Exposé
Aus Der DSFo.de Leitfaden
Das Exposé (auch "Exposee") ist eine mehr oder minder kurze Zusammenfassung des geplanten oder geschriebenen Manuskripts. Es stellt eine wichtige Verkaufskomponente neben der Leseprobe dar.
Das Exposé wird vor allem zum Erstkontakt an eine Agentur oder an einen Verlag geschickt, um kurz und präzise über den (Kern)- Inhalt des Buches zu informieren. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass das Exposé zwar optisch ansprechend gestaltet ist (d.h. fehlerfrei, gut lesbar), jedoch nicht versucht, den Verlag von der Wortgewandtheit des Autors zu überzeugen. Es sollte möglichst nüchtern den groben Handlungsverlauf der Geschichte wiedergeben und gleichzeitig die Hauptfigur(en) kurz skizzieren. Daher ist es unter keinen Umständen mit einem Klappentext zu verwechseln, der zumeist reißerisch aufgebaut ist, um potenzielle Käufer auf den Inhalt des Buches neugierig zu machen. Der Verlag hingegen möchte in wenigen Worten den gesamten Plot (Anfang, Mittelteil, Ende) offengelegt bekommen, um daraufhin entscheiden zu können, ob die Idee in ihr Programm passt oder nicht.
Inhaltsverzeichnis |
Inhalt und Gliederung
Das Exposé besteht im wesentlichen aus vier Teilen.
- Figurenliste
- Zusammenfassung
- Leseprobe
- Hintergrundinformation
Zusammenfassung
Sie konzentriert sich auf einen oder zwei der Hauptfiguren und erzählt die Geschichte aus deren Sicht. Mehr Perspektiven sind zu vermeiden, da die Zusammenfassung sonst schnell unübersichtlich gerät. Die Zusammenfassung wird stets in der dritten Person und in der Gegenwart erzählt. Expertentipp: Die Zusammenfassung unbedingt gegenlesen lassen. Am besten, der Autor schreibt sie vor und während des Schreibens des Manuskripts.
Figurenliste
Hierher gehört der Lebenslauf der Figuren, und zwar unterteilt in Hauptfiguren, Nebenfiguren und Randfiguren. Dazu gehört Name, Alter, Aussehen, etc. Welchen Platz nimmt der Charakter innerhalb der Geschichte ein? Was will er erreichen und wie? Kurz: welcher Motivation folgt er?
Die Ausführlichkeit bei der Biographie kann je nach Wichtigkeit der Figur abebben. Die der Hauptfiguren sollten ausführlich sein, die der Nebenfiguren weniger.
Hauptfiguren:
Max M.:20 Jahre, klein, dick, mit kurzem schwarzem Haar, er will ... erreichen, weil er ... braucht.
Stefan R.:43 Jahre, blond, er will ... erreichen, weil er ...
Nebenfiguren:
Tanja M.: 45 Jahre, Mutter von Max.
Leseprobe
In der Regel werden 30 bis 50 Seiten als Normseiten des Manuskriptanfangs gewünscht. Nähere Informationen sind beim Verlag oder Agentur zu erfragen. Die Leseprobe dient vor allem zu dem Beweis, dass der Autor sein Handwerk gelernt hat in Bezug auf Stil, Sprache, Dramaturgie und Perspektive.
Hintergrundinformationen
- Genre: Welchem Genre/welchen Genres lässt sich das Buch zuordnen? Kriminalroman, Fantasy-Roman, Sachbuch, etc.
- Umfang: Wie viele Standard-Manuskriptseiten (Normseiten) umfasst das Werk?
- Kurzinhalt: Hier ein kurzer Anreißer in Form eines Klappentextes. Wenige Sätze genügen und müssen nicht das Ende offenbaren.
- Thema: Welches Thema oder Themen liegen dem Manuskript zu Grunde?
- Hintergrund, Authenizität Hier eventuell Rechercheresourcen angeben. Schildert in kurzen Sätzen, wie und in welchem Umfang ihr euch über die Thematik informiert habt, bevor/während ihr das Buch geschrieben habt.
- Motivation: Hier teilt ihr dem Verlag mit, warum ihr ausgerechnet dieses Buch geschrieben habt. Was hat euch auf die Idee gebracht? Was war ausschlaggebend, diese Idee schlussendlich auch in die Tat umzusetzen? Was verbindet euch mit dieser Geschichte? Versucht dabei, euch auf das Wesentliche zu beschränken und keine originellen Geschichten zu erfinden, um euch in einem "besseren Licht" zu präsentieren. Wahrheit ist Trumpf.
- Autor: Hier werden sachliche Angaben zum Autor gemacht. Nicht zu ausführlich, nur relevante Angaben machen. Euer Geburtsjahr, euer beruflicher Werdegang und - sofern vorhanden - eine Aufzählung bereits veröffentlichter Werke. Wer viele davon aufweisen kann, sollte sich auf eine Auswahl beschränken. Dem Begleitschreiben kann eine vollständige Liste bereits erfolgter Veröffentlichungen beigelegt werden, im Exposé sollte man sich hierzu jedoch kurz fassen.
Umfang
Oft hört man, dass das Exposé den Umfang von einer Seite nicht überschreiten dürfte. Doch selbst ein klassisches Exposé umfasst bis zu drei Seiten, und mittlerweile ist es durchaus legitim, 5-8 Seiten dafür in Anspruch zu nehmen.
Je nach Verlag kann die gewünschte Seitenanzahl für das Exposé jedoch variieren, daher sollte man sich vorab auf der verlagseigenen Homepage oder ggf. mittels eines Telefonats darüber informieren, wie viele Seiten das Exposé möglichst umfassen sollte. Ein Anruf bietet zudem den Vorteil, dass man sich im Anschreiben auf das Telefonat berufen kann, was von vornherein eine Verbindung zwischen Autor und Lektor schafft.
Quellen
- Handbuch für Autorinnen und Autoren von Ursula Uschtrin, 7. Auflage, Uschtrin Verlag, 2010

