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Ein Auftrag


 

 
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tviel
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Wohnort: Nähe FFM


BeitragVerfasst am: 07/03/2017 12:38    Titel: Ein Auftrag eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Neue Version »

Potentiell der Beginn eines Fantasy Romans. Über Eure rege und ungeschönte Kritik freue ich mich; allgemein wie auch besonders zu den Dialogen.

Viele Grüße

------------------------------------------------------------------------------

Der modrige Geruch der feuchten Kellerwände stieg in Macs Nase. Die knapp ein Dutzend Stufen der Holztreppe führten an kleinen, bunten Fenstern vorbei tiefer in den Untergrund. Durch die Fenster fallendes Licht ergänzte die Öllampen auf den Tischen. Wie die anderen Kaschemmen, die Mac auf seinen Reisen besuchte, war auch Shesems Senke tagsüber wenig besucht. Die Tische im Gastraum waren alle unbesetzt. Vor dem Tresen saß ein einzelner Mann über seinen Krug gebeugt.
Der Durqh, hinter dem in die Mitte des Raums vorragenden Tresen, bemerkte Mac zuerst. Ein breites Grinsen zeigte sich auf seinem aschfahlen Gesicht.
Mac stieg die knarzenden Stufen hinab.
Stimmen schallten aus einem Bereich rechts neben dem Tresen, den Mac noch nicht einsehen konnte.
Jedesmal mussten es solche Löcher sein, dachte Mac und schritt auf den Tresen zu. Es musste wohl an der Art seiner Aufträge liegen, warum sich seine Auftraggeber immer an solchen Orten mit ihm treffen wollten.
Unter erwartungsvollem Blick des Durqh, ging Mac am langen Ende des Tresen vorbei und setzte sich so, dass er nun endlich auch die anderen Gäste sah. Eine kleine Gruppe Falas Soldaten schien auf ihr Dienstende zu trinken. An ihren blauen Mänteln mit goldenem Rand erkannte Mac, dass es sich um Schlosswachen handeln musste; niedrigen Rangs, denn ihre Schulterfelle stammten von Wintermardern oder Rotiltissen. Ungünstig für seine Geschäfte.
»Was darf’s denn sein?«
Die weit auseinander liegenden, bernsteinfarbenen Augen des Durqh blitzten Mac an. Seine großen, spitzen Ohren wackelten aufgeregt. Mac blickte hinter den Tresen und sah, dass dieser Bereich höher lag. Deshalb schien der Durqh größer als alle anderen seines Volks.
»Grompersud.«
Ein paar Cupra hatte Mac noch, um die Wartezeit auf Leedon zu überbrücken. Der Durqh nahm ein Krug vom Regal an der Wand, pustete den Staub raus und schenkte ein.
»Wohl viel rumgekommen.« Der andere Gast am Tresen drehte sich zu Mac. »Andernfalls hättet ihr sicher was anderes bestellt.«
»Man kann sagen, ich war schon etwas unterwegs«, antwortete Mac.
»Auch in Xaran?«
Mac musterte das Gesicht des Mannes. Der markante, breite Kiefer ließ darauf schließen, dass der Mann ein Fesien war.
»Was treibt Euch so weit weg von Xaran?«
»Handel. Aber weitaus weniger Falas als erwartet sind bereit mit einem Fesien zu handeln, selbst nach der langen Zeit. Wie steht es mit Euch?«
Mac war es ziemlich egal, mit welchem Volk er Geschäfte machte, so lange sie lukrativ waren. Aber für Handel war er nicht hier.
»Fesien, oder nicht Fesien; ich kann Euch nichts bieten weder Waren noch Währung.« Fast so als wolle Mac seinen letzten Satz unterstreichen, kramte er einen seiner letzten Cupra aus der Tasche und begann ihn auf den Tresen zu ticken.
»Einer meiner Glückstage.« Der Fesien schnappte nach seinem Krug und nahm einen tiefen Schluck.
Unter dem Gejohle seiner Gruppe, stolperte einer der Falas mit seinem Becher in Richtung Tresen und deutete dem Durqh, eine weitere Runde auszuschenken.
»Ein och auf Marag un König Mervel!«
Sie durften die Herkunft des Händlers nicht bemerken. Eine Schlägerei würde Macs Treffen gefährden und er hatte den Auftrag dringend nötig. Mac hob seinen Krug und blickte streng und fordernd zu dem Fesien, bevor er sich zu dem Falas drehte.
»Er lebe Hoch.« Mac prostete erst dem Soldaten und dann seiner Gruppe zu. Der Fesien schien ihn verstanden zu haben und hob seinen Becher, zeigte ihn in die Richtung der Gruppe und setzte ihn wortlos an seine Lippen.
Nachdem der Soldat sich wieder zu seinem Trupp gesellte, leerte der Fesien seinen Krug.
»Es ist wohl besser, wenn ich mich wieder meinen Geschäften widme.« Er richtete den Blick zum Durqh, legte mehrere Cupra auf den Tresen und sagte: »Schenkt meinem Freund hier nach.« Dann drehte er sich um und schritt Richtung Treppe.
Mac sah ihm nach, während der Durqh einen vollen Krug zu ihm stellte. Dabei bemerkte er, dass mittlerweile ein weiterer Gast an einem der Tische hinter ihm saß. Der Mann trug ein dunkles, verziertes Hemd, im Halsbereich mit Schmuck besetzt und darüber einen dunklen, langen, taillierten Mantel mit kurzem Schulterüberwurf, großen Manschetten und silbernen Zierknöpfen; nicht unüblich für gut situierte Falas. Er winkte Mac zu sich.
»Mac Folc? Leedon Natas schickt mich Euch zu treffen.«
Warum sollte Leedon einen Boten schicken? Er kannte Leedon schon, als er noch nicht in der Hauptstadt Daklin lebte, hat ihm immer seine speziellen Wünsche nach fremden, meist illegalen Waren erfüllt; gegen gutes Geld. Der Bote schien Macs zögern wahrzunehmen.
»Master Leedon wäre gerne selbst erschienen, doch seine Anwesenheit hätte unnötige Aufmerksamkeit auf sich gezogen.«
»Verratet mir doch, was ich Leedon diesmal von meinen Reisen mitbringen soll, und was er mir im Gegenzug dafür anbietet.«
Die Situation schien den Mann nervös zu machen. Er blickte sich mehrfach um und deutete dann Mac sich zu setzen. Mit leiser Stimme sagte er: »Nun, es geht nicht darum, Waren nach Daklin zu bringen.«
»Ich bin Schmuggler, um was, wenn nicht Waren zu verbringen, geht es denn dann?«
Der Bote kaute nervös auf seiner Lippe. »Es soll etwas, vielmehr jemand aus Daklin und Marag herausgebracht werden.«
Leedon kannte seine Arbeitsweise und die Bedingungen für seine Arbeit. Wieso sollte er ihm einen Auftrag anbieten, den er sowieso nicht annehmen würde. Er schmuggelt keine Personen.
In Mac stieg das Ärgernis über die Situation auf. Schließlich hatte er einiges an Weg auf sich genommen, um nach Daklin zu kommen und Leedon zu treffen.
»Diese Art Aufträge gehören nicht zu meinem Repertoire.«
»Master Leedon sagte mir, dass ihr so reagieren würdet. Und er bat mich, ihnen an dieser Stelle dies hier auszuhändigen, um ihr Interesse an weiteren Details zu wecken.« Der Mann kramte in seiner Manteltasche und stellte ein kleines Säckchen auf den Tisch. Mac hörte, wie sich in dem Säckchen kleine Metallstücke aneinander rieben. Er nahm das Säckchen in seine rechte Hand und schätzte das Gewicht.
»Ein Säckchen Cupra? Das wäre selbst für eine Kiste Mispelbrand aus Qunos kaum angemessen.«
»Ihr versteht mich falsch, Mac Folc. Das ist Euer Lohn dafür, dass ihr mich ausreden lasst.«
Mac konnte seine Verwunderung nicht verbergen. In dem Säckchen war mehr, als er in den letzten Monaten verdiente und es würde ihn die nächsten Wochen über Wasser halten und das dafür, dass er auf seinem Hintern sitzen blieb und sich einen Auftrag anhörte. Mit einer geschickten Handbewegung ließ Mac das Säckchen in die rechte Tasche seines abgetragenen Mantels gleiten.
»Nun?« Mit den Ellbogen auf dem Tisch verschränkte Mac seine Hände vor sich.
»Wie schon kurz erwähnt, es geht um die Rettung einer Person. Master Leedon handelt im Auftrag von König Mervel persönlich.«
Plötzlich schien die Anwesenheit der Schlosswache nicht mehr zwingend Zufall zu sein. Ein Auftrag vom König der Falas?
»Wer? Rettung vor was?«
»Solche Details bleiben einem einfachen Mann wie mir verschlossen. Aber der König und Master Leedon fürchten um das Leben der Person.«
Der Bote weitete seinen Hemdkragen.
Wenn er Mac nichts sagen konnte, warum bezahlte er ihn dann dafür, ihm zuzuhören? Der Holzstuhl knarzte, als sich Mac zurücklehnte und darauf wartete, dass der Mann weiterredete.
»Aber ich bin angewiesen, ihnen folgende Informationen zu geben. Abreise wäre sofort; Ziel wäre ein sicheres Versteck in der Stadt Smorruld in Imrir.«
Das sind mehrere Wochen Reise, die unterschiedlichsten Gebiete und jede Menge Gefahren, dachte Mac.
»Um unnötige Verzögerungen zu vermeiden und die Reise so angenehm wie möglich zu gestalten wird Ihnen zu Beginn der Reise eine Börse mit 10 Argent zur Verfügung gestellt. Bei Ankunft in Smorruld wäre der Rest der Börse und weitere 50 Argent der Lohn für den Auftrag.«
Die Knie von Mac wurden weich. Mit 50 Argent würde er Jahre auskommen. Wen auch immer er nach Smorruld bringen sollte, er war es wert seine Prinzipien zu überdenken. Das Lächeln des Boten verriet, dass er wusste, dass sein Angebot die nötige Wirkung erzielte.
»Aber es gibt auch Bedingungen. Niemand darf wissen, wer Euer Auftraggeber, noch wer Euer Gast ist. Euer Begleiter darf auf keinen Fall in die Hände von Mervels Feinden fallen. Für diesen Fall wird Euch eine Phiole ausgehändigt. Euer letzter Auftrag wäre in diesem Fall, Eurem Gast das Leid einer Gefangennahme zu ersparen. Lasst mich hinzufügen, dass es in diesem Fall auch besser wäre, die Phiole mit Eurem Gast zu teilen. Der König unterstützt kein Versagen.«
Mac schwieg.
»Euer Auftrag beginnt bei dieser Adresse.« Ein kleiner, handgeschriebener Zettel wanderte über den Tisch zu Mac. »Findet Euch dort bei Dämmerung ein.«
Der Bote flüsterte nun nicht mehr. »Es wird Zeit mich zu verabschieden.«
Auch Mac verabschiedete sich und sah zu, wie der Bote die Stufen zum Ausgang nahm und verschwand. Kurz danach standen auch die Soldaten auf und verließen Shesems Senke.

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Betze
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BeitragVerfasst am: 07/03/2017 15:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo tviel,

ich lese mal deinen Beginn und werde ein paar Kommentare einstreuen, die mir so spontan einfallen. Mal schauen, ob es dir hilft Wink

Zitat:

Der modrige Geruch der feuchten Kellerwände stieg in Macs Nase. Die knapp ein Dutzend Stufen der Holztreppe führten an kleinen, bunten Fenstern vorbei tiefer in den Untergrund. Durch die Fenster fallendes Licht (Hier muss ich direkt fragen: Wie fällt das Licht in den Keller, wenn dieser im Untergrund liegt?) ergänzte die Öllampen auf den Tischen. Wie die anderen Kaschemmen, die Mac auf seinen Reisen besuchte, war auch Shesems Senke tagsüber wenig besucht. Die Tische im Gastraum waren alle unbesetzt. (Den Satz würde ich streichen, da schon "wenig besucht" und im Anschluss "einzelner Mann" steht) Vor dem Tresen saß ein einzelner Mann über seinen Krug gebeugt.
Der Durqh, hinter dem in die Mitte des Raums vorragenden Tresen, bemerkte Mac zuerst (Er hat doch schon den Mann beemerkt?). Ein breites Grinsen zeigte sich auf seinem aschfahlen Gesicht.
Mac stieg die knarzenden Stufen hinab. (Den Satz würde ich an den Anfang setzen. Bis hierhin dachte ich, er wäre schon im Keller, da der Wirt ihn schon sieht.)
Stimmen schallten aus einem Bereich rechts neben dem Tresen, den Mac noch nicht einsehen konnte. (Finde ich unglücklich, die Soldaten kommen doch eh gleich im Text)
Jedesmal mussten es solche Löcher sein, dachte Mac und schritt auf den Tresen (wie wäre es mit Synonymen, du wiederholst "Tresen" sehr oft. Ausschank, Theke, Schanktisch, ...) zu. Es musste wohl an der Art seiner Aufträge liegen, warum sich seine Auftraggeber immer an solchen Orten mit ihm treffen wollten.
Unter erwartungsvollem Blick des Durqh, ging Mac am langen Ende des Tresen vorbei und setzte sich so, dass er nun endlich (bzw. wegen meinem Vorschlag oben: ... eine weitere Gruppe Gäste sah.) auch die anderen Gäste sah. Eine kleine Gruppe Falas Soldaten schienen auf ihr Dienstende zu trinken. An ihren blauen Mänteln mit goldenem Rand erkannte Mac, dass es sich um Schlosswachen handeln musste; niedrigen Rangs, denn ihre Schulterfelle stammten von Wintermardern oder Rotiltissen (Die Ränge sind hier doch eigentlich unwichtig, oder? Liest sich nicht gut). Ungünstig für seine Geschäfte.
»Was darf’s denn sein?«
Die weit auseinander liegenden, bernsteinfarbenen Augen des Durqh blitzten Mac an. Seine großen, spitzen Ohren wackelten aufgeregt. Mac blickte hinter den Tresen und sah, dass dieser Bereich höher lag. Deshalb schien der Durqh größer als alle anderen seines Volks.
»Grompersud.«
Ein paar Cupra hatte Mac noch, um die Wartezeit auf Leedon zu überbrücken. Der Durqh nahm ein Krug vom Regal an der Wand, pustete den Staub raus und schenkte ein.
»Wohl viel rumgekommen.« Der andere Gast am Tresen drehte sich zu Mac. »Andernfalls hättet ihr sicher was anderes bestellt.«
»Man kann sagen, ich war schon etwas unterwegs«, antwortete Mac.
»Auch in Xaran?«
Mac musterte das markante Gesicht des Mannes mit dem breitem Kiefer. Der markante, breite Kiefer ließ darauf schließen, dass der Mann ein Fesien war.
»Was treibt Euch so weit weg von Xaran?« (Das Aussehen würde ich anders verpacken und die Schlussfolgerung weglassen, denn dass er ein Fesien ist, kommt direkt nochmal im nächsten Satz. Zudem: "markant" ist nicht so aussagekräftig)
»Handel. Aber weitaus weniger Falas als erwartet sind bereit mit einem Fesien zu handeln, selbst nach der langen Zeit. Wie steht es mit Euch?«
Mac war es ziemlich egal, mit welchem Volk er Geschäfte machte, so lange sie lukrativ waren. Aber für Handel war er nicht hier.
»Fesien, oder nicht Fesien; ich kann Euch nichts bieten weder Waren noch Währung.« Fast so als wolle Mac seinen letzten Satz unterstreichen, kramte er einen seiner letzten Cupra aus der Tasche und begann ihn auf den Tresen zu ticken.
»Einer meiner Glückstage.« Der Fesien schnappte nach seinem Krug und nahm einen tiefen Schluck. (Das verstehe ich schlichtweg nicht. Warum ein Glückstag?)
Unter dem Gejohle seiner Gruppe, stolperte einer der Falas mit seinem Becher in Richtung Tresen und deutete dem Durqh, eine weitere Runde auszuschenken.
»Ein och auf Marag un König Mervel!«
Sie durften die Herkunft des Händlers nicht bemerken. Eine Schlägerei würde Macs Treffen gefährden und er hatte den Auftrag dringend nötig. Mac hob seinen Krug und blickte streng und fordernd zu dem Fesien, bevor er sich zu dem Falas drehte.
»Er lebe Hoch.« Mac prostete erst dem Soldaten und dann seiner Gruppe zu. Der Fesien schien ihn verstanden zu haben und hob seinen Becher, zeigte ihn in die Richtung der Gruppe und setzte ihn wortlos an seine Lippen.
Nachdem der Soldat sich wieder zu seinem Trupp gesellte, leerte der Fesien seinen Krug.
(Das ist jetzt Geschmackssache, aber ich kommentiere es einfach mal. Den ganzen Abschnitt mit dem "Er darf ihn nicht entdecken" und den Soldaten würde ich weglassen. Erstens: Warum haben die Soldaten ihn noch nicht entdeckt? So groß stelle ich mir diese Schenke jetzt nicht vor. Zweitens: Das scheint mir keinen Einfluss auf die eigentliche Handlung zu haben. Dass es Streit zwischen Fesien und Falas gibt, wurde mir schon klar. Der einzige Grund für den Händler war anscheinend das Einstreuen von Hintergrundinformationen. Das ist ja auch okay. Aber zu lange sollte das dann - meiner Meinung nach - nicht sein)
Mit einem besorgtem Blick Richtung der betrunkenen Wache verabschiedete sich der Händler. »Es ist wohl besser, wenn ich mich wieder meinen Geschäften widme.« Er richtete den Blick zum Durqh, legte mehrere Cupra auf den Tresen und sagte: »Schenkt meinem Freund hier nach.« Dann drehte er sich um und schritt Richtung Treppe.
Mac sah ihm nach, während der Durqh einen vollen Krug zu ihm stellte. Dabei bemerkte er, dass mittlerweile ein weiterer Gast an einem der Tische hinter ihm saß. Der Mann trug ein dunkles, verziertes Hemd, im Halsbereich mit Schmuck besetzt und darüber einen dunklen, langen, taillierten Mantel mit kurzem Schulterüberwurf, großen Manschetten und silbernen Zierknöpfen; nicht unüblich für gut situierte Falas. Er winkte Mac zu sich.
»Mac Folc? Leedon Natas schickt mich Euch zu treffen.«
Warum sollte Leedon einen Boten schicken? Er kannte Leedon schon, als er noch nicht in der Hauptstadt Daklin lebte, hat ihm immer seine speziellen Wünsche nach fremden, meist illegalen Waren erfüllt; gegen gutes Geld. Der Bote schien Macs zögern wahrzunehmen.
»Master Leedon wäre gerne selbst erschienen, doch seine Anwesenheit hätte unnötige Aufmerksamkeit auf sich gezogen.«
»Verratet mir doch, was ich Leedon diesmal von meinen Reisen mitbringen soll, und was er mir im Gegenzug dafür anbietet.« (Ich hätte auch Mac nach seinem Misstrauen handeln lassen und das nicht nur dem Erzähler überlassen)
Die Situation schien den Mann nervös zu machen. Er blickte sich mehrfach um (Es ist doch eh keiner da? Und wie es am Ende ausschaut, gehören die Soldaten dazu? Oder missverstehe ich das?) und deutete dann Mac sich zu setzen. Mit leiser Stimme sagte er: »Nun, es geht nicht darum, Waren nach Daklin zu bringen.«
»Ich bin Schmuggler, um was, wenn nicht Waren zu verbringen, geht es denn dann?«
Der Bote kaute nervös auf seiner Lippe. »Es soll etwas, vielmehr jemand aus Daklin und Marag herausgebracht werden.«
Leedon kannte seine Arbeitsweise und die Bedingungen für seine Arbeit. Wieso sollte er ihm einen Auftrag anbieten, den er sowieso nicht annehmen würde. Er schmuggelt keine Personen.
In Mac stieg das Ärgernis über die Situation auf. Schließlich hatte er einiges an Weg auf sich genommen, um nach Daklin zu kommen und Leedon zu treffen. (Erzähle das nicht, sondern lasse auch hier Mac handeln. So baust du den Dialog minimal aus und es wird lebendiger. Das reisst mich aus dem Dialog raus wie auch schon zuvor mit dem Misstrauen)
»Diese Art Aufträge gehören nicht zu meinem Repertoire.« (Erweitern und Erzählung streichen)
»Master Leedon sagte mir, dass ihr so reagieren würdet. Und er bat mich, ihnen an dieser Stelle dies hier auszuhändigen, um ihr Interesse an weiteren Details zu wecken.« Der Mann kramte in seiner Manteltasche und stellte ein kleines Säckchen auf den Tisch. Mac hörte, wie sich in dem Säckchen kleine Metallstücke aneinander rieben. Er nahm das Säckchen in seine rechte Hand und schätzte das Gewicht.
»Ein Säckchen Cupra? Das wäre selbst für eine Kiste Mispelbrand aus Qunos kaum angemessen.«
»Ihr versteht mich falsch, Mac Folc. Das ist Euer Lohn dafür, dass ihr mich ausreden lasst.«
Mac konnte seine Verwunderung nicht verbergen. In dem Säckchen war mehr, als er in den letzten Monaten verdiente und es würde ihn die nächsten Wochen über Wasser halten und das dafür, dass er auf seinem Hintern sitzen blieb und sich einen Auftrag anhörte. (Auch hier möglicherweise lieber mehr Dialog und Handeln) Mit einer geschickten Handbewegung ließ Mac das Säckchen in die rechte Tasche seines abgetragenen Mantels gleiten.
»Nun?« Mit den Ellbogen auf dem Tisch verschränkte Mac seine Hände vor sich.
»Wie schon kurz erwähnt, es geht um die Rettung einer Person. Master Leedon handelt im Auftrag von König Mervel persönlich.«
Plötzlich schien die Anwesenheit der Schlosswache nicht mehr zwingend Zufall zu sein. Ein Auftrag vom König der Falas? (Vorschlag: "Mac musste unweigerlich zu den Schlosswachen blicken." Mehr brauch es hier nicht, finde ich)
»Wer? Rettung vor was?«
»Solche Details bleiben einem einfachen Mann wie mir verschlossen. Aber der König und Master Leedon fürchten um das Leben der Person.«
Der Bote weitete seinen Hemdkragen.
Wenn er Mac nichts sagen konnte, warum bezahlte er ihn dann dafür, ihm zuzuhören? Der Holzstuhl knarzte, als sich Mac zurücklehnte und darauf wartete, dass der Mann weiterredete.
»Aber ich bin angewiesen, ihnen folgende Informationen zu geben. Abreise wäre sofort; Ziel wäre ein sicheres Versteck in der Stadt Smorruld in Imrir.«
Das sind mehrere Wochen Reise, die unterschiedlichsten Gebiete und jede Menge Gefahren, dachte Mac. (Das weiß ich selber nicht, aber könnte man hier nicht mit kursiver Schrift arbeiten um seine Gedanken zu zeigen. Möglicherweise auch schon vorher, wenn du daraus keinen Dialog machst)
»Um unnötige Verzögerungen zu vermeiden und die Reise so angenehm wie möglich zu gestalten wird Ihnen zu Beginn der Reise eine Börse mit 10 Argent zur Verfügung gestellt. Bei Ankunft in Smorruld wäre der Rest der Börse und weitere 50 Argent der Lohn für den Auftrag.«
Die Knie von Mac wurden weich. Mit 50 Argent würde er Jahre auskommen. Wen auch immer er nach Smorruld bringen sollte, er war es wert seine Prinzipien zu überdenken. Das Lächeln des Boten verriet, dass er wusste, dass sein Angebot die nötige Wirkung erzielte.
»Aber es gibt auch Bedingungen. Niemand darf wissen, wer Euer Auftraggeber, noch wer Euer Gast ist. Euer Begleiter darf auf keinen Fall in die Hände von Mervels Feinden fallen. Für diesen Fall wird Euch eine Phiole ausgehändigt. Euer letzter Auftrag wäre in diesem Fall, Eurem Gast das Leid einer Gefangennahme zu ersparen. Lasst mich hinzufügen, dass es in diesem Fall auch besser wäre, die Phiole mit Eurem Gast zu teilen. Der König unterstützt kein Versagen.«
Mac schwieg.
»Euer Auftrag beginnt bei dieser Adresse.« Ein kleiner, handgeschriebener Zettel wanderte über den Tisch zu Mac. »Findet Euch dort bei Dämmerung ein.«
Der Bote flüsterte nun nicht mehr. »Es wird Zeit mich zu verabschieden.«
Auch Mac verabschiedete sich und sah zu, wie der Bote die Stufen zum Ausgang nahm und verschwand. Kurz danach standen auch die Soldaten auf und verließen Shesems Senke.


Am Ende hätte man vielleicht auch wieder etwas kürzen können und somit auch die Spannung heben können. Bzw. weniger Erzählung und mehr Handlung und Dialog von Mac. Das zieht sich durch den gesamten Text. Auch sind hier und da ein paar fehlende Kommata, etc. Das habe ich aber nicht extra markiert.

Allgemein fände ich es besser, wenn du die Dialoge lebendiger gestaltest und weniger dem Erzähler die Handlung überlässt. Das gilt also nicht nur für die Abschnitte, die ich markiert habe.

Jetzt hab ich doch recht viel angemerkt, aber das ist ja nur mein persönlicher Geschmack. Trotz aller Kommentare ist der Text in Ordnung und wird besser, wenn du ihn weiter optimierst. Du wirst bestimmt auch noch andere Kritken bekommen und kannst dir dann am Ende das rauspicken, was dir selber auch zusagt Wink

Spannend wäre gewesen, wenn nach dem Aushändigen des Zettels, direkt etwas passiert wäre und Mac nur gerade so flüchten könnte und dann seine Mission beginnt. Nur eine Idee.

Soviel von mir vorerst.

Christian
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Moonbow
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BeitragVerfasst am: 07/03/2017 18:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo tviel,

ich hatte eigentlich viel mehr geschrieben, aber mein Browser entschied sich, nicht zum ersten Mal Evil or Very Mad, kurz vor dem Absenden Button, dazu abzustürzen.

Bei Bedarf kann ich also auch zu späterer Stunde nochmal ausführlicher werden.

Du verwendest mMn zu viel Raum darauf, Details wiederzugeben, die man wenige Zeilen später eh vergessen hat. Schaffe doch lieber etwas Stimmung. Zeige das Unbehagen von Mac. Sich tagsüber in ner Kaschemme zu treffen, ist so als wenn man nachts in die Kirche geht. Verdächtig!

Auch kommen mir viel zu viele Völker/Gruppen in zu kurzer Zeit vor. Klar, du willst erzählen dass es mal ´Meinungsverschiedenheiten´ gab, die noch heute nicht verziehen sind, aber muss das gerade hier sein? Der Wirt ist auch noch nen ´Durgh´, nur habe ich kein Bild davon, was das ist. 5 Seiten später ist dieses Detail weg bei mir.

Bei wörtlicher Rede empfehle ich dir, immer mal laut vorlesen, dann merkst schon, was komisch klingt. Das du sie/ihnen verwendest, klingt mir zu modern.
Euch und euer klingt doch gleich mehr nach Fantasy  Cool

Hier und da würde ich nochmal schauen, ob du nicht Synonyme findest.

Säckchen und wenig später wieder Säckchen. König und direkt drunter wieder König. Da geht noch was ^^

Wenn die Geschichte nicht darauf hinaus läuft, dass Mac ne hübsche Frau von A nach B bringen soll, sich beide ineinander verlieben und dann noch heraus kommt, dass der König eigentlich ihren Tot wünscht, oder sie an jemanden verheiratet werden soll, was Mac dann nicht mehr gefällt, dann könnte mich der Plot durchaus interessieren  Wink


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Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.
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Chee
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Beiträge: 14



BeitragVerfasst am: 07/03/2017 23:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hey tviel,

anfangs hatte ich ein wenig Probleme in deine Geschichte reinzukommen, gut möglich, das dass an den vielen verschiedenen Orten und Namen lag von denen ich (logischerweise..) nie zuvor gehört habe. Spätestens als es dann zu dem Gespräch über den eigentlichen Auftrag kam, habe ich allerdings recht interessiert weitergelesen.

Als kleiner Zusatz zu dem bereits angesprochenen sind mir zwei mögliche Logikfehler aufgefallen:

Zitat:
»Solche Details bleiben einem einfachen Mann wie mir verschlossen. Aber der König und Master Leedon fürchten um das Leben der Person.«


Ein paar Zeilen zuvor hattest du von einem "gut situierten" Falas gesprochen, dessen optische Beschreibung in mir eher das Bild eines wohlhabenderen und durchaus einflussreichen Mannes hervorgerufen hat. Das passt irgendwie nicht ganz mit der Vorstellung eines "einfachen" Mannes/Botens zusammen.

Zitat:
Für diesen Fall wird Euch eine Phiole ausgehändigt. Euer letzter Auftrag wäre in diesem Fall, Eurem Gast das Leid einer Gefangennahme zu ersparen.


Ich dachte der gesamte Auftrag hätte nur den einzigen Sinn, die Person zu retten, da der König sowie Leedon Angst um das Leben besagter Person haben. Da erscheint es mir irgendwie eher als ein NoGo, dass der Person in irgendeiner Art und Weise etwas geschehen darf - vor allem nicht durch die Hand/Phiole Macs, das wäre mMn einfach voll am Auftrag vorbei dann.. Laughing

Nach Rechtschreibfehlern, etc habe ich nicht gesucht. Wollte mich auf den Inhalt konzentrieren und war wie gesagt beschäftigt damit die ganzen Eigennamen im Kopf zu behalten. Ansonsten würde es mich durchaus interessieren, wie es weitergeht und um welche Person es sich nun handelt. Wink
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Kätzchen
Geschlecht:weiblichAutor

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Wohnort: Katzenkörbchen


BeitragVerfasst am: 08/03/2017 15:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Tviel!

du hast schon viele gute Kritiken bekommen, daher möchte ich kurz erwähnen, was mich richtig gebremst hat, erst einmal weiter zu lesen.

Zitat:
Der modrige Geruch der feuchten Kellerwände stieg in Macs Nase. Die knapp ein Dutzend Stufen der Holztreppe führten an kleinen, bunten Fenstern vorbei tiefer in den Untergrund. Durch die Fenster fallendes Licht ergänzte die Öllampen auf den Tischen. Wie die anderen Kaschemmen, die Mac auf seinen Reisen besuchte, war auch Shesems Senke tagsüber wenig besucht. Die Tische im Gastraum waren alle unbesetzt. Vor dem Tresen saß ein einzelner Mann über seinen Krug gebeugt.
Der Durqh, hinter dem in die Mitte des Raums vorragenden Tresen, bemerkte Mac zuerst. Ein breites Grinsen zeigte sich auf seinem aschfahlen Gesicht.


Wow! Mac konnte ich mir merken, japp. Aber aus dem Gedächtnis könnte ich dir nicht sagen, wie alles wirklich aussieht, was du beschreibst. Ich hätte es sogar verdrängt, wenn du mittendrin die lila Unterwäsche eines Elefantenbabys eingeschmissen hättest.

Ich möchte dir einen ganz aktuellen Tipp geben, der mir vor wenigen Tagen extrem geholfen hat:
Überlass die Bilder der Ortschaften, den Köpfen der Leute. In meinem Kopf werden diese kleinen Fenster an der Treppe immer rot sein, nicht bunt. Leser erdenken sich gerne die Umgebung selbst, denn in unseren Köpfen entsteht automatisch ein Bild. Ich hatte sogar mal ein Buch, in dem der Prota in meinem Kopf schwarze Haare hatte, obwohl er irgendwann als blond beschrieben wurde. Aber mein inneres Auge sagte: "schwarz!" - und so blieb es dann.
Ich würde Ortschaften und detaillierte Teile davon nur so ausführlich beschreiben, wenn es wichtig ist. Selbst bei Herr der Ringe habe ich ständig 20 Seiten überschlagen, weil ich mir das Elbental sowieso anders ausmale (mal so als Beispiel).
Ich finde, das Konstrukt oben würde auch so funktionieren:

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Der modrige Geruch der feuchten Kellerwände stieg in Macs Nase. Nach dutzenden Stufen in den Untergrund, lediglich von fahlem Kerzenschein begleitet, erreichte er den Barbereich. Wie viele anderen Kaschemmen, die Mac auf seinen Reisen besucht hatte, war auch Shesems Senke tagsüber wenig besucht. Die Tische im Gastraum waren alle unbesetzt, vor dem Tresen saß ein einzelner Mann über seinen Krug gebeugt.
Der Durqh hinter dem Tresen bemerkte Mac zuerst; ein breites Grinsen zeigte sich auf seinem aschfahlen Gesicht.

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Ich will dir damit zeigen, dass du ohne deine total festgefahrenen Bilder im Kopf, trotzdem dieselbe Aussage treffen kannst, ohne deinen Leser einzuschränken und gleich zu Beginn heftig zu überfordern.
Weniger ist oftmals mehr!

LG
Katze


_________________
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Bunt Speck
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BeitragVerfasst am: 08/03/2017 15:53    Titel: Antworten mit Zitat

Kätzchen hat Folgendes geschrieben:


Ich will dir damit zeigen, dass du ohne deine total festgefahrenen Bilder im Kopf, trotzdem dieselbe Aussage treffen kannst, ohne deinen Leser einzuschränken und gleich zu Beginn heftig zu überfordern.
Weniger ist oftmals mehr!


Das möchte ich unbedingt unterstreichen. Weniger ist mehr!

Gruß
Bunt
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Yorinde
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BeitragVerfasst am: 09/03/2017 00:02    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kann meinen beiden Vorpostern nur beipflichten - überlade deinen Text nicht mit Adjektiven und Details (das verwirrt megaschnell). Was du da alles beschreibst, passt zur Hälfte in ein ganzes Kapitel - und zur anderen Hälfte kannst du es einfach weglassen.
Ich hatte sofort ein Bild im Kopf - aber was auch immer du mit
Zitat:
Shesems Senke
meinst, das ist eine schreckliche Wortkombination. Wink Wahrscheinlich meinst du auch eine SCHenke, oder?
Wie gesagt, die Hälfte aller Adjektive kannst du getrost streichen, ohne dass es der Szene Abbruch tut.
Zitat:
Die weit auseinander liegenden, bernsteinfarbenen Augen des Durqh blitzten Mac an. Seine großen, spitzen Ohren wackelten aufgeregt.

Du beschreibst hier von einer Person, die nicht mal einen Namen hat, haarklein Augen und Ohren. Ist das wichtig? Wenn ja, dann reicht ein Detail. Zum Beispiel bernsteinfarbene Augen - weil das sonst niemand hat. Oder große Ohren, die bei jedem Wort wackeln und Mac ständig ablenken.
Im Übrigen finde ich auch den Namen Mac Folc irgendwie unpassend. Mac erinnert mich an einen Amerikaner in irgendeinem abgeranzten Vorort - das ist m.E. kein passender Name für den Helden eines Fantasy-Abenteuers. Die Kombination mit Folc macht es nicht besser - zwei so einsilbige, abgehakte Namen klingt für mich einfach nicht rund. Aber vielleicht ist es ja Absicht.
Alles in allem ein interessanter Start, der sicher zum weiterlesen animiert, wenn er noch etwas rund gefeilt wird. Smile
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tviel
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BeitragVerfasst am: 09/03/2017 11:07    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Wow! Vielen Dank für Eure Anmerkungen und die Zeit, die Ihr in das Lesen meines Abschnitts investiert habt.

Ich würde mich freuen, wenn ich nach der Überarbeitung erneut Eure Meinung einholen darf.

Bis dahin ... vielen, vielen, vielen Dank (meine Neigung zur Absenz von Synonymen ausgelebt wink)
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tviel
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BeitragVerfasst am: 13/03/2017 17:39    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi,

nochmals vielen Dank für Eure tollen Anmerkungen, die zu einer neuen Version geführt haben. Bitte nicht böse sein, wenn ich nicht jeden Kommentar umgesetzt habe (oder umsetzen konnte wink).

Wäre toll, wenn ihr die Überarbeitung lesen würdet.

@Moonbow:
Zitat:
Wenn die Geschichte nicht darauf hinaus läuft, dass Mac ne hübsche Frau von A nach B bringen soll, sich beide ineinander verlieben und dann noch heraus kommt, dass der König eigentlich ihren Tot wünscht, oder sie an jemanden verheiratet werden soll, was Mac dann nicht mehr gefällt

Es stellt sich später heraus, dass Mac eigentlich eine Frau ist und den König heiraten soll, die Person das aber verhindern möchte. Nur Spass. Deine Vermutung, was den weiteren Plot angeht ist naheliegend, aber zum Glück nicht richtig.

Viele Grüße

----------------------------------------------------------------------

Der modrige Geruch der feuchten Kellerwände stieg in Therans Nase. Er schloss die Tür und sperrte das Tageslicht aus. Es dauerte ein paar Sekunden, bevor Theran sich an das schummrige Licht der Öllampen gewöhnt hatte und die knapp Dutzend Stufen in den Untergrund stieg. Wie die anderen Kaschemmen, die Theran auf seinen Reisen besuchte, war auch Shesems Senke tagsüber wenig besucht.
Der Durqh hinter dem Tresen bemerkte Theran zuerst. Ein breites Grinsen zeigte sich auf seinem aschfahlen Gesicht.
Vor dem Tresen saß ein einzelner Mann über seinen Krug gebeugt. Eine kleine Gruppe Falas Soldaten schien auf ihr Dienstende zu trinken. An ihren blauen Mänteln mit goldenem Rand erkannte Theran, dass es sich um Schlosswachen handeln musste; ungünstig für seine Geschäfte. Ansonsten waren nur zwei weitere Tische mit einzelnen Gästen besetzt.
Jedes mal mussten es solche Löcher sein, dachte Theran und schritt auf den Schanktisch zu. Es musste wohl an der Art seiner Aufträge liegen, warum sich seine Auftraggeber immer an solchen Orten mit ihm treffen wollten.
Unter erwartungsvollem Blick des Durqh, ging Theran am langen Ende des Tresen vorbei und setzte sich so, dass er alle Gäste im Blick hatte.
»Was darf’s denn sein?«
Die weit auseinander liegenden, bernsteinfarbenen Augen des Durqh blitzten Theran an.
»Grompersud.«
Ein paar Cupra hatte Theran noch, um die Wartezeit auf Leedon zu überbrücken. Der Durqh nahm ein Krug vom Regal an der Wand, pustete den Staub raus und schenkte ein.
»Wohl viel rumgekommen.« Der andere Gast am Tresen drehte sich zu Theran. »Andernfalls hättet ihr sicher was anderes bestellt.«
»Man kann sagen, ich war schon etwas unterwegs«, antwortete Theran.
»Auch in Xaran?«
Theran musterte das markante Gesicht mit dem breiten Kiefer.
»Was treibt Euch so weit weg von Xaran?«
»Handel. Aber weitaus weniger Falas als erwartet sind bereit mit einem Fesien zu handeln, selbst nach der langen Zeit. Wie steht es mit Euch?«
Theran war es ziemlich egal, mit welchem Volk er Geschäfte machte, so lange sie lukrativ waren. Aber für Handel war er nicht hier.
»Ich hatte mit den Fesien immer gute Geschäfte, aber ich kann Euch heute nichts bieten weder Waren noch Währung.« Fast so als wolle Theran seinen letzten Satz unterstreichen, kramte er einen seiner letzten Cupra aus der Tasche und begann ihn auf den Tresen zu ticken.
»Wieder einer meiner Glückstage.« Der Fesien schnappte nach seinem Krug und nahm einen tiefen Schluck.
Unter dem Gejohle seiner Gruppe, stolperte einer der Falas mit seinem Becher in Richtung Tresen und deutete dem Durqh, eine weitere Runde auszuschenken.
»Ein och auf Marag un König Mervel!«
Der Fesien musterte die Wache, leerte seinen Krug und stand auf. »Es ist wohl besser, wenn ich mich wieder meinen Geschäften widme.« Er richtete den Blick zum Durqh, legte mehrere Münzen auf den Tresen und sagte: »Schenkt meinem Freund hier nach.« Dann drehte er sich um und schritt Richtung Treppe.
Theran sah ihm nach, während der Durqh einen vollen Krug zu ihm stellte. Dabei bemerkte er, dass mittlerweile ein weiterer Gast an einem der Tische hinter ihm saß. Der Mann trug ein dunkles, verziertes Hemd, im Halsbereich mit Schmuck besetzt und darüber einen dunklen, langen, taillierten Mantel mit kurzem Schulterüberwurf, großen Manschetten und silbernen Zierknöpfen; nicht unüblich für gut situierte Falas. Er winkte Theran zu sich.
»Theran Folc? Leedon Natas schickt mich Euch zu treffen.«
Warum sollte Leedon einen Boten schicken? Er kannte Leedon schon, als er noch nicht in der Hauptstadt Daklin lebte, hat ihm immer seine speziellen Wünsche nach fremden, meist illegalen Waren erfüllt; gegen gutes Geld.
»Leedon pflegte immer selbst zu unseren Treffen zu erscheinen.«
Theran wollte sich wieder abwenden, doch der Kurier entgegnete direkt: »Master Leedon wäre gerne selbst erschienen, doch seine Anwesenheit hätte unnötige Aufmerksamkeit auf sich gezogen.«
»Verratet mir doch, was ich Leedon diesmal von meinen Reisen mitbringen soll, und was er mir im Gegenzug dafür anbietet.«
Die Situation schien den Mann nervös zu machen. Er blickte sich mehrfach um und deutete dann Theran sich zu setzen. Mit leiser Stimme sagte er: »Nun, es geht nicht darum, Waren nach Daklin zu bringen.«
»Ich bin Schmuggler, um was, wenn nicht Waren zu verbringen, geht es denn dann?«
Der Bote kaute nervös auf seiner Lippe. »Es soll etwas, vielmehr jemand aus Daklin und Marag herausgebracht werden.«
»Diese Art Aufträge gehören nicht zu meinem Repertoire. Menschen tendieren dazu Ärger zu verursachen. Warum sollte Leedon mich den langen Weg nach Daklin reisen lassen, um mir ein Auftrag anzubieten von dem er weiß, dass ich ihn nicht annehmen werde. Er kennt meine Prinzipien.«
»Master Leedon sagte mir, dass ihr so reagieren würdet. Und er bat mich, Euch an dieser Stelle dies hier auszuhändigen, um Euer Interesse an weiteren Details zu wecken.« Der Mann kramte in seiner Manteltasche und stellte ein kleines Säckchen auf den Tisch. Theran hörte, wie sich in dem Säckchen kleine Metallstücke aneinander rieben. Er nahm den Beutel in seine rechte Hand und schätzte das Gewicht.
»Ein Säckchen Cupra? Das wäre selbst für eine Kiste Mispelbrand aus Qunos kaum angemessen.«
»Ihr versteht mich falsch, Theran Folc. Das ist Euer Lohn dafür, dass ihr mich ausreden lasst.«
Theran konnte seine Verwunderung nicht verbergen. In der Börse war mehr, als er in den letzten Monaten verdiente und es würde ihn die nächsten Wochen über Wasser halten. Mit einer geschickten Handbewegung ließ Theran den Stoffbeutel in die rechte Tasche seines abgetragenen Mantels gleiten.
»Nun?« Mit den Ellbogen auf dem Tisch verschränkte Theran seine Hände vor sich.
»Wie schon kurz erwähnt, es geht um die Rettung einer Person. Master Leedon handelt im Auftrag von König Mervel persönlich.«
Unweigerlich drehte sich Theran um und blickte zu den Soldaten.
»Wer? Rettung vor was?«
»Der König und Master Leedon haben sicher gute Gründe, Euren Gast aus Marag herausführen zu lassen … und diese Informationen nicht mit mir zu teilen.«
Der Mittelsmann weitete seinen Hemdkragen.
Wenn er Theran nichts sagen konnte, warum bezahlte er ihn dann dafür, ihm zuzuhören? Der Holzstuhl knarzte, als sich Theran zurücklehnte und darauf wartete, dass der Mann weiterredete.
»Aber ich bin angewiesen, ihnen folgende Informationen zu geben. Abreise wäre sofort; Ziel wäre ein sicheres Versteck in der Stadt Smorruld in Imrir.«
Das sind mehrere Wochen Reise, die unterschiedlichsten Gebiete und jede Menge Gefahren.
»Um unnötige Verzögerungen zu vermeiden und die Reise so angenehm wie möglich zu gestalten wird Ihnen zu Beginn der Reise eine Börse mit 10 Argent zur Verfügung gestellt. Bei Ankunft in Smorruld wäre der Rest der Börse und weitere 50 Argent der Lohn für den Auftrag.«
Die Knie von Theran wurden weich. Mit 50 Argent würde er Jahre auskommen. Wen auch immer er nach Smorruld bringen sollte, er war es wert seine Prinzipien zu überdenken. Das Lächeln des Boten verriet, dass er wusste, dass sein Angebot die nötige Wirkung erzielte.
»Aber es gibt auch Bedingungen. Niemand darf wissen, wer Euer Auftraggeber, noch wer Euer Gast ist. Euer Begleiter darf auf keinen Fall in die Hände von Mervels Feinden fallen. Für diesen Fall wird Euch eine Phiole ausgehändigt. Euer letzter Auftrag wäre in diesem Fall, Eurem Gast das Leid einer Gefangennahme zu ersparen. Lasst mich hinzufügen, dass es in diesem Fall auch besser wäre, die Phiole mit Eurem Gast zu teilen. Der König unterstützt kein Versagen.«
Theran schwieg.
»Euer Auftrag beginnt bei dieser Adresse.« Ein kleiner, handgeschriebener Zettel wanderte über den Tisch zu Theran. »Findet Euch dort bei Dämmerung ein.«
Der Bote flüsterte nun nicht mehr. »Es wird Zeit mich zu verabschieden.«
Auch Theran verabschiedete sich und sah zu, wie der Bote die Stufen zum Ausgang nahm und verschwand. Kurz danach standen auch die Soldaten auf und verließen Shesems Senke.
Bis zur Dämmerung war noch genug Zeit, um die neuen Münzen in Proviant zu tauschen. Theran ging zurück an den Tresen und bestellte einen neuen Krug Grompersud. Die großen, spitzen Ohren des Durqh wackelten vor Freude.
»Ein gutes Geschäft gemacht?« Einer der übrigen Gäste gesellte sich zu Theran. Seine Kleidung war abgetragen und dreckig. »Vielleicht gut genug, um auch meinen Becher zu füllen?«
Theran wies dem Barmann dem Mann nachzuschenken.
»Vielen Dank. Was ist Eure Geschichte?« Der Bettler hob den Becher. In diesem Moment sah Theran unter dessen Mantel einen verzierten und mit Korund besetzten Dolch.
Aus den Taschen kramte Theran die letzten Münzen und legte sie für den Durqh sichtbar hin, so musste er den Beutel nicht zeigen.
»Meine Zeit reicht nicht aus und ohnehin würde Euch meine Geschichte langweilen.« Er stand auf und ging zur Treppe, zur Tür hoch und ins Freie. Das Licht blendete seine Augen, dennoch rannte Theran sofort los. Auf der anderen Straßenseite angekommen versteckte er sich im Schatten der Säulen der Häuserfront. Kurz nach seinem Verlassen von Shesems Senke, öffnete sich die Tür erneut. Er sah, wie der Bettler aus dem Dunkel trat. Die Augen vor der Sonne schützend, suchte der Mann hektisch die Gegend ab. Theran schluckte und wich hinter die Säule. Erst nach langen Sekunden wagte er erneut einen Blick. Sein Verfolger schien sich für eine Richtung entschieden zu haben und hastete die Straße in Richtung Marktplatz. Als er außer Sicht war, wagte sich Theran aus seinem Versteck.
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Moonbow
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BeitragVerfasst am: 13/03/2017 21:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo tviel,

Zu allererst: Synonyme suchen und wörtliche Rede laut vorlesen, hattest du scheinbar keine Lust.

Zitat:
»Wie schon kurz erwähnt, es geht um die Rettung einer Person. Master Leedon handelt im Auftrag von König Mervel persönlich.«
Plötzlich schien die Anwesenheit der Schlosswache nicht mehr zwingend Zufall zu sein. Ein Auftrag vom König der Falas?


Das wirkt einfach wie schlechtes Handwerk. Und es ist nun wirklich leicht zu vermeiden.

»Wie schon kurz erwähnt, es geht um die Rettung einer Person. Master Leedon handelt im Auftrag von König Mervel persönlich.«
Plötzlich schien die Anwesenheit der Schlosswache nicht mehr zwingend Zufall zu sein. Ein Mission vom Herrscher der Falas?


Zitat:
»Ich bin Schmuggler, um was, wenn nicht Waren zu verbringen, geht es denn dann?«


Der Duden sagt zu verbringen:
sich (für eine bestimmte Zeitdauer an einem Ort) aufhalten, verweilen
        
eine bestimmte Zeit (auf bestimmte Weise) zubringen, hinbringen; eine bestimmte Zeit auf etwas verwenden

    (Amtssprache) an einen bestimmten Ort bringen, schaffen

Da es sich um wörtliche Rede handelt und es "deine" Welt ist, kannst du einen Schmuggler natürlich das Wort verbringen benutzen lassen. Doch für mich klingt es komisch.

"Nun genau so etwas machen Schmuggler aber üblicherweise"

Wobei ein Schmuggler auch nicht offen sagt, dass er ein Schmuggler ist. Meuchelmörder würden das auch nicht tun. Hier wird umschrieben. Du erzeugst in mir das Bild eines abgebrannten Dilettanten. Wenn er das nicht sein soll, empfehle ich etwas mehr Verstohlenheit.

"Transport spezieller Dinge, ist aber nun mal mein Beruf" (oder meine Profession)

oder noch einfacher: "Genau für solche Dienste, werde ich aber üblicherweise gesucht."

Wobei all dies letztlich Geschmackssache ist. Abgesehen von dem Diletantendingens Wink

Zitat:
In der Börse war mehr, als er in den letzten Monaten verdiente und es würde ihn die nächsten Wochen über Wasser halten.


Hier hast du mal eine "echte" Logik-Lücke. Über Wasser halten, heißt (gerade) genug zum Leben haben. Wenn er in den letzten Monaten sagen wir mal 50 Euro verdient (und davon gelebt) hat, kann er mit 60 Euro nur wenige Wochen überleben?
Du kannst natürlich sagen, er hatte noch Erspartes, aber das kann ich aus dem Text nicht herauslesen.

In der Börse befand sich genug, um ihn die kommenden Wochen über Wasser zu halten. Punkt. Problem umgangen Very Happy

Gibt noch einiges mehr, aber hiermit "wärst" du erstmal genug beschäftigt Razz


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tviel
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BeitragVerfasst am: 13/03/2017 23:06    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Moonbow,

vielen Dank für Deinen Kommentar. Dein erstes Zitat scheint nicht aus meiner aktuellen Version zu stammen oder ich habe nicht genau verstanden, was Du anmerken möchtest.

Zitat:
Plötzlich schien die Anwesenheit der Schlosswache nicht mehr zwingend Zufall zu sein. Ein Auftrag vom König der Falas?


hatte ich in den tell

Zitat:
Unweigerlich drehte sich Theran um und blickte zu den Soldaten.


umgewandelt.

Zum Begriff "Schmuggler": an dem Satz hat mich die ganze Zeit etwas gestört, ich konnte es aber nicht fassen. Danke für das mit der Nase draufstossen.

Viele Grüße
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Moonbow
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BeitragVerfasst am: 13/03/2017 23:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hast recht. Irgendwie bin ich während dem Kommentieren wieder bei der Ursprungsgeschichte gelandet. Mein Fehler, sorry Embarassed
Es gibt aber noch andere Stellen. Besonders wenn du Namen verwendest, kannst du manchmal einfach "Er" draus machen.


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tviel
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BeitragVerfasst am: 13/03/2017 23:16    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Kein Problem. Ich finde mich ja beim Posten hier schon nicht in meinen eigenen  Texten zurecht, was oft in fehlender Kursivstellung endet.

Danke und einen schönen Restabend.
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Corydoras
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BeitragVerfasst am: 14/03/2017 00:10    Titel: Antworten mit Zitat

Ich sag, was mir auffällt. Nimm, was du brauchen kannst.

tviel hat Folgendes geschrieben:

Der Durqh hinter dem Tresen bemerkte Theran zuerst. Ein breites Grinsen zeigte sich auf seinem aschfahlen Gesicht.


Hinter dem Tresen kommentierte ein Durgh (was auch immer das ist, erklärst du sicher woanders) seine Ankunft mit einem breiten Grinsen.

(abgesehen davon müsste es in deiner Version "dessen" statt "seinem" heißen, sonst bezieht sich das auf Theran)

tviel hat Folgendes geschrieben:
Vor dem Tresen saß ein einzelner Mann über seinen Krug gebeugt. Eine kleine Gruppe Falas Soldaten schien auf ihr Dienstende zu trinken. An ihren blauen Mänteln mit goldenem Rand erkannte Theran, dass es sich um Schlosswachen handeln musste; ungünstig für seine Geschäfte. Ansonsten waren nur zwei weitere Tische mit einzelnen Gästen besetzt.


Das hier finde ich todlangweilig. Hier erzählst du einfach nur, wer aller da ist und gibst dem ganzen auch noch viel zu viel Raum. *gähn*
Sag, dass wenige Leute da sind (wobei du das ja schon weiter oben getan hast) und beschreibe Personen erst näher, wenn du sie auch brauchst, sprich sie aktiv ins Geschehen eingreifen. Weil bis sie es tun hab ich deinen Absatz eh wieder vergessen.

(Du benutzt übrigens sehr oft das Wort Tresen. Schank wäre ein Synonym, um das vielleicht zu umgehen.)

tviel hat Folgendes geschrieben:
Unter erwartungsvollem Blick des Durqh, ging Theran am langen Ende des Tresen vorbei und setzte sich so, dass er alle Gäste im Blick hatte.


Naaaaa, zweimal dasselbe Nomen im selben Satz, gar nicht schön. Außerdem unnötig langatmig.

Unter eindringlicher Beobachtung des Durgh suchte sich Theran einen Platz, der ihm einen Blick auf alle Gäste gewährte.

tviel hat Folgendes geschrieben:
pustete den Staub raus und schenkte ein.


Das wäre mir jetzt wieder zu Deutschland-Deutsch (pusten) und zu flapsig (raus)

...blies den Staub hinaus und schenkte ein.

Zitat:
»Wohl viel 'rumgekommen.« Der andere Gast am Tresen drehte sich zu Theran. »Andernfalls hättet ihr sicher 'was anderes bestellt.«


Bei Auslassungen brauchst du auch Auslassungszeichen.

Zitat:
Theran musterte das markante Gesicht mit dem breiten Kiefer.


Das ist so großartig! Wieso müssen Männer in Büchern immer so beschrieben werden, dass mindestens die Wörter "markant" (was ist das?) und "Kiefer" vorkommen? Bitte weniger klischeehaft!

Zitat:
Theran war es ziemlich egal, mit welchem Volk er Geschäfte machte, so lange sie lukrativ waren. Aber für Handel war er nicht hier.


Dreimal "war", Jackpot!

Es kümmerte Theran wenig, mit welchem Volk er Geschäfte machte, solange sie sich lohnten. Aber auf Handel war er nicht aus.

 
Zitat:
Fast so als wolle Theran seinen letzten Satz unterstreichen, kramte er einen seiner letzten Cupra aus der Tasche und begann ihn auf den Tresen zu ticken.


So vieles in diesem einen Satz....
- Wortwiederholung
- Unterstreicht er FAST oder unterstreicht er? Du schreibst aus der Perspektive Therans, also stellst du keine Vermutungen darüber auf, was er vielleicht tun möchte, sondern du weißt es.
- Merke auch: Das Wort "fast" ist fast immer überflüssig. (pun intended....)
- Das Verb "ticken" kenne ich außer bei Uhren nicht. Was bedeutet das?
- Lass Dinge nicht beginnen, sondern einfach geschehen.

Um seine Aussage zu unterstreichen, kramte T seinen letzten C aus der Tasche und tickte (?) ihn gegen den Tresen.

Zitat:
»Wieder einer meiner Glückstage


Wozu kursiv?

Zitat:
Der Fesien schnappte nach seinem Krug und nahm einen tiefen Schluck.


Ich hab keine Ahnung, wer das sein soll. Theran? Sein Gesprächspartner? Der Barkeeper? Der Besoffene?
Sollte das Theran sein, dann verlässt du hier auf einmal die Perspektive.

Zitat:
Der Mann trug ein dunkles, verziertes Hemd, im Halsbereich mit Schmuck besetzt und darüber einen dunklen, langen, taillierten Mantel mit kurzem Schulterüberwurf, großen Manschetten und silbernen Zierknöpfen


Ist das denn wirklich relevant? Ich weiß schon, dass George Martin das ständig macht, aber es ist bei ihm genauso uninteressant zu lesen.

Zitat:
»Theran Folc? Leedon Natas schickt mich Euch zu treffen.«
Warum sollte Leedon einen Boten schicken? Er kannte Leedon schon, als er noch nicht in der Hauptstadt Daklin lebte, hat ihm immer seine speziellen Wünsche nach fremden, meist illegalen Waren erfüllt; gegen gutes Geld.
»Leedon pflegte immer selbst zu unseren Treffen zu erscheinen.«
Theran wollte sich wieder abwenden, doch der Kurier entgegnete direkt: »Master Leedon wäre gerne selbst erschienen, doch seine Anwesenheit hätte unnötige Aufmerksamkeit auf sich gezogen.«
»Verratet mir doch, was ich Leedon diesmal von meinen Reisen mitbringen soll, und was er mir im Gegenzug dafür anbietet.«


6mal Leedon innerhalb dieser kurzen Passage, zu viel!
Und lies dir mal den reinen Dialog durch (gekürzt):
"Leedon schickt mich."
"Leedon pflegt selbst zu erscheinen."
"Master Leedon wäre gerne erschienen."
"Verratet mir, was ich Leedon mitbringen soll."

Wer redet denn so? (und weiter unten gehts ja noch weiter mit der Leedon-Orgie...)

Im übrigen muss ich bei dem Namen immer an Schlehdorn denken. Klingt fast gleich.

Zitat:
Der Mann kramte in seiner Manteltasche und stellte ein kleines Säckchen auf den Tisch. Theran hörte, wie sich in dem Säckchen kleine Metallstücke aneinander rieben.


Schon wieder so eine Wortwiederholung... "klein" + Verkleinerungsform ist doppelt gemoppelt.

Der Mann stellte ein Säckchen (einen Beutel?) auf den Tisch (sind wir nicht am Tresen?), in dem sich hörbar Münzen aneinander rieben.

Zitat:
»Ein Säckchen Cupra? Das wäre selbst für eine Kiste Mispelbrand aus Qunos kaum angemessen.«


Ist "Säckchen" eine Einheit in deiner Welt?

Im übrigen... ob er das Ding mit der RECHTEN Hand nimmt und in die RECHTE Manteltasche steckt ist echt egal. Nimm die Seite raus, wieder zwei Wörter eingespart und den Text kompakter gemacht.

Zitat:
Mit den Ellbogen auf dem Tisch verschränkte Theran seine Hände vor sich.


Woanders geht in der Stellung auch gar nicht.

Zitat:
Das sind mehrere Wochen Reise, die unterschiedlichsten Gebiete und jede Menge Gefahren.


Weil wir das gerade in einem anderen Thread besprechen: Hier sind die direkten Gedanken völlig überflüssig:

Das waren mehrere Wochen Reise, die unterschiedlichste Gebiete und jede Menge Gefahren in sich bargen!
(Verb gesetzt und eines jener Ausrufezeichen, mit denen man sparsam umgehen sollte, aber hier passt es hin)

Zitat:
wird Ihnen zu Beginn der Reise eine Börse mit 10 Argent zur Verfügung gestellt. Bei Ankunft in Smorruld wäre der Rest der Börse und weitere 50 Argent der Lohn für den Auftrag.«


Wieso siezt der auf einmal?

Außerdem: zehn, fünfzig.

Die Verfolgung am Ende ist leider auch total langweilig, weil ohne Dramatik beschrieben, als ob es dich da nicht mehr freute.

Noch Kleinigkeiten:

Pass auf überflüssige Plusquamperfekte auf.
Lerne die Kommaregeln.
Deine Bezüge sind oft sehr schlampig.
Du benutzt zu viele überflüssige Adjektive.
Viel zu viele neue, unbekannte Begriffe auf einmal. Wir befinden uns am Beginn des Romans, so kann da noch kein Mensch folgen.

Außerdem klingt die Story für mich jetzt schon total vorhersehbar, belanglos und schon da gewesen. Mich persönlich langweilen mittlerweile Fantasromane, wo irgendwo in den ersten drei Kapiteln gesagt wird "Das müssen wir tun." und irgendwo in den letzten drei Kapiteln wird genau das getan. Alles dazwischen ist nur Verzögerung des Auftrags. War bei Tolkien ok, machen aber mittlerweile zu viele.

Ich würde es nicht lesen wollen. Zu flapsig, zu unsauber, zu steril. Das kriegst du sicher noch besser hin.


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Klemens_Fitte
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BeitragVerfasst am: 14/03/2017 07:05    Titel: Antworten mit Zitat

Nur ein kurzer Einwurf:

Corydoras hat Folgendes geschrieben:
tviel hat Folgendes geschrieben:
Der Durqh hinter dem Tresen bemerkte Theran zuerst. Ein breites Grinsen zeigte sich auf seinem aschfahlen Gesicht.


Hinter dem Tresen kommentierte ein Durgh (was auch immer das ist, erklärst du sicher woanders) seine Ankunft mit einem breiten Grinsen.

(abgesehen davon müsste es in deiner Version "dessen" statt "seinem" heißen, sonst bezieht sich das auf Theran)


Nein, andersrum. Dessen wird dort verwendet, wo es sich nicht auf das Subjekt des Satzes bezieht. Im ersten Satz ist der Durqh das Subjekt. Nehmen wir den Punkt weg und ersetzen ihn durch ein und

Zitat:
Der Durqh hinter dem Tresen bemerkte Theran zuerst und ein breites Grinsen zeigte sich auf seinem aschfahlen Gesicht.


ist klar, dass seinem korrekt ist, denn dessen würde sich auf Theran – der nicht Subjekt des Satzes ist – beziehen.

Edit:
Corydoras hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
»Wohl viel 'rumgekommen.« Der andere Gast am Tresen drehte sich zu Theran. »Andernfalls hättet ihr sicher 'was anderes bestellt.«


Bei Auslassungen brauchst du auch Auslassungszeichen.


Laut Duden nicht.
Zitat:
2. Auch die mit r- beginnenden Kürzungen von Wörtern wie heran, herauf, herein, herüber usw. werden meist ohne Apostroph verwendet.

    Runter vom Balkon!
    Bitte reich mir mal das Buch rüber.
    Sie ließ ihn rauswerfen.
    Was für ein Reinfall!

http://www.duden.de/sprachwissen/rechtschreibregeln/apostroph

http://www.duden.de/rechtschreibung/was_etwas_jemand


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BeitragVerfasst am: 14/03/2017 08:10    Titel: Antworten mit Zitat

Klemens_Fitte hat Folgendes geschrieben:

Nein, andersrum. Dessen wird dort verwendet, wo es sich nicht auf das Subjekt des Satzes bezieht. Im ersten Satz ist der Durqh das Subjekt. Nehmen wir den Punkt weg und ersetzen ihn durch ein und


Mein Gefühl sagt mir, dass das auch ein wenig von der Perspektive abhängt, oder nicht?
Bei auktorial bin ich sofort bei dir.
Beim personalen Erzähler bleibe ich persönlich in solchen Fällen strikt beim er/sie für den POV-Charakter und bei der/die/dessen/deren für andere, weil aus Erfahrung alles andere für heillose Verwirrung sorgt.

Zitat:
Laut Duden nicht.


Bei den Beispielen unten sehe ich das genauso. Meine Einschätzung rührt wohl daher, dass genau diese zwei Kürzungen (etwas --> was und herum --> rum) im Gegensatz zu den anderen in Österreich nicht verwendet werden und daher für mein Ohr wesentlich "exotischer" klingen, weswegen ich zum Auslassungszeichen greifen wollte.

Sprachliche Feinheiten. Wink


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Klemens_Fitte
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BeitragVerfasst am: 14/03/2017 08:19    Titel: Antworten mit Zitat

Corydoras hat Folgendes geschrieben:
Klemens_Fitte hat Folgendes geschrieben:

Nein, andersrum. Dessen wird dort verwendet, wo es sich nicht auf das Subjekt des Satzes bezieht. Im ersten Satz ist der Durqh das Subjekt. Nehmen wir den Punkt weg und ersetzen ihn durch ein und


Mein Gefühl sagt mir, dass das auch ein wenig von der Perspektive abhängt, oder?


Nein, das ist in dem Fall Grammatik und hat nichts mit Perspektive oder Gefühlen zu tun. Für jeden, der die Regel kennt, wäre dein Vorschlag verwirrend.


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