Exposé

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Das Exposé (auch "Exposee") ist eine mehr oder minder kurze Zusammenfassung des teilweise oder ganz geschriebenen Manuskripts. Es stellt eine wichtige Verkaufskomponente dar. Daneben gibt es das Konzept, das in Kurzem die Idee und einen Handlungsabriss darlegt.

Nicht nur zum Erstkontakt wird ein Exposé an eine Agentur oder an einen Verlag geschickt, um kurz und präzise über den Inhalt eines Manuskripts zu informieren. Anhand des Exposés stellt der Agent oder Verlag fest, ob das Werk in das Portfolio passt und ob die Geschichte Verkaufspotential hat. Von daher sollte dem Exposé höchste Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Dabei sollte darauf geachtet werden, dass das Exposé zwar optisch ansprechend gestaltet ist (d.h. fehlerfrei, gut lesbar), jedoch nicht versucht, den Verlag von der Wortgewandtheit des Autors zu überzeugen. Es sollte möglichst nüchtern den groben Handlungsverlauf der Geschichte wiedergeben und gleichzeitig die Hauptfigur(en) kurz skizzieren. Daher ist es unter keinen Umständen mit einem Klappentext zu verwechseln, der zumeist reißerisch aufgebaut ist, um potenzielle Käufer auf den Inhalt des Buches neugierig zu machen. Der Verlag hingegen möchte in wenigen Worten den gesamten Plot (Anfang, Mittelteil, Ende) offengelegt bekommen, um daraufhin entscheiden zu können, ob die Idee in ihr Programm passt oder nicht.

Inhaltsverzeichnis

Inhalte und Gliederung

Das Exposé besteht aus mehreren Komponenten:

  1. Sachliches
  2. Pitch
  3. Kurzinhalt
  4. Figurenliste
  5. Zusammenfassung
  6. Leseprobe
  7. Hintergrundinformation


Sachliches

Am Anfang eines Exposés werden sachliche Fakten aufgezählt: Genre, Umfang (in Normseiten), Thema und ähnliches.

Pitch

Der Pitch sagt in wenigen Sätzen aus, worum es in deiner Story geht. Es wird der Protagonist, seine Motivation, seine Ziele, was dem Erreichen seines Ziels entgegensteht und was er tun muss, um trotzdem das Ziel zu erreichen, in wenigen Sätzen dargestellt. Idealerweise sollte der Pitch nicht mehr als vier, fünf Sätze aufweisen.

Der Pitch dient später als Basis für den Klappentext und/oder den U4 Text.

Kurzinhalt

Der Kurzinhalt ist ein verlängerter Pitch, bei dem man mehr Details einfügen kann. Der Kurzinhalt beinhaltet die Lösung und ist damit vom Klappentext (U2) zu unterscheiden.

Figurenliste

Sie enthält eine Skizze der Figuren, und zwar unterteilt in Hauptfiguren, Nebenfiguren und Randfiguren. Dazu gehören Name, Alter, Aussehen, Beruf, Herkunft, Motivation, Ziele. Beschrieben wird immer der Ausgangszustand der Figuren und nicht, was in der Geschichte passiert.

Die Ausführlichkeit bei der Biographie kann je nach Wichtigkeit der Figur abebben. Die der Hauptfiguren sollten ausführlich sein, die der Nebenfiguren weniger.

Beispiel einer Minimalversion:

Hauptfiguren:

Max M.:20 Jahre, klein, dick, mit kurzem schwarzem Haar, er will ... erreichen, weil er ... braucht.

Stefan R.:43 Jahre, blond, er will ... erreichen, weil er ...

Nebenfiguren:

Tanja M.: 45 Jahre, Mutter von Max.

In einem normalen Exposé allerdings sollten nur Figuren gelistet werden, die auch in der Zusammenfassung vorkommen. Die anderen werden nur auf Anfrage aufgeführt. Das Aussehen kann weggelassen werden, außer es handelt sich um einen Liebes- oder Erotikroman, oder um einen Roman, bei dem das Aussehen eine Rolle spielt

Zusammenfassung / Synopse

Sie konzentriert sich auf eine oder zwei der Hauptfiguren und erzählt die Geschichte aus deren Sicht. Auch sollte sich die Zusammenfassung auf einen Hauptplot und allenfalls einen Nebenplot beschränken. Werden zu viele Figuren oder Handlungsstränge dargestellt, gerät die Zusammenfassung schnell unübersichtlich. Zudem addieren Lektoren oder Agenten von vorneherein Komplexität zu dem Plot anhand der Figurenliste und vermuten dann eine konfuse, unfokussierte Geschichte.

Die Zusammenfassung wird stets in der dritten Person und in der Gegenwart erzählt. Sie sollte etwa zwischen 1000 bis maximal 1500 Worte umfassen, kann natürlich kürzer oder länger sein, falls die Geschichte das verlangt. Manche Agenturen oder Verlage beschränken den gewünschten Umfang, daher empfiehlt es sich vorher nachzufragen. Dies gilt allerdings nur für den Erstkontakt, danach werden auch längere Exposés akzeptiert.

Expertentipps:

  1. Die Zusammenfassung zuerst aus der Sicht eines Protagonisten schreiben und erst dann notwendige Informationen aus Sicht anderer Personen hinzufügen
  2. Nur Figuren in der Figurenliste erwähnen, die in der Zusammenfassung eine Rolle spielen
  3. Die Zusammenfassung unbedingt gegenlesen lassen.
  4. Skizzieren Sie sie vor dem Schreiben des Manuskripts

Daneben werden manchmal Inhaltsangaben oder Synopsen verlangt. Eine Inhaltsangabe listet die Kapitel auf, während unter der Synopse in diesem Fall eine Zusammenfassung verstanden wird, die sich auf den Spannungsbogen konzentriert.

Wichtig ist, zuerst einmal die Geschichte aus der Sicht einer Figur zu schreiben und nur wenn das nicht ausreicht, die Sicht einer weiteren Figur hinzufügen.

Leseprobe

In der Regel werden 30 bis 50 Normseiten des Manuskriptanfangs gewünscht. Nähere Informationen sind beim Verlag oder Agentur zu erfragen. Die Leseprobe dient vor allem zu dem Beweis, dass der Autor sein Handwerk in Bezug auf Stil, Sprache, Dramaturgie und Perspektive gelernt hat .

Hintergrundinformationen

  • Hintergrund, Authenizität: Schildert in kurzen Sätzen, wie und in welchem Umfang ihr euch über die Thematik informiert habt, bevor/während ihr das Buch geschrieben habt. Wurde ein Experte bemüht oder hat der Autor ein entsprechendes Studium vorzuweisen?
  • Motivation: Hier teilt ihr dem Verlag mit, warum ihr ausgerechnet dieses Buch geschrieben habt. Was hat euch auf die Idee gebracht? Was war ausschlaggebend, diese Idee schlussendlich auch in die Tat umzusetzen? Was verbindet euch mit dieser Geschichte? Versucht dabei, euch auf das Wesentliche zu beschränken und keine originellen Geschichten zu erfinden, um euch in einem "besseren Licht" zu präsentieren. Wahrheit ist Trumpf.
  • Autor: Hier werden sachliche Angaben zum Autor gemacht. Nicht zu ausführlich, nur relevante Angaben machen. Euer Geburtsjahr, euer beruflicher Werdegang und - sofern vorhanden - eine Aufzählung bereits veröffentlichter Werke. Wer viele davon aufweisen kann, sollte sich auf eine Auswahl beschränken. Dem Begleitschreiben kann eine vollständige Liste bereits erfolgter Veröffentlichungen beigelegt werden, im Exposé sollte man sich hierzu jedoch kurz fassen.

Umfang

Oft hört man, dass das Exposé den Umfang von einer Seite nicht überschreiten dürfte. Doch selbst ein klassisches Exposé umfasst bis zu drei Seiten, und mittlerweile ist es durchaus legitim, 5-8 Seiten dafür in Anspruch zu nehmen.

Je nach Verlag kann die gewünschte Seitenanzahl für das Exposé jedoch variieren, daher sollte man sich vorab auf der verlagseigenen Homepage oder ggf. mittels eines Telefonats darüber informieren, wie viele Seiten das Exposé möglichst umfassen sollte. Ein Anruf bietet zudem den Vorteil, dass man sich im Anschreiben auf das Telefonat berufen kann, was von vornherein eine Verbindung zwischen Autor und Lektor schafft.

Form

Das Exposé braucht nicht in Normseiten formatiert werden, außer es wird explizit verlangt. Wichtig ist gute Lesbarkeit, also nicht einzeilig Arial Narrow 9Pt. Auch empfiehlt es sich einen größeren Rand zu lassen.

Quellen

  • "Handbuch für Autorinnen und Autoren" von Ursula Uschtrin, 7. Auflage, Uschtrin Verlag, 2010
  • "Der Plot, (k)ein Irrgarten " von Ilona Schmidt, Amazon E-Book, ASIN: B01LZ8KWJQ

Siehe auch

  • Im Forum gibt es auch eine AG Exposé, in der sich der Autor sein Exposé auf Herz und Nieren prüfen lassen kann.

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