträge: 20120

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BeitragVerfasst am: 30.11.2006 15:02    Titel: Antworten mit Zitat

Ehrlich gesagt gefällt mir nur die Idee des Plots. Alles andere finde ich bestenfalls durchschnittlich. Wohlgemerkt: Damit meine ich nicht die grammatikalischen Fehler, auch nicht die Rechtschreibfehler. Ich bin der Meinung, dass eine gute Geschichte sowohl das eine als auch das andere gekonnt ausmerzt. Allerdings könnten Satzbau und Ausdruck besser sein. Der Text wirkt holprig, einige Wörter wiederholen sich schnell ? das eine oder andere Synonym könnte hier helfen. Ebenso wie eine sorgsame Überarbeitung. Der Text wirkt wie ein Manuskript. Oder soll es gar eins sein?

Im Großen und Ganzen vermisse ich alles, was ich schon bei deiner ersten Geschichte über einen Päderasten (?Predator?) vermisst habe, daher kopiere ich meine alte Rezension einfach mal hier rein:

MosesBob hat Folgendes geschrieben:
Das Thema ist provokant-pikant, aber das soll sicherlich auch Sinn der Übung sein. Meine ersten Schreibversuche mit 15 oder 16 habe ich unternommen, indem ich mich in die Psychen von Pädophilen, Gerontophilen, Nekrophilen, Sadisten, Masochisten, etc. hineinversetzt habe ? das war weiß Gott nicht schön, aber lehrreich. Rückblickend glaube ich, dass ich das insbesondere der Provikation wegen getan habe. Ich wollte schockieren. Nicht nur andere, sondern auch mich selbst. Und auch die schreckliche Faszination wird dazugehört haben: Was bewegt einen Menschen zu derlei Greueltaten?

Allerdings fiel mir nach und nach auf ? und da sehe ich die Parallele zu deinem Text ?, dass zu solchen Themen mehr gehört als aneinandergereihte Worte und verbalisierte Brutalität: Nämlich Tiefgang, Charakterzeichnung, das Sezieren der Psyche und Darstellen der unvorstellbaren Qualen, die mit einer solchen Vergewaltigung verbunden sind. Quasi Fingerspitzengefühl, während der Finger zentimetertief in der Wunde bohrt. So etwas zeichnet beispielsweise einen James Herbert, Thomas Harris oder Stephen King aus.

Nimm´s mir bitte nicht übel, aber ich vermute, dass du in diesen Text nicht besonders viel Zeit investiert hast. Ich finde ihn auch ehrlich gesagt nicht schockierender als einen modernen Zeitungsbericht.

Aber, wie gesagt, ich habe auch so angefangen ...


_________________
Das Leben geht weiter – das tut es immer.
(James Herbert)

Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt untergeht, wird die eines Experten sein, der versichert, das sei technisch unmöglich.
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Der Weise lebt still inmitten der Welt, sein Herz ist ein offener Raum.
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