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Alles kann besser werden


 

 
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Satara Holmes
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber

Alter: 20
Beiträge: 29
Wohnort: irgendwo im Nebel


BeitragVerfasst am: 13.09.2015 21:47    Titel: Alles kann besser werden eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Alles kann besser werden

Ich ahnte, dass etwas Falsch war.
Falsch? Nein, inakzeptabel. Verängstigend.
Ich ahnte es nicht nur, sondern wusste es auch. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, es war nicht so, dass ich für diese Vermutung einen greifbaren Beweis hatte oder es anderweitig beweisen konnte. Es war auch nicht so, dass ich eine Hellseherin oder eine Mentalistin war. Mir wurden keine Nachrichten aus dem Jenseits übermittelt und ich las die Zukunft auch nicht in einer Glaskugel- oder ähnlichem.
Nein, dass nun wirklich nicht, aber ich hatte es im Gefühl. Das mag für einige jetzt komisch klingen, aber es ist so.
Ich hatte dieses Gefühl bis heute nur dreimal und jedes Mal hat es ein schreckliches Unheil mit sich gebracht.
Ich wünschte, ich hätte eine Ahnung um was es sich dieses Mal handelt, dann könnte ich mich gedanklich darauf vorbereiten, aber das ging leider nicht. Zum einen weil ich keine Ahnung hatte was mich erwartete und zum anderen weil es sich eh so anfühlen würde, als ob ich Bekanntschaft mit einem Zug schließen würde.
Das wusste ich schließlich schon aus Erfahrung heraus. Egal wie sehr ich mich auf eines dieser schrecklichen Erlebnisse vorzubereiten versuchte sowohl mental als auch physisch es brachte nichts.

Das erste Mal, war als ich gerade neun geworden.
Es war 4 Tage her.
Ich weiß es bis heute noch, als wäre es gerade erst gestern gewesen.
Damals fühlte es sich so an, als würde ich von innen heraus verbrennen. Ich konnte nicht Atmen, nicht denken, mich nicht bewegen. Alles um mich herum begann sich zu drehen, dann hielt die Welt wieder an.
Es war, als hätte man die Zeit angehalten, dann war das Gefühl wieder vorbei und es schien, als wäre nichts gewesen. Aber das war falsch. Oh, Sie können sich nicht vorstellen wie falsch das war. Zu dem damaligen Zeitpunkt wusste ich es aber nicht besser, also tat ich, als wäre nichts geschehen. Das Unheil geschah auch erst fast zwei Tage später. Meine Mutter hatte, während ich in der Schule und Vater in der Arbeit war, ihre sieben Sachen gepackt und war über alle Berge. Später erzählte mir mein großer Bruder, dass Vater unsere Mutter geschlagen und ihr gedroht hatte sie umzubringen, also war sie abgehauen und wir hatten nie wieder etwas von ihr gehört.
Einfach so ohne Erklärung oder Abschiedsbrief. Wir haben bis heute nie wieder etwas von ihr gehört.
Bitte denken Sie jetzt nichts Falsches von meiner Mutter, etwa dass sie eine schlechte Mutter gewesen sei und wir besser ohne sie dran seien. Nein, so war es nun wirklich nicht. Die Fakten waren einfach nur so, dass meine Mutter ihren Kopf in den Wolken hatte und zwischen ihr und der Realität Welten lagen, schlimm war es für meinen großen Bruder und mich nun wirklich nicht, denn Mutter erlaubte uns ausnahmslos alles, ohne Wenn und Aber.
Dann aber war sie von einem Moment auf den andern fort.
Ihr Parfüm konnte man noch Tage später riechen, aber alles andere war fort. Auch der Geruch verflüchtigte sich nach Ein-zwei Wochen.
Vater betrank sich, heulte wie ein Schlosshund, verprügelte uns als gäbe es keinen Morgen und beleidigte uns und unsere Mutter in einer Tour war er nicht gerade bewusstlos.

Das Zweite Mal war ich 17 und lernte gerade, mit meinem damaligen Freund –Tom- und meiner seit Kindheitstagen besten Freundin –Katja- für unsere Abschlussprüfungen als ich wieder dieses Gefühl hatte, dieses Mal war es anders, aber ich erkannte es sofort. Dieses Mal war es ganz anders, dieses Mal glaubte ich, ein Panzer würde mich überrollen, ich schrie, weinte, strampelte, dann übermannte mich die Ohnmacht und ich ließ mich glücklich von den kalten Armen umschließen.
Ich weiß nicht, was in der Zeit geschah, als ich Ohnmächtig war, ich weiß nur, als ich wieder zu Bewusstsein kam, lag ich auf meinem Bett, mein Freund hatte meinen Kopf in seinen Schoß gelegt und strich mir durch mein Haar während meine Freundin ein Glas Wasser geholt hatte, wie dem auch sei, als ich meine Augen aufschlug war das Gefühl verschwunden, so als wäre es nur ein Windhauch gewesen, der mich in ein Vakuum gesperrt hatte, zurück blieben nur ein Schatten stechender Kopfschmerzen und ein ungutes Gefühl in der Magengegend.
Ich weiß noch wie ich damals die Tränen herunterschluckte, als mich die Erinnerung an die Flucht meiner Mutter übermannte.
Ich atmete tief durch und versuchte mich zu entspannen. Ich weiß noch, dass ich den Abend mit meinen Freunden verbracht habe.
Am ersten Tag nach dem Gefühl geschah nichts.
Ich stand auf, frühstückte mit meinem Bruder bei dem ich wohnte seit er Volljährig war, ließ mich dann von ihm in die Schule fahren. Denn Nachmittag verbrachte ich mit meinen Freunden.
Das einzig Auffällige am nächsten Tag war, dass unser Klassenlehrer –Herr Lehmann- nackt in den Klassenraum spaziert kam und aus voller Kehle Goodbye my lover von James Blunt schmetterte. Die ganze Klasse bekam einen Lachanfall. In der zweiten Stunde kamen dann Männer, mit einer Zwangsjacke die ihn betäubten und wegbrachten. Wir sahen ihn nie wieder. Vielleicht ist er heute noch irgendwo, genießt das luftige Gefühl und schmettert Liebeslieder. Eine wirklich amüsante Vorstellung, die mich bis heute zum Lächeln bringt und auf jeder Party ein echter Brenner ist. Doch auch wenn es für alle zum Lachen ist, hat es auch etwas Trauriges. Ich habe Herrn Lehmann immer respektiert. Er war ein Mann Ende der 50ziger trug immer farblose Anzüge und hatte eine Stimme die man noch aus kilometerweiter Entfernung hätte hören können, aber Unterrichten konnte er, auch hatte er immer ein offenes Ohr für jeden von uns und behandelte uns wie einen Erwachsenen. Er hat jedem von uns eine Menge beigebracht, damit meine ich aber nicht nur den Unterrichtsstoff, sondern auch etwas über das echte Leben.
Der Direktor war die ganze Sache schrecklich peinlich, also gab er uns für den restlichen Tag schulfrei.
Am dritten Tag, es war ein Samstag, wurde ich gegen drei Uhr morgens aus dem Bett geworfen.
Die Polizei. Der Wagen meines Bruders war von einem Betrunkenen gerammt worden. Der Wagen hatte sich Überschlagen und war einen Abhang heruntergestürzt Mein Bruder wurde zu Matsche verarbeitet und starb eines qualvollen Todes- die Polizei drückte es aber schonender aus.
An dem Tag brach meine Welt zum zweiten Mal zusammen. Ich rief Katja an die mit einem riesigen Eisbecher und zwei Flaschen Bourbon rüberkam.

Das Dritte Mal war nach der Absolvierung meines Jura Studiums. Ich und Katja saßen in unserer Lieblingskneipe, aßen Chickenwings und beobachteten unserer Freunde wie sie Pool spielten sie waren allerdings bereits so betrunken, dass sie Probleme hatten gerade zu stehen, wodurch das Treffen der Kugeln zu einer Meisterleistung wurde.
Nach meinem dritten Tequila wurde mir flau, also stieg ich auf Bier um.
10 Minuten begannen die Kopfschmerzen, gefolgt von Gleichgewichtsstörungen.
Da erst wurde mir bewusst, dass das Gefühl nichts mit dem Fusel zu tun hatte den wir tranken.
Ich hielt in der Bewegung inne, meine Hände begannen zu zittern, mir rutschte das Herz in die Hose und ich fragte mich was es wohl dieses Mal sein Würde.
Mit wackeligen Beinen stand ich auf, begab mich, Katja dicht auf den Fersen auf die Toiletten und entleerte meinen Mageninhalt.
Katja hockte hinter mir und hielt meine Haare.
Ich verdrängte die unerwünschten Emotionen.
10 Minuten später begaben wir uns zurück in die Bar und stiegen in das Wettrinken ein das gerade beginnen sollte.
Alles wurde schwarz.
Bzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzz
Als ich wieder aufwachte, lag ich in einem Krankenhaus. Die Bar in der meine Freunde und ich den Abend verbracht hatten war angezündet worden
32 Tote.
17 schwerverletzte.
Ich trug Verbrennungen zweiten Grades davon.
Seitdem kann ich kein Feuer mehr sehen.

Jetzt war es das vierte Mal das ich dieses Gefühl hatte. Wieder konnte ich es nicht deuten, vielleicht wollte ich es auch nicht. Die Angst war aber schon da, ich konnte nichts tun, also stellte ich mich ihr.
„Hey Hannah! Hörst du mir überhaupt zu?“
Ich schreckte auf, setzte ein Fake lächeln auf und sah zu meinem Freund
„Entschuldige bitte, Schatz. Was hattest du gesagt?“
Joshua lachte und legte seinen Arm um meine Taille.
„Schon gut, Prinzessin. Ich wollte nur wissen, ob alles in Ordnung ist?“
„Ja, ja. Der Abend ist wirklich wunderschön, oder?“
Josh lachte wieder und küsste mich sanft auf den Mund
„Genau wie du!“
Wir blieben stehen.
„Mach mal die Augen zu.“
Ich musterte Josh mit einer Spur von Misstrauen, tat ihm dann aber den gefallen.
Josh gab mir einen Handkuss.
„Okay, mach die Augen wieder auf.“
Vorsichtig öffnete ich meine Augen wieder. Josh war vor mir auf die Knie gegangen und hatte eine Schatulle aus schwarzem Samt in der Hand die er gerade öffnete.
In der Kiste war ein Ring aus Weißgold, mit drei kleinen Diamanten.
„Hannah Montenegro, willst du mich heiraten?“
Mir traten Tränen in die Augen und ich schlug die Hände vor dem Mund zusammen.
„JA, JA, JA!“
Josh nahm den Ring aus der Schatulle und steckte ihn mir an den Finger, dann küssten wir uns.
„Ich liebe dich!“
Murmelte ich
„Ich liebe dich auch!“

Zum ersten Mal in meinem Leben glaubte ich an ein Happy End, denn wenn am Ende nicht alles gut ist, ist es auch kein Ende.



_________________
"Eigentlich dürfte ja sowieso nichts existieren", meinte der Selbstmörder, "also stelle ich ganz einfach den normalen Zustand wieder her.
Wolfgang J. Reus
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Seraiya
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 891



BeitragVerfasst am: 21.09.2015 15:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Satara,

Ich zeige dir nur einmal die Wortwiederholungen auf, die du in diesem Text hast und die ihn mich beim ersten Mal lesen vorzeitig beenden ließen. Ich habe es dann später noch einmal versucht.
Dein Text hat mir nicht gefallen. Die Erzählweise lässt mich etwas erwarten, das dann doch nicht eintrifft.
Und den Anfang verstehe ich nicht, jetzt nachdem ich das ganze Stück gelesen habe. Für mich besteht kein Zusammenhang.

Ich habe nicht alles markiert und keine Kommafehler korrigiert.
Meiner Meinung nach, müsste der Text in eine andere Form. Ich finde ihn so nicht interessant und auch das Happy-End ändert daran nichts. Es kommt mir an diese Erzählung eher angedichtet vor.



Zitat:
  Ich ahnte, dass etwas Falsch war.
Falsch? Nein, inakzeptabel. Verängstigend.
Ich ahnte es nicht nur, sondern wusste es auch. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, es war nicht so, dass ich für diese Vermutung einen greifbaren Beweis hatte oder es anderweitig beweisen konnte. Es war auch nicht so, dass ich eine Hellseherin oder eine Mentalistin war. Mir wurden keine Nachrichten aus dem Jenseits übermittelt und ich las die Zukunft auch nicht in einer Glaskugel- oder ähnlichem.
Nein, dass <- (das) nun wirklich nicht, aber ich hatte es im Gefühl. Das mag für einige jetzt komisch klingen, aber es ist so.
Ich hatte dieses Gefühl bis heute nur dreimal und jedes Mal hat es ein schreckliches Unheil mit sich gebracht.
Ich wünschte, ich hätte eine Ahnung um was es sich dieses Mal handelt, dann könnte ich mich gedanklich darauf vorbereiten, aber das ging leider nicht. Zum einen weil ich keine Ahnung hatte was mich erwartete und zum anderen weil es sich eh so anfühlen würde, als ob ich Bekanntschaft mit einem Zug schließen würde.
Das wusste ich schließlich schon aus Erfahrung heraus. Egal wie sehr ich mich auf eines dieser schrecklichen Erlebnisse vorzubereiten versuchte sowohl mental als auch physisch es brachte nichts.

Das erste Mal, war als ich gerade neun geworden.
Es war 4 Tage her.
Ich weiß es bis heute noch, als wäre es gerade erst gestern gewesen.
Damals fühlte es sich so an, als würde ich von innen heraus verbrennen. Ich konnte nicht Atmen, nicht denken, mich nicht bewegen. Alles um mich herum begann sich zu drehen, dann hielt die Welt wieder an.
Es war, als hätte man die Zeit angehalten, dann war das Gefühl wieder vorbei und es schien, als wäre nichts gewesen. Aber das war falsch. Oh, Sie können sich nicht vorstellen wie falsch das war. Zu dem damaligen Zeitpunkt wusste ich es aber nicht besser, also tat ich, als wäre nichts geschehen. Das Unheil geschah auch erst fast zwei Tage später. Meine Mutter hatte, während ich in der Schule und Vater in der Arbeit war, ihre sieben Sachen gepackt und war über alle Berge. Später erzählte mir mein großer Bruder, dass Vater unsere Mutter geschlagen und ihr gedroht hatte sie umzubringen, also war sie abgehauen und wir hatten nie wieder etwas von ihr gehört.
Einfach so ohne Erklärung oder Abschiedsbrief. Wir haben bis heute nie wieder etwas von ihr gehört.
Bitte denken Sie jetzt nichts Falsches von meiner Mutter, etwa dass sie eine schlechte Mutter gewesen sei und wir besser ohne sie dran seien. Nein, so war es nun wirklich nicht. Die Fakten waren einfach nur so, dass meine Mutter ihren Kopf in den Wolken hatte und zwischen ihr und der Realität Welten lagen, schlimm war es für meinen großen Bruder und mich nun wirklich nicht, denn Mutter erlaubte uns ausnahmslos alles, ohne Wenn und Aber.
Dann aber war sie von einem Moment auf den andern fort.
Ihr Parfüm konnte man noch Tage später riechen, aber alles andere war fort. Auch der Geruch verflüchtigte sich nach Ein-zwei Wochen.
Vater betrank sich, heulte wie ein Schlosshund, verprügelte uns als gäbe es keinen Morgen und beleidigte uns und unsere Mutter in einer Tour war er nicht gerade bewusstlos.

Das Zweite Mal war ich 17 und lernte gerade, mit meinem damaligen Freund –Tom- und meiner seit Kindheitstagen besten Freundin –Katja- für unsere Abschlussprüfungen als ich wieder dieses Gefühl hatte, dieses Mal war es anders, aber ich erkannte es sofort. Dieses Mal war es ganz anders, dieses Mal glaubte ich, ein Panzer würde mich überrollen, ich schrie, weinte, strampelte, dann übermannte mich die Ohnmacht und ich ließ mich glücklich von den kalten Armen umschließen.
Ich weiß nicht, was in der Zeit geschah, als ich Ohnmächtig war, ich weiß nur, als ich wieder zu Bewusstsein kam, lag ich auf meinem Bett, mein Freund hatte meinen Kopf in seinen Schoß gelegt und strich mir durch mein Haar während meine Freundin ein Glas Wasser geholt hatte, wie dem auch sei, als ich meine Augen aufschlug war das Gefühl verschwunden, so als wäre es nur ein Windhauch gewesen, der mich in ein Vakuum gesperrt hatte, zurück blieben nur ein Schatten stechender Kopfschmerzen und ein ungutes Gefühl in der Magengegend.
Ich weiß noch wie ich damals die Tränen herunterschluckte, als mich die Erinnerung an die Flucht meiner Mutter übermannte.
Ich atmete tief durch und versuchte mich zu entspannen. Ich weiß noch, dass ich den Abend mit meinen Freunden verbracht habe.
Am ersten Tag nach dem Gefühl geschah nichts.
Ich stand auf, frühstückte mit meinem Bruder bei dem ich wohnte seit er Volljährig war, ließ mich dann von ihm in die Schule fahren. Denn Nachmittag verbrachte ich mit meinen Freunden.
Das einzig Auffällige am nächsten Tag war, dass unser Klassenlehrer –Herr Lehmann- nackt in den Klassenraum spaziert kam und aus voller Kehle Goodbye my lover von James Blunt schmetterte. Die ganze Klasse bekam einen Lachanfall. In der zweiten Stunde kamen dann Männer, mit einer Zwangsjacke die ihn betäubten und wegbrachten. Wir sahen ihn nie wieder. Vielleicht ist er heute noch irgendwo, genießt das luftige Gefühl und schmettert Liebeslieder. Eine wirklich amüsante Vorstellung, die mich bis heute zum Lächeln bringt und auf jeder Party ein echter Brenner ist. Doch auch wenn es für alle zum Lachen ist, hat es auch etwas Trauriges. Ich habe Herrn Lehmann immer respektiert. Er war ein Mann Ende der 50ziger trug immer farblose Anzüge und hatte eine Stimme die man noch aus kilometerweiter Entfernung hätte hören können, aber Unterrichten konnte er, auch hatte er immer ein offenes Ohr für jeden von uns und behandelte uns wie einen Erwachsenen. Er hat jedem von uns eine Menge beigebracht, damit meine ich aber nicht nur den Unterrichtsstoff, sondern auch etwas über das echte Leben.
Der Direktor war die ganze Sache schrecklich peinlich, also gab er uns für den restlichen Tag schulfrei.
Am dritten Tag, es war ein Samstag, wurde ich gegen drei Uhr morgens aus dem Bett geworfen.
Die Polizei. Der Wagen meines Bruders war von einem Betrunkenen gerammt worden. Der Wagen hatte sich Überschlagen und war einen Abhang heruntergestürzt Mein Bruder wurde zu Matsche verarbeitet und starb eines qualvollen Todes- die Polizei drückte es aber schonender aus.
An dem Tag brach meine Welt zum zweiten Mal zusammen. Ich rief Katja an die mit einem riesigen Eisbecher und zwei Flaschen Bourbon rüberkam.

Das Dritte Mal war nach der Absolvierung meines Jura Studiums. Ich und Katja <- der Esel nennt sich immer zuerst. saßen in unserer Lieblingskneipe, aßen Chickenwings und beobachteten unserer Freunde wie sie Pool spielten sie waren allerdings bereits so betrunken, dass sie Probleme hatten gerade zu stehen, wodurch das Treffen der Kugeln zu einer Meisterleistung wurde.
Nach meinem dritten Tequila wurde mir flau, also stieg ich auf Bier um.
10 Minuten begannen die Kopfschmerzen, gefolgt von Gleichgewichtsstörungen.
Da erst wurde mir bewusst, dass das Gefühl nichts mit dem Fusel zu tun hatte den wir tranken.
Ich hielt in der Bewegung inne, meine Hände begannen zu zittern, mir rutschte das Herz in die Hose und ich fragte mich was es wohl dieses Mal sein Würde. <- würde
Mit wackeligen Beinen stand ich auf, begab mich, Katja dicht auf den Fersen auf die Toiletten und entleerte meinen Mageninhalt.
Katja hockte hinter mir und hielt meine Haare.
Ich verdrängte die unerwünschten Emotionen.
10 Minuten später begaben wir uns zurück in die Bar und stiegen in das Wettrinken ein das gerade beginnen sollte.
Alles wurde schwarz.
Bzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzz
Als ich wieder aufwachte, lag ich in einem Krankenhaus. Die Bar in der meine Freunde und ich den Abend verbracht hatten war angezündet worden
32 Tote.
17 schwerverletzte.
Ich trug Verbrennungen zweiten Grades davon.
Seitdem kann ich kein Feuer mehr sehen.

Jetzt war es das vierte Mal das ich dieses Gefühl hatte. Wieder konnte ich es nicht deuten, vielleicht wollte ich es auch nicht. Die Angst war aber schon da, ich konnte nichts tun, also stellte ich mich ihr.
„Hey Hannah! Hörst du mir überhaupt zu?“
Ich schreckte auf, setzte ein Fake lächeln auf und sah zu meinem Freund
„Entschuldige bitte, Schatz. Was hattest du gesagt?“
Joshua lachte und legte seinen Arm um meine Taille.
„Schon gut, Prinzessin. Ich wollte nur wissen, ob alles in Ordnung ist?“
„Ja, ja. Der Abend ist wirklich wunderschön, oder?“
Josh lachte wieder und küsste mich sanft auf den Mund
„Genau wie du!“
Wir blieben stehen.
„Mach mal die Augen zu.“
Ich musterte Josh mit einer Spur von Misstrauen, tat ihm dann aber den gefallen.
Josh gab mir einen Handkuss.
„Okay, mach die Augen wieder auf.“
Vorsichtig öffnete ich meine Augen wieder. Josh war vor mir auf die Knie gegangen und hatte eine Schatulle aus schwarzem Samt in der Hand die er gerade öffnete.
In der Kiste war ein Ring aus Weißgold, mit drei kleinen Diamanten.
„Hannah Montenegro, willst du mich heiraten?“
Mir traten Tränen in die Augen und ich schlug die Hände vor dem Mund zusammen.
„JA, JA, JA!“
Josh nahm den Ring aus der Schatulle und steckte ihn mir an den Finger, dann küssten wir uns.
„Ich liebe dich!“
Murmelte ich
„Ich liebe dich auch!“

Zum ersten Mal in meinem Leben glaubte ich an ein Happy End, denn wenn am Ende nicht alles gut ist, ist es auch kein Ende.  



LG,
Seraiya


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Einen Dummkopf erkennt man daran, dass er alles abtut, was er anhand seiner eigenen Erfahrungen nicht erklären kann.
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Nina
Geschlecht:weiblichBestseller-Autor


Beiträge: 4280



BeitragVerfasst am: 21.09.2015 15:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Satara,

ich habe Deine Geschichte gelesen. Sie hat mir gut gefallen, allerdings habe ich ein paar Kritikpunkte.

Was ich weglassen würde, ist die direkte Ansprache an den Leser/in. Die braucht es nicht, es führt eher weg, als dass es die Geschichte weiter bringt.

Die Verbindung von Anfang zum Ende fehlt. Zwar verstehe ich, dass in diesem Fall, als die Protagonistin zu spüren scheint, dass etwas schief läuft oder schief gelaufen ist, sich nicht erfüllt, sondern sich (am Ende der Geschichte) in der Realität zeigt, dass sie sich (dies mal) geirrt hat (vielleicht / vermutlich). Es fehlt aber irgendein verknüpfender Satz, wenn Du mich fragst. Oder zwei. Oder drei. Damit man den anfangs erwähnten Zweifel und das Misstrauen, auch die Angst, mit dem Ende zusammenbringen kann. Im Moment wirkt es wie nebeneinander, als gehörte es nicht zusammen. Aber es ist ja eine Klammer, damit machst Du die Geschichte auf und das Ende gehört bzw. bezieht sich ja auf die Andeutung / Vermutung zu Beginn. Deshalb braucht es m.E. etwas Verbindendes.

Was ich unglaubwürdig finde, ist, dass es den Kindern angeblich nichts ausgemacht haben soll, dass die Mutter geflüchtet ist von Zuhause. Ist Dir das wichtig, drin zu lassen und zu behaupten? Soll es die Kinder charakterisieren? Eine Art Ambivalenz bzw. Zwiespältigkeit im Wesen? Es wird aber nicht wirklich ausgeführt oder nachvollziehbar, warum das da steht. Im weiteren wird beispielsweise die Protagonistin nicht als solche charakterisiert. Meines Erachtens braucht es das deshalb nicht.

Ein paar Fehler sind im Text, was Groß-und Kleinschreibung angeht, auch ein paar Kommafehler sind drin. Wenn Du da genaueres Feedback möchtest, gib Laut. Ich mag diesen Stil, den Du hier umgesetzt hast und wie Du hier die Geschichte geschrieben hast (auch wenn ich den ein oder anderen Satz herausnehmen würde). Es liest sich sehr interessant. Ach so, den letzten Satz würde ich kürzen. "Zum ersten Mal glaubte ich an ein Happy End". Punkt. Den Halbsatz danach, das ist aus einem bekannten Zitat, wobei mir gerade nicht einfällt, von wem es ist, den würde ich weglassen. "Wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende". Aus irgendeinem Film vielleicht? Ich weiß es gerade nicht. Edit: Ich hab's nachgeschaut. Es ist von Oscar Wilde und wurde, wie ich richtig erinnerte, in einem Film verwendet und zwar in "Best exotic Marigold Hotel".

LG
Nina


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Liebe tut der Seele gut.
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Papa Schlumpf
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Alter: 59
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BeitragVerfasst am: 23.09.2015 20:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, Satara,
interessantes Stück, interessante Struktur, gefällt mir.
Stilistisch freilich könntest Du in die Tat umsetzen, was der Titel verspricht.
Das die persönliche Ansprache nicht so gut kommt, wie gedacht, sagte Nina schon. Ich fand sie verwirrend, da nur an wenigen Stellen funktionslos aufblitzend, was dort gesagt wird, kommt auch ohne aus.
Ich will mich nur auf die ersten Zeilen beschränken, denn dort finde ich die Dinge, die mir bei der Lektüre aufstießen.
Zitat:
Ich ahnte, dass etwas Falsch war.
Konnten wir schon über Hilfsverben sprechen? Gerade im ersten Satz vermied ich so etwas. Suchte lieber nach einer treffenderen Formulierung, die ich dann trotzdem noch in die inakzeptabel-beängstigende Richtung korrigieren kann.
Zitat:
Verängstigend.
halte ich nicht für erste Wahl. Rein grammatisch kann man selbstverständlich auch höchst ungebräuchliche Adjektive ableiten, aber mit "beängstigend" liegt eine gebräuchliche Form vor, die inhaltlich identische Bedeutung besitzt.
Zitat:
Ich ahnte es nicht nur, sondern wusste es auch.
Hier fehlt ein wenig Logik. Wenn ich weiß, dann ahne ich schon lange nicht mehr. Zumindest das "auch" sollte da rausfliegen. Oder (im Dialog mit dem Zuhörer/ Leser) "Dabei handelte es sich nicht um irgendwelche Vorahnungen, ich wusste, dass etwas passiert ..."
Zitat:
es war nicht so, ... Beweis hatte  ...Es war auch nicht so, ... eine Mentalistin war. Mir wurden
  Das steht in den nächsten drei Sätzen. Über Beweise kann man verfügen, und für den Rest gibt es auch probate Möglichkeiten, man kann mentalistische Fähigkeiten besitzen, Passiv lässt sich mit "man", in diesem Falle auch "Niemand" bilden, "es war" schloss ich kürzlich ins Herz, als es auf jeder Seite im Rudel auftrat. Das kann man weglassen und den Sachverhalt entsprechend formulieren ("ich besaß keinerlei greifbare Beweise"; "ich verfügte auch nicht über hellseherische ...")
Ich denke, Du merkst, was ich meine. Und Du kannst das mit Leichtigkeit verändern, diese Kleinigkeiten, die zu einer ständigen Wiederholung dieser Wörter führen. Kann man verzichten und kann man treffender formulieren.
Ich freue mich, wieder von Dir zu lesen.
LG
P. S.


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Nicht alles, was wir bewirken, haben wir auch gewollt.
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Satara Holmes
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BeitragVerfasst am: 28.07.2016 17:29    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Okay,

nach 100jährigem Winterschlaf komme ich endlich dazu diese Geschichte auszubessern. Vielen lieben Dank an alle die sich die Mühe gemacht haben ein Kommentar zu hinterlassen.
Ich habe möglichst viele Wortwiederholungen herausgenommen, die direkte Ansprache des Lesers herausgenommen, eine hoffentlich Akzeptable Verbindung zwischen Anfang und Ende geschaffen und meinen Anfang überarbeitet.

LG Satara


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"Eigentlich dürfte ja sowieso nichts existieren", meinte der Selbstmörder, "also stelle ich ganz einfach den normalen Zustand wieder her.
Wolfgang J. Reus
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Satara Holmes
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BeitragVerfasst am: 28.07.2016 17:30    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Alles kann besser werden

Als mein Tag damit mit verschlafen begann wusste ich, dass es einer dieser Tage war an denen alles schief lief. Selbstverständlich gab es diese Tage immer mal wieder doch heute versuchte mir mein Bauchgefühl unmissverständlich klar zu machen; mich doch bitte wieder in mein Bett zu verziehen und mir die Decke über den Kopf zu ziehen.

Dieses Gefühl war bis heute nur dreimal begegnet und jedes Mal hat es ein schreckliches Ende gefunden.
Ich wünschte, ich hätte eine könnte sagen um was es sich dieses Mal handelt, dann wäre ich in der Lage mich gedanklich darauf vorbereiten, aber das ging leider nicht. Zum einen weil ich im dunklen Tappte und zum anderen weil es sich eh so anfühlen würde, als ob ich Bekanntschaft mit einem Zug schließen würde.
Das wusste ich schließlich schon aus Erfahrung heraus. Egal wie sehr ich mich auf eines dieser schrecklichen Erlebnisse vorzubereiten versuchte sowohl mental als auch physisch es brachte nichts.

Das erste Mal, war als ich gerade neun geworden.
Es war 4 Tage her.
Noch heute fühlt es sich wie gestern an.
Damals fühlte es wie innerlich verbrennen an. Ich konnte nicht Atmen, nicht denken, mich nicht bewegen. Alles um mich herum begann sich zu drehen, dann hielt die Welt wieder an.
Als hätte man die Zeit angehalten, dann war das Gefühl wieder vorbei und es schien, als wäre nichts gewesen. Aber das war falsch. Oh, Sie können sich nicht vorstellen wie unrecht ich mit dieser Hoffnung. Zu dem damaligen Zeitpunkt konnte ich es jedoch nicht besser wissen, also tat ich, als wäre nichts geschehen. Das Unheil geschah auch erst fast zwei Tage später. Meine Mutter packte an diesem Vormittag, während ich in der Schule und Vater in der Arbeit war, ihre sieben Sachen und war über alle Berge als wir am Nachmittag wieder nach Hause kamen. Später erzählte mir mein großer Bruder, dass Vater unsere Mutter geschlagen und ihr gedroht hatte sie umzubringen, also war sie gegangen und wir hatten nie wieder etwas von ihr gehört.
Einfach so ohne Erklärung oder Abschiedsbrief. Wir haben bis heute nie wieder etwas von ihr gehört.
Bitte denken Sie jetzt nichts unrechtes von meiner Mutter, etwa dass sie eine schlechte Mutter gewesen sei und wir besser ohne sie dran seien. Nein, so war es nun wirklich nicht. Die Fakten waren einfach nur so, dass meine Mutter ihren Kopf in den Wolken hatte und zwischen ihr und der Realität Welten lagen, schlimm war es für meinen großen Bruder und mich nun wirklich nicht, denn Mutter erlaubte uns ausnahmslos alles, ohne Wenn und Aber.
Dann aber war sie von einem Moment auf den andern fort.
Ihr Parfüm konnte man noch Tage später riechen, aber alles andere war fort. Auch der Geruch verflüchtigte sich nach Ein-zwei Wochen.
Vater betrank sich, heulte wie ein Schlosshund, verprügelte uns als gäbe es keinen Morgen und beleidigte uns und unsere Mutter in einer Tour; schlief er nicht gerade seinen Rausch aus.

Das Zweite Mal geschah als ich gerade, mit meinem damaligen Freund –Tom- und meiner seit Kindheitstagen besten Freundin –Katja- für unsere Abschlussprüfungen lernte als ich wieder dieses Gefühl hatte, es versteckte sich doch ich erkannte es augenblicklich. Doch war es war ganz anders, es fühlte sich an als  überrollte mich ein Panzer, ich schrie, weinte, strampelte bis mich die Ohnmacht ergriff und ich mich erschöpft von kalten Armen umschließen ließ.
Ich weiß nicht, was in der Zeit geschah, als ich Ohnmächtig war, ich weiß nur, als ich wieder zu Bewusstsein kam, lag ich auf meinem Bett, mein Freund hatte meinen Kopf in seinen Schoß gelegt und strich mir durch mein Haar während meine Freundin ein Glas Wasser geholt hatte, wie dem auch sei, als ich meine Augen aufschlug war das Gefühl verschwunden, so als wäre es nur ein Windhauch gewesen, der mich in ein Vakuum gesperrt hatte, zurück blieben nur ein Schatten stechender Kopfschmerzen und ein ungutes Gefühl in der Magengegend.
Ich schluckte Tapfer die Tränen hinunter, als mich die Erinnerung an die Flucht meiner Mutter übermannte.
Ich atmete tief durch und versuchte mich zu entspannen. Ich weiß noch, dass ich den Abend mit meinen Freunden verbracht habe.
Am ersten Tag nach dem Gefühl geschah nichts.
Ich stand auf, frühstückte mit meinem Bruder bei dem ich wohnte seit er Volljährig war, ließ mich dann von ihm in die Schule fahren. Denn Nachmittag verbrachte ich mit meinen Freunden.
Das einzig Auffällige am nächsten Tag war unser Klassenlehrer –Herr Lehmann-  der nackt wie die Natur ihn schuf in den Klassenraum spazierte und aus voller Kehle Goodbye my lover von James Blunt schmetterte. Die ganze Klasse bekam einen Lachanfall. In der zweiten Stunde kamen dann Männer, mit einer Zwangsjacke die ihn betäubten und wegbrachten. Wir sahen ihn nie wieder. Vielleicht ist er heute noch irgendwo, genießt das luftige Gefühl und schmettert Liebeslieder. Eine wirklich amüsante Vorstellung, die mich bis heute zum Lächeln bringt und auf jeder Party ein echter Brenner ist. Doch auch wenn es für alle zum Lachen ist, hat es auch etwas Trauriges. Ich habe Herrn Lehmann immer respektiert. Er war ein Mann Ende der 50ziger trug immer farblose Anzüge und hatte eine Stimme die man noch aus kilometerweiter Entfernung hätte hören können, aber Unterrichten konnte er, auch hatte er immer ein offenes Ohr für jeden von uns und behandelte uns wie einen Erwachsenen. Er hat jedem von uns eine Menge beigebracht, damit meine ich aber nicht nur den Unterrichtsstoff, sondern auch etwas über das echte Leben.
Der Direktor war die ganze Sache schrecklich peinlich, also gab er uns für den restlichen Tag schulfrei.
Am dritten Tag, es war ein Samstag, wurde ich gegen drei Uhr morgens aus dem Bett geworfen.
Die Polizei. Der Wagen meines Bruders war von einem Betrunkenen gerammt worden. Der Wagen hatte sich Überschlagen und war einen Abhang heruntergestürzt Mein Bruder wurde zu Matsche verarbeitet und starb eines qualvollen Todes- die Polizei drückte es aber schonender aus.
An dem Tag brach meine Welt zum zweiten Mal zusammen. Ich rief Katja an die mit einem riesigen Eisbecher und zwei Flaschen Bourbon rüberkam.

Das Dritte Mal war nach der Absolvierung meines Jura Studiums. Katja und ich saßen in unserer Lieblingskneipe, aßen Chickenwings und beobachteten unserer Freunde wie sie Pool spielten sie waren allerdings bereits so betrunken, dass sie Probleme hatten gerade zu stehen, wodurch das Treffen der Kugeln zu einer Meisterleistung wurde.
Nach meinem dritten Tequila wurde mir flau, also stieg ich auf Bier um.
10 Minuten begannen die Kopfschmerzen, gefolgt von Gleichgewichtsstörungen.
Da erst wurde mir bewusst, dass das Gefühl nichts mit dem Fusel zu tun hatte den wir tranken.
Ich hielt in der Bewegung inne, meine Hände begannen zu zittern, mir rutschte das Herz in die Hose und ich fragte mich was es wohl dieses Mal sein würde.
Mit wackeligen Beinen stand ich auf, begab mich, Katja dicht auf den Fersen auf die Toiletten und entleerte meinen Mageninhalt.
Katja hockte hinter mir und hielt meine Haare.
Ich verdrängte die unerwünschten Emotionen.
10 Minuten später begaben wir uns zurück in die Bar und stiegen in das Wettrinken ein das gerade beginnen sollte.
Alles wurde schwarz.
Bzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzz
Das Bewusstsein erlangte ich erst wieder als ich im Krankenhaus war. Die Bar in der meine Freunde und ich den Abend verbracht hatten war angezündet worden
32 Tote.
17 schwerverletzte.
Ich trug Verbrennungen zweiten Grades davon.
Seitdem kann ich kein Feuer mehr sehen.

Nun machte sich dieses Gefühl ein viertes Mal in mir breit. Erneut konnte ich es nicht deuten, vielleicht wollte ich es auch nicht. Die Angst war aber schon da, ich konnte nichts tun, also stellte ich mich ihr.
„Hey Hannah! Hörst du mir überhaupt zu?“
Ich schreckte auf, setzte ein Fake lächeln auf und sah zu meinem Freund
„Entschuldige bitte, Schatz. Was sagtest du?“
Joshua lachte und legte seinen Arm um meine Taille.
„Schon gut, Prinzessin. Ich wollte nur wissen, ob alles in Ordnung ist?“
„Ja, ja. Der Abend ist wirklich wunderschön, oder?“
Josh lachte wieder und küsste mich sanft auf den Mund
„Genau wie du!“
Wir blieben stehen.
„Schließe die Augen.“
Ich musterte Josh mit einer Spur von Misstrauen, tat ihm dann aber den gefallen.
Josh gab mir einen Handkuss.
„Okay, du kannst sie wieder aufmachen.“
Vorsichtig öffnete ich meine Augen wieder. Josh war vor mir auf die Knie gegangen und hielt eine Schatulle aus schwarzem Samt in den Händen.
In der Kiste war ein Ring aus Weißgold, mit drei kleinen Diamanten.
„Hannah Montenegro, willst du mich heiraten?“
Mir traten Tränen in die Augen und ich schlug die Hände vor dem Mund zusammen.
„JA, JA, JA!“
Josh nahm den Ring aus der Schatulle und steckte ihn mir an den Finger, dann küssten wir uns.
„Ich liebe dich!“
Murmelte ich
„Ich liebe dich auch!“

Glücklich erkannte ich, obwohl viel schlimmes mir in meinem Leben zugestoßen war gab es dennoch gute Momente in denen es sich lohnte nach vorn geblickt zu haben.

Zum ersten Mal in meinem Leben glaubte ich an ein Happy End.


_________________
"Eigentlich dürfte ja sowieso nichts existieren", meinte der Selbstmörder, "also stelle ich ganz einfach den normalen Zustand wieder her.
Wolfgang J. Reus
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Muskat
Hobbyautor


Beiträge: 340



BeitragVerfasst am: 28.07.2016 18:09    Titel: Satara Antworten mit Zitat

Hallo Satara,

du soltest nochmal über den Text gehen. Die Ansprache der Leser ist noch drinnen, schlimmer aber finde ich die Rechtschreibung und dass manche Sätze keinen Sinn ergeben, weil Worte fehlen.

Schau es dir nochmal an und korrigiere es. Das macht eine Arbeit am Text leichter.

Liebe Grüße

Muskat
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nebenfluss
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 3774
Wohnort: mittendrin, ganz weit draußen
Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 28.07.2016 18:44    Titel: Antworten mit Zitat

Tut mir leid, dass ich hier das Double mache, aber ich möchte Muskats Bitte unterstützen. Ein Text, der mit den Worten beginnt

Satara Holmes hat Folgendes geschrieben:
Als mein Tag damit mit verschlafen begann

und im dritten Satz dann das hier bringt:

Zitat:
Dieses Gefühl war bis heute nur dreimal begegnet

ist wirklich ein Ärgernis und kann nicht erwarten, hier besprochen zu werden (jedenfalls von mir nicht).


_________________
fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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Diamond
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 287



BeitragVerfasst am: 29.07.2016 20:00    Titel: Re: Alles kann besser werden Antworten mit Zitat

Hallo Satara

ich habe Deine Kurzgeschichte gelesen. Leider spricht sie mich nicht an, weil sie mehr an ein Gedankenspiel erinnert als an eine Kurzgeschichte. Es passiert nichts, außer dass geahnt und sich erinnert wird. Es ist wirklich schade, dass der Inhalt nicht dem durchaus Interesse weckenden ersten Satz gerecht wird. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kurzgeschichte insgesamt sehr Hilfsverb-lastig ist. Ich konnte aber durchaus erkennen, dass Du gute Ansätze zeigst. Deshalb solltest Du unbedingt an der Tastatur bleiben.

VG Diamond
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