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Knospenfreude


 

 
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Yaouoay
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 16
Beiträge: 245
Wohnort: Brexxen


BeitragVerfasst am: 27.12.2017 20:00    Titel: Knospenfreude eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Knospenfreude

Oh, all meine Lieben. Mein Junge Sascha mit Jana. Meine Enkeltöchter Ania und Jojo. Ihre kleine Hand ist kühler als meine. Saschas Augen sind feucht. Warum auch nicht?
„Reich mir doch bitte das Wasserglas.“ Erstaunlich, wie schwach meine Stimme klingt, aber wie rasch ich den Becher bekomme. Mein Lieblingsglas. Aus Portugal. Oh, das Gefühl, wie es kühl und feucht die Dürre aus meiner Kehle spült.
Meine Tochter Elke ist immer so zurückhaltend, fast hätt ich sie wieder vergessen.
Oh, meine fünf Lieben. Um mich herum versammelt, die Sechste schenkt mir ihr letztes Lächeln aus einem Foto heraus.
„Wie fühlst du dich, Papa?“ Elkes Stimme klingt so erstickt.
„Ich fühl mich großartig.“ Krächzen tu ich, wie ein waschechter Greis. Dann rücke ich meinen Hintern auf dem weichen Bett zurecht und schließe die Augen. Jojo drückt meine Hand.

Halleluja! Was für ein Licht. Was für ein Gefühl. Was für eine Wärme. Es gibt keinen Raum, keine Stofflichkeit, keinen Grund. Nur strahlende Luft und die Idee von Zeit.
Und mich.
Wen? Bin ich das Zentrum? Bin ich alles? Bin ich das Licht? Da ist etwas, irgendwo schwebt mein Selbst. Gerade so, dass ich es durch den schillernden Dunst nicht erkennen kann. Ein Gedanke nur, so fein und zerbrechlich … wie ich.
Nein, um Gottes Willen, was ist es? Wer bin ich? Ich muss doch … irgendwie … Als stünde es mir auf die Stirn geschrieben und ich könnts nicht sehen.
Halt. Bitte was? Stirn? Woher kommt nur dieser absurde Gedanke? Und dieses Bild … Als würde sich etwas im Dunste spiegeln. Rund vielleicht? Nein, es ist schon wieder weg. Komisch.
Hm. Vielleicht nicht so wichtig. Nur ein albernes Hirngespinst. Hirn? Hm.
Irgendwas ist da, ich komm drauf zurück.
Ganz schön abgeschweift. Dabei ist es hier doch ganz wunderbar. Mmmmm.
Wohlgefühl.
Wonne.
Wärme.
Mmmmm.
Hm. Zündet irgendwie nicht. Dieses hartnäckige „da ist doch was“. Wie ein Juckreiz, den man nicht findet. Dieses Etwas hinter dem Licht. Da ist nicht nur Leere. Da ist etwas. Etwas. Hm.
Grrrng. Ich erkenn einfach nichts. Schemen vielleicht, bild ich mir wohl ein. Quatsch. Und Geräusche. Oder? Psst.

Ja, irgendein Schreien. Ein Jammern. Och, die Arme, die da wimmert und kämpft!
Wer ist das? Ich kenn die doch. Also gibt es noch mehr Wesen. Wenn da wer schreien kann, und ich bin das nicht.
Da! Ist da nicht noch ein zweites Stimmlein?
Waaäääaaahhhh– stopp!
Stille. Mmmmm.

Hm. Jetzt hör ich gar nichts mehr. Schade.

Gott, ist das leise! Es poltert förmlich, so still ist es. Oder? Da klingt etwas. Fröhlich. ^^ Ein glucksendes Lachen, wie niedlich. Es hallt in mir wider und wächst heran zu einem Knabengelächter. Den kenn ich doch, der da lacht? Ja, ganz sicher! Wie komme ich drauf? Egal!
Und dort! Der Nebel lichtet sich, das Gleißen wird schwächer … grün. So viel grün, und blau. Es duftet frisch und saftig – nach Gras! Ja, das ist es, worauf der Bube da rennt: Gras, eine Wiese. Woher kenn ich den Burschen?
Fffffhhhhww– weiß! Alles weg. Hm. Wie hängt das mit dem Schreien zusammen? Egal, die Schau geht weiter …
Plätschern. Ein Wasserfall? Nein, Applaus! Händeklatschen. Ein Kind auf einer Bühne, nass bis auf die Knochen von Schweiß. Ein Fetzen Papier mit einem kindischen Gedicht in den Händen. Hm.

Daran erinnere ich mich! Das war aufregend. An einer Schule … irgendwie. Jetzt verblasst die Erinnerung. Wie Wasser, das man in hohlen Händen hält. Was ist Schule genau? …
Und wieder rauscht die Stille in meinen Ohren wie ein Ozean.
Rschh …
Rschhh …
Rschhhh …
Moment mal! Es sind Wellen, die da rauschen. Möwen kreischen ab und zu, aber keine anderen Menschen. Nur zwei emporragende, sandige Füße sind da, hinter denen Wellen den Strand emporkriechen und sich spielerisch wieder zurückfallen lassen.
Das ist es: Menschen! Ich bin ein Mensch mit einem Körper. Körper? Der hat zum Beispiel eine Stirn … Wie konnt ich das nur vergessen? Und Zehen. Meine Zehen? Und meine Augen, die sinnend über den mageren Körper hinweg darauf schauen?
Ja, das ist es! Und in der siebten Klasse der Lyrikwettbewerb, und später noch mehr. Bis ich irgendwann eine Geschichte schrieb und schließlich das gedruckte Buch in Händen hielt. Ich. Hm.

Klasse. Jetzt weiß ich schon ein bisschen mehr. Aber was mache ich hier? Und wo ist „hier“? Und überhaupt, was soll diese ganze Geheimnistuerei? Ein Blödsinn ist das!
Oder? Macht irgendwie auch Spaß … Was wohl als Nächstes kommt?
Ein Gesicht. Mann, was für ein Mädel! Warum spreche ich sie nicht an? Frag sie, ob sie nicht auch findet, dass ich zu ihr passe? Feigling.
Und dann kommt ein Bild nach dem andern.
Streit mit dickköpfigen Lehrern.
Ein Fahrradunfall, der meinem Bein fast das Leben gekostet hätte.
Anschmachten aus der Ferne, erbärmlich auf eine Krücke gestützt.
Ich hocke zuhause am Schreibtisch und schreibe Geschichten und Gedichte, draußen scheint die Sonne.
Meine Mutter scheucht mich hinaus und ich humple eine Runde um den Block.
Ich bin im Krankenhaus und sehe das erste Mal einen Toten.
Tod. Der Dunst wird trübe und ich starre zerstreut auf vage Formen. Tod. Das ist die Antwort. Worauf? Keinen Schimmer, aber es ist diejenige welche, einzigste Antwort! Kein Zweifel.
Hhhh. Die Flauheit – Fläue ^^ – verdunstet, sowie sich der Nebel lichtet.
Uiuiui! Na endlich! Sie ist direkt vor mir und schließt die Augen. Uiuiui, ist das aufregend! Es wird dunkel. Was passiert jetzt?
Mmmmm. Wärme. Sie strömt von den Lippen aus durch meinen ganzen Körper! Oder kann man das Körper nennen, was hier als Ich im Nirgendwo wabert? Egal.
Ich öffne die Augen wieder und sie strahlt mich an.
Und sie strahlt noch durch den Dunst, der aufzieht …
Wie nennt man, was ich sehe? Die ganzen Bilder im farblosen Schleier, die flirrenden Gefühle und Geräusche … Gedanken sind es wohl. Ich denke also bin ich. Guter Spruch! Muss ich mir merken.
Wow! Ein Hund, das ist ja spitze. Ich bin sechzehn Jahre alt geworden und mein neuer Hund ist der Inbegriff von Hundlichkeit. Ich freu mich so.
Doch etwas trübt die Erinnerung (genau, so nennt sich das!). Der Bube ist ahnungslos, aber wo ich den Hund so sehe … Da stimmt was nicht.
Einen Monat später stirbt er. Überfahren. Dann: die schrecklichsten Wochen meines Lebens.

Grau. Trostlos. Regenwolken in Kopf und Herz, trotz Sommerferien. Nie wieder einen Hund! Schnüff.

Endlich wieder Schule! Endlich wieder Sina! Sonnenstrahlen durchbrechen die düsteren Wolken.
Mmmmm. Ja. So lässts sich aushalten. In ihren Armen.

Eine Party bei Sina, ihr Geburtstag. Fremde Menschenmassen drängen sich um einen Tisch mit Cola und Bier, gehetzte Musik, diffuses Licht, stickige Luft. Nicht mit mir!
Am nächsten Tag schimpft sie mit mir. Das ist es mir wert. In der Nacht vertragen wir uns wieder.

Nebel zieht auf. Ruhige Jahre. Prüfungen. Studium. Trennung. Neue Liebschaften. Nichts Besonderes. Nur einmal sehe ich eine Erinnerung länger als einen Augenblick:
Ich, wie ich an einem Joint ziehe. Alkohol intus. Chillige Party unter Kumpels. Ich kotze.

Nebel lichtet sich. Meine Autotür knallt hinter mir zu. Ich stehe im unromantischsten Gebäude des erforschten Universums. Es stinkt, es ist grau, es ist laut. Und dort drüben steht die Frau meines Lebens. Telefoniert. Ihr erregend selbstbestimmtes Geplauder hallt im Parkhaus wider.

„Ich bin schwanger.“ Oh, diese Wonne! Nur über dieses Gefühl würde ich ein ganzes Buch schreiben. Knospenfreude.

Schreie. Och, die Arme, die da wimmert und kämpft! Arme Klara. Sterile Wände, beißend saubere Luft. Klara gebiert Elke, unser erstes Kind. Mmmmm.

Waldgrüne Weiten. Elke ist zwölf, sie angelt mit mir an einem schwedischen See. Der Duft von Köttbullar weht vom Blockhaus herüber. Klara ruft uns. Ihr kugelrunder Bauch wölbt sich in der Abendsonne.

Sascha wird geboren.

Ich gehe in Rente.

Wir bekommen Enkel.

Klara stirbt.

Ja, und ich sterbe. Natürlich.
Den letzten Teil meines Lebens beobachte ich ganz nüchtern. Ich erinnere mich an alles. Und ich bin hier, weil ich tot bin. Hier endet meine Reise. Meine Vergangenheit liegt vor mir wie das Drehbuch eines Films. Abgeschlossen. Mit Ecken und Kanten, aber rund wie der Erdball. Jede Entscheidung, die ich je getroffen habe, liegt als Kissen unter mir und trägt dazu bei, dass ich vollkommen zufrieden bin.
Zufrieden. In Frieden.
Ende.

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holg
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Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 08.01.2018 18:07    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
aber es ist diejenige welche, einzigste Antwort!
Einzig hat keinen Superlativ. Nicht mal einen Komparativ.
 
Sonst: auf den ersten Blick eine nette Idee, Das Leben zieht vor dem inneren Auge eines sterbenden vorbei.

Die sprachlichen Mittel sind eher einfach. Ein bisschen Lautmalerei, sonst ist alles sehr konkret, sehr geordnet, am Ende gar chronologisch. Dann der letzte Abschnitt. Dieses klare Fazit, das passt mMn gar nicht.

Hätte mir ein wenig mehr Mut gewünscht. Klar funktioniert das Gedächtnis hauptsächlich bildlich (und ich lese zum Teil schöne Bilder) oder begrifflich. Aber nicht chronologisch. Eher Assoziativ. Und da hätte läge mMn die Chance für diesen Text.


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RememberDecember59
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BeitragVerfasst am: 08.01.2018 19:54    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Verfasser/in,
das ist leider einer der Texte, die mir weniger gut gefallen haben, und zwar weil ich die ganze Szene – alter Mann liegt im Sterben und sieht sein Leben noch einmal an sich vorbeiziehen – ein bisschen klischeehaft finde. Er erinnert sich an alle seine Lieben, auch an die verstorbene Frau, und stirbt dann in Frieden. Viel angekommen ist da bei mir irgendwie nicht. Ich konnte mir auch noch nie vorstellen, dass die letzten Momente des Lebens bei manchen Menschen wirklich so ablaufen, obwohl ich es jedem wünschen würde. Aber mir fehlt in der Schilderung völlig die körperliche Komponente, das Aufbäumen, die Angst.
Das Thema finde ich dagegen gut getroffen, das Motto, hm, so naja.

***

Nach dem Lesen und Kommentieren der anderen Texte habe ich mich dazu entschieden, keine Punkte zu geben.


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Bartimäus: "...-was ist das?"
Kobold: "Hätte mich das jemand anders gefragt, o Herr, der ihr Schrecklich und Unübertrefflich seid, hätte ich ihn einen Dummkopf genannt, bei Euch jedoch ist diese Frage ein Zeichen jener entwaffnenden Schlichtheit, welche der Born aller Tugend ist. ..."

Bartimäus I (Jonathan Stroud)
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Municat
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BeitragVerfasst am: 09.01.2018 17:35    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Autor smile

Der Moment des Todes ... die große, endgültige Stille und Leere. Klar, dass das zu dem gestellten Thema passt. Viele Schriftsteller haben schon versucht, diesen Augenblick (oder eben Augen-nicht-mehr-Blick ... oder eben Augen-wieder-Blick) einzufangen. Oft werden diese Ausführungen dann sehr pathetisch und rührselig - oder bleiben viel zu distanziert und gefühllos. Es wirklich schwer, da einen passenden Ton zu finden. Phasenweise (besonders in dem Übergangsteil, wo sich der Sterbende noch nicht sicher ist, was da gerade passiert) ist Dir das richtig gut gelungen, finde ich. Der Wechsel zwischen der Situation an sich, den Empfindungen dazu und dem Versuch, das (nach)-erlebte einzuordnen, ist frisch und ehrlich. Da nehme ich Dir jedes einzelne Wort ab, muss mit dem Altern Herrn schmunzeln, weinen und grummeln.

Gegen Ende kommt mir vieles dann eher wie ein Abgesang vor, den einer der Hinterbliebenen für ihn geschrieben haben könne. An einigen Stellen habe ich den Eindruck, dass niemand so distanziert, zusammenfassend ... oder einfach nur in diesen Worten ... denken würde.  Zum Beispiel
Zitat:
Neue Liebschaften. Nichts Besonderes.
Zitat:
Klara gebiert Elke, unser erstes Kind.


Der letzte Absatz ist dann ein komplett sachliches über-sich-selbst-schreiben. Der nüchterne Schluss-Satz einer Zusammenfassung. Wie die Aussage bei einer Beerdigung: "Er kann auf ein erfülltes Leben zurückblicken." Ich bin mir ziemlich sicher, dass Du genau das wolltest, also ist es für Dich auch genau so richtig. Mir persönlich gefällt er nicht. Wobei ich die letzten 4 Worte dann wieder klasse finde.

Insgesamt würde ich sagen, Du hast ein schwieriges Thema ziemlich stark umgesetzt.

Punkte vergebe ich erst, wenn ich alle Texte bewertet habe.


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Gräme dich nicht, weil der Rosenbusch Dornen hat, sondern freue dich, weil der Dornbusch Rosen trägt smile
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hobbes
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BeitragVerfasst am: 10.01.2018 14:35    Titel: Antworten mit Zitat

Nicht meins. Ein Lebensrückblick, der großteils als Aufzählung daherkommt, mit allerhand in den Raum geworfenen Fragen, die wichtig tun, mich aber genausowenig erreichen wie die Geschichte selbst bzw. die Figur dahinter. Das wenige, was mich erreicht von dieser Figur, das ist mir noch dazu eher unsympathisch bzw. kommt in einem Humor daher, den ich nicht teile.
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Literättin
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BeitragVerfasst am: 11.01.2018 16:58    Titel: Antworten mit Zitat

Dieser Text ist mir sprachlich zu einfach so herunter geschrieben. Kein literarischer Bewusstseinsstrom, eher ein ... tja, was eigentlich?


Ein quasselig-leutseliger Gedankenstrom. Mit etwas beduseltem Pathos. Vielleicht sogar nicht ohne Humor, aber nichts für mich. Zu viele Kinder, Enkel, Namen und zu viel chronologisch bestichwortete Familiengeschichte. Und eigentlich ist schon zu Beginn klar, dass wer auch immer sich das alles wie im Rausch vergegenwärtigt, ein Sterbender ist.

Literarisch aufbereitet hätte da mehr draus werden können. So erscheint es wie eine Notizsammlung, eine Art Rohfassung in Stichwortsätzen. Aber selbst hier hätte ich die ganzen Soundwords gestrichen. Die lesen sich echt nicht gut:

Zitat:
Mmmmm.
Hm. Zündet irgendwie nicht. Dieses hartnäckige „da ist doch was“. Wie ein Juckreiz, den man nicht findet. Dieses Etwas hinter dem Licht. Da ist nicht nur Leere. Da ist etwas. Etwas. Hm.
Grrrng. Ich erkenn einfach nichts. Schemen vielleicht, bild ich mir wohl ein. Quatsch. Und Geräusche. Oder? Psst.

Ja, irgendein Schreien. Ein Jammern. Och, die Arme, die da wimmert und kämpft!
Wer ist das? Ich kenn die doch. Also gibt es noch mehr Wesen. Wenn da wer schreien kann, und ich bin das nicht.
Da! Ist da nicht noch ein zweites Stimmlein?
Waaäääaaahhhh– stopp!
Stille. Mmmmm.


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- John Lennon -
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jaeani
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Beiträge: 64



BeitragVerfasst am: 11.01.2018 20:53    Titel: Antworten mit Zitat

neutraler Kommentar
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d.frank
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BeitragVerfasst am: 13.01.2018 19:18    Titel: Antworten mit Zitat

Ein gelebtes Leben besteht aus Erinnerungen. Nicht mehr und nicht weniger sagt der Text, mit nicht mehr und nicht weniger als einfachen Worten. Der Autor hat zwar versucht, das Ganze ein bisschen einzunebeln, aber das nicht unbedingt sehr gekonnt und auch nicht so, dass sich für mich ein Effekt darin verstecken würde. Angesichts eines Wettbewerbs für Schriftstellerei, verkommt die Nennung eines Schriftstellerlebens fast zur unfreiwilligen Komik und auch dieser Satz:

Zitat:
Ein Fahrradunfall, der meinem Bein fast das Leben gekostet hätte.
,

selbst, wenn ich ihn aus dem Zerfasern des Körpers heraus lese, kratzt für mich nah an unfreiwilliger Komik. Auch wenn das hart klingt und nur meine persönliche Meinung darstellt, ist der Autor noch nicht so weit, wie sein alter Ego es sich hier ausmalt oder erinnert. Aber das kann ja noch werden.


_________________
Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: Vielmehr ist sie eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf.
*Arthur Schopenhauer
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Angst
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Beiträge: 1672



BeitragVerfasst am: 14.01.2018 14:50    Titel: Antworten mit Zitat

Dieser Beitrag sagt mir nicht zu.
Er erzählt von einem Mann, der im Sterben liegt.
Und sich zurück erinnert an sein Leben.
Mir ist das zu direkt. Einige Wendungen scheinen mir abgenutzt. Beispiele:
"Sonnenstrahlen durchbrechen die düsteren Wolken."
"Oh, diese Wonne!"
"Meine Vergangenheit liegt vor mir wie das Drehbuch eines Films."
Und einen Text mit "Ende" zu beenden ist etwas fraglich.
Am besten Gefällt mir der Satz: "Ihr erregend selbstbestimmtes Geplauder hallt im Parkhaus wider." Den find ich schön.
Ansonsten bemühst du hier einen Prototyp, der mir nichts Neues gibt.
Tut mir leid.

0 Punkte.


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»Das Paradox ist die Leidenschaft des Gedankens.«
— Søren Kierkegaard, Philosophische Brosamen,
München: Deutscher Taschenbuch Verlag, S. 48.
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Heidi
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Alter: 37
Beiträge: 833
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 14.01.2018 21:03    Titel: Antworten mit Zitat

Einen Lebensrückblick als Thema zu verarbeiten, also über einen Menschen zu schreiben, der gerade von dieser Welt in eine andere gleitet, ist auf alle Fälle eine spannende Sache.
Der Text ist linear geschrieben, es gibt keine Wortspielerein, keine lyrischen Elemente, er erzählt sich wie eine Geschichte. Geschrieben ist er gut, was mir aber fehlt ist inhaltliche Tiefe. Das fängt mit der Harmonie an, die über dem Text schwebt. Der Tod an sich, klar, von Menschen, die ein Nahtoderlebnis hatten, wird diese unglaubliche Harmonie beschrieben, die sie empfanden während sie "weg" waren, die ihnen später dann auch oftmals die Angst vor dem Tod nimmt. Ich meine aber eher die Harmonie, die diese Seele in dem Rückblick durchlebt. Ein ganzes Leben aufzuzeichnen ist keine leichte Sache, also allen Aspekten, die ein Leben beinhaltet, gerecht zu werden. Zwar deutest du Streit an, schlechte Partyerlebnisse usw. aber das alles kratzt zu sehr an der Oberfläche. Übrig bleibt ein fluffiges, verherrlichendes Bild von einer Sache, die fast alle Menschen nicht kennen.
Im Grunde ist mir der Text zu brav, er bricht keine Regeln, er gleitet von einem Lebensabschnitt zum nächsten und am Ende sehe ich nur noch rosa. Dazu kommt noch, dass der Tote recht "sinnlich" dargestellt wird. Als hätte er noch einen Körper. Ich versuche mir mal vorzustellen, wie es wäre, wenn ich gerade jetzt keinen Körper hätte, dann würde ich vermutlich anders Denken, als ich es jetzt tue; ich hätte dann ja auch kein Hirn mehr. Die Dinge, die ich sehe, sehe ich dann vielleicht anders. So ganz ohne Augen. Vielleicht handelt es sich "im Körperlosen" vielmehr um ein Empfinden, das einen Menschen "durchstörmt". Wissen kann ich es nicht; es sind nur Gedanken, die mir gerade durch den Kopf schießen.
Ich denke, ein unkonventioneller Ansatz mit surrealen Elementen wäre durchaus spannend für dieses Thema. Und auch passender. So in der Form wirkt der Tote aufgesetzt, ich nehme ihm nicht ab, dass er tatsächlich tot ist.

Leider keine Punkte.
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femme-fatale233
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Beiträge: 2023
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Das Bronzene Pfand


BeitragVerfasst am: 14.01.2018 21:11    Titel: Antworten mit Zitat

Der Flashback vor dem Tod, ein altbekanntes Thema, das hier verhandelt wird. Interessant natürlich insofern, als dass die Abwesenheit, die hier erinnert wird, die eigene Abwesenheit vorwegnimmt.

Was mich irritiert, sind drei Dinge:

1) Der Titel – Ich habe ihn im Kreislauf von Wachsen, Gedeihen und Verblühen eines Lebens gedeutet (Schwangerschaft & Tod), aber finde ihn etwas beliebig in Bezug auf den Text.

2) Die Suspense – Ich hatte das Gefühl, du versucht die Auflösung der Situation so lange wie möglich in der Schwebe zu halten, dabei war zumindest mir als Leserin sehr schnell klar, worauf das hinauslaufen wird. Das ist schade, denn hätte dein Ich das früher thematisiert, hätte es vielleicht noch die Chance gehabt, sich darüber zu ärgern, welch banaler Nonsens ihm zum Ende seines Lebens in den Sinn kommt. So wirken alle Szenen, die du beschreibst, als wären sie im Leben deiner Figur wirklich wichtig gewesen, interessant hätte ich es aber gefunden, wenn sich da hinein so Blödsinn mischt, für den man sich selbst schämt (Wie kann man nur im Angesicht des Todes so etwas denken?), zumindest wäre das für mich eine wirklich berechtigte Angst meine letzten Gedanken auf etwas total dummes zu verwenden (was vermutlich passieren wird).

3) Die Sprache – es ist davon die Rede, dass der Typ bereits Großvater sei und aufgrund der Wahl der Namen und Situationen, gehe ich davon aus, dass er auch schon eine Ecke älter ist. Dann schreibst du aber so Sachen wie "Chillige Party". Wer tatsächlich 70 + ist würde vermutlich Anglizismen vermeiden?


Was ich mochte: "mein neuer Hund ist der Inbegriff von Hundlichkeit." verdammt guter Satz! Das hätte für mich auch eine komplett eigene Geschichte eröffnen können.
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finis
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Die lange Johanne in Bronze


BeitragVerfasst am: 16.01.2018 19:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Ein gewagtes Unterfangen: ein ganzes Leben in maximal zehntausend Zeichen darzustellen.
Wie dieser einleitende Satz andeuten mag, habe ich gewisse Schwierigkeiten damit. Nicht damit, wohlgemerkt, dass Du sehr selektiv vorgehst bei Deiner Schilderung. Das liegt in der Natur der Sache. Auch nicht der summarische Stil, das finde ich nur angemessen.
Mehr die Art wie ausgewählt wurde und was dargestellt wird, das erscheint mir nämlich in sich nicht stimmig. Am Anfang begegne ich einem Mann für den es die größte Freude von allen ist, von seiner Familie umgeben zu sein, bzw. all seinen Lieben. Als sein Leben dann aber im Zeitraffer abgespielt wird, spielt gerade diese Familie quasi keine Rolle, sondern nur er und ausgerechnet seine Kindheit und Jugend. Als wären die Erlebnisse im Erwachsenenalter nicht mehr prägend genug. Auch das die Jugendliebe eine größere Rolle in dem Text spielt als die eigentliche Frau seines Lebens... das kommt mir doch etwas unlogisch vor.
Ein Teil von mir möchte auch noch anmerken, dass die schmerzhaften Erlebnisse zu wenig Raum bekommen, aber vielleicht ist man ja vor dem Tod so grundoptimistisch. Vielleicht ist es bei manchen am Ende gerade das Schöne, das zählt. Deshalb erwähne ich das nur pro forma, beziehe es aber nicht in die Wertung mit ein.
Der letzte Absatz ist mir dann ehrlich gesagt zu plakativ. Das muss erstens überhaupt nicht ausgeschrieben werden, denke ich, und zweitens nicht in so pauschalen Floskeln. Und die vollkommene Zufriedenheit mag ich dem Ich nicht abnehmen. Es mag ja sein, dass manche das besonders gut hinbekommen mit dem Leben, aber irgendetwas bereut man doch immer. Und wenn es die zu heiß gewaschene Wäsche ist.

Kurz, ich bin etwas skeptisch gegenüber Deinem Text. Ich habe ihn aber gern gelesen, und einige schöne Gedanken darin entdeckt.

LG
finis


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Schlomo
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BeitragVerfasst am: 17.01.2018 00:57    Titel: Antworten mit Zitat

WOW! Das ist ja stark! Ein Lebensflashback.

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Mathematik bringt dich besser durch Zeiten ohne Ruhe als Ruhe durch Zeiten ohne Mathematik. (Frei nach Freewheelin' Franklin )
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V.K.B.
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Goldene Gabel


BeitragVerfasst am: 17.01.2018 03:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,
hey, verdammt, genau Gedanken, die ich mir auch schon oft gemacht habe. Wie wird es sein an diesem Tag, diesem einen letzten? Friedlich abschließen, oder do not go gentle into that good night? Ich fürchte eher letzteres. Rage, rage against the dying of the light. Beruhigend, eine andere Version als Dylan Thomas zu lesen. Letzte Meme verschwinden, lösen sich auf. Lethe. Jemand hat seinen Sinn erfüllt, den biologischen jedenfalls, seine Gene weitergegeben. Gibt es überhaupt einen anderen? Gibt es überhaupt einen? Und was ist nichts? Kann es nichts geben? Emotion sagt nein, und Logik fragt, wo warst du am 20.2.1873? Oder all die Jahre davor und das Jahrhundert danach.
Nein, ich will verdrängen. Horror Vacui. Und doch– mit deiner Geschichte ist der Schrecken nicht mehr ganz so schrecklich.

Vorgaben gut umgesetzt, ist alles dabei. Relevanz? Vielleicht nicht so sehr auf der literarischen Ebene (ist schließlich nichts wirklich neues) dafür aber klar auf der emotionalen. Und das reicht schon für Punkte, denke ich.


_________________
Der Möbiusstreifen ist der beste Beweis dafür, dass Komplexität die Projektion menschlicher Kleinheitsängste ist (Nis-Momme Stockmann)

Der Dumme schwimmt mit dem Strom, der Rebell schwimmt gegenan, der Weise schwimmt ans Ufer und ruft sich ein Taxi (original VKB)
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Michel
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Beiträge: 1264
Wohnort: Südwest
Das goldene Niemandsland Der silberne Spiegel - Prosa
Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 19.01.2018 22:52    Titel: Antworten mit Zitat

Sterbender sieht sein Leben an sich vorüberziehen. Als SoC ist mir das zu strukturiert, ich sehe den Erzähler, der mir (wenig erfolgreich) suggeriert, das sei ein Bewusstseinsstrom.
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anderswolf
Geschlecht:männlichHobbyautor


Beiträge: 307



BeitragVerfasst am: 19.01.2018 23:44    Titel: Antworten mit Zitat

Ende. Vorher noch ein Halleluja und ein Licht am Ende des Tunnels, das in Wahrheit ein Projektor ist, die dazugehörige Sendung heißt "Das war Ihr Leben", und was bei Prominenten schon mäßig spannend wird, ist bei Mr. Infodump partial-abstrahiertes Klischee eines Durchschnittslebens, präsentiert als Minikrimi für den scheinbar ahnungslosen Versterbenden. Alle anderen trösten sich mit einem Ausschnitt aus dem Text: "Und überhaupt, was soll die Geheimnistuerei? Ein Blödsinn ist das!"

Der Text (noch ein Zitat) "zündet nicht", ist weder neutral noch wirklich Gedankenstrom, so denkt keiner, denkt man, vor allem nicht über das eigene Leben und die eigenen Lieben. Wer denkt, gerade auf dem Totenbett, wo jeder Gedanke der letzte sein kann und also eine besondere Hirnökonomie erforderlich zu machen scheint, wer denkt also angesichts der Enkeltöchter "Oh, meine Enkeltöchter"? Das mag man einem Unbeteiligten sagen, dem die Verwandtschaftsverhältnisse nicht kenntlich sein können, doch wenn man sich schon dazu hinreißen lässt, die Vierte Wand zum Leser zu durchbrechen, dann doch wenigstens so konsequent wie anderswo in diesem Wettbewerb, wo erst gar nicht so getan wird, als gäbe es diesen Leser nicht, der verstehen muss, wer Sascha und Jana und Anja und Jojo und Elke sind und überhaupt. Überhaupt: überhaupt! Warum sind da Hihi-Emojis, die in dem Fall ja noch nicht mal per definitionem so heißen, aber ich habe gerade kein Internet, um nachzusehen, in welche Kategorie das fällt: ^^
In einem Literaturwettbewerb haben Emojis o.ä. nur eine Berechtigung, wenn sie als textbereicherndes Stilmittel eingesetzt werden. Dazu bräuchte es aber mehr als zwei Fälle von Emoji-Nutzung. Noch dazu zerstört das die Illusion, es handele sich bei dem Erzähler des "Gedankenstrom"-Berichts tatsächlich um einen alten Mann, denn die Wahrscheinlichkeit, dass Rentner in Emojis denken, schätze ich gering ein, die zu imaginierende Alternative, das Ganze sei ein Ausflug in eine Zukunft, verbietet sich angesichts der Wahrscheinlichkeit, dass jemand, der heute ^^ benutzt, das noch tut, wenn er in 50 Jahren stirbt.

Insgesamt unbefriedigend, weil ich mir als Leser insgesamt mehr Gedanken über strukturelle als über inhaltliche Schwachstellen mache. Wenn ich dann aber über diese Hürde hinwegluge, finde ich leider auch nichts interessantes, der Protagonist ist äußerst durchschnittlich, langweilig sogar. Warum gerade dieser sich verabschiedende Geist für eine Lebenspräsentation ausgewählt wurde, erschließt sich mir nicht. Immerhin wird dem Umstand der subjektiv sich beschleunigenden Zeit Richtung Lebensende Rechnung getragen. Und schön auch folgendes:

Klara stirbt.

Ja, und ich sterbe.

Das hat eine tatsächlich so nüchterne, schicksalsergebene Fügsamkeit zum Ausdruck, dass man das Loslassen spüren kann. Das "Natürlich" ist einerseits gut da, weil es die Unausweichlichkeit verstärkt, andererseits ist es unfreiwillig komisch, weil es klingt, als ob der Herr an einem natürlichen Tod stirbt (was wahrscheinlich so ist, die Enkeltöchter werden ja wohl nicht vorzeitig zu erben sich vorbereitet haben, oder? Oder?). Erinnert mich an diesen doofen Witz:

Sind diese Blumen natürlich? - Nein, künstlich. - Dafür sehen sie aber sehr realistisch aus. Die sind wirklich künstlich? - Natürlich.
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Jenni
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 3554

Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 20.01.2018 18:49    Titel: Antworten mit Zitat

Jemand stirbt im Kreis seiner Lieben, und wie man so sagt: danach ein helles Licht und Bilder des Lebens, die wichtigsten Erinnerungen. So kann man das Thema interpretieren. Leider lese ich hier wenig individuelles, was vorhersehbare Klischees über den Tod durchbrechen würden. Die Erinnerungen: Schulzeit, erste Liebe, die "wilde Zeit", die "große Liebe", Kinder, Rente, Tod. Aber alles so: "mmmmm". Das sind keine Bilder, sondern ist eine Aufzählung eines Durchschnittslebens. Bewusstseinsstrom (wobei keine Wahrnehmungen darin auftauchen außer mmmm, aber der Mensch ist ja auch tot, kann also nichts wahrnehmen). Bilder, unübertitelte (thematisch, meine ich) Ausschnitte aus dem Nichts, die individuelle Schlüsselerfahrungen und eine persönliche Wahrnehmung widerspiegeln, damit hätte man vielleicht etwas interessantes aus deiner Idee machen können. So wie er ist, löst der Text bei mir nichts aus.
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Tjana
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BeitragVerfasst am: 20.01.2018 19:59    Titel: Antworten mit Zitat

Demenz – klasse transportiert
Leider ab Textmitte ein Wechsel der Sprechstimme. Ab hier nur noch eine arg geraffte Lebensgeschichte und am Ende zu viel Erklärung. Schade.

Bedeutung des Titels?


_________________
Wir sehnen uns nicht nach bestimmten Plätzen zurück, sondern nach Gefühlen, die sie ins uns auslösen
In der Mitte von Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten (Albert Einstein)
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poetnick
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Beiträge: 283
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BeitragVerfasst am: 21.01.2018 12:20    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, ein neutraler ‚Kommentar‘ um werten zu können; die Tiefenfülle des Materials ließ mir
keine andere Wahl.

Beste Grüße - Poetnick


_________________
Wortlos ging er hinein,
schweigend lauschte er der Stille
und kam sprachlos heraus
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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 21.01.2018 12:49    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe gerade Angst vor der Macht meiner Kritik und sorge mich um meine Urteilsfähigkeit. Deshalb an dieser Stelle kein inhaltlicher Kommentar.

Danke für deine Teilnahme am Wettbewerb.


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fehlende Quellenangabe: mein Kopf.
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