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wossn dossss


 

 
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HerbertH
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 554
Wohnort: terra sol III


BeitragVerfasst am: 17/02/2017 20:00    Titel: wossn dossss eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

    es blubbert

in dem was ist
und kommt, herauskommt, hinaufkommmt
in einer blase
leichter als das drumherummst
warum steigt es denn höher hier?
woher es kommmmmt?
      kein geist

würd sich dem spiele
unterwerfen und doch -

    es brodelt

nagt an allem festen
      löst es auf

vermischt sich dann
doch wann
mit wem
genau
zu untersuchen ist die chose
ein herkulischer akt
      mmmmman könnte denken

voller geist
doch wo ist denn dieser
in der heissen pammmmmpe?

    es hebt und bebt

die flächen schwanken
grausammmmmmmmmmm
für den der
      oben

steht
und bleiben will
ganz falllos
schmmmmmeißt mit teilen
bis es kracht
reißt ammm ganzen
und den binde gliedern
zerfleischt sich
und den sinn
      und alles

was erklärt

    es steigt in höhen

sphären voller stinkegase
ein blick versagt
sich jedem in dem dunkel
und doch dem lichte zu
      dem bunten
      dem lebendigen
      dem phantastischen
      dem -

wemmmm? was fehlt denn hier?
was
      folgt
dem fehlenden?
wemmmmmm fehlt das ewig
      folgende
?
 
      folgt
nichhhhhhhhhhhhht!!!!
denn alles sprießt erblüht
immm eignen saft

    es sinnt

so vor sich hin
ganz unbedarft gar
      folgenlos

ein witz für alle die es
      nennen wollen
      kennen wollen

und doch nichts darin finden
weil es sie heiß ummmmmmgeht
und sie nicht merken
was da fehlt
sie verbrüht
      die kalten fische


    es schreit

nach auferstehung
      fleht
um raummmm
will platz ummmm
sich in alles
auszubreiten
      längen
      höhen
      tiefen
      breiten
      löcher
      vakua
      und erdbeerfelder

wo alle sich selbst -
      die besten früchte

suchen
und jubilieren
bei den süßen naschereien

    es naseweist

      die ernsten
      die bedenklichen
      die nichts dem zufall überlassen
      die rubrizieren redigieren
      die nach rubikon gieren
      die halte brauchen an strukturen
      die nichts spontan versuchen
      die sich fürchten vor der chaoschose
      die alles planen mmmmmmüssen

gar die form
gar der kuchen darinnen
so gar
so nehmt euch
    essssssss

das rätsel dieser zeilen
doch stempelt es nur nichhhhht!
weil es so gleich
zerplatzt
der seifenblase gleich
      und doch nicht diese

die farbenspielend schillert
ganz goethensssss lehre gleich
      und doch nicht diese

immmm eignen reich

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traumLos
Schreiberling


Beiträge: 209



BeitragVerfasst am: 18/02/2017 22:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hm, ein Text, dessssen Buchstabenspiel mir keine direkte Beziehung zum Text hat, willkürlich wirkt. Wahrscheinlich liege ich völlig falsch, obwohl ich diesen Text, auch weil es nun der einzige ohne Punkte ist, mehrmals gelesen und eine Konsistenz gesucht habe.
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V.K.B.
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 44
Beiträge: 691
Wohnort: an der Nordseeküste
Das bronzene Niemandsland


BeitragVerfasst am: 18/02/2017 23:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,
die Magmastruktur sehe ich visuell umgesetzt. Mit den Hervorhebungen wird sogar eine sehr stimmige Geräuschkulisse geliefert. Bis hierher top.

Der Inhalt kann mich nicht überzeugen und bleibt für mich trivial. Du beschreibst einen Vulkanausbruch und reduzierst das Ganze dann zu einem Worträtsel, dem du am Ende auch noch die Relevanz absprichst? Sorry, das überzeugt mich leider gar nicht und die anderen Gedichte gefallen mir inhaltlich sehr viel besser.

Punkte vergebe ich erst, wenn ich alles mehrfach gelesen habe.


_________________
Der Möbiusstreifen ist der beste Beweis dafür, dass Komplexität die Projektion menschlicher Kleinheitsängste ist (Nis-Momme Stockmann)

Der Dumme schwimmt mit dem Strom, der Rebell schwimmt gegenan, der Weise schwimmt ans Ufer und ruft sich ein Taxi (original VKB)
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Zinna
Geschlecht:weiblichschweißt zusammen, was


Beiträge: 1557
Wohnort: zwischen Hügeln und Aue...
Das Silberne Pfand Ei 4
Lezepo 2015 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 19/02/2017 12:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

Bewertungen aus dem subjektiv/objektiv gemischten Bauchgefühl.

Es blubbert.
Heiß gekocht! Wink
Keine schwere Kost, sehr luftig gestaltet.
Löst Schmunzelgefühle aus.

Ob es zu mittleren Rängen reicht, bin ich unsicher.

Gruß
Zinna


_________________
Wenn alle Stricke reißen, bleibt der Galgen eben leer...
(c) Zinna
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dürüm
Wolf im Negligé

Alter: 40
Beiträge: 488
Wohnort: Cape Town
Das Bronzene Pfand Der bronzene Spiegel - Lyrik
DSFo-Sponsor Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 20/02/2017 20:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

Dein Text hat mich etwas ratlos hinterlassen, vor allem inhaltlich ging es mir so, dass ich auch nach mehrmaligem lauten Lesen immer noch nicht erinnere, worum es geht.

Deshalb leider nicht in den Punkterängen.

Nichts für ungut!

Gruß
Kerem


_________________
Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wiederkommen.
(Oscar Wilde)
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Heidi
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 36
Beiträge: 677
Wohnort: Hamburg
Ei 2


BeitragVerfasst am: 20/02/2017 21:16    Titel: Antworten mit Zitat

Der Titel hat mich gelockt, die Formatierung ebenfalls, auch sprachlich finde ich das Gedicht mitsamt den verspielten Buchstabenwiederholungen nicht schlecht. Beim ersten Lesen war dein Werk bei mir (gedanklich) weit oben, aber je öfter ich es las, desto weniger überzeugte es mich.

Da ist die chaotische Ideenwelt auf der einen Seite und die düstere Welt der Struktur auf der anderen Seite; die chaotische ist bunt und schillernd, die strukurierte hart und kalt. Das sind die zwei Polaritäten, mit denen jeder Künstler zu tun hat. Chaos und Form, beide für sich sind wichtig, ansonsten könnten wir nichts abbilden, formulieren, wie auch immer. Doch um vom Chaos zur Form zu kommen, braucht ein Künstler noch ein Drittes: Die Bewegung. Ich bewege die Gedanken in mir und versuche das Chaos aus der Ideenwelt in eine Form zu bringen.
Soweit in Kürze meine Gedanken zum Thema Chaos und Form.

Im ersten Teil des Gedichts interpretiere ich das Blubbern als das Ankündigen einer Idee tief im Autor drinnen, sie will heraus, sich formen, doch sobald der Autor sie einzufangen versucht, verflüchtigt sie sich wieder, geht auf in der Unendlichkeit der Ideenwelt, die sehr sympathisch dargestellt wurde, ganz im Gegensatz zur Struktur, zu allem Festen - das kommt meinem Empfinden nach in diesen Zeilen eher schlecht weg.
Dann folgt eine Passage, die ich als reißerisch empfinde, die mir fast holzhammergleich etwas zu vermitteln versucht: Die mit den kalten Fischen (und später mit "es naseweist"), die es nicht schaffen im Chaos der Ideenwelt durch Fantasie und Spiel etwas völlig neues zu erfinden (oder es in Texten anderer zu erkennen) werden hier als ernste Besserwisser die nach Struktur streben, anstatt in der Idee aufzugehen, benannt.
Dadurch entsteht meinem Empfinden nach ein Ungleichgewicht im Text, da ich hier eine starke Wertung herauslese. Der Autor wertet über die ernsten Besserwisser, anstatt die Tatsache so zu umschreiben, dass der Leser diese Wertung (wenn er denn will) selbst vornehmen kann und das führt dazu, dass der Text, der, was die Formatierung betrifft, eine gelungene Magma-Struktur aufweist, letztendlich nur die Meinung des Autors widerspiegelt* und völlig unabhängig davon, ob ich die Meinung teile oder nicht, interessiert mich das Geschriebene ab dem Zeitpunkt nicht mehr.
Alles in allem: es gibt, für meine Ansprüche, zu wenig Geheimnis in diesem Gedicht – zu viel Meinung, die sich mir aufzudrängen versucht und ich bilde mir sehr gerne meine eigene Meinung, weil alles andere kann ich in der Zeitung lesen (Leserbriefe oder Kolumnen), oder ich lese Diskussionen und/oder Kommentare zu Texten in diesem Forum. Laughing
Der Schluss, der in mir folgende Frage aufwirft: Ist es überhaupt nötig die Idee in eine Form zu bringen? schafft es auch nicht mehr, mich für das Gedicht als Gesamtes zu begeistern.

*Die Meinung des Autors spielt im kreativen Schaffensprozess selbstverständlich auch eine Rolle, sollte aber subtil mitschwingen und nicht belehrend wirken - denn der "ungezogene" Leser lässt sich nicht gerne belehren.
Ich bin ein Freund der Provokation (in der Kunst). Dein Langgedicht könnte provozieren, tut es aber nicht, weil es ihm hierfür an Subtilität fehlt. Es ist eher eins zum Abnicken für diejenigen, die (gedankenlos) zustimmen, oder zum Kopfschütteln für alle, die selber denken wollen. Zum Toben bringt das wohl keinen und das finde ich schade, weil Provokation gerade bei diesem Thema gefragt wäre und das Thema an sich finde ich absolut spannend.

Wegen der Liebe zum Chaos, die in diesem Gedicht deutlich wird, bekommst du ein Pünktchen.
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichBestseller-Autor


Beiträge: 4766
Wohnort: Irland
Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 21/02/2017 23:53    Titel: Antworten mit Zitat

ch werde nicht genug Zeit haben, mich eingehend mit den Texten dieses Wettbewerbs auseinanderzusetzen.

Deswegen beschränke ich mich darauf, wie ich auf Geschildertes reagiere, und auf Relation von Inhalt und Formatierung.

hmmmmmm?
Dieses Gedicht scheint mir zu lang in Relation zu dem, was es mir mitteilt.
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gold
Geschlecht:weiblichBestseller-Autor

Alter: 64
Beiträge: 4646
Wohnort: ebenda
DSFo-Sponsor Ei 10


BeitragVerfasst am: 22/02/2017 06:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo long Johnson,

dein text gewinnt, wenn man ihn immer und immer wieder liest und das laut.
Dann kann man die Eruption so richtig nach deinem Drehbuch inszenieren.

Interessant!


LG gold

Edit: Leider gefällt mir der Titel nicht. Ich finde ihn irgendwie gewollt komisch.


_________________
Weißt du, was mein Leben will,
hast du es schon verstanden?
Wie eine Welle im Morgenmeer
will es, rauschend und muschelschwer,
an deiner Seele landen. Rainer Maria...



bin schon mit Demenz zur Welt gekommen und diese hat mir das nie verziehen...

der Satz macht den Tag (moi)
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Terhoven
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 236



BeitragVerfasst am: 22/02/2017 20:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hier hab ich dem Titel nach etwas völlig anderes erwartet. Ein Mundartgedicht etwa.

Lieblingswörter: "Vakua" und "es naseweist", sehr schön, beide.
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HerbertH
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 554
Wohnort: terra sol III


BeitragVerfasst am: 23/02/2017 22:21    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Mag ma dasss ??wink


Kann man das durch(vor)lesen verbessern?
Wink


_________________
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© herberth - all rights reserved
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Lorraine
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 566
Wohnort: France
Das goldene Stundenglas Ei 10
Pokapro 2016


BeitragVerfasst am: 24/02/2017 23:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Es wurden ganz bewusst keine inhaltlichen Vorgaben zum Thema gegeben, mit der »Struktur eines Magmas« sollte sich formal auseinandergesetzt werden. »Ein Magma ist e i n Magma«, hieß es, mir bleibt also beim Lesen eines jeden Gedichts, zu schauen: wie setzt sich dieses hier zusammen, was ist für mich erkennbar, welche Motive sind eingeschmolzen, gibt es Verhärtungen, wieder Aufgelöstes, Hinweise auf hohen Druck oder beginnende Erkaltung? Ist es Magma, das auf einen Aufbruch aus ist, oder wird es, im Gegenteil, dort wo es sich befindet, bleiben, immer neu verschmelzend, einem zähen, langanhaltenden Prozess unter hohem Druck zwar unterworfen, aber nicht zu einem aus der Tiefe an die Oberfläche gelangenden Streben, zu keiner Richtung gezwungen?

Formales in der Lyrik, vielleicht noch speziell in einem Langgedicht, das heißt für mich: Was für sprachliche Mittel, welche Art von Figuren werden eingesetzt: Wort- und Klangfiguren; Symbole, Vergleiche, Metaphern, also Tropen im weiteren Sinn; Satzfiguren?
Wie wirkt auf mich – und das ist in diesem Wettbewerb auffällig oft zur Anwendung gelangt – all das, was der konkreten Poesie entliehen ist? Vereinfacht ausgedrückt wäre meine Frage an die Texte, wie oder wodurch im Einzelnen visuell ausgedrückt werden sollte, was Sprache allein nicht hat leisten können; erhält dieser oder jener Text einen Mehrwert durch eine vollständige oder teilweise Gestaltung als eine Art Piktogramm?

Wie funktioniert An- oder Abwesenheit der Sprache und gibt es da einen Widerspruch zu dem, was gerade ein Langgedicht kann oder könnte, nämlich die Sprache aus ihrer Verknappung zu entlassen, ihr Gelegenheit zu geben, innerhalb eines Textes auf jegliche Einschränkung zu verzichten (eine, die in anderen, kürzeren Gedichtformen für einen Verfasser keine Einschränkung darstellt)? Ein Verzicht, der das Langgedicht vielleicht seiner Möglichkeiten beraubt?
Gibt es unter den vorliegenden Texten einen oder mehrere, die eine (in meinen Augen) gelungene Kombination versuchen?

Was ich hier vorausschicke, sollte dazu dienen, mir klar zu werden, unter welchen Aspekten ich versuchen kann, mich nicht ausschließlich über ein Gefallen/Nicht-Gefallen zu nähern. Und wenn es schon um ein Beurteilen gehen sollte, wollte ich jedem Text möglichst »vorurteilsfrei« begegnen, soweit das überhaupt ginge, angesichts meines inzwischen recht ausgeprägten »Eigensinns«, was die Rezeption von Lyrik und gerade auch die Erwartungen an längere Texte angeht. Was ich zu den einzelnen Texten zu sagen habe, kann immer nur der Versuch sein, mein Lesen zu beschreiben – ich wehre mich dagegen, einem Gedicht ungefragt Veränderungen oder gar Verbesserungen vorzuschlagen, so etwas ist Sache des Verfassers, dem es vorbehalten bleibt, seinen Text so oft und so lange neu zu bedenken, bis er in ihm ein zufriedenstellendes Maß an Qualität zu finden glaubt.



Zu: wossn dossss

Hmmm, jain ... eine Blubberblase, und drumherum so ein Summen und Zischen wie von einem Hinhören auf langgezogene Klänge, ein Zergehen-Lassen der Wörter, Schmelze?
Gleichzeitig ... kommt der Verdacht auf, es werde hier eine mögliche Kritik vorweggenommen, überhaupt sich über Wortklauberei und Sinnsuche mokiert, was ein zweischneidig' Ding ist.

Zitat:
es brodelt

nagt an allem festen
löst es auf


Das Magmatische daran: Beschreiben oder benennen, wie Zweifel am Gehalt von Geschriebenem schwer zu fassen sind, sich wieder zerstreuen, das Instabile eines Urteils einerseits zu akzeptieren - andererseits nach Strukturen zu forschen, sich nicht blenden zu lassen und man müsste sich ja fallen lassen, sich einlassen, aber das

Zitat:
schmmmmmeißt mit teilen
bis es kracht
reißt ammm ganzen
und den binde gliedern
zerfleischt sich
und den sinn


bleibt ohnehin folgenlos?

Mir scheint, da will jemand über dem stehen (bleiben), was passieren könnte - dazu braucht es ... Arroganz?


Zitat:
die ernsten
die bedenklichen
die nichts dem zufall überlassen
die rubrizieren redigieren
die nach rubikon gieren
die halte brauchen an strukturen
die nichts spontan versuchen
die sich fürchten vor der chaoschose
die alles planen mmmmmmüssen


... wobei "die nach rubikon gieren" ziemlich herausfällt, erstens rhythmisch (was nach unfreiwillig aussieht, v.a. wenn man die dahinter liegende Redensart miteinbezieht und das Überschreiten-Wollen nicht so ganz glaubt - denn was nach Kritik aussieht, hält einer kritischen Auseinandersetzung schnell mal selbst nicht stand, mir geht es hier jedenfalls so) und na ja, das "Rubrizieren" ... will der Text mit Glühmaterial werfen, um von sich selbst abzulenken? Nimmt er dem Lesenden das (kritische) Wort aus dem Mund?

Und dann:

Zitat:
so nehmt euch
essssssss

das rätsel dieser zeilen
doch stempelt es nur nichhhhht!
weil es so gleich
zerplatzt
der seifenblase gleich



(Wieder) eine Art Gebrauchsanleitung, die mitgeliefert wird ... kurz vor Schluss dann noch ein Uralt-Wortspiel mit NeuAnstrich

Zitat:
die farbenspielend schillert
ganz goethensssss lehre gleich


... MagmaBlubbern, Gas- und Seifenblasen: Mir kommt vor, als wäre nicht arg viel Zeit gewesen, sich dem Text zu widmen, "es" ist drin, irgendein es ist übrigens immer auffindbar. Das klingt verreissender, als es gemeint ist.

Zitat:
und erdbeerfelder

wo alle sich selbst -
die besten früchte

suchen
und jubilieren
bei den süßen naschereien


Was ist eigentlich dagegen zu sagen? Vielleicht nur: Lesen und lesen lassen - aber in "mitteilen" steckt halt auch "teilen" - und ich gehe immer davon aus, dass ein Text, der mit anderen geteilt wird, etwas vom Besten ist, was der Verfasser mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln schreiben konnte. Vielleicht stört mich dieses Dirigierende im Ton hier, gleichzeitig ... so ganz verfehlen die "Sphären voller Stinkegase" ihren Zweck nicht: ich halte Abstand und denke am Ende: Zuviel gesucht, Ziel verfehlt und reingefallen?

Grüsse,

Lorraine
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Jenni
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 3429

Das goldene Aufbruchstück Ei 10
Ei 9


BeitragVerfasst am: 25/02/2017 00:14    Titel: Antworten mit Zitat

Wossn dosss? Ein Gedicht, aber was fehlt ist der Sinn, wer erkennt’s. Und da ist auch noch eine bunte Formatierung, deren Sinn erschließt sich mir ebenso wenig. Mmmmm. Aber das Gedicht weiß um seine Bedeutungslosigkeit, wagt es sogar arrogant auf mich herabzublicken, auf mich unwürdige Leserin, die nach einem Sinn sucht, immer einem Plan folgen will, sich gar vor der Chaoschose (schönes Wort!) fürchtet. Das sei ein Witz, den eben nicht jeder verstehe. Ein Rätsel ohne Lösung. Das gefällt mir nicht, so herumgeführt zu werden, da sagt das Gedicht, ich würde mich nur immer an Strukturen festhalten wollen, es sei jedoch eine Seifenblase und - platzt. Bevor es mich erreichen kann, leider. Nicht mein Humor. Nicht ganz.
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poetnick
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 91
Beiträge: 232
Wohnort: Möglichkeiten


BeitragVerfasst am: 26/02/2017 10:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Autor,

bin hier nicht so recht eines magmatischen Prozesses teilhaftig geworden.
Das mag mal an meiner Rezeption liegen. Punkte habe ich einen vergeben.

Ich danke für Deinen Beitrag!

Liebe Grüsse - Poetnick


_________________
Wortlos ging er hinein,
schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
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albaa
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 143



BeitragVerfasst am: 26/02/2017 19:47    Titel: Antworten mit Zitat

Sorry, ich bin mit dem Kommentieren nicht fertig geworden bzw. nicht damit zufrieden gewesen. Mit dem Bepunkten bin ich teilweise auch nicht ganz glücklich (nur bei meinem Favoriten bin ich ganz sicher, schon bei Platz zwei und drei hab ich mehr oder weniger zwischen zwei Texten gewürfelt, die mir beide eigentlich gleich gut gefielen). Vielleicht liegt meine Unsicherheit auch daran, dass ich mich bei dieser Langdings-Schwurbel-Form auch nicht wirklich wohl fühle - weder als Schreiber (ich habs einfach einmal versucht) noch als Leser (beim überwiegenden Teil der Beiträge zumindest). Als Teilnehmer muss ich aber wohl auch Punkte vergeben. Ich habe mich wirklich bemüht und immer wieder gelesen. Also tut mir leid, falls sich jemand ungerecht bepunktet fühlt.

Lieben Gruß
albaa
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HerbertH
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 554
Wohnort: terra sol III


BeitragVerfasst am: 26/02/2017 20:51    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Also erstmal vielen Dank für alle, die gewertet und kommentiert haben.

Leider ist auf die Lösung des mir vorschwebenden Rätsels keiner gekommen, was sicherlich eine Schwäche des Gedichtes ist.

Für mich überraschend wurde dem Text Arroganz vorgeworfen, oder dass er  belehrend wirke. Das war sicher nicht von mir intendiert.

Angesichts der wirklich vielen guten Beiträge in diesem Wettbewerb waren das wohl KO-Kriterien.
sad

Ich wollte partout nicht zu einer der sich aufdrängenden Lösungen greifen, wie zum Beispiel "Liebe" .... smile

Ich denke, es macht keinen Sinn, die Lösung noch zurückzuhalten:

Gesucht war die - Phantasie, die sicherlich magmatisch ist.


_________________
schiefwinklig ist eine kunst
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