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Kalter Glaube


 

 
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Amélia Magari
Geschlecht:weiblichAbc-Schütze

Alter: 32
Beiträge: 3
Wohnort: Österreich


BeitragVerfasst am: 10.03.2016 09:10    Titel: Kalter Glaube eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Wenn meine Religion sich nur,
ein bisschen mit den anderen vertrüge,
dann gäb's so manche Fehde nicht,
und die gibt's leider zur Genüge...
Zu allem was dein Gott so spricht,
zu dem sagt meiner: "Lüge!"

Ich würd so gern etwas and'res glauben,
Nach einem Sinn sehnt sich mein Herz,
Doch würd mein Gott das nie erlauben,
hält alles and're für 'nen Scherz.
Wie gern würd ich die Freud' nur kennen,
könnt ich was and'res "meinen Glauben" nennen!

Mein Glaube der ist trostlos!
Doch seit ich ihn begonnen hab,
werd ich ihn nicht mehr los.
Mein Glaube bringt mich noch ins Grab,
sagt immerzu "Gott, ist nicht groß"
und davon lässt er auch nicht ab.

"Was ist dass für 'ne irre Religion?"
Hör ich jetzt viele fragen.
"Bestimmt kennt ihr sie selber schon,
sie ist recht groß", kann ich euch sagen.
Sie existiert in jedem Land auf Erden,
Und wird wohl auch noch größer werden.

Doch kann ich nicht nur schlecht berichten,
immerhin hat sie so Großes schon geschafft.
Will allen Glauben zwar vernichten,
doch dass sie's schafft, glaub' ich mitnichten.
Und so betreib ich sie mit Leidenschaft!
Scienzia - meine Wissenschaft

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Frank D. Badenius
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 60
Beiträge: 27
Wohnort: Lindau (Bodensee)


BeitragVerfasst am: 16.03.2016 10:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

mal zum Thema des Gedichts ein paar Zeitungszitate...

"John Lennox ist Professor für Mathematik an der Universität Oxford, Dozent für Wissenschaftsphilosophie - und ein bekennender Christ. Er kritisiert die These des Astrophysikers Hawking, wonach sich das Universum selbst aus dem Nichts erschaffen habe und Gott dafür nicht nötig gewesen sei.

...

Als Wissenschaftler und Christ würde ich sagen, dass Hawkings Behauptung fehlgeleitet ist", schreibt Lennox in der englischen Zeitung. "Er möchte, dass wir zwischen Gott und den Gesetzen der Physik wählen, so als würden sie in einem Gegensatz zueinander stehen."

Das aber sei aber eine falsche Alternative, betont der Mathematik-Professor. So wie man die Arbeit eines Ingenieurs umso mehr bewundere, je besser man sie verstehe, so wachse auch die Ehrfurcht vor dem Schöpfer, je mehr man dessen Schöpfung verstehe.

Lennox liefert für seine These auch ein anschauliches Beispiel: "Wenn Hawking uns dazu aufruft, uns zwischen Gott und den Gesetzen der Physik zu entscheiden, dann ist das so, als ob jemand möchte, dass man sich zwischen dem Luftfahrt-Ingenieur Sir Frank Whittle und den Gesetzen der Physik entscheiden sollte, um zu erklären, wie eine Raketendüse funktioniert. Er bringt hier die Kategorien durcheinander. Die Gesetze der Physik können erklären, wie eine Flugzeugdüse funktioniert, aber jemand muss sie bauen, mit Treibstoff füllen und sie zünden. Das Flugzeug konnte nicht von selbst ohne die Gesetze der Physik erbaut werden, sondern die Entwicklung und der Bau dieser Düse bedurfte des Genies eines Mannes wie Whittle. Genauso konnten die Gesetze der Physik das Universum nicht erschaffen."

Außerdem fragt Lennox: "Woher kam die Schwerkraft, und was war die schöpferische Kraft ihrer Geburt?" Hawkings Denken gründe auf der Annahme, dass sich Naturwissenschaft und Religion widersprechen. Doch für ihn als Christen, so Lennox, gebe es da keinen Widerspruch. Vielmehr stärke "die Schönheit der Naturgesetze" den Glauben an einen intelligenten, göttlichen Schöpfer.

Hawkings Argument, wonach die Existenz der Schwerkraft auf die Erschaffung des Universums aus sich heraus deute, erscheine vor diesem Hintergrund noch unlogischer.

Grundsätzlich, so behauptet der Mathematiker, ergebe der christliche Glaube auch naturwissenschaftlich einen Sinn. Laut Lennox reichen Hinweise auf die Existenz Gottes über die Naturwissenschaften hinaus. Gott habe sich selbst den Menschen in Jesus Christus vor zwei Jahrtausenden offenbart. Dies sei nicht nur in den Schriften der Bibel gut belegt, sondern auch durch eine Fülle archäologischer Funde. Der Professor aus Oxford betont: "Mein Glaube an Gott beruht nicht nur auf Erkenntnissen der Naturwissenschaft sondern auch auf dem historischen Zeugnis, dass Jesus Christus von den Toten auferstanden ist."

Es ist ein interessantes Thema. Aber ich bin mir auch nicht sicher, ob man nun unbedingt zwischen Glauben und Wissenschaft wählen muss...

Denk an die Hummel. Wink

LG
Frank


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Quadratschädel
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 65
Beiträge: 159
Wohnort: Berlin-Ost


BeitragVerfasst am: 19.03.2016 07:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Amelia Magari

ach, die Österreicher, die Katholischen - ewig schlagen sie sich mit dem lieben Gott herum, entweder lieben sie ihn zu sehr oder vertauschen ihn wie dein lyrisches Ich mit der Wissenschaft. Man kommt eben um seine Erfindungen nicht herum, ob es nun der liebe Gott ist oder irgendeine fabelhafte Wissenschaft, die den lieben Gott ersetzt.

Das Gedicht ist jambisch gereimt, metrisch klappt es noch nicht in jedem Vers, z. B. hier: "immerhin hat sie so Großes schon geschafft", das ist ein trochäischer Vers. Die Anzahl der Hebungen schwankt teilweise. Wenn du ein Gedicht mit 5 Hebungen schreibst und evtl. im zweiten Vers nur 4 Hebungen einsetzt, dann muss sich durch alle Strophe eine Regelmäßigkeit ergeben, das ist hier aber nicht der Fall.

Aber das Gedicht argumentiert überzeugend, zum Schluss der Überraschungseffekt: Der liebe Gott des lyrischen Ichs ist die Sciencia.
Dadurch bekommt das Gedicht Humor und auch Leichtigkeit oder besser gesagt: den etwas flachen Charme aus der Zeit unserer Großväter. Das tut aber dem Gedicht keinen wirklichen Abbruch, es ist aus einem Guss.

Quadratschädel
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