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Packeis


 
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finis
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Beiträge: 580
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Die lange Johanne in Bronze


BeitragVerfasst am: 27.12.2017 20:00    Titel: Packeis eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Packeis. Oder doch eher: Eisschollen, wenn man die Kruste mit dem Löffel zerschlägt und – ich sollte ein Vogel sein, ein Albatros oder eine Eismöwe vielleicht, dann könnte ich es von oben sehen, ein Meer aus Eis wie in den Bildbänden oben unter der Treppe nur in echt. Nickender Flieder vor dem Fenster; kann ich denn nicht//was hab ich mir nur dabei gedacht, wer soll das alles essen. Draußen die Stimmen, Schritte zählen, lachen, klingeln. Du kommst nicht, ich weiß.

Du hast nicht mehr angerufen, vorher, ich habe dir noch geschrieben, fünf Tage vorher, kein Wort über mich, eine Handvoll über dich. Diese Umarmungen. Dringt der Schweiß der anderen durch den Stoff? Müsste ich näher? Mama hat neue unangenehme Ohrringe, immer diese Stimmen, gleichzeitig, die sich auftürmen und über mir zusammenbrechen//hätte ich Flügel//„Kann man Dir noch irgendwie helfen in der Küche?“ Ach Mathias. „Danke, dass wir alle kommen durften, wir haben uns so lange nicht mehr gesehen.“ Ach ja; sehen – die Distanz bleibt ja doch. Erzähl mir was, Mathias, irgendwas (Erzähl mir vom Meer) ich hätte mehr reisen sollen zeig mir etwas von dir zeig mir das Gefühl von der Klippe aufs Meer hinabzuschauen zeig mir wie es ist dich an porösem Gestein hochzuhieven zeig mir was du siehst wenn

aber

„Es ist das erste Jahr ohne ihn.“ Schau mich nicht so an, du weißt nicht wie das ist. Ich weiß; ich kenne es auswendig das Weiß, das gleißende Weiß, die Schneekuppen und Du mit Deinen Skistöcken völlig überfordert völlig schneebedeckt: Du warst besessen vom Winter.//Diese Hand auf meiner Schulter. Mathias und sein scheiß Mitgefühl.//Du warst mit Deiner Karin da. Sie war schön, seltsamerweise, und dieses Lachen, das hattet ihr gemeinsam.//„Bringst du den Fisch schonmal rüber? Wir können dann gleich auch essen.“ Der Tumult, immer gleich, jedes Jahr anders, diesmal ist es Clemens: wir müssen noch singen! Gleich dann Mamas üblicher Protest, wenn ihr jetzt anfangt zu singen, dann gehe ich wieder, ich hänge an meinen Ohren und ich habe nur einmal im Jahr Geburtstag, blablabla, sie freut sich doch immer. Warum starrt Papa mich so an? Ich bin erwachsen, ich kann leben wie ich will. „Du hast zugenommen, oder? Ich dachte immer, es hilft wenn man traurig ist.“ --- nein. --- „Wer hat gesagt, dass ich traurig bin?“ Schnaub nicht so, schau mich einfach nicht an, geh doch wieder, bitte, bitte geh. (Du hättest jetzt etwas gesagt, etwas Gutes, etwas über Schönheit oder etwas ganz anderes. Du hast immer gesagt, ich wäre angenehm, angenehm, was soll das überhaupt bedeuten, was ist das für ein Wort, was ist Dir genehm, was wäre Dir genehm gewesen, hättest Du das nicht sagen können, vorher, hätte ich es wissen müssen). „Hattet ihr eine gute Fahrt?“ (sag doch mal was du meinst, sag doch mal was, warum stelle ich immer solche Fragen, warum ist es mir nicht einfach mal egal). Hab ich den Ofen ausgemacht? Sollte ich mal – ach verdammt, Clemens hat seine schief singende Freundin wieder mitgebracht. Dieses seltsame Dazwischen. Und dass unsere Stimmen sich nach all den Jahren immer noch nicht richtig mischen, dieses Gewirr in unterschiedlichen Lautstärken, anschaulicher kann man den Begriff Schallwellen vermutlich nicht erklären. „Das Klavier fehlt.“ Siehst Du, Anna fehlst Du auch. „Wie sieht’s aus, wollen wir dann essen?“ Mathias der ewige Diplomat wie macht er das nur ich kann das jetzt nicht ich kann das jetzt alles nicht ist das egoistisch von mir?//wenn ich jetzt fliegen könnte, dann würde ich zum Nordpol fliegen oder zum Südpol wie ein Albatros, ist auch eigentlich egal, Eis, hast Du mal gesagt, ist kompaktes Erinnern fast wie ein Friedhof, wann war das noch, wann hast Du das gesagt. Vielleicht würde ich Dich dort wiederfinden, Du von damals konserviert irgendwo// „Ich muss mal, ich komm sofort.“ Wieder auf dem Klo einschließen als wäre ich zehn (die Stimmen von Mama und Papa/Wutausbrüche von Clemens schlugen gegen die Tür) immer diese plötzliche Verjüngung wenn ich Papa gegenüberstehe. Bin so fremd im Spiegel, ist es das was Du siehst was Du gesehen hast was ist es was hast Du gesehen?//Ich sehe euch noch lachend im Schnee, Du und Deine Karin, die eingekuvten Spuren der Skier und dann dieser Menschensalat und ich weiß noch, ich habe euch so beneidet (so absurd als wäre mein Leben nicht schön genug was war ich bescheuert) und ihr habt euch aufgerappelt, Du hast mir noch zugewinkt und irgendwas gerufen, irgendwas Begeistertes, Dein wildes Gestikulieren hätte Dich fast aus dem Gleichgewicht gebracht, wo waren die anderen da eigentlich? Wieder in der Hütte? Ich weiß es schon gar nicht mehr, wie schnell man vergisst, ich weiß noch der Wind, an dem Tag war er besonders heftig, wie ein Ausrufezeichen, ihr seid weiter gefahren um die nächste Kurve

und dann [      ]

Schritte vor der Klotür, bestimmt Mathias, warum kennt er mich so gut. Ich hätte nein sagen sollen, als sie gefragt haben, ob sie zu mir kommen können.// Diese Tage in der Hütte, diese angestrengte Normalität zwischen Papas „Iss nicht zu viel“ und „Wollen ist schön und gut, man muss sich auch ein bisschen Mühe geben“ (warum kann ich diese Bemerkungen einfach nicht beiseite wischen? Sind doch nur Worte)

aber

ich kann Dich noch winken sehen und Papas Worte weiß ich noch und ich weiß noch das weiß, in das Du gefahren bist, obwohl es an den Rändern reißt wie ein Blatt Papier und ich weiß das alles noch nur Du nur Du//so ein Blödsinn eigentlich Vögel mit Freiheit zu assoziieren, ich muss mir mein Essen nicht erjagen oder ersammeln, niemand will Kissen und Kleider mit meinen Federn füttern und ich kann trotzdem gehen wohin ich will (warum tu ich’s dann nicht)//dieser bescheuerte Ohrwurm//ich sollte gehen. Die anderen warten schon mit dem Essen.//ich wünschte ich hätte ein Foto von damals von Dir und Karin im Schnee oder von Deinem Lächeln ganz allgemein, dem echten, nicht der Version für Familienfotos woher soll ich wissen ob meine Erinnerung stimmt? Am besten wäre es gewesen Dich direkt in Eis einzufrieren, vorher, Du hast meine pragmatische Seite immer unterschätzt, siehst Du.//Hoffentlich habe ich die Sauce nicht versaut, Mama merkt das immer sofort. Wird schon werden irgendwie, es geht ja jedes Jahr. Gott sei Dank, Mathias wartet nicht auf dem Flur, wie soll ich bloß mit dir jetzt umgehen, sag mal. Die Sauce sieht essbar aus, ich weiß eh schon was Mama sagen wird, ganz gut wie jedes Jahr oder essbar. Ist ja auch egal. Das darf ich echt nicht vergessen, Clemens hilft beim Tragen und Tischdecken und nichts geht kaputt, nur meine Geduld „… und auf Lettisch gibt es ein Wort, das beschreibt das unangenehme Gefühl in überfüllten Verkehrsmitteln eingequetscht zu sein. Kaapshljmurslis!“ Und Haselnussmakronen sind macrons de noisette, die müssen erst Wahlkampf machen bevor sie auf den Tisch kommen – warum sage ich so etwas nicht laut? Eben noch, eben! wäre es vielleicht witzig gewesen. „Es hat dir also in Lettland gefallen?“ (Haben sie auch ein Wort dafür zwischen Erinnerungen eingeklemmt zu sein?) „Es war der Wahnsinn, das hättest du sehen sollen, ich kann dir gleich mal die Bilder zeigen, könnte halt ein bisschen dauern, du kennst mich ja …“





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Municat
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BeitragVerfasst am: 08.01.2018 17:07    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Autor smile

Eine Familienfeier, der Geburtstag der Mutter. Deine Protagonistin hat die Sippschaft eingeladen und fühlt sich nicht wohl dabei. Der Vater nimmt sie nicht so, wie sie ist und will sie verbiegen, der Bruder (vermute ich mal) ist eine Nervensäge und ihr Freund oder Mann hat sie wohl innerhalb der letzten 12 Monate verlassen. Er ist das Ding, das fehlt, das den Gedankenfluss auslöst. Deine Prota erinnert sich an einen Skiurlaub, den sie gemeinsam mit ihrem Ex und dessen neuer Flamme verbracht hat und wünscht sich, ein Vogel zu sein ... nicht, ohne gleichzeitig zu hinterfragen, wie wünschenswert das überhaupt wäre.

Dein Text rollt ein unerfreuliches Familienleben aus (die Mutter mäkelt an ihren Kochkünsten, der Vater an ihrer Figur) und offenbart, dass die Erzählerin sich lieber auf dem Klo einschließt, als sich mit der Sippe auseinanderzusetzen. Ein beklemmendes Gefühl.

Ich empfinde Mitleid mit ihr ... und erinnere mich gleichzeitig daran, dass sie dieses Scheißmitleid gar nicht will.

Der Text ist durchaus interessant. Technisch habe ich nichts zu meckern.

Punkte vergebe ich erst, wenn ich alle Texte kommentiert habe.


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Gräme dich nicht, weil der Rosenbusch Dornen hat, sondern freue dich, weil der Dornbusch Rosen trägt smile
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lebefroh
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BeitragVerfasst am: 08.01.2018 18:14    Titel: Antworten mit Zitat

"Zwischen Erinnerungen eingeklemmt sein" - das gefällt mir. Die Geschichte hat mich überzeugt, weil sie nicht so rührselig ist, irgendwie gut eine Balance hält, was bei diesem Thema äußerst schwierig ist.
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Literättin
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BeitragVerfasst am: 10.01.2018 11:24    Titel: Antworten mit Zitat

Eine Familienfeier. Mutter hat Geburtstag und die Familie ist bei der Ich-Erzählerin eingefallen. Und es ist das erste Mal "ohne ihn" - ich denke mir jedenfalls einen Er, und eine Sie als Ich-Erzählerin, denn der Text legt das irgendwie in der ganzen Schilderung von Normalität recht nahe: dem Papa ist sie zu dick, sie rödelt die ganze Zeit in der Küche, hat viel zu viel (wirkt nach "wie immer") zubereitet, all das legt dies nahe und das Du mit seiner Karin - nach dem dritten Lesen habe ich für mich heraus gepuzzlet, dass es ihr Geschiedener sein könnte. Jedenfalls scheint es sich um eine lange Liebesbeziehung gehalten zu haben, eine solche, die schon so zur Familie gehörte, dass sie ihn sogar noch angeschrieben hat, ob er (vielleicht mit seiner Karin?) nicht doch kommen möge. So kommt es jedenfalls rüber.

Mir scheint, es wird hier erzählt, wie sie vieles hingenommen hat und weiterhin hinnimmt: die blöden Sticheleien des Vaters, die unangenehme Nähe (dringt der Schweiß durch?) der Mutter (mit ihren unangenehmen Ohrringen), die gleichzeitig "Packeis"-Kälte zu verströmen scheint (die Distanz wird gleichzeitig mit der unangenehmen Nähe beklagt). Eine stinknormale Familie also, in der nichts wirklich echtes gesagt wird, in der gestichelt und gebohrt wird (und man bis aufs Klo noch verfolgt wird), eine Familie, in der man halt feststeckt, trotz der Behauptung, gehen zu können, wohin man wolle.

Sie scheint immerhin bis nach Lettland gekommen zu sein. Etwas, das wie ein tröstlicher Hoffnungsschimmer im letzten Absatz erscheint.

Der Text erfüllt die Anforderungen recht gut, ist dabei aber seltsam anstrengend zu lesen, obwohl er nicht einfach heruntergerasselt erscheint, nicht einfach wahllos Gedanken und Eindrücke aneinandergereiht werden. Ich komme mit den verwendeten Satzzeichen nicht so richtig klar, die irritieren mich eher beim Lesen, weil ich dahinter kommen will, weshalb diese doppelten Slashs // verwendet werden. gleichzeitig bin ich aber sehr damit beschäftigt, die einzelnen Figuren von Mathias, über Clemens bis hin zu Anna zu identifizieren und wem das Klavier gehörte, den Papa als fehlenden auszuschließen und herauszufinden, ob da ein tödlich tragischer Unfall im Schnee passiert ist, was aber nicht sein kann, denn das Du wird ja von ihr noch angeschrieben.

Ein komplizierter Text, der es mir nicht leicht macht. Und der leider nicht im gleichen Atemzug etwas spannenderes in sich trägt als die ganz normal-banalen Beziehungsverletzungen, die Familien- und Liebesleben so mit sich bringen. Ein Befreiungsschlag findet nicht statt. Es wird auch weiterhin kein echtes Wort fallen gelassen. Es kann also getrost so weiter gehen, wie es immer weiterging, ob mit oder ohne den Angetrauten.

Hm. Mir ein bisschen wenig. Mal sehen, ob Punkte bei rumkommen, im Vergleich.

Und am Ende bleiben mir hier doch die Bilder vom Packeis hängen und die Schilderung dieses allzu normalen, das einengt und beinahe erstickt. Einer der Texte, in denen Leben mitschwingt und die ich beim Wiederlesen sofort wiedererkennen konnte und die dann etwas in mir zum Schwingen brachten. Gibt also Punkte.


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- John Lennon -
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holg
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BeitragVerfasst am: 10.01.2018 13:39    Titel: Antworten mit Zitat

Familienfeier. Mamas Geburtstag. Papa ist da, Mathias, Clemens mit seiner schief singenden Freundin, Anna (ist das die schiefe Sängerin?), LI und die Erinnerung an IHN, der meist mit seiner Karin auftaucht, was die Geschichte etwas seltsam und schwierig zu entschlüsseln macht.
Denn - und das gefällt mir - der Text hält sich nicht mit Erklärungen auf, ist ein sich windender, springender Fluß von Bildern, hervorgerufen von SEINER erstmaligen Abwesenheit.

Wo ich zweifle: Es wird mir nicht ganz klar, wer ER ist und wie sein Verhältnis zu LI war, vor allem im Hinblick auf seine Karin. Auch ist nie explizit genannt, ob LI m oder f ist (was aber keine wirkliche Rolle spielt). Aber das nicht näher beschriebene Verhältnis (vlt. war es genau das: ein Verhältnis (schlampert) - oder Karin war das) hat mich die Story mehrmals lesen lassen, auf der Suche nach Hinweisen. Ob das Große Weiß, in das er in seiner Besessenheit für Winter und Eis fuhr, nun das Große Vergessen (nach einem Jahr schon) verblassende Erinnerung sein soll, kann mir auch egal sein. Die Geschichte funktioniert für mich.

Zitat:
Haben sie auch ein Wort dafür zwischen Erinnerungen eingeklemmt zu sein


2 Punkte.


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RememberDecember59
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BeitragVerfasst am: 10.01.2018 22:41    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Verfasser/in,
Hm, bei dem Text fällt mir das Kommentieren irgendwie schwer, ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll Laughing. Er gefällt mir, er liest sich flüssig und ist nicht so furchtbar kryptisch wie manch andere. Die Gedächtnisbilder sehe ich vor mir, überhaupt gefällt mir die Atmosphäre und auch der Titel (das ist der einzige Text, bei dem für mich schon der Titel wirkt). Das Thema ist gut getroffen, vom Motto inspiriert wirkt der Text auf mich dagegen eher nicht. Trotzdem ist es ein sehr schöner, stimmungsvoller Text.

***

Nach dem Lesen und Kommentieren der anderen Texte habe ich mich dazu entschieden, 2 Punkte zu geben.


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Bartimäus: "...-was ist das?"
Kobold: "Hätte mich das jemand anders gefragt, o Herr, der ihr Schrecklich und Unübertrefflich seid, hätte ich ihn einen Dummkopf genannt, bei Euch jedoch ist diese Frage ein Zeichen jener entwaffnenden Schlichtheit, welche der Born aller Tugend ist. ..."

Bartimäus I (Jonathan Stroud)
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firstoffertio
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BeitragVerfasst am: 10.01.2018 23:58    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist glaubhaft für mich.
Gedanken während einer Familienfeier, die wie üblich abläuft, obwohl jemand fehlt.

(Nur frage ich mich wieder, wie auch bei anderen Texten, wann das zu Papier gebracht wurde.)
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Angst
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Beiträge: 1672



BeitragVerfasst am: 14.01.2018 20:23    Titel: Antworten mit Zitat

Dieser Beitrag ist schön.
Weshalb? Ich kann es mir nicht erklären.
Er hat eine eigenwillige Textur, scheint unendlich zu mäendern, was mich bei vielen anderen Beiträgen gestört hat.
Hier nicht. Ich bin den Gedanken des Bewusstseinsstroms gerne gefolgt, einfach weil der Stil sehr einnehmend ist.
Spleenig? Wahrscheinlich nicht das passende Wort. Aber mir scheint, du hast das nicht geschrieben, um irgendwelchen Erwartungen gerecht zu werden.
Die Worte wirken frei von Vorurteilen.
Und am Schluss des Textes meine ich, die beschriebene Familie gut zu kennen.
Nach einigem Grübeln kann ich nun doch keine Punkte vergeben.
Wieder eine haarscharfe Entscheidung. Damn, ESC!

0 Punkte


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»Das Paradox ist die Leidenschaft des Gedankens.«
— Søren Kierkegaard, Philosophische Brosamen,
München: Deutscher Taschenbuch Verlag, S. 48.
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Jenni
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Beiträge: 3553

Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 14.01.2018 20:27    Titel: Antworten mit Zitat

Noch eine Familienfeier, hier der Geburtstag der Mutter, und jemand fehlt weil bei einem Skiunfall gestorben, ein Bruder vielleicht. Für den Erzähler ist Familie unerträglich, vielleicht weil der Bruder (?) fehlt. Und dessen Fehlen erinnert an seinen Tod. Es scheint jedoch auch Konsens zu sein im dsfo, dass Familienzusammentreffen etwas kaum erträgliches sind, aber für die Häufung der Thematik kannst du ja nichts. Mir gefällt das mit dem lettischen Wort und dem Eingeklemmtsein zwischen Erinnerungen sehr gut, das ist ein gelungenes Bild. Abgesehen davon finde ich da für mich zu wenig spezifisches, zu wenig Nachhall vielleicht auch.
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V.K.B.
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 45
Beiträge: 1020
Wohnort: an der Nordseeküste
Das bronzene Niemandsland Die lange Johanne in Silber
Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 14.01.2018 23:37    Titel: Antworten mit Zitat

Trauer und Verlust vs. aufgesetzte Normalität und dazwischen gefangen sein. Interessantes, wenn auch nicht neues Thema, die Umsetzung ist anstrengend, bei dem langen Fießtext verliere ich schnell die Zeile und den Sinn. Die // werfen mich eher raus, als dass sie gliedern.
Erinnerungsbild ist da, Bewusstseinsstrom auch, das Motto der Stille nur perifer bzw zwischen den Zeilen. Eher ein Schweigen als echte Stille.

Sorry, ich habe gerade zuviel um die Ohren und komme dieses Jahr nicht wirklich dazu, alle Texte so zu kommentieren, wie ich gerne würde (sind ja auch recht viele diesmal). Deshalb muss dieser Kurzkommentar reichen, bitte nicht enttäuscht sein.

Punkte vergebe ich erst, wenn ich alles gelesen habe.


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Der Möbiusstreifen ist der beste Beweis dafür, dass Komplexität die Projektion menschlicher Kleinheitsängste ist (Nis-Momme Stockmann)

Der Dumme schwimmt mit dem Strom, der Rebell schwimmt gegenan, der Weise schwimmt ans Ufer und ruft sich ein Taxi (original VKB)
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hobbes
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 2752

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 15.01.2018 00:23    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist jetzt schon wieder schwierig. Eigentlich mag ich den Text.
Aber.
Ja, was aber? Ich werde pingelig beim Lesen, suche nach Haken und von daher werde ich den Text am Ende wohl immer noch mögen, aber ganz nach oben wird er es wohl nicht schaffen. Wird er es mit ziemlicher Sicherheit nicht schaffen, da sind nämlich schon zwei andere Lieblingstexte.

Vielleicht wird das hier (unter anderem) deshalb kein Lieblingstext, weil er zu viel will. Zu viel auf diesem engen Raum. Da sind zwei (Haupt)Themen, einmal der fehlende Klavierspieler und dann diese generelle Familiensache (wie: sich sehen, die Distanz bleibt aber doch), und die spezielle Familiensache, insbesondere mit dem Papa und ja, das ist nicht die Hauptsache, die Hauptsache ist der fehlende Klavierspieler und vielleicht passt es für mich deshalb nicht zusammen, weil der fehlende Klavierspieler so ein bisschen dazu "benutzt" wird, die Familiensache dazustellen.
Anders gesagt, wenn der fehlende Klavierspieler die Hauptsache ist, warum kommt von diesem Gefühl, dass er fehlt, so wenig zu wenig bei mir an? Natürlich, das könnte auch total gewollt sein, die Prota muss die Fassade aufrechterhalten (Packeis!) und so, aber tja nun, das hilft mir nicht.

Die andere Pingeligkeit ist die, dass ich das Klavierspielerfehlen nicht so recht durchschaue. Einerseits deutet alles darauf hin, dass er tot ist (Lawine?), aber was soll dann "seine" Karin in dem Text? Wer ist das? Tochter, Freundin, WeißDerGeier. Für mich ein weiteres "zu viel." Vor allem dadurch, dass diese Frage (Wer ist sie?) für mich unbeantwortet bleibt. Es gibt Texte, da machen mir unbeantwortete Fragen nichts aus, aber hier habe ich eher den Eindruck, als hätte ich es mit einem Wollknäuel zu tun, bei dem die Autorin nicht so recht wusste, an welchem Faden sie ziehen will.

Punkte-Edit: 3
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Heidi
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Beiträge: 828
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 15.01.2018 14:30    Titel: Antworten mit Zitat

Ich lese in diesem Denken den Zwiespalt heraus - den zwischen Denken und Handeln (das gesprochene Wort), was ich als Ansatz interessant finde. Auch sind einige angenehme Stolperstellen drin, die mich innehalten lassen. Das passt sich so einem Denkstrom an, der ja auch mal von da nach dort jagt oder aber so vor sich hinfließt.
Ich mag das Bild mit dem Eis am Anfang, auch die Vögel die vorkommen - sie vermitteln Leichtigkeit, ich lese gerne von ihnen. Der Text ist mir aber insgesamt zu brav, mir fehlt etwas Absurdes, das mich so richtig aus dem Fluss reißt, mich zutiefst bewegt, erschüttert (wie auch immer) und dadurch die Leere sowie die "herantobende" Stille empfinden lässt. Weder das eine noch das andere kann ich bis ins Innerste spüren. Sprachlich ist der Text schön, auch die Formatierung gefällt mir, die Strichelchen und alles andere, womit du ihn dekoriert hast, finde ich ebenfalls schön.
Du wirst ein paar Pünktchen abkriegen, landest in meiner Top Ten, aber für ganz weit oben reicht es nicht. Denn gerade dieses empfinden-Können von Thema und Motto (bzw. von nur einem, dafür umso intensiver) ist mir in meinem Lesen sehr wichtig. Das Bild, das am Ende bleibt, ist in seiner Konsistenz noch zu undefinierbar (aber immerhin bleibt eins).
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Schlomo
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Alter: 61
Beiträge: 155
Wohnort: Waldperlach


BeitragVerfasst am: 17.01.2018 00:07    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, DAS kennt man doch …

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Mathematik bringt dich besser durch Zeiten ohne Ruhe als Ruhe durch Zeiten ohne Mathematik. (Frei nach Freewheelin' Franklin )
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Nihil
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Beiträge: 7370



BeitragVerfasst am: 18.01.2018 01:58    Titel: Antworten mit Zitat

...
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d.frank
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Beiträge: 523
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BeitragVerfasst am: 18.01.2018 21:15    Titel: Antworten mit Zitat

Ich war die ganze Zeit schon ein bisschen zweigeteilt mit dieser Geschichte und habe das Kommentieren vor mir hergeschoben, nicht weil ich mich überhaupt nicht einfinden kann, sondern eher, weil mir etwas fehlt oder auch zu viel ist,  irgendetwas wirkt unausgegoren. Zum einen ist das der Namenssalat, der hat es mir echt schwer gemacht. Also zum Beispiel, dass man das Du selbst mit Klammern nicht immer zuordnen kann oder die Dialogfetzen. Im Fluss des Textes wirkten diese Kniffe teilweise unnatürlich wie eine Finte auf mich und ich fühlte mich ein bisschen an der Nase herumgeführt. Auch die zeitliche Verortung des Verschwindens hat gewollt verschleiert auf mich gewirkt. Statt eines Ahnungsgefühls, das mir durchaus ausgereicht hätte, habe ich die Absicht des Autors herausgelesen und  das hat mir die Freude am Text (der ja trotzdem nicht schlecht ist und auch einen guten Ansatz trägt) irgendwie verleidet.

Interpretation und Vorgaben:
Wieder die Leere in Gestalt der Leerstelle, die eine verlorene Person hinterlässt. In diesem Falle der Bruder (nehme ich mal an) und einer der wenigen, der der von Selbstzweifeln zerfressenden Erzählerin eine innige Geschwisterliebe und Stütze gewesen ist. Sie, die Erzählerin hat eine Esstörung und diese tritt offensichtlich zutage, als der Bruder mit seiner seltsam schönen Freundin beim Skifahren verunglückt.  Oder wie oder was? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht mit hunderprozentiger Sicherheit zu sagen, mit diesem Text fühle ich mich wie auf einem Minenfeld.  Er widerspricht sich an mehreren Stellen und ich fühle mich wirklich nicht wohl damit. Deshalb belasse ich es jetzt auch bei diesem Kommentar und verlasse mich auf meine eigene Lesart, die mir diesen Texte eben verwehrt.


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Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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finis
Autor


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Die lange Johanne in Bronze


BeitragVerfasst am: 18.01.2018 21:58    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
//hätte ich Flügel//


... dann würde ich Klavier spielen.

Ernsthaft, finis. Schreib doch mal was Vernünftiges.


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"Mir fehlt ein Wort." (Kurt Tucholsky)
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Michel
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Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 19.01.2018 22:41    Titel: Antworten mit Zitat

Jemand ist wohl in einer Lawine umgekommen. Familienfest, Geburtstag der Mutter, der Ich-Erzähler erinnert sich an den Umgekommenen (Bruder?) und seine Freundin. Nicht traumatisch, sondern melancholisch und bitterböse in seiner Betrachtung der Familie. Gefällt mir in seiner Ruhe. Die Doppel-Slashs empfinde ich als uneinheitlich gesetzt, mal kündigen sie direkte Rede an, mal einen neuen Gedanken, oder bedeuten sie eine Pause?
Was mich hineinzieht, ist diese Ansprache an einen Toten.
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anderswolf
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BeitragVerfasst am: 19.01.2018 22:54    Titel: Antworten mit Zitat

Irgendwer ist weg, dafür ist leider die Familie an Weihnachten da (oder eigentlich nicht, denn draußen ist ja Flieder, aber warum sonst wird gesungen?), und damit die Erinnerung an den Fehlenden und seine Skifahrt mit Karin. Hier findet sich das schönste Bild des Textes, das irgendwie aber so da gar nicht steht: das der Erinnerung, die an den Rändern ausfasert wie die Ränder zerrissenen Papiers. Leider geht schon zu Beginn des Textes alles drunter und drüber, da sind wir erst bei Packeis, dann bei Eis-Schollen, und weil danach der Löffel kommt, denke ich an Ei-Schollen, was passt, denn plötzlich gibt es Vögel, später erst, da lästert Mutti in Gegenwart von Clemens' schiefsingender Freundin über die komplett verkorkste Sauce, lässt es aber so klingen, als meine sie eigentlich Clemens' komplett verkorkste Freundin, kommt eine Erinnerung an Crème Brulée, und während Clemens' Freundin dann später, so stelle ich mir das zumindest bei diesem an der Oberfläche friedlichen Weihnachtsfest, dessen Rituale so fest sind wie Packeis, sich an Clemens' Schulter darüber ausheult, dass Mutti sie hasst, frage ich mich, was zuerst da war: die Idee, Erinnerungen wie Packeis, und dann der Gedanke, ein verlorener Partner sei weniger in eine Schneewehe als in einen Kryostasetank gefahren und da friert er nun untot vor sich hin, für alle Menschen verloren oder aber … ich weiß auch nicht, was die Alternative wäre, ich bin irgendwie zwischen Text und meinen Gedanken verloren gegangen. Vielleicht, dass ein Mensch nach dem Verlust des Partners sich automatisch auf die Herkunftsfamilie zurückbesinnt, und erst vor diesem Hintergrund dann erkennt, was an der Beziehung so besonders war.

Leider, und das ist das Schicksal einiger, aber eben nicht aller Texte in diesem Wettbewerb, ist unklar, wohin die Reise gehen soll. Lettland wäre jetzt naheliegend, aber nicht zielführend, vielleicht gibt es aber ein lettisches Wort für das unangenehme Gefühl, in überfüllten Gedankenströmen eingequetscht zu sein. Hier wandert alles so sehr von einem Ende des Gehirns zum anderen, dass komplett unklar ist, was überhaupt passiert und werden soll. Erschwert wird es dem Leser durch die schief ineinander übergehenden Bilder (gerade das vom Anfang; und dann sind da plötzlich Haselnussmakronen?), und am Ende fragt man sich: wie soll ich bloß mit Dir jetzt umgehen, sag mal.
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Tjana
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Beiträge: 1709
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BeitragVerfasst am: 20.01.2018 19:30    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Du kommst nicht, ich weiß.

Der Prozess des Erinnerns sehr lesenswert verarbeitet.
Leser wird mit Fragen zurückgelassen, was gut ist.
Wer ist „Du“? Ich tippe auf Bruder, wegen der Karin.
Zitat:
Es ist das erste Jahr ohne ihn

Ist er im Schnee verunglückt – gestorben? Vermutlich. Das viele Weiß, der Titel deuten darauf hin
Doch er ist es nicht allein, der die Leere in diesem Text verkörpert. Da ist die Leere in den immer wiederkehrenden Gesprächen, die Einsamkeit der Erinnerung an das Kind, das sich damals schon auf dem Klo verstecken musste …
Prima gemacht, wenn auch nicht sooo tiefgründig und mehrschichtig, wie ich die Vorgaben verstanden hatte


_________________
Wir sehnen uns nicht nach bestimmten Plätzen zurück, sondern nach Gefühlen, die sie ins uns auslösen
In der Mitte von Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten (Albert Einstein)
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poetnick
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BeitragVerfasst am: 21.01.2018 12:18    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, ein neutraler ‚Kommentar‘ um werten zu können; die Tiefenfülle des Materials ließ mir
keine andere Wahl.

Beste Grüße - Poetnick


_________________
Wortlos ging er hinein,
schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 21.01.2018 12:55    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe gerade Angst vor der Macht meiner Kritik und sorge mich um meine Urteilsfähigkeit. Deshalb an dieser Stelle kein inhaltlicher Kommentar.

Danke für deine Teilnahme am Wettbewerb.


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fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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Eredor
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Traumtagebuch
BeitragVerfasst am: 21.01.2018 13:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hier tue ich mich etwas schwerer. Die Form ist so uneindeutig, ich bekomme den Eindruck, hier dem Zufall ausgeliefert zu werden. Das ist, als würde ich Wein aus einem Glas trinken, das andauernd seine Form verändert, und dann kann ich mich schon gar nicht mehr auf den Wein konzentrieren, weil ich so weit nicht mehr komme. Mal fehlen die Satzzeichen ganz, mal gibt es Versansätze, mal // mal ( ) mal [ ] wofür steht das alles? Gedanken sind doch sowieso schon rätselhaft, anstatt mir aber eine Auflösung, eine Übersetzung von Gedanken zu geben, übernimmst du diese Rätsel in deinen Text. Ist das dann also noch Gedankenstrom, wo doch das spannendste am Gedankenstrom, nämlich die Übergänge, ausgespart bleibt? Für mich: ja, ist es noch. Aber keiner, der mich nachhaltig beeindruckt. Schöne Stellen sind dabei, das will ich übrigens nicht bestreiten. Aber die Form bringt mich raus, immer wieder.

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