Druckkostenzuschussverlag

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Im Gegensatz zum herkömmlichen Verlag verlangt ein Druckkostenzuschussverlag (kurz: DKZV) von einem Autoren Geld für die Veröffentlichung seines Werkes. Das bedeutet in der Realität meist, dass der Autor selbst das volle (finanzielle) Risiko der Veröffentlichung trägt. Oft kümmern solche Verlage sich nicht mehr um ihre Autoren, sobald Geld geflossen ist, sondern lassen ihre Autoren von Layout bis Marketing alles alleine machen. Daher sind DKZVs in der Verlagsbranche als »schwarze Schafe« verschrien.

Inhaltsverzeichnis

Wie erkenne ich einen Druckkostenzuschussverlag?

Druckkostenzuschussverlage schalten im Internet häufig Werbung mit Slogans wie „Autoren gesucht!“ Ein seriöser Verlag hätte dies nicht nötig, da er ohnehin genügend unverlangt eingesendete Manuskripte täglich erhält.

Des Weiteren ist es Strategie der DKZV, immer wieder zu betonen, dass unbekannte Autoren keine Chance bei den „großen Verlagen“ haben, und sie (die DKZV) Nachwuchstalente fördern wollen, ihnen „eine Chance“ geben möchten. Sendet man einem solchen Pseudoverlag sein Manuskript zu, erhält man meist schon nach wenigen Tagen eine Antwort, die voller Lob für das eigene schriftstellerische Talent ist. Mit dieser Strategie versuchen die DKZV, die angehenden Autoren, die häufig von den Absagen der echten Verlage frustriert sind, zu ködern. Dabei ist den meisten DKZV die literarische Qualität der eingesandten Mansukripte völlig egal. Sie werden zumeist nicht gelesen, die Lobeshymmnen, die der Verlag ausspricht, bestehen aus Standardfloskeln. Um gegen die Geschäftspraktiken von DKZV aufzuklären, wurden bereits Versuche durchgeführt, bei denen extrem schlechte oder sinnlose Texte an die Pseudoverlage gesendet wurden. Auch diese wurden gelobt und zur Veröffentlichung empfohlen.[1]

Weiterhin wird den angehenden Autoren vorgerechnet, wieviele Bücher sie "nur" verkaufen müssten, um die vorgelegten Kosten (bis zu fünfstellige Beträge) zu decken. Dabei wird jedoch verschwiegen, dass es ohne Werbemaßnahmen und eine Platzierung im Buchhandel sehr schwer ist, Bücher abzusetzen. Daher bleiben die Autoren meist auf ihren Kosten sitzen. Dabei werden die Bücher, obwohl der Autor den Druck selbst bezahlt hat, nicht immer automatisch Eigentum des Autors. Häufig bleiben sie im Besitz des Verlages. Will der Autor sie direkt an seine Leser verkaufen (z.B. über seine Autorenhomepage), muss er sie zuvor mit Autorenrabatt vom Verlag zurückkaufen. Er wird also doppelt zur Kasse gebeten.

Als Beispiel soll es angeblich durchaus Praxis sein, dem Autor die Rechnung über 1000 Bücher zu stellen, aber davon nur 100 zu drucken. Die restlichen 900 werden nie erstellt, denn in der Regel kann der Autor seine 100 Bücher kaum verkaufen.

Seriöse Dienstleister

Nicht jedes Unternehmen, das für den Druck von Büchern Geld verlangt, ist jedoch automatisch ein "schwarzes Schaf". Es gibt auch seriöse Dienstleister. Man erkennt sie daran, dass sie von vornherein offenlegen, dass sie Geld für den Druck von Büchern verlangen. Idealerweise werden die verschiedenen Preisangebote auf der Webseite transparent gemacht. Im Gegensatz zu den "schwarzen Schafen" unter den DKZV werden hier faire Preise für den Druck der Bücher verlangt und diese auch tatsächlich in voller Höhe an den Autor ausgeliefert. Der Autor bestellt und bezahlt für 500 Bücher und er bekommt 500 geliefert. Lagerhaltung liegt in der Aufgabe des Autors.

Solche Dienstleister können sinnvoll für regionale Projekte, wie Familienhistorie oder Vereinshistorie, und Doktorarbeiten sein. In jedem Fall sollte der Autor vorher eine gründliche Preiskalkulation durchführen.

Eine günstige Alternative eines Dienstleisters kann auch PoD darstellen.

Fairlag

Fairlag ist das „Aktionsbündnis für faire Verlage“. Es handelt sich um eine Initiative von Autorenverbänden und Literaturinstitutionen, die auf das Problem der Druckkostenzuschussverlage in der sogenannten „Fairlag-Erklärung“ hinweisen soll. In dieser Erklärung spricht man sich klar dagegen aus, dass Autoren das Risiko für den Druck ihrer Bücher tragen sollen. Dies sei eine Umkehr des klassischen Verlagsprinzips („Verlag“ kommt von „vorlegen“, das bedeutet, der Verlag muss das Risiko des Drucks tragen).

Es wird klar gestellt: „Das Verhältnis der Autoren zu ihren Verlegern und Lesern, die Errungenschaften von Autoren- und Verlagsrechten sowie von professioneller Verlagsarbeit und qualifizierten Produkten dürfen nicht durch Spekulationen dieser Verlage, die auf der Unerfahrenheit ihrer Autoren beruhen, von solchen Unternehmen aus den Angeln gehoben werden.“

Links

Fairlag

Liste von bekannten DKZV im Montségur Autorenforum

Liste bekannter DKZV/Pseudoverlage auf sheep-black.blogspot.de

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